24.7. - 22 Uhr
Die Kids sind im Bett, Darlene ist eben schon vor der eigentlichen Schlafenszeit auf unserem Bett eingeschlafen. Der Tag war lang und vor allem sehr heiß! Wir sind gegen halb acht Uhr von einem Haufen nervtötender Fliegen geweckt worden und waren so schon gegen halb zehn unterwegs in Richtung Beatushöhlen. Dort angekommen mussten wir leicht grinsend feststellen, daß wir vermutlich das erste und wohl auch einzige Mal zu früh zu irgendwas gekommen sind, die Höhlen öffnen erst um halb elf Uhr. Also sind wir ein bisschen rumspaziert, aber bis auf die Straße und den Berghang gab es da nicht wirklich etwas spannendes - auch wenn die Aussicht runter auf den Thuner See schon arg beeindruckend ist.
Der Weg hoch zum Höhleneingang war recht lang, und als wir endlich oben waren, mussten wir nicht mal mehr lange warten, bis wir uns der ersten Führung anschliessen konnten. Die Höhlen waren cool, wortwörtlich. 8-10 Grad Celsius sind dort, das ganze Jahr über. Wie gut, daß wir nicht in der Mittagshitze dort waren, dann wäre der Temperatursturz noch heftiger gewesen. Gefroren hab ich drin aber eigentlich nicht, dafür hat Darlene es genossen, frierend getragen zu werden. So kalt war ihr gar nicht, sie hat den Tragekomfort trotzdem genossen und ausgenutzt. In den Höhlen gibt es ne Menge Stalakmiten (die von unten wachsen) und Stalaktiten (die von oben kommen), kleine und mittelgrössere Seen, ne Menge Kamine, die bis zu 400 Meter bis an die Bergspitze hoch gehen, einige grössere Höhlen und für uns Touries ungefähr 1 KM Weg, den wir abgehen konnten. Viele Treppen, 85 Meter Höhenunterschied bewältigt man auf einer solchen Führung. Es war schon sehr beeindruckend.
Draußen angekommen war uns sofort heiß und sogar die Brillen sind beschlagen. Auf dem Weg nach unten gab es einen kleinen Spielplatz zum Pausieren, leider hatten wir das Essen im Auto gelassen.
Weiter ging es nach einer Weile im Auto am See entlang auf der Suche nach einer Bademöglichkeit. Gegen ein Uhr haben wir in Thun das Schwimmbad gefunden und sogar einen der heiß umkämpften Parkplätze bekommen - dank einer Schweizerin, die uns, da wir aus Hannover kommen, ihren angeboten hat. Sie wollte rausfahren, sprach uns an und meinte, sie mag Hannover *hihi*.
Das Freibad war ziemlich schön, man konnte ebenso im See baden wie in einem der Becken, geteilt in Springer, "Planscher", Schwimmer, Babys und sogar eine kleinere Rutsche mit einem eigenen Bremsbecken gab es.
Der See war zum Schwimmen eher weniger geeignet, da es viele, viele Meter einfach nicht tiefer wurde. Und in bauchtiefem Wassser schwimmt es sich nicht gut. Darlene fand einen Plastikbecher im Wasser, mit einem Tier dran. Ein Wasserwurm, der auf eine wirklich ekelige Art auf dem Becher langkrabbelte und sich dabei erst ganz klein und dann - für diesen kleinen Fleck unglaublich - lang machte *bäh*.
Das Schwimmerbecken war da schon besser, wenn auch etwas überlaufen. Die einzelnen Bahnen waren eingeteilt in Schwimmer, Aqua-Fitness und Krauler. Was fast schon lächerlich wirkt macht tatsächlich Sinn aber auch als Schwimmer hatte ich zuviele langsame Hindernisse im Wasser - wirklich schön schwamm es sich nicht. Ich hab es fünfeinhalb Bahnen in der Kraulerbahn ausgehalten, danach war ich zu fertig zum Kraulen. 40 Bahnen a 50 Meter waren dann aber doch irgendwann geschafft, Vanessa hatte stolze 20 und sogar Marko etwa 10, Darlene 4. Eigentlich war das Wasser aber auch der einzige Ort, an dem man es länger aushalten konnte, die Sonne brannte tierisch auf uns alle runter und das Klima war schon unangenehm feucht und heiss.
Die Kids hatten Eis und Pommes und ich irgendwann einen leichten Hunger (trotz mitgebrachter und längst verspeister Brote und einem Apfel, Kekse) - Marko und ich sind, unter anderem auch auf der Fluch vor der brennenden Sonne, zum "Verpflegungsposten" und saßen da grad vor dem Eis und dem Kaffee als auf der Wiese Geschrei losging. Es war plötzlich sehr windig geworden und was dann kam, hab ich in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt: eine Windhose ging quer über die Liegewiese und hat wirklich viele Handtücher, Zeitungen und sogar einige Sonnenschirme und ein Gummiboot (!) hoch in die Luft gehoben. Diese Situation erschien so irreal, daß ich eine halbe Ewigkeit an den Himmel gestart habe, an dem hoch oben (wie hoch ist schwer zu schätzen) eine menge Gegenstände schwebten. Zu hoch, um sie alle im Detail zu erkennen, aber die Sonnenschirme, Handtücher und die eine Luftmatratze sah ich schon. Es dauerte... tja, wie lang? Eine Minute? Zwei? Fünf? Bis der HImmel wieder leer war und der Großteil der Gegenstände wohl auf dem See wieder heruntergekommen sind. Ein Handtuch, was ziemlich aussah wie eines von unseren, landete vor meinen Augen auf der Wiese. Unseres? Die Kinder waren zu der Zeit vorn am Strand, ebenso wie unsere Klamotten, Rucksäcke, Handtücher... Marko ist, direkt als der surreale Spuk losging, aufgestanden und nach vorn gegangen und kam dann mit Vanessa zurück, Darlene ist mich schon selber suchen gegangen. Irgendwie war ich zu fassungslos um irgendwie zu reagieren, auch wenn ich schon wissen wollte, wo die Kiddies sind (die zu schwer waren, um mitgerissen zu werden, da oben schwebten ja nur Gegenstände und keine kleinen Kinder *g*), und ob unser Kram auch dem Schwebezauber zum Opfer gefallen ist. Zum Glück war dies nicht der Fall, die Windhose hat einen relativ kleinen Korridor durch die Liegewiesebenutzer geschlagen, diesen aber sehr ordentlich aufgeräumt. Unglaublich, wirklich unglaublich!!! Natürlich hatte ich keine Kamera dabei, um das in Bilder festzuhalten. Die Bilder in meinem Gedächnis, die am Himmel schwebenden Sachen, werde ich aber trotzdem sicherlich nie vergessen! Ob sowas üblich ist? Die Menschen um mich rum haben sich recht schnell wieder beruhigt, auch wenn ich fand, daß kurz danach recht viele Menschen nach Hause gingen... Wir auch, es wurde Zeit!
Das Thuner Tageblatt berichtete am folgenden Tag von unserer Windhose:
http://www.espace.ch/artikel_239152.html