Mein letzter Arbeitstag vorm Winterurlaub, Weihnachtsurlaub. Seit Anfang November arbeite ich Vollzeit. Plötzlich und fast unerwartet ging nun doch, was so lange angeblich nicht ging, allerdings ist es nur befristet bis Ende 2008. Was danach kommt, ist wieder mal offen...
Nach 11 Jahren kinderbedingter Teilzeitarbeit ist das Vollzeitarbeiten es eine ganz schöne Umstellung in meinem, in unserem Lebensablauf. Ich hab das ja so gewollt und möchte mich keineswegs beschweren! Das Geld, was ich nun mehr kriege, können wir verdammt gut gebrauchen! Und ich kann so nun irgendwie wesentlich entspannter (und effektiver) arbeiten. Weil nicht ständig der frühe Feierabend drängt und der Gedanke an die unversorgte "Brut" zuhause, die sich, wie wir grad alle feststellen, auch wunderbar ohne meine direkte Anwesenheit versorgen kann. Und die sich, mit einer kurzen Eingewöhnungsphase, auch sehr schnell an die veränderten Umstände gewöhnt hat. Ebenso wie ich. Wobei ich allerdings leider nun eine Menge von Zuhause, den Kiddies, der Schule und den Freunden gar nicht mehr mitbekomme. Und die Mathe-Fünf, die meine Grosse (11) gestern mitbrachte, führt in mir drin zu einem Berg von schlechtem Gewissen. Als ob ich sie geschrieben hätte... Ich wüsste gar nicht, wie ich dies hätte verhindern sollen. Meine Tochter hat vorher von der Arbeit erzählt und war voll und ganz davon überzeugt, daß diese ganz einfach wird, daß sie alles weiß. Dem war ganz offensichtlich nicht so, aber ich hätte es so oder so auch nicht wirklich verhindern können. Ich weiß auch noch immer nicht so genau wo hier die Grenzen sind. Wie weit ich mich in die Schule meiner Sechstklässlerin einmischen muss und soll, wie viel Eigenverantwortung sie aufbringen muss (immerhin ist es ihre Schule, sind es ihre Noten, ...). Letzten Endes stehe ich vor den gleichen Fragen und ähnlichen Problemen bei meiner kleineren Tochter auch. Diese ist 9, geht in die vierte Klasse und wird im nächsten Jahr auf eine weiterführende Schule wechseln. Aber welche? Und wie weit schafft sie es eigentständig zu lernen, zu arbeiten, ohne das Mama hinter ihr sitzt und dirigiert, korrigiert, motiviert und rummault? Im nächsten Jahr ist auch die Zeit des Kinderhorts für sie vorbei, dann hab ich zwei Schlüsselkinder, die ihre Hausaufgaben alleine erledigen müssen, mittags alleine essen müssen...
Und sonst? Bleibt bis auf das Arbeiten von meinen Tagen kaum etwas übrig... Was gar nicht so schlimm ist, immerhin weiß ich momentan auch gar nichts mit mir anzufangen. Bis auf Sport, klar. Fahrradfahren, momentan fast nur die Arbeitsfahrten, am Wochenende noch ein bisschen Rollentrainer, Sonntags meist eine grössere Jogging-Runde, zwischendrin Gymnastik, Hanteln, Rudern, Stepper all der alternative Kram. Zeitgleich mit meiner Vollzeittätigkeit hat der
Winterpokal wieder angefangen. Im letzten Jahr hat mich dieses Punkterennen ziemlich gut motiviert, von den fast 1.500 Teilnehmern habe ich mich meist im Bereich um die Plätze 50-100 aufgehalten. In diesem Jahr bin ich ungefähr 100 Plätze schlechter, wobei ich vermute, daß dies für jemanden mit Familie und Job noch immer gut ist. Mehr könnte ich zur Zeit aber sowieso kaum (wobei ich ja gewisse Hoffnungen in die jetzt anstehende Urlaubszeit lege :) ).
Dazu kommt noch, daß mein Lieblingsrad momentan außer Betrieb ist, ich brauche neue Laufräder oder die alten müssten mindestens neu eingspeicht werden. Sie knacken fürchterlich, egal wie sehr ich mich bemühe die Speichenspannung zu perfektionieren. Auf den ersten Blick scheinen die Speichen zwar nicht kaputt zu sein aber die Laufräder haben sowieso schon eine vermutlich ziemlich große Laufleistung, alleine ich bin mit ihnen schon fast 10.000 KM gefahren, die Vorbesitzerin wahrscheinlich noch sehr viel mehr. So bot es sich an, nach einem eBay-Schnäppchen zu schauen, so hoffte ich wenigstens (Neukauf ist preislich z.Zt. eher unmöglich). Allerdings sind die 26-Zoll Räder, die ich hier brauche, eher selten und so war ich nach einigem gucken, suchen, warten und immer mehr knackenden Rädern bereit, beinahe 100 Euro in einen Sofortkauf von passablen Rädern zu investieren. Ich bin ja schon wirklich lange bei eBay angemeldet und habe inzwischen fast 300 Bewertungen, hab sowohl verkauft wie auch vor allem gekauft und meine schlechten Erfahrungen halten sich in winzigen Grenzen. Das ich aber ausgerechnet hier und jetzt, wo ich grade diesen Kaufgegenstand wirklich händeringend brauche, Probleme bekomme, hätte ich (auch mit Blick auf die Bewertungen des Verkäufers), dann doch nicht erwartet. Die vor drei Wochen bezahlten Laufräder sind noch immer nicht da, Kommunikation mit dem Verkäufer funktionierte erst, als ich eBay eingeschaltet habe. Da kamen dann Ausreden aber immerhin das Angebot, das Geld zurückzuerstatten. Und da stehe ich jetzt mit der Frage, warte ich weiter auf die Räder oder nehme ich das Geld zurück (was sicher auch eine Weile dauern wird bis ich es habe!) und suche neu? Immerhin brauche ich jetzt erst in 2-3 Wochen wieder ein fahrbereites Rad, in meinem Urlaub werde ich kaum draußen fahren...