Bei Außentemperaturen von -3 bis ca. 0 Grad. Wahrlich kein schönes Fahrradwetter. Es hat uns aber nicht davon abgehalten, die erste RTF (Radtourenfahrt) dieses Jahres zu fahren. Wir das heißt für heute: ein Freund aus Gelsenkirchen (wie naheliegend :D) und eine Bekannte, die ich über diesen Freund bzw. ein Radsportforum kennengelernt habe und die tatsächlich nur 2 Straßen von uns entfernt wohnt. Die Welt ist doch klein ;)
54 KM sind wir gefahren. Obwohl die Strecke eigentlich mit 52 km ausgeschrieben war. Naja, vielleicht haben wir die Kurven ja nicht optimal geschnitten ;)
Kalt war es, aber weniger kalt als befürchtet. 3 Paar Socken plus Überschuhe für die Rennradschuhe, 2,5 Hosen, Trikot, Shirt, dünner Pulli, Jacke, "Schaltuch"... Allein das Anziehen könnte schon fast in meinem Trainigstagebuch Erwähnung finden...
Weil wir Weicheier, Schnarchsäcke und Schlaffnasen sind, haben wir uns nicht wie vermutlich die meisten Freaks um 8 Uhr zum frühesten Starttermin eingefunden, sondern sind recht gemütlich erst so gegen halb 10 Uhr am Vereinsgebäude des Radsportvereins Langenhagen, dem Ausrichter dieser RTF, eingetroffen. Fahrräder auspacken, Schuhe anziehen und rein, anmelden, Startgebühr berappen, Startnummer bekommen, erschrecken! 7 Euro Startgebühr plus 5 Euro Pfand für die Startnummmer - so teuer hat es niemand erwartet. Etwa 80 unerschrockene Radfreunde sind mitgefahren und wir waren offenbar wirklich die Letzten, die an den Start gegangen sind. Somit gabs an der Verpflegungsstation zwar keine Kekse mehr aber Bananen in Massen...
Die Strecke war gut ausgeschildert, mir persönlich im Wesentlichen auch bekannt und ging am Flughafen Hannover entlang. Etwas zugig war es dort. Und etwas windig. Mit uns fuhr noch eine Freundin der Bekannten aus der Nachbarstraße, die wesentlich trainierter war als wir alle. Sie fuhr dann auch öfter mal kleinere Intervalltrainingseinheiten ohne uns, verschwand vorne auf der Landstraße um einige Minuten später wieder aufzutauchen. Uns wieder entgegenkommend... Sehr demotivierend *grins*.
Ein bisschen demotivierend war dann auch der Moment, als ich den Anschluß an die drei Anderen verloren hab. Mein Knie, im Moment besser: meine Knie, spinnen. Lt. den Weissagungen der studierten Schamaninnen einer örtlich angesiedelten Chirurgenpraxis sind "nur" meine X-Beine Auslöser dieser Schmerzen und ich müsse damit leben und soll auf keinen Fall mit dem Sport aufhören. Notfalls auch gegen die Schmerzen und mit Schmerzmitteln fahren, sonst wird alles nur noch schlimmer. Soso... Naja, das tu ich. Und habe nun, am Abend des RTF-Tages, schmerzende und etwas dicke Knie. Bin aber artig mit Kniebandagen gefahren (wie fast immer in den letzten Wochen und Monaten). Ich hoffe einfach, daß diese Probleme nicht schlimmer werden und hoffe auch, daß sie mit zunehmendem Trainingsstand sogar besser werden. Die Muskeln stärker werden und das Knie weniger belastet wird. Wie auch immer, beim Fahren muss ich halt aufpassen, daß ich meine Knie nicht über Maßen strapaziere, möglichst in niedrigen Gängen fahren (eine hohe Trittfrequenz schadet wohl eher wenig, viel Kraft auf die Knie ausüben dafür sehr), es nicht allzusehr übertreiben. Diese Strategie führte dann dazu, daß mir die anderen weggefahren sind. Wenn man erst einmal den Anschluß an das "Feld" verloren hat, ist es meist schwer, ihn wieder zu bekommen. Die drei waren eh grad in einem Geschwindigkeitswahn und ich hab sie - auch mit Blick auf meinen Pulsmesser - fahren lassen. Verloren gehe ich schon nicht, die RTF ist ausgeschildert und ich war eh mit meinem eigenen Auto da. Ausserdem war mir schon klar, dass sie früher oder später merken werden, daß da hinten jemand fehlt. Spätestens an dem Verpflegungspunkt. Ein bisschen doof ist so eine Situation trotzdem und gar nicht gut für mein sportliches Selbstbewußtsein. *seufz* Den Rest der Fahrt hab ich gut mithalten können, auch wenn ich fast gar nicht vorne gefahren bin. Die meiste Zeit fuhr aber sowieso Tina vorne, die Freundin der Bekannten, der wir ja alle weit unterlegen waren.
Ich kanns nicht ändern. Für die Knie kann ich nix. Für den Rest meiner Kondition, Kraft, meines Fahrvermögens schon - und daran arbeite ich relativ intensiv. Ziemlich intensiv sogar! Liest man eigentlich sehr heraus, daß ich trotz allem "Schönschreiben" leicht geknickt bin, weil sie mich so abgehängt haben? *hmpf*...
Schön war die Fahrt trotzdem! 54 km in 2 Stunden und 23 Minuten - 23,9 km/h im Durchschnitt. Für die Temparaturen noch immer ziemlich okay :). Ich hätte rein von der Kraft auch locker noch weiter fahren können - wenn ich meine Knie heut abend fühle bin ich aber froh, es nicht getan zu haben. So reichte es auch um sich angenehm erschöpft zu fühlen und die Muskeln zu spüren, denen sehr deutlich anzumerken ist, daß sie gefordert worden sind.