Sonntag, 23 Juli, 15 Uhr, Balkon, Liegestuhl
Die Kiddies haben bis fast 10 Uhr geschlafen. Wir waren gegen halb sieben Uhr mal wach und haben die aufgehende Sonne versucht zu fotografieren. Die versteckt sich hier aber weitestgehend hinter den Bergen. Wir sind dann wieder eingeschlafen und etwas vor den Kids wieder aufgewacht und aufgestanden.
Kaffeekochen und süßen Semmel zum Frühstück (unsere Gastgeberin hat uns am Vorabend uns mit einer Tüte Nahrungsmittel versorgt, Semmel, Marmelade, Kaffee, Tee, Lätta, Milch und ein bisschen Kakao für die Kids :) ) und erstmal runter nach Interlaken: einkaufen.
Titi und ich haben den Weg fast problemlos gemeistert, sogar dies erste Stückchen rückwärts runterrollen und die erste Steigung mit dem kalten Motor waren nur in meiner Fanatsie vorher schlimm, in Wahrheit hat zwar mein Puls wie auch der Motor ein wenig hochgedreht, aber ernste Probleme gab es natürlich nicht. Es standen eine Menge Besucherautos auf dem Parkplatz hier, ich frage mich, ob die Touries wissen, was für eine Straße sie hier oben erwatet *g*. Wobei ich ja eigentlich das letzte Stück hier im Örtchen am schlimmsten fand, die enge Kurve, in der ich auch beim zweiten Befahren eben einmal zurücksetzen muss und das letzte Stück steil hoch - der Rest ist zwar für Flachländer ungewohnt eng und hubbelig aber keine wirkliche Herausforderung für Mensch und Auto. Trotzdem bekam Titi beim Tanken in Interlaken SuperPlus, das hat sie sich verdient ;)
Den Laden, der auch Sonntags auf hat, haben wir auf Anhieb gefunden, Bali hat ihn uns gestern gezeigt und auf zwei Zetteln wichtiges notiert wie offene Läden, Notfallnummern (sogar für die Bergrettung per Hubschrauber *g*) - ausserdem gab es einen Gästepass, der an manchen ortlichen Attraktionen Rabatte bietet und die versprochenen Karten für eine Seilbahn (ob ich einfach ignoriere, daß ich bei sowas Angst bekomme?), noch mehr Reiseführer, Karten, ... Ein ziemlich guter Rundumservice bietet diese Ferienwohnung, ganz besonders noch bei diesem unglaublich attraktiven Preis ;)
Im Tourizentrum von Interlaken gabs ne Menge Läden mit Ansichtskarten, Schweizer Uhren, Taschenmessern, Kuhglocken und ähnlichem Schnickschnack. Und Knutsch... pardon Kutschfahrten. Natürlich wollten die Lütten da mitfahren aber 50 Franken für ne halbe Stunde Rentnerkutschfahrt in einem stinkenden und heißen Interlaken war dann doch nix, was die Erwachsenen wollten. Davon abgesehen dass Titis Parkzeit auf 30 Minuten begrenzt war - welch guter Grund, hier etwas sparsamer zu sein. Das ganze wird schon mit schönen Attraktionen teuer genug werden.
Geld holen und erstmal zurück nach Isenfluh, sonst schmilzt uns das ganze Essen (vom Einkauf am Vortag ist in der Hitze im Auto die Lätta unbrauchbar geworden und die Salami enthält kein sichtbares Fett mehr). Die Kiddies drehten auf der Fahrt etwas arg durch, schon beim Losfahren gabs Tränen und Theater - sie sind einfach fertig von der Fahrt gestern und aufgedreht von der ungewohnten Umgebung. Also verzichteten wir auf den eventuellen Freibadbesuch und bleiben lieber bei der Wohnung, machen ein bisschen Pause und schauen uns gleich ein wenig den Berg und die nahe Umgebung an.
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22:30 Uhr
Kids sind im Bett, wir sitzen auf dem Balkon. Camera leer machen, bisschen Wein trinken, ... Die Grillen machen den einzigen Lärm, von dem bisschen abgesehen, was wir produzieren. Man hört hier oben tatsächlich fast gar nichts, nur ganz ein wenig Rauschen, vermutlich von dem Flüsschen im Tal, die Grillen und sonst... nichts...
Die Umgebung haben wir uns erst mit den Kiddies und dann allein ein wenig angeschaut. Mit den Kids wollten wir zum nahegelegenen Aussichtspunkt, sind aber wohl an der einen Stelle "falsch abgebogen". Der zweite, kleinere Weg war verdammt nah am Abgrund und die ersten Meter dieses Weges waren auch noch an einer Stelle, an der vor nicht allzulanger Zeit eine Menge Steine abgetragen worden sind und die Bäume fehlten, um einen eventuellen Sturz oder doch zumindest meinen ängstlichen Blick abzufangen. Da wollte ich mit den Kids in dem Moment nicht unbedingt lang. Ich bin ja gar nicht feige aber die Kiddies UND solch nahe Bergabhänge sind dann doch etwas zuviel und ich ertappe mich immer wieder dabei, die Kinder auf den Wegen in Richtung Hang und weg vom Abhang zu lotsen (was sie selbstverständlich nur murrend tun und der Meinung sind, daß ich furchtbar übertreibe *g*).
Sie haben Berge von Steinen gesammelt, ein paar davon sind auch wirklich schön. Wilde Erdbeeren und Himbeeren haben wir gesammelt - und uns ein bisschen Abendbrot so reichlich anstrengend erklettert. Aber lecker waren die, vor allem die winzigen Erdbeeren, die so dermaßen intensiv geschmeckt haben - fast schon gar nicht mehr nach Erdbeer, ich kann aber auch nich beschreiben, ... für uns Plantagen-Erdbeerenesser ist diese geschmackliche Intensität aber wohl etwas zu viel ;)
Ein Fuchs ist uns auch noch begegnet, ganz in der Nähe von Isenfluh saß er plötzlich auf der Abhangseite direkt neben der Straße und flüchtete ein Stück tiefer, als ich näher kam. Ich hab ihn im Weghuschen unscharf fotografiert und dann zwei Bilder schiessen können, als er unten sitzen blieb, vielleicht 2 Meter weit weg von uns. Er saß da noch immer, als wir weitergingen, sicher einige Minuten. Schaute uns an und wir ihn. Süß sah er aus :)
Abendessen gabs im Wirtshaus am Ort, Rösti, Nudeln, Schnitzel mit Pommes. War recht lecker aber natürlich gar nicht günstig. Dafür war die Aussicht sehr beeindruckend:
Danach sind die Kiddies in die Wohnung, haben den Küchendienst übernommen (sie haben sich selbst diesen zugeteilt und die Küche tatsächlich in einen perfekt sauberen Zustand gebracht!), Marko und ich sind zu einem Abendspaziergang aufgebrochen. 21 Uhr ist natürlich eigentlich schon viel zu spät um in den Bergen rumzulaufen, trotzdem sind wir ein gutes Stück den laut Karte "Bergweg" (nur mit guten Schuhen benutzen) in Richtung Sulwald. 25 Minuten hoch und die gleiche Zeit wieder runter. Beeindruckend, wie steil der Weg ist und wie schnell man höher kommt. Wie schön die Aussicht ist - und auch wie gefährlich. Mit meinen Turnschuhen bin ich auf dem Rückweg schon ein paar Mal leicht ins Rutschen gekommen. Nur sehr ungern sind wir irgendwann umgekehrt - unten angekommen war es dann schon wirklich dunkel - es war höchste Zeit!
Es gibt tatsächlich noch ein grosses Hotel oder Herberge daoben. Die haben das Volleyballfeld mit einem grossen Netz abgespannt - ist auch besser, wenn der Ball erstmal weg kullert, ist er das auch *g*
Nu ist Schlafenszeit, wir sind angenehm müde - müde bin ich hier fast noch mehr als Zuhause, die Bergluft und die Sonne natürlich... *gähn*