Mein Kätzchen ist krank! Nierenkrank... Sind viele Katzen, vor allem ältere. Meine Felidae ist aber grade mal fünf Jahre alt. Laut Aussage der Tierärztin dürfte das ein erbliches Problem sein. Deshalb war sie auch schon immer so klein, dünn und zart.
Bislang hat man ihr nichts angemerkt, bis vor 2-3 Wochen zumindest. Plötzlich ist dies sowieso schon kleine und dünne Kätzchen arg abgemagert. Drei Katzen wohnen hier, ob und wieviel eine einzelne Katze futtert, war bislang niemals von Belang - wir haben einfach nicht gemerkt, daß sie (fast) nichts mehr gefressen hat. Mein Großeinkauf von leckererem Futter und Leckerchen hat auch nur wenig bewirkt, manches hat sie davon gegessen, manches nicht aber weitestgehend wollte sie nicht wirklich essen. Hat unwillig den Kopf zur Seite gedreht, mit den Pfötchen neben der Schale gescharrt und ist wieder abgezogen.
Der Besuch beim Tierarzt war relativ kurz, sie hat meinem Kätzchen Blut abgenommen (was für ne furchtbare Prozedur - für mich bestimmt fast so schlimm wie für Felidae) und zur Bestimmung der Laborwerte eingeschickt. Das Ergebnis bekam ich einen Tag später, erst am Telefon und dann mit einer anschließenden Beratung mündlich: “Chronischen Niereninsuffizienz”. Sie braucht Spezialfutter mit wenig Eiweiß und vielen Kalorien (Fett) - wovon ich dann auch gleich 2 Päckchen mitbekommen habe.
Die Diagnose und das Futter alleine nutzten meiner Felidae erstmal aber eher wenig. Eines der Symptome des akuten Krankheitsschubes ist eine Magenübersäuerung, weswegen dem Tier schlecht ist und es nichts essen möchte. Getrunken hat sie häufiger, elend erschien sie weiterhin, essen wollte sie nicht. Die Medizin der Ärztin haben wir zwar in die Katze reinbekommen, die Wirkung war allerdings für uns Menschen kaum wahrnehmbar. Ein bisschen hunger bekam sie, gefressen hat sie aber viel zu wenig.
Das Internet ist auch bei kranken Katzen eine gute Anlaufstelle, so gibt es zu diesem Thema viele, gute Seiten, die über die Details der Krankheit, Probleme und Hilfestellungen aufklären. Mehr als die Tierärztin das in der relativ kurzen Zeit kann. Eines der Tipps aus einer dieser Seiten war, die Katze, wenn sie gar nicht fressen möchte, mithilfe einer Spritze und fein püriertem Futter zu füttern. Eine Prozedur, die wir dann irgendwann und reichlich ungern wirklich auf uns genommen haben, obwohl die Katze das naturgemäß natürlich gar nicht sooo lustig findet. Aber viel mehr Möglichkeiten bleiben einem nicht, wenn das Tier die Nahrung über einen so langen Zeitraum wehement verweigert und auch die Medizin der Tierärztin da keine längerfristige Besserung erzielt.
Um so schöner war es dann gestern Abend, nach weniger als einem Tag Zwangsfütterung, als mein Kätzchen mir in die Küche hinterherlief und das erste Mal seit Wochen maunzend um Futter bat. Was sie auch bekam und was sie dann auch gefressen hat!!! Ich mochte mich in der Küche gar nicht mehr bewegen um sie beim Fressen nicht zu stören, aber raus gehen wollte ich auch nicht. Sie hat sich den Bauch vollgeschlagen und eine Stunde später noch einen kleinen Nachschlag verspeist. Heute Morgen tat sie das schon wieder, hungrig maunzend Futter verlangen und es auch fressen! :)
Jetzt schläft sie und ich hoffe wirklich, sie ist fürs erste über den Berg. Sie muss dringend wieder zunehmen, ist nur noch Fell und Knochen! Aber sie putzt sich wieder, schärft ihre Krallen am Sofa (was ausnahmsweise mal kein Schimpfen der Menschen nach sich zog sondern eher mit einem leisen Lächeln bemerkt worden ist) und wirkt wesentlich aufmerksamer, wacher und fitter.
Armes Kätzchen! *seufz*



