Nachdem ich einige Tage ein extrem starkes Verlangen nach Nikotin hatte, hab ich eben ein Zigarillo, der seit Ewigkeiten unbemerkt auf dem Kühlschrank vor sich hin vegetierte (immerhin in einer luftdichten Verpackung), angesteckt.
Schmeckt komisch... Und bewirkt nicht wirklich etwas. Mir wird nicht mal so komisch küselig, wie sonst nach der "ersten" Zigarette. Zigarillos schmeckten mir eh noch nie und die komische Stimme, dieser Wunsch in mir drin irgendwas gestillt zu wissen, wird auch nicht leiser.
Ein halbes Jahr rauche ich schon nicht mehr und ich stelle fest, daß mich der Zigarillo bestimmt nicht wieder zum Raucher macht. Gut! :) Er schmeckt nicht sonderlich und befriedigt eigentlich auch kein wirkliches Bedürfnis in mir. Höchstens eins, was ich gar nicht habe sondern nur glaube, daß ich es habe. Oder?
Dafür hab ich jetzt wieder keine Hand frei, der Rauch zieht mir unangenehm in die Nase, es drückt auf der Lunge... was fürn dummes Spiel!!!
Warum scheine ich so oft eine so starke Sehnsucht nach dem Rauchen zu haben? Und wohin kann ich dieses Verlangen, was ja so eh nicht gestillt werden kann, umbiegen?
Ich hab jetzt die letzten Züge geraucht, das Ding ausgedrückt, den Ascher zurück unter die Spüle gestellt (für eventuell rauchende Besucher) und mal wieder festgestellt, daß ich das Rauchen gar nicht brauche!
Mir gehts nicht wirklich anders als vorher, nur das ich einen noch komischeren Geschmack im Mund habe, mir ein bisschen schlecht ist und ich einen unangenehmen Druck auf der Lunge verspüre...*kopfschüttel*
Nene, das fehlt mir nicht! Das ist es nicht, was mir fehlt! Und die Kopfschmerzen vom Rauchen fehlen mir auch nicht! Der Husten fehlt mir nicht! Das Geld krieg ich auch anderweitig ausgegeben! Der ständige Suchtimpuls feht mir nicht. Und ich begrinse Leute, die sich im Auto sofort und als erstes 'ne Kippe anzünden. Oder nach dem Aussteigen aus der Straßenbahn.
Solange ich wirklich rauchte, hat die Zigarette ja eine Sehnsucht, eine Sucht befriedigt. Heute hab ich diese körperliche Sucht nicht mehr, falle aber zu oft in den Gedanken zurück, daß eine Zigarette trotzdem etwas befriedigen könnte. Aber stelle - zum Glück - dann auch regelmässig wieder fest, daß es nur ein durch das Rauchen selbstgeschaffenes Bedürfnis ist. Ich bin jetzt auch nicht glücklicher und zufriedener als vor dem Nikotin. Eigentlich eher weniger. Ich hab zwar nicht das Gefühl nun über alle Massen versagt zu haben, weil ich diesem Drang hier nachgegebe habe (eher im Gegenteil, weil es ja bewusst geraucht mich in dem bestärkt, was ich möchte: Nichtraucher werden!), aber dieses Desillusionieren ist auch eher komisch. Was mach ich nun um ruhiger zu werden, wenn schon nicht rauchen? Schreiben? Lesen? Schlafen? Arbeiten? Normalerweise wahrscheinlich Sport aber Kniebedingt hab ich ein paar Tage Auszeit. Naja, dann geh ich jetzt LUfballons für den Geburtstag Morgen aufpumpen, ist sowieso viel sinnvoller als rauchen :)