
Seit November letzten Jahres arbeite ich nur noch halbtags. Das liegt vor allem daran, daß mein Arbeitgeber, das Land Niedersachsen, exessiven Stellenabbau betrifft. Vorher war ich immerhin 3/4 beschäftigt, vovon wir immerhin - im Gegensatz zu Heute - halbwegs leben konnten. Seit mein befristeter 1/4-Vertrag im November ausgelaufen ist, hangel ich mich finanziell an der Hartz4-Grenze durchs Leben. Mein Auto muß durch den TVÜ (und vor allem vorher ein wenig restaur... ähm... repariert werden), meine lütte Tochter hat kein Fahrrad und von soetwas wie einem (zahmen) Rechnerupdate oder irgendwelchen anderen Extras brauch ich gar nicht erst träumen. Das Geld reicht für Miete, Nebenkosten und Essen sowie Kleidung, sofern wir nicht allzu anspruchsvoll sind. Was wir nicht sind...
Alles in Allem ein unbefriedigender Zustand, den ich vor allem deshalb bislang nicht geändert habe, weil mein Chef mir die Hoffnung auf baldige Mehrbeschäftigung gemacht hat. Irgendwann Anfang des Jahres schon. Allerdings ohne einen Termin, das dauert eben. Ist mir klar. Ich kenne die Stellenpolitik und überhaupt die Mühlen öffentlicher Verwaltung. Wenigstens ein bisschen. Bin ich doch wirklich schon 8 Jahre in diesem Job, in diesem Landesamt. (weiha!)
Eigentlich arbeite ich sogar gerne dort. Falls man überhaupt gerne arbeitet. Von all meinen bisherigen Jobs ist das der Beste. Meine Kollegen und Vorgetzte sind durchaus in Ordnung, der Arbeitsbereich ist immerhin etwas, was mir bedingt Spaß macht. Auch wenn ich nach einigen Jahren automatisierter Softwareverteilung auch ganz langsam ein wenig die Nase voll davon habe. Andere Arbeitsgebiete gibts aber zur Zeit nicht, was auch daran liegt, daß ich nur so wenige Stunden in der Woche arbeiten "darf". Aber auch, weil es keinen Nachfolger für meinen Arbeitsbereich gibt. Somit denke ich, werde ich auf lange Sicht (sofern ich dort bleibe) den gleichen Schmarrn machen und sollte ich irgendwann wieder mehr als jetzt arbeiten dürfen - vielleicht sogar ganztags - würde ich höchstens noch nebenbei ein paar andere Aufgaben dazubekommen. Würde, wenn und aber...
Fakt ist: es gibt keine Stelle. Weiterhin nicht, noch immer nicht. Dafür kann ich bald wahrscheinlich und wieder befristet 1/4 mehr arbeiten, also wieder 3/4. Wahrscheinlich schreib ich nur, weil ich den Vertrag noch nicht unterschrieben hab. Den bekomme ich aber, das ist die Vertretung einer Kollegin, die kinderbedingt ihre Vollzeitstelle nicht ausnutzt und die ich schon seit Anbeginn meiner Zeiten dort vertrete. Rein stellentechnisch zumindest. Pausiert hat diese Vertretung nur weil man nach deutschem Arbeitsrecht nicht länger als 5 Jahre (am Stück) befristet tätig sein darf.
Wieder befristet, wieder nur 3/4. Passt mir ehrlich gesagt gar nicht! Das ist nicht ganz Not gegen Elend - aber mit meinem Hintern ein Stückchen höher komm ich so auch nicht. Dafür habe ich mehr Zeit - für Kinder und Haushalt. Schon klar. Aber die Kinder sind langsam in einem Alter, in dem sie auch ohne mich auskommen können, zumindest stundenweise. Und ich habe ganz langsam die Nase voll davon, mir alles verkneifen zu müssen! Geiz ist gar nicht geil, wenn er eine Form des Überlebens darstellt...
Ich hätt mal gern wieder Urlaub... *seufz* Und eine grössere Wohnung mit einem eigenen (Schlaf-)Zimmer! Mit einer Tür! (fast schon unverschämt, oder? ;) ). Und ganz viele andere Dinge, bei denen ich grad in den letzten Monaten öfter mal gedacht habe: "naja, bald kann ich mir sowas ja vielleicht leisten." Pustekuchen...
Vermuitlich bin ich ganz schrecklich undankbar... Der Job, den ich habe, ist ja okay. Nur halt zu wenig. Dafür hab ich viel Zeit für mich. So viel, daß ich zur Zeit tatsächlich etwas ähnliches wie Langeweile verspüre; ich weiß zeitweise einfach nix mit mir anzufangen! Ich möchte nicht schreiben "ich hab zuviel Zeit", man kann eigentlich sowieso nie zuviel davon haben, zumal man sowieso immer gleichviel Zeit hat ;) Aber bei dem Projekt "Mehrarbeit gegen Geldsorgen" würde ich schon gerne mitmachen. Und das bitte mehr als jetzt und auch mehr als in den letzten Jahren! Nebem dem finanziellen und der Zeit gibt es da sowieso noch einen weiteren Faktor, der für eine Vollzeitstelle spricht: als Teilzeitkraft wird man nie voll akzeptiert, läuft immer irgendwie nebenher, kriegt vieles gar nicht erst mit. Dafür wird man auch aus vielem rausgehalten, was durchaus auch ein Vorteil sein kann. Aber mir wäre es anders grad lieber (ich hoffe, daß ist nicht nur so wie mit dem Gras - nicht DAS Gras! ;) - auf der anderen Wiese...).
Allerdings möchte ich eigentlich gar nicht auf Jobsuche gehen. Wobei... ein Teil von mir möchte das durchaus. Endlich mal was anderes, was neues und nicht für den Rest meines Lebens die gleiche Routine, die gleichen Leute, der gleiche Weg, ....
Ich weiß auch nicht... *seufz* Ich les jetzt erstmal meine Mails, da sind vorhin 3 Jobangebote angekommen...