Die Fahrt vom Hunsrück nach Isenfluh, einem kleinen Bergdörfchen in der Nähe von Interlaken, dauerte wesentlich länger als ursprünglich geplant, was vor allem an der Hitze und einer Menge Pausen lag. Einen kleinen Stau hatten wir auf der A5, den haben wir aber umfahren und lieber ein Stück Bundesstraße samt einem Pausen-Einkaufshalt dem 'Hitzestau' vorgezogen.
Um 9 Uhr sind wir in Kirchberg gestartet, die Temperaturen da noch bei angenehmen 22-23 Grad, stiegen dann auf bis zu 40. Eigentlich nur noch unerträglich, auch bei offenem Autofenster, wodurch eigentlich nur eine Menge heisser Wind durchs Auto geblasen worden ist.
Die Strecke führte uns durch ein kleines Stück Frankreich, 20 Km in etwa. Wir sind kurz von der Autobahn runter und haben im nächsten Ort einen Bäcker aufgesucht, ein paar Leckereien gekauft, verspeist und sind weiter.
Die letzte Rast haben wir etwa 50 KM vor Interlaken gemacht. Eigentlich waren wir da so nah am Ziel, daß ich gern einfach weiter durch gefahren wäre, aber die Kinder und auch ich waren so genervt, daß die Rast nötig und gut war. Wir hielten an einem kleinen, schweizer Rastplatz und dies war auf der ganzen Fahrt tatsächlich der netteste. Angefangen mit ein paar ganz simplen Fitnessgeräten (Ringe, Stangen, Seil zum Balancieren) war vor allem direkt dahinter ein Fluß, die Aare. Hellblau und ziemlich schnell fließt diese neben dem Rastplatz entlang, mit einem Zaun von diesem abgetrennt. Allerdings gab es tatsächlich ein Drehkreuz - und ein niedergetrampeltes Zaunstück. Am Fluß saßen ein paar Leute und sonnten sich, ein paar Hunde schwammen am Ufer entlang und auf dem Fluß fuhren unglaublich viele Menschen mit Gummibooten. Einige schwammen sogar flußabwärts. Und das in einem wirklich nicht unbeträchtlichem Tempo. Und dann auch noch so viele! Ich stell mir vor, daß an irgendeinem Endpunkt - so es denn einen gibt, irgendwo müssen die alle doch auch wieder an Land gehen - ein Haufen Gummiboote und nasser Menschen samt Zubehör angeschwemmt wird. Uns wurde später erzählt, dass es Jahr für Jahr immer wieder Todesfälle gibt; so ungefährlich ist der Spaß gar nicht . Trotzdem saß es spektakulär, spannend, spaßig und bei dem Temperaturen vor allem sehr abkühlend aus!
Abgekühlt haben wir uns aber auch, zumindest mit den Füßen im Wasser. Die Kiddies haben mit dem schwarzen Hund gespielt und Darlene war in allerkürzester Zeit pitschnass. Über uns zog der HImmel langsam zu und wurde immer schwärzer. Neben der Tatsache, daß man uns in Interlaken erwartete, mussten wir auch dem Wetter wegen langsam weiter.
Genügend abgekühlt war es fast ein bisschen zu kühl, als auf der Weiterfahrt nach wenigen Minuten heftiger Regen einsetzte. So heftig, daß ich zwischendurch kaum etwas sehen konnte und das Tempo ziemlich stark gedrosselt habe. Der Rest der letzten Fahretappe war dann zwar wesentlich kühler und damit temperaturtechnisch wesentlich angenehmer, dafür auch naß, glitschig und mit schlechter Sicht.
Endlich in Interlaken angekommen, wurden wir mit Salaten, Getränke, Grillhähnchen, Wein und Kaffee erstmal wieder aufgepäppelt. :) Nach einer ganzen Weile essen, plaudern und rumtoben (letzteres taten aber überwiegend nur die Kiddies ;) ), wurden wir dann zu unserem kleinen Dörfchen und der Ferienwohnung dort begleitet. Mit zwei Autos machten wir uns auf, die im Routenplaner erschreckend kringelige Bergstraße erstmalig zu erklimmen. Ich gestehe, ich war leicht nervös. Straßen, die nicht wenigstens weitestgehend waagerecht verlaufen, machen Flachländern wie mir manchmal vielleicht einfach irgendwie Angst. Wahrscheinlich war ich aber vor allen Dingen ziemlich erledigt von der Fahrerei und der Hitze.
Wenigstens der Regen hatte zwischenzeitlich aufgehört und so folgte ich tapfer dem vorausfahrenden Ortskundigen auf die schmale Straße. Serpentinenfahrend haben die beiden Autos den Berg erklommen, meine kleine Titi meist im zweiten Gang. An zwei Stellen hab ich in den ersten zurückschalten müssen, wirkliche Probleme oder Angst hatte ich an keiner Stelle der Strecke. Der Tunnel, vor dem ich fast am meisten Magengrummeln hatte, war beeindruckend, schön, fastzinierend, GEIL! Ein wenig wie eine grosse, befahrbare Höhle schlängelt er sich in Kurven den Berg hoch und ist so breit, daß zwei Autos (vorisichtig) aneinander vorbeikommen. Alle paar Meter gibt es eine Ausweichbucht und somit ist der Tunnel die beste Stelle um auf dem Weg nach Isenfluh einem entgegenkommenden Fahrzeug ausweichen zu müssen. Es gab sogar eine Menge Lampen im Tunnel, oben von der Decke hängend. Nicht ganz so wie man es in grossen Tunneln gewöhnt ist, aber die Art der Bleuchtung und der wenig aufdringlichen Rettungssäulen sowie Notausgangbeschilderungen machen diesen Tunnel nur noch attraktiver. Er war schon fast zu schnell vorbei, 1,2 KM lang war er. Draußen dann weiter Serpentinen, die sich den Berg hochschlängeln, wir schlängelten mit. Endlich erreichten wir Isenfluh und ich wähnte mich in "Sicherheit" aber weit gefehlt: die Straße im Ort war noch enger als auf dem Weg dort hinauf.
Oben angekommen hab ich, einem alten Reflex folgend, mir erstmal ne Zigarette geschnorrt... ;)
Danach haben wir unsere Begleitung verabschiedet und die
Ferienwohnung in Beschlag genommen. Es gibt dort 2 relativ grosse Zimmer mit einem Doppelbett in einem und 3 einzelnen Betten (sowie einer Kiste Spielzeug) im anderen Raum. Eine große Küche samt Essecke, Sofa und Sessel im Schlafraum und sogar einen kleinen Balkom - mit Blick auf die Berge. Der Blick aus dem Schlafraum auf diese war aber noch schöner, kein Wunder, daß wir fast jeden Tag im Urlaub erst viel zu spät aufgestanden sind ;)