Ich hab vorhin meine Tagebuchdatei aufgemacht. Seit 1994 schreibe ich am Rechner Tagebuch und die ursprüngliche Datei ist inzwischen auf über 1000 Seiten und, da einige Fotos mit drin sind, 12 MB Größe angewachsen. Wobei das letzte Jahr, was ich hier im Blog(ck) geschrieben hab, da noch gar nicht enthalten ist.
Ich wollte eigentlich nur schauen, ob die "alte" Word-Datei sich auch mit einem aktuellen Word noch öffnen lässt, zumal sie mit Word aus Sicherheitsgründen verschlüsselt wurde. Das hat wunderbar funktioniert und ich bin ein wenig lesen gegangen. Ich suchte sowieso eine Information, von der ich hoffte, sie mal aufgeschrieben zu haben.
Ich bin in meinem leben grob 8 Jahre zurück gegangen, zu der Zeit lebte ich noch mit meinem zukünftigen Ex-Mann zusammen, war grade schwanger mit meiner kleinen Tochter und mit meiner Ehe, meinem Leben und dem Streß um mich herum überaus unzufrieden.
Ich lese recht selten in alten Tagebuchtexten. Ist wahrscheinlich auch gut. Irgendjemand meinte mal, daß man nicht ohne Grund die meisten Dinge wieder vergisst. Und man nicht dauernd drin rumwühlen sollte. Dauernd nicht, nein. Aber mit einem größeren Abstand auf sich selbst, seine Entscheidungen, sein eigenes Handeln zurückzuschauen, finde ich trotzdem sinnvoll. Außerdem möchte ich viele Dinge gar nicht vergessen, darum schreibe ich sie ja auf.
Zurückblickend geht es mir heute wesentlich besser als damals. Zurückblickend weiß ich gar nicht mehr so genau, warum ich diese Ehe so lange durchgezogen habe. Gut, die Texte sind nur meine Sichtweise aber zumindest teilweise auch mit Fakten belegt. Fakten, bei denen ich heute laut mit dem Kopf schüttel... Und froh bin, daß es mir so wie ich jetzt lebe, wesentlich besser geht! Und trotz allen Scheidungskinderstatistiken bin ich überzeugt davon, daß es auch für die Kinder besser ist, in einer solchen Situation wie jetzt aufzuwachsen als mit dem Streß, den sich die Eltern machen können, wenn die Beziehung einfach... scheiße ist!