Das Wetter heut war einfach zu schön! Frühlingshaft, warm, sonnig, fast kein Wind und kaum ein Wölkchen am Himmel. Dazu ist es noch der letzte Tag Kinderfrei, ab Morgen sind meine Monster wieder hier und setzen meinem Sportwahn Grenzen. Marko war arbeiten und ich hatte meinen "Studientag", eigentlich also 8 Stunden lernen. Bei DEM Wetter? Nene, dann lern ich lieber später und teste vorher mal ausgibig das neue Rad und meine Grenzen.
92,5 km sind es geworden. Ich bin eigentlich völlig ziellos losgefahren, nur 'viel' sollte es werden. Sofern es geht zumindest. Es ging ganz gut. Als Richtung hab ich wie eigentlich fast immer den Westen gewählt, da gehts am schnellsten aus der Stadt raus und auf Landstraßen, die weniger befahren aber gut zu fahren sind. Leider - oder auch zum Glück - liegt in der Richtung auch der Deister, ein Höhenzug, der nahegelegendste von Hannover aus. Von mir Zuhaus bis zum höchsten Punkt sind es knapp 30 km. Hin und Rückweg wären also nur 60, das reicht nicht. Ich bin "links" am Deister vorbeigefahren und hab den Nienstedter Pass, die höchste über Asphalt befahrbare Straße, von hinten aus angefahren.
Irgendwie auch ohne den Pass eine sehr bergige Angelegenheit. Berge sind ja eher nicht so mein Fall, ich mag sie nicht, ich kann sie nicht. Also muss ich sie erst recht trainieren ;)
720 Höhenmeter hab ich alles in Allem überwunden bei der Ausfahrt. Schon ganz ordentlich denke ich. Auch wenn meine Durchschnittsgeschwindigkeit nicht sehr nach Tour de France klingt, grad mal etwas über 20 km/h. Ich bin trotz der Berge, HÜgel und Steigungen sehr Knieschonend in niedrigen Gängen gefahren. Trotzdem ist mein Knie heute abend dick und tut weh. Der Rest von mir tut auch weh, das meiste davon ist aber eher angenehmer Erschöpfungsschmerz. Gibt frische Muskeln *g*.
Mein Nacken hat die lange Strecke mit der ungewohnten Haltung auf dem Triathlon-Rad nur bedingt gut überstanden. Ich befürchte, hier werde ich ein wenig Muskulatur noch aufbauen und verbessern müssen, ebenso im Rücken. Wobei der mir schon vor der Tour weh tat - und es beim Fahren nicht schlimmer geworden ist.
Mein Hintern tut auch weh aber im Vergleich zum alten Rad und dem anderen Sattel in ganz anderen und wenig bemerkenswerten Bereichen! Wow! :)
Überhaupt hat sich das Rad recht gut gefahren. Höchstgeschwindigkeiten haben wir heut nicht erreicht, ich habe bei den Abfahrten viel und früh gebremst. Etwas über 40 km/h war das Höchste, was ich auf dem neuen Rad erlebt habe. Irgendwie... es ist so leicht, so klein,... Wirklich instabil sicher nicht aber es fühlt sich gänzlich anders an. Ungewohnt auf jeden Fall, die andere Radgeometrie. Von alten, zu großen Stahlrennrädern zu einem passenden, kleinen Triathlonrad macht schon einen merklichen Unterschied. Weitestgehend aber im Positiven :)
Wie zufrieden ich langfristig mit dem Rad bin, wird sich zeigen. Im Moment bin ich es ganz sicher. War ein guter Kauf!