Zu Weihnachten haben wir uns ein GPS-Gerät gewünscht und tatsächlich auch bekommen. Zum Geocachen. Diese elektronische Schnitzeljagt fand ich schon 'immer', also seit ich davon vor einigen Jahren hörte, lustig. Vor kurzem hat uns eine Bekannte dann noch den Mund wässrig erzählt, sie "cacht" schon eine Weile und in jeder freien Minute. Zumindest klangen ihre durchaus bildhaften Erzählungen so. Und es klang auch durchaus nach Spaß. Und es klang nach einem familientauglichen Geschenk, also eins für uns alle. Im Nachgang hab ich feststellen müssen, daß dies nicht ganz der Wahrheit entspricht; stark pupertierende Mädchen machen sowas natürlich NICHT mit bzw. wenn, dann nur mit Freundinnen, nicht mit der Familie. Ist klar, das wäre sonst ja auch zu peinlich .;)
Wir anderen drei fanden es nicht allzu peinlich und so sind wir am eisigen ersten Weihnachtstag losgezogen, den ersten Cache zu suchen. Praktischerweise befindet sich der wenige hundert Meter von der Wohnung entfernt, hinter einem ehemaligen Einkaufsmarkt. Selbstverständlich haben wir unseren ersten Cache beim ersten cachen nicht gefunden, Auslöser für dieses Versagen war aber rein technischer Natur - man muss dem GPS-Gerät einmalig vor der Benutzung einen Bezugspunkt konfigurieren, diesen hatten wir falsch gewählt. So suchten wir zwar hinter dem Ex-Extra, fanden aber nichts. Zumindest keinen Cache.
Was wir aber fanden war ein aufgebrochener, leerer Supermarkt. Die Glastür zum Vorraum, eine Schiebetür, war aufgedrückt, die Glastür zum Innenraum eingeschlagen. Überall war Löschpulver auf dem Boden verteilt und die Feuerlöscher, aus denen dieses offensichtlich stammte, standen und lagen - neben einigen leeren Bierflaschen - überall verteilt.
Fussabdrücke waren, vor unseren, auf dem weißen Bodenbelag nicht sichtbar. Diejenigen, die dieses Chaos veranstalteten, hatten ihre Spuren mit dem Pulver wohl selbst unkenntlich gemacht.
Sehr neugierig stand ich in der aufgeschlagenen Ex-Extra-Tür und spähte in den leeren Raum des ehemaligen Supermarktes. Wirklich spannend war er aber nicht, einige Säulen, ein Büro und weiter hinten links eine Tür zu einem weiteren Flur waren zu sehen und ein seltsames Rauschen zu hören. Mein Hirn wollte mir weissmachen, daß hier eine Lüftung läuft, was aber rein logisch betrachtet in einem seit Jahren leerstenden Gebäude wenig Sinn macht. Näher erkunden konnte ich den Supermarkt an diesem Tag aber nicht, meine 11-Jährige Tochter hielt mich fast panisch davon ab. Das dürfe man nicht!!! Hmmm.. Schade. Auch nicht, wenn es so spannend erscheint?
Wir überlegten noch ein Weilchen, ob wir die Polizei rufen und ihr davon erzählen, letztendlich erschien mir aber eine eingeschlagene Tür und kein wirklicher, finanzieller Schaden als zu wenig Grund - zumal ja vielleicht ein paar Obdachlose im hinteren Teil des Marktes ein halbwegs warmes Plätzchen gefunden haben könnten. Ausserdem ist es ja sehr menschlich immer zu hoffen, daß jemand anderes etwas tut, was man selbst grad nicht tun möchte. Worauf wir durchaus hoffen konnten, weil irgendein Alamrgeber an oder in dem Gebäude hilferufend vor sich hin piepte. Ein Geräusch, was auch draußen definitiv zu hören war.
Am nächsten Tag waren wir noch einmal am Ex-Extra, ausgerüstet mit dem GPS-Gerät und inzwischen passender Software und wieder auf der Suche nach dem ersten Geocache. Diesmal fanden wir ihn auch, oben auf dem Dach in einer Öffnung eines Metallträgers. Wenn man es weiss und klettern kann (eine Klappleiter oder eine weitere Person dabei hat), isses fast einfach *hrhr*.
Da diesmal kein Kind dabei war, hab ich mich noch mal in den Eingang des aufgebrochenen Extras gewagt und bin diesmal auch rein. Und folgte dem komischen, rauschenden Geräusch nach links in einen kleinen Flur. Hier war der Boden nicht mehr mit Löschpulver sondern mit Wasser bedeckt und mir wurde jetzt auch klar, was das Rauschen verursachte: laufendes Wasser. Der Flur war einige Zentimeter voll mit Wasser, trotzdem stapfte ich vorsichtig hindurch um die Ursache zu finden und ggf. abzustellen. Links gingen einige Räume von dem Flur ab, ehemalige Aufenthaltsräume und Toiletten. In einigen sah ich Fußspuren, und hier fiel mir zum ersten Mal auf, daß sich in den Räumen vielleicht noch die befinden könnten, die dieses Chaos hier verursacht haben. Und das diese vielleicht gar nich so glücklich darüber sein könnten, daß ich hier herumschnüffel. Aber zu dem Zeitpunkt war ich schon fast am Ende des Flurs angekommen. Hier lag der Boden etwas höher, das Wasser war also nicht mehr so tief. Ich bin mit einem mulimigen Gefühl im Bauch schnell bis ans Ende vom Flur getappst. Und hab dort, in dem letzten Raum, die Ursache des Wassers gefunden: Es spritzte fröhlich 1-2 Meter in dem Raum, der wohl früher die Toilette war, aus einem Rohr an der Wand. Somit war der Auslöser nicht nur ein aufgedrehter Wasserhahn, den ich einfach hätte beheben können und ohnehin lag dieser Raum tiefer als der Flur und war somit ohne Gummistiefel oder Erkältungsgefahr nicht zu betreten. So groß war meine Abenteuerlust hier auch nicht mehr, ich hab den Rückzug angetreten und dies Mal habe ich, wieder Zuhause angekommen, die Polizei informiert. Die - so lasen wir einige Tage später in der Zeitung, die Feuerwehr zum Auspumpen rief. Welche, so stand es dort, mit über 20 Mann eben dies taten. 20 Leute um einen Flur und ein paar Nebenräume eines ungenutzten und vermutlich in Kürze abzureissenden Ex-Supermarkt trockenzulegen? Ja ne, iss klar. Die hatten am zweiten Weihnachtstag sicher die Schnauze voll von ihrer Familie und waren froh, einen Grund zum Flüchten und etwas Abwechselung zu haben ;)
Ich hatte diese sicher!
Geocaching ist echt spannend ;)
Mein Arbeitsrechner spinnt schon eine ganze Weile (eher Monate als Wochen) Teilweise hängt die Netzwerkverbindung, teilweise der ganze Explorer, beim Runterfahren gibt’s die seltsamsten Fehlerfenster, und alle Reparaturversuche und Aufräumexperimente brachten mich nicht weiter. Also muss ich die Kiste irgendwann mal neu installieren, dachte ich mir, immerhin läuft das System schon einige Jahre und hat in der Zeit schon einiges mitgemacht (das passiert eben, wenn man im Job Softwareverteiler ist und trotz aller virtueller Testmaschinen doch zuviel – mal eben – auf dem eigenen System erledigt). Immerhin muss ich Windows XP zugute halten, das sich die Neuinstallationen im Vergleich zu seinen Vorgängern wirklich in Grenzen halten. Und mir selbst muss ich zugute halten, dass eine Neuinstallation auf der Arbeit dank meiner automatisierten Installationsabläufe gar kein sooo großer Aufwand ist. Zumindest bis zu einem Standardsystem (inkl. Office und co), die persönliche Spezialsoftware muss ebenso wie das Backup der eigenen Dateien und ähnlichem dann noch händisch nachgezogen werden. Trotz alledem ist das eigentlich etwas, was man im Groben in 2 Stunden erledigt haben sollte, die Feinarbeiten kommen dann in den nächsten Wochen immer Mal Stück für Stück.
Soweit die Theorie (in der Theorie sind ja auch Theorie und Praxis gleich…). Praktisch sollte man dies wohl nicht an einem Montagmorgen durchführen…
Ich habe artig ein Backup von den wichtigsten Dingen gemacht (Firmenscript schiebt das auf einen Backupserver) und andere Dateien auf einer anderen Partition zwischengesichert (teilweise sind diese einfach zu groß für das normale Backupverfahren, z.B. meine VMWare-Systeme und ein grösseres TrueCrypt-Archiv). Dann hab ich die Installations-DVD eingelegt und dabei gedacht: „das ist eine gute Gelegenheit, die neue Version zu testen“. Die neue Version ist noch in der Testphase und beruht auf einem anderen Konzept, also einer ganz anderen Grundlage (wird nicht mehr von mir sondern von Dell zusammengestrickt) und fragt, ganz im Gegensatz zu der seit Jahren eingesetzten alten Version, nicht mehr nach, wohin es sich installieren soll. Montagsmüde wie ich war dachte ich natürlich, es grabscht sich einfach die erste Partition – und musste dann mit Entsetzen feststellen, dass es in Wirklichkeit die ganze erste Platte nahm. NA TOLL! Die erste Platte waren zwei Partitionen, auf der zweiten lag das Backup meiner „nicht ganz so wichtigen aber trotzdem wichtigen Dateien“!
Ich dachte ziemlich laut für einen Gedanken ein nicht zitierfähiges Wort und hab über ein anderes System Software gesucht, die meine wegpartitionierten Daten retten kann. Jedes Schreiben auf der Festplatte mit den zu rettenden Dateien kann diese zerstören, also war Vorsicht angesagt (möglichst wenig agieren, möglichst nichts installieren, nicht klicken, nicht surfen, nichts tun, was sich irgendwie vermeiden lässt!).
Meinen ersten Rettungsersuch startete ich ganz naiv mit undelete-plus (
http://www.undelete-plus.com/ ) welches kostenlos ist und dazu noch als Version verfügbar ist, die keine Installation vorrausetzt, also direkt zu starten ist. Ab auf den USB-Stick damit und auf dem zu rettenden System suchen lassen. Leider findet undelete-plus nichts, was sich in gelöschten Partitionen befindet, dafür ist es leicht zu bedienen, kostenlos und funktioniert prima mit Dateien, die aus versehen einfach mal weggelöscht worden sind.
Nächster Versuch: Test Disk (
http://www.cgsecurity.org/wiki/TestDisk) – eine OpenSource Software unter GPL, die u.a. gelöschte Partitionen wiederherstellen kann. Test Disk lässt sich im laufenden System starten (Programm läuft mit einem Kommandozeilenfenster, also im Textsytem), analysierte die Festplatte (in meinem Fall ja die Systemplatte) und fand die beiden gelöschten Partitionen. Nach dem Markieren dieser Partitionen, dem auswählen des Punktes "wiederherstellen" kam der Hinweis, dass ich nun neu starten müsste. Tat ich und hatte tatsächlich meine alte Partition zurück. SAMT ALLEN DATEN! Dachte ich zumindest… Samt aller Daten bis auf das eine Verzeichnis. DAS Verzeichnis, mit dem großen TrueCrypt-Archiv, also einem der Hauptgründe für das Recovery-Szenario. Also weiterprobieren…
Als Nächstes hab ich, weil sich auf der teils geretteten Platte nun kein Betriebssystem installieren und starten lassen wollte und ich nicht durch einen Fehler die weitestgehend wieder vorhandenen Daten verlieren wollte, Knoppix (
www.knoppers.net) von CD gestartet (das ist eine Live-CD, also ein Betriebssystem, was sich ohne Installationen von CD bzw. DVD aus starten lässt). Hiermit konnte ich immerhin die lesbaren und wichtigen Daten auf einen anderen Rechner kopieren. Das eine Verzeichnis blieb aber unbelehrbar. bzw. eigentlich unleerbar, lt. dem "Knoppix-Linux" war es leer. NTFS-undelete, bei Knoppix gleich dabei, fand auf der Platte zwar viele, interessante Dateien zum Wiederherstellen – aber leider nicht die in dem „kaputten“ (leeren) Verzeichnis.
Nächster Versuch: ich hab die betreffende Platte in ein anderes System eingebaut und dieses gestartet. Auch hier war die gelöschte und wiederhergestellte Partition größtenteils lesbar und unversehrt, bis auf das eine, verflixte Verzeichnis! Beim Zugriff auf dieses erschien nun, mit Windows XP als Betriebssystem, eine Fehlermeldung (Zugriff nicht möglich). Bis hierhin hatte ich die Hoffnung, dass es nur ein ACL-Problem (Berechtigungen) wäre, aber auch ACLs liessen sich nicht setzten, dabei war ich mit der Domänenkennung eingeloggt, die bislang grade auf diesem – natürlich für mich sehr wichtigen – Verzeichnis Vollzugriff hatte. Bei dem Versuch über die Windows-Boardmittel den Besitz zu übernehmen, passierte irgendwann gar nichts mehr. Windows selbst schlug klugerweise vor, einen CHKDISK (Check-Disk) laufen zu lassen. Gute Idee, dachte ich, und tat dies. Leider ohne Erfolg.
Ein zweites CHKDISK mit der Option „Fehlerhafte Dateien suchen und wiederherstellen“ lief mehr als zwei Stunden, ich hatte mittlerweile die Geduld verloren und in mein Produktivsystem eine neue Platte eingebaut, das Windows dort mit meinen alten Vollautomatik-DVDs neu installiert. Aber, oh Wunder, CHKDISK hat mich gerettet! Das Verzeichnis ist wieder da, MIT INHALT!!!! Bislang ohne, daß ich irgendwelche Verluste bemerkt hätte! Ich habe fertig!
Dabei hätte ich noch bacula, DataRecovery und ntfsundelete zum Testen gehabt – auch alles Freeware zur Datenrettung und nach Meinung diverser Menschen durchaus gut. Naja, ich legs mir an die Seite, fürs nächste Mal. Werds aber ins eins der automatisch gesicherten Backupverzeichnisse legen, damit der Zugriff beim nächsten Datenverlust einfacher wird… ;)
Manch Einer mag sich jetzt vielleicht fragen, wen dieser Text hier nun interessieren soll? Das weiß ich auch nicht so genau, aber irgendwie musste ich, nachdem ich meine beiden Systeme lahmgelegt hatte, die Zeit herumkriegen, bis sie wieder in nutzbar waren. Und immerhin wäre es ja möglich, dass die Eine oder der Andere mal vor einem ähnlichen Problem steht wie ich heute Morgen und dank dem Orakel google auf diese Zeilen trifft.
Es war am letzten Freitag, 16-17 Uhr, fast alle Kollegen waren längst im wohlverdienten Wochenende, ich saß noch an einem Projekt, was ich fertig machen musste. Gut, "muss" ist immer relativ, ich hätte auch am Montag noch ein bisschen Zeit gehabt aber ich wollte es auch fertig kriegen und als alles nicht so klappte wie es sollte, wurde ich schon leicht unruhig. Oder auch arg genervt. Das Wochenende, deren Beginn sich immer weiter nach hinten verschob, war ein kinderfreies, terminloses. Bis auf Sport, rumhängen, faullenzen, lesen, spielen und erholen stand da nix weiter auf der Tagesordnung. Aber es wurde immer später und ich nicht fertig. Ich kann mich so wunderbar selber unter Druck setzen, völlig unsinnig auch noch. Freitag hab ich das gemacht.
Irgendwann wurde mir leicht übel, küselig, komisch im Kopf. Besonders, wenn ich ihn schnell bewegt hab. Gut, muss ich in meinem Job ja nur selten, ich hab weitergearbeitet und sogar schon, in Erwartung auf den nun aber doch bald kommenden Feierabend, meine Radklamotten samt Pulsuhr angezogen. Plötzlich wurde mir schlecht, richtig schlecht! In Kopf und Körper. Ich hatte das Gefühl als ob ich gleich zusammenklappe. Der Blick auf die Pulsuhr bestätigte dies, der Puls war unvermittelt bei sitzender Tätigkeit von ungefähr 60 auf weit über 100 gestiegen; in mir machte sich zusätzlich Panik breit. Ich war ganz allein im Rechenzentrum, bis Montag kommt da auch niemand mehr vorbei! Einzig im Außenbereich war sicher noch der Kollege da, der sonst auch immer länger bleibt; ich bin zu ihm rüber (ich und irgendwen um Hilfe bitten? Das passiert erst, wenn ich schon fast tod bin. In dem Moment fühlte es sich aber an, als könnte ich es bald mal werden... ). Auf seinem Besucherstuhl war mein Puls bei 160 angekommen, sank dann aber langsam wieder. Die Übelkeit blieb. Und mit ihr die Angst. Vor zwei Wochen hatte ich sowas schon einmal gehabt, abends, liegend auf dem Sofa. Ich lag dort eingekuschelt als mir übel wurde, ich wollte zum Klo gehen, bin aufgestanden, mir wurde schwarz vor Augen und ich habs zum Glück noch wieder bis zum Sofa geschafft, bevor ich bewusstlos wurde. Nur einige Sekunden, dann wurde ich aus diesem unverhofften Schlummer wieder geweckt, aber das Gefühl war widerlich. Bewusstlos zu werden, die Übelkeit vorher, hinterher, das Herzrasen, die Angst... Mein Freund wollte mir seinerzeit einen Arzt rufen, aber ich hab besser drauf verzichtet... Nur weil man einmal umkippt??? Ich hab geschworen, wenn das wiederpassiert, gehe ich zu einem Arzt. Und letzten Freitag, keine 2 Wochen später, konnte ich diesen Schwur dann einlösen. Wenn auch nur ungern...
Mein Freund hat mich von der Arbeit abgeholt, und nach langem hin- und herüberlegen (und insgesamt 3 oder 4 Schübe mit plötzlichem Herzrasen, wenn auch nicht mehr in der Intensität des ersten) sind wir zum ärztlichen Notdienst gefahren. In ein Krankenhaus wollte ich nicht, die hätten mich doch sicher eh nur gleich dabehalten wollen... Genutzt hat das nicht viel, ergab nur einen Umweg und eine "lustige" Fahrt im Krankenwagen; der Doc beim Notdienst hörte sich meine Geschichte an, maß den Blutdruck (viel zu hoch), den Puls (nicht mehr so rasend aber auch zu hoch) und meinte, es wäre wohl angebracht, diese Sache etwas näher zu beleuchten. Auf 'nen Freitag? In ein Krankenhaus? Wo bis Montag ja doch erstmal nix gemacht wird??? Gefiel mir gar nicht, ich hab, wie so viele andere, eine ausgeprägte Krankenhausabneigung und der Gedanke mein kinderfreies Wochenende mit Sport und Spaß gegen Krankenhaus und Langeweile einzutauschen gefiel mir noch viel weniger. Aber der Arzt war ziemlich überzeugend in seinen Argumenten, so hatte ich in Kürze einen Infusion und zwei nette Sanitäter standen mit einer Trage im Flur. Krankenwagen bin ich bislang erst einmal gefahren, irgendwann in der Kindheit. War relativ OK, nur die Aussicht ist etwas mager... ;).
Im Krankenhaus durfte ich meine Geschichte dann erneut erzählen, insgesamt bis heute gefühlte dreihundert Mal. Besorgnis auch bei dieser Ärztin, ich kam ans EKG, Blut abgenommen und durfte erstmal warten... Das Herz hatte sich beruhigt, keine Rasereien, ich war nur irgendwie müde und mir war weiterhin schlecht. Mehr als zwei Stunden später waren die Blutwerte da, alles in Ordnung, auch sonst erstmal nix zu finden,... Frau Doc meinte, es wäre besser wenn ich bliebe, aber bis Montag würde vermutlich nichts gemacht werden, außer mich zu überwachen. Mir gings zwar nicht topfit, aber ich wollte auf keinen Fall bleiben, wenn es gangbare Alternativen gibt. Ich musste das Versprechen geben, nicht alleine zu bleiben und sofort wiederzukommen, wenn es wieder auftritt und am Montag sofort zum Hausarzt zu gehen und mich von dort zum Kardiologen schicken zu lassen - und durfte nach Hause. Aber nicht lange...
Zuhause angekommen hab ich mich mit meinem Blutdruckmessgerät aufs Sofa gelegt, hin und wieder gemessen (je länger ich lag, um so niedriger wurde Puls und Blutdruck, alles fast normal für meine Verhältnisse), ich bekam Abendessen, Tee, ... und plötzlich, nach nicht mal zwei Stunden kam dieses komische Gefühl wieder. So eine Art Kribbeln im ganzen Körper, vor allem Arm und Bein, der Schwindel, das Herzrasen, der Puls stieg - im Liegen! - von 60 auf 120, mein Körper fing an zu zittern (ich schäzte, das war nur die Angst), ich musste dringend zum Klo... Danach hatte ich sitzend einen Blutdruck von weit über 220/135, den Pulswert weiß ich gar nicht mehr... Ich hatte glaub ich noch nicht oft so viel Angst, dieses Gefühl vom Herzen her... Widerlich, schrecklich...
Wir haben uns die Schuhe wieder angezogen und sind die 5-6 KM zum Krankenhaus gefahren, die mir sicher nie wieder so lang vorkommen werden, wie an diesem Abend. Die Notaufname (Doc wie Schwester) meinte nur: "Sie kennen wir doch schon" und "diesmal bleiben sie aber". Jo... mein Bett war sogar noch da, ich bekam wieder ein EKG, einen "frischen" Arzt (die Ärztin von vorhin war schon im Feierabend), durfte nochmal die ganze Geschichte erzählen, wieder waren die Rythmusstörungen natürlich nicht mehr feststellbar (ich wäre mir wie ein Hypochonder vorgekommen, wenn ich nicht einen glaubwürdigen Zeugen vorzuweisen gehabt hätte!). Und bekam eine Ecke in einem 5-Bett-Zimmer der Aufnahmestation. Nur für die eine Nacht, wurde mir versichert, dann würde ich verlegt werden.
Die erste Nacht war schrecklich! Die Türen waren offen, also von unserem Zimmer (ausser mir lag eine schwer gestürzte ältere Dame mit im Zimmer, früh am Morgen kam noch eine 18-jährige Schnapsleiche mit 1,8 Promille dazu), aber auch aus den anderen Zimmern. Gepiepe, Gelaufe, Gerede vom Gang, die Omi musste mitten in der Nacht aufs Klo, besser auf den Stuhl, braucht ein Schmerzmittel, und direkt neben dem Krankenhaus ist das Schützenfest. Das grösste Schützenfest der Welt, jawohl! Demnentsprechend laut war der Rummel auch, "Bumbumbum" gings bis spät in die Nacht. Geschlafen hab ich ganz beschissen, die durchgelegene Matratze machte daran auch nix besser. Dazu hatte ich auch noch wirklich starke Angst davor, daß der Quatsch wieder anfängt, daß mein Herz wieder unvermittelt zu rasen beginnt, das mir wieder so übel wird, es sich anfühlt, als würde ich gleich mal eben beim Sterben zu tode kommen, ... Tat ich aber nicht, sonst könnte ich hier auch kaum schreiben ;)
Lange vor sieben Uhr wurde ich wieder geweckt, es dauerte sehr, sehr lange bis es Frühstück und vor allem Kaffee gab. Bei der Visite gleich zwei bekannte Gesichter, Frau und Herr Doc vom Vorabend, Frau Doc war reichlich erstaunt mich wiederzusehen und meinte, sie hätte im Nachhinein auch starke Zweifel daran gehabt, das es gut gewesen wäre, mich gehen zu lassen. Ich bin ja wie versprochen wiedergekommen, hab ich geantwortet. ;) Rätselraten bei den drei Ärzten was jetzt zu tun ist aber wenigstens das Versprechen, das Wochenende nicht völlig ungenutzt zu lassen und mir ein Langzeit-EKG zu besorgen. Das ist am Wochenende keineswegs üblich, hat aber funktioniert. Mir war immernoch übel, eigentlich den ganzen Samstag, ich bin trotzdem später auf eigenen Beinen neben meinem Bett hergegangen, als dies in die entgültige Station gebracht wurde. Fast das komplette Krankenhauspersonal gehört übrigens positiv erwähnt, die meisten waren wirklich sehr nett und freundlich! Zweibettzimmer, fünfter Stock und tolle Aussicht, bescheidenes Essen (Gemüseintopf! *ieks*), eine nette Zimmernachbarin (zwar mindestens 10 Jahre älter als ich aber wir beide haben dennoch den Altersdurchschnitt der kardiologischen Abteilung stark gesenkt!), Krankenbesuche und besorgte Kinder - bis Montag ist nicht viel passiert. Das Herzrasen kam nicht wieder... Natürlich... trotzdem war ich ziemlich froh, im Krankenhaus zu liegen statt zuhause. Mir war weiterhin teilweise schlecht, komisch, küselig, ich bin mir sicher, viel davon war einfach Angst. Aber es ist doch beruhigend zu wissen, daß wenn es wieder passiert, man wenigstens in fachkundigen Händen ist. OK, relativ zumindest. Ich schätze, fast die meisten Menschen sterben in Krankenhäusern, oder? :D
Montag, ich hatte inwzischen zwei weiter Ärzten und mindestens 3-5 Schwestern mehr oder weniger ausgibig erzählen müssen, warum ich den Rundumservice hier geniessen darf, gab es dann ein Ultraschall von Schilddrüse, Bauch und Niere, eins vom Herzen (Echokardiogram oder ähnlich?), noch ein EKG, dafür durfte ich das Langzeit-EKG endlich abgeben (die blöden Klebeteile haben auch schon voll gejuckt und duschen durfte ich damit auch nicht!), ich hab noch einige Liter Blut spenden müssen, dann die ernüchternde Diagnose: ich bin gesund, topfit, es ist - beinahe - nichts feststellbar! Das Beinahe kam beinahe in letzter Minute, die Detailtests auf mein Schilddrüsenproblem - Hashimoto Dingens. Der eine Wert, auf den üblicherweise getestet wird (TSH) war ganz normal, zwei andere, auf die ich erst später getestet wurde, aber nicht (der eine Wert hat 1000 statt 0-35 ?!), ein Dritter wird noch per Post nachgeliefert, das Ergebnis dauert wohl ein Weilchen.
Drei Ärzte beruhigten mich insofern, als das solche Herzrythmusstörungen eigentlich nix wirklich schlimmes wären, wenn man sonst gesund ist. Gut, mal so umklappen ist nicht prickelnd, aber es hat sich ja beide Male angekündigt. Und es war beide Male nicht unter Belastung sondern eher in Ruhepasen (körperlich, ich arbeite ja mehr mit den Fingern, vor allem dem Zeigefinger der rechten Hand :D). Ein Herzkatheter (?) hab ich erstmal abgelehnt, so furchtbar war es dann doch wieder nicht und ohne ein EKG von der Rythmusstörung macht das auch nur bedingt Sinn (so sagte immerhin einer von drei Ärzten). Nun bekomme ich ein ganz tolles technisches Spielzeug, einen Event-Recorder, der, wenns wieder passiert, von mir ans Herz gelegt wird und die Störung aufzeichnen soll. Übertragen kann ich die Aufzeichnung dann per Telefon oder Internet. Cool 8) . Den bekomme ich aber erst nächste Woche, vorhin bin ich aus dem Krankenhaus wieder entlassen worden und soll morgen sogar wieder arbeiten gehen. Frechheit! Und wo krieg ich mein verlorenes Wochenende wieder? ;) Wirklich gut geht es mir ehrlich gesagt aber nicht. Irgendwie ist mir schlecht, küselig, die ganze Zeit. Ich denke, hoffe, das ist nur die Angst, daß es wieder passiert. Komischerweise ist mein Blutdruck hier Zuhause auch wieder relativ hoch, das war er im Krankenhaus nicht. Aber das Herzrasen ist weg, seit Freitag...
Als vorerst letzte Krönung sagt mein Auto seit heute keinen Mucks mehr (kein Bild, kein Ton, kein Lämpchen, kein Husten, NIX!), aber ich reg mich da jetzt nicht weiter drüber auf. Gut, dann darf ich morgen wohl mit dem Rad zur Arbeit, aber hey, ich bin ja auch gesund... :roll:
Nach Monaten Handgelenksschmerzen (samt "Knackgeräuschen" im selbigen), die immer dann besser wurden, wenn ich Urlaub hatte und immer schlechter wurden, wenn ich arbeiten musste, hab ich mir vor 3 Wochen einen Trackball (Logitech) gekauft. 45 Euro die es wirklich wert waren! Die Schmerzen sind weg, der Mauszeigerbewegungskomfort ist in etwa wie bei einer guten Maus, der "Spieleffekt" an dem Ball ist dafür irgendwie grösser :D. Apropos spielen, das geht damit auch, ich hab mit dem Trackball grad Two Worlds durchgespielt.
So etwas kann ich jedem Menschen mit Handgelenksproblemen nur weiter empfehlen. Wobei ich damit alternative Mäuse im Allgemeinen meine, nicht unbedingt diesen einen Trackball von Logitech. Es gibt tatsächlich so einiges, von einer Art "Joystick", über Trackballs mit Daumen- oder Mittelfinger-Ballführung oder das Pen Tablet (vor Jahren - vor den optischen Mäusen - mein heißgeliebter Favorit).
Am Allerliebsten hätte ich jedoch etwas, was ich noch nirgends zu kaufen gesehen habe: eine Art Handballenauflage an der Tastatur, die mittig einen Trackball integriert hat (ich habs nur mal mit Tasten gesehen, Tasten zur Maussteuerung?). So bräuchte ich meine Hände nicht immer aus der 10-Finger-Tipphaltung nehmen, nur um den Mauszeiger woanders hinzuschubsen (was ja nun manchmal leider nötig ist, auch wenn vieles ohne Maus und mit Shortcuts bzw. Tab o.äh. funktioniert).
Was bei mir nur leidlich funktioniert hat, war das umerziehen auf die linke Hand als Maushand. Geht auch, aber sobald es schnell gehen muss oder stressig wird, klebe die Maus doch schwubbdiwubb wieder an der rechten..
Mein letzter Arbeitstag vorm Winterurlaub, Weihnachtsurlaub. Seit Anfang November arbeite ich Vollzeit. Plötzlich und fast unerwartet ging nun doch, was so lange angeblich nicht ging, allerdings ist es nur befristet bis Ende 2008. Was danach kommt, ist wieder mal offen...
Nach 11 Jahren kinderbedingter Teilzeitarbeit ist das Vollzeitarbeiten es eine ganz schöne Umstellung in meinem, in unserem Lebensablauf. Ich hab das ja so gewollt und möchte mich keineswegs beschweren! Das Geld, was ich nun mehr kriege, können wir verdammt gut gebrauchen! Und ich kann so nun irgendwie wesentlich entspannter (und effektiver) arbeiten. Weil nicht ständig der frühe Feierabend drängt und der Gedanke an die unversorgte "Brut" zuhause, die sich, wie wir grad alle feststellen, auch wunderbar ohne meine direkte Anwesenheit versorgen kann. Und die sich, mit einer kurzen Eingewöhnungsphase, auch sehr schnell an die veränderten Umstände gewöhnt hat. Ebenso wie ich. Wobei ich allerdings leider nun eine Menge von Zuhause, den Kiddies, der Schule und den Freunden gar nicht mehr mitbekomme. Und die Mathe-Fünf, die meine Grosse (11) gestern mitbrachte, führt in mir drin zu einem Berg von schlechtem Gewissen. Als ob ich sie geschrieben hätte... Ich wüsste gar nicht, wie ich dies hätte verhindern sollen. Meine Tochter hat vorher von der Arbeit erzählt und war voll und ganz davon überzeugt, daß diese ganz einfach wird, daß sie alles weiß. Dem war ganz offensichtlich nicht so, aber ich hätte es so oder so auch nicht wirklich verhindern können. Ich weiß auch noch immer nicht so genau wo hier die Grenzen sind. Wie weit ich mich in die Schule meiner Sechstklässlerin einmischen muss und soll, wie viel Eigenverantwortung sie aufbringen muss (immerhin ist es ihre Schule, sind es ihre Noten, ...). Letzten Endes stehe ich vor den gleichen Fragen und ähnlichen Problemen bei meiner kleineren Tochter auch. Diese ist 9, geht in die vierte Klasse und wird im nächsten Jahr auf eine weiterführende Schule wechseln. Aber welche? Und wie weit schafft sie es eigentständig zu lernen, zu arbeiten, ohne das Mama hinter ihr sitzt und dirigiert, korrigiert, motiviert und rummault? Im nächsten Jahr ist auch die Zeit des Kinderhorts für sie vorbei, dann hab ich zwei Schlüsselkinder, die ihre Hausaufgaben alleine erledigen müssen, mittags alleine essen müssen...
Und sonst? Bleibt bis auf das Arbeiten von meinen Tagen kaum etwas übrig... Was gar nicht so schlimm ist, immerhin weiß ich momentan auch gar nichts mit mir anzufangen. Bis auf Sport, klar. Fahrradfahren, momentan fast nur die Arbeitsfahrten, am Wochenende noch ein bisschen Rollentrainer, Sonntags meist eine grössere Jogging-Runde, zwischendrin Gymnastik, Hanteln, Rudern, Stepper all der alternative Kram. Zeitgleich mit meiner Vollzeittätigkeit hat der
Winterpokal wieder angefangen. Im letzten Jahr hat mich dieses Punkterennen ziemlich gut motiviert, von den fast 1.500 Teilnehmern habe ich mich meist im Bereich um die Plätze 50-100 aufgehalten. In diesem Jahr bin ich ungefähr 100 Plätze schlechter, wobei ich vermute, daß dies für jemanden mit Familie und Job noch immer gut ist. Mehr könnte ich zur Zeit aber sowieso kaum (wobei ich ja gewisse Hoffnungen in die jetzt anstehende Urlaubszeit lege :) ).
Dazu kommt noch, daß mein Lieblingsrad momentan außer Betrieb ist, ich brauche neue Laufräder oder die alten müssten mindestens neu eingspeicht werden. Sie knacken fürchterlich, egal wie sehr ich mich bemühe die Speichenspannung zu perfektionieren. Auf den ersten Blick scheinen die Speichen zwar nicht kaputt zu sein aber die Laufräder haben sowieso schon eine vermutlich ziemlich große Laufleistung, alleine ich bin mit ihnen schon fast 10.000 KM gefahren, die Vorbesitzerin wahrscheinlich noch sehr viel mehr. So bot es sich an, nach einem eBay-Schnäppchen zu schauen, so hoffte ich wenigstens (Neukauf ist preislich z.Zt. eher unmöglich). Allerdings sind die 26-Zoll Räder, die ich hier brauche, eher selten und so war ich nach einigem gucken, suchen, warten und immer mehr knackenden Rädern bereit, beinahe 100 Euro in einen Sofortkauf von passablen Rädern zu investieren. Ich bin ja schon wirklich lange bei eBay angemeldet und habe inzwischen fast 300 Bewertungen, hab sowohl verkauft wie auch vor allem gekauft und meine schlechten Erfahrungen halten sich in winzigen Grenzen. Das ich aber ausgerechnet hier und jetzt, wo ich grade diesen Kaufgegenstand wirklich händeringend brauche, Probleme bekomme, hätte ich (auch mit Blick auf die Bewertungen des Verkäufers), dann doch nicht erwartet. Die vor drei Wochen bezahlten Laufräder sind noch immer nicht da, Kommunikation mit dem Verkäufer funktionierte erst, als ich eBay eingeschaltet habe. Da kamen dann Ausreden aber immerhin das Angebot, das Geld zurückzuerstatten. Und da stehe ich jetzt mit der Frage, warte ich weiter auf die Räder oder nehme ich das Geld zurück (was sicher auch eine Weile dauern wird bis ich es habe!) und suche neu? Immerhin brauche ich jetzt erst in 2-3 Wochen wieder ein fahrbereites Rad, in meinem Urlaub werde ich kaum draußen fahren...

Na, kribbelt und kitzelt es schon überall? Mir schon. Meine Tochter kam letzten Freitag mit Kopfläusen nach Hause. Genauer gesagt: letzten Freitag haben wir die Läuse gefunden. Eine erwachsene Laus und etwa 5 Läusebabys, dazu noch ein paar Nissen (Läuseeier). Ich bin ja froh drum, daß ich es diesmal so schnell bemerkt habe, als meine andere, grössere Tochter vor zwei Jahren Läuse hatte (die vierte Klasse scheint sich hier zu einem Klassiker für Läusebefall zu entwickeln), bemerkte ich es erst, als es auf ihrem ganzen Kopf schon krabbelte (*boah* mich kribbelts sogar beim Schreiben überall!).
Es ist mir ein Rätsel, daß wir eine dermaßen fortgeschrittene Gesellschaft wenigstens behaupten zu sein, aber so etwas triviales wie Läuse nicht in den Griff bekommen. Ganz im Gegenteil, diese entwickeln immer mehr Resistenzen gegenüber den herkömmlichen Läusegiften, so daß zumindest hier in Hannover-Döhren von bestimmten Mitteln schon abgeraten wird. Die nutzen nix mehr, sagt man (gehört hab ich das in einer Arztpraxis wie auch von diversen anderen "Läuseeltern").
Meine Eltern behaupten, daß es so viel Läusealarm in meiner Kindheit nicht gegeben hätte, sie erinnern sich aber (im Gegensatz zu mir) auch an eine Läusebehandlung, irgendein blaues (?) Zeug, was lange auf den Haaren blieb... Vielleicht wird heute aber auch einfach häufiger gewarnt (das Schild "Ein Kind hat Kopfläuse" an der Kindergartentür war beinahe Standard). Und doch ist es noch immer ein Tabuthema, viele Eltern verschweigen Läuse, schon allein um sich kein Attest vom Arzt holen zu müssen um das Kind wieder in Kindergarten oder Schule schicken zu können. Dabei haben Läuse gar nichts mit Hygiene zu tun, angeblich fühlen sie sich auf frisch gewaschenen Köpfen und Kopfhaut sogar wohler. Läuse sind schnell und rasen so beim Kuscheln und spielen einfach so und ohne sich über gesellschaftliche Grenzen Gedanken zu machen von Menschenkopf zu Menschenkopf. Allerdings wartet eine Laus aufs Erwachsenwerden, bevor sie ihren Wirtskopf verlässt. Am wohlsten fühlen sie sich direkt an der Kopfhaut bzw. da im Schläfen-, Ohr- und Nackenbereich (der Wärme wegen).
Wer Läuse hat, krazt sich häufig am Kopf, weswegen mich Menschen, die sich am Kopf kratzen, inzwischen sehr nervös machen (es juckt schon wieder ;) ). Das liegt daran, daß Läuse sich vom Blut der Kopf ernähren und beim Beissen (ähnlich der Mücke) ein gerinnungshemmendes Sekret aus seinen Speicheldrüsen in die Wunde gelangt. Das löst über eine allergische Reaktion dann den typischen Juckreiz aus.
Wir nutzen zur Läusebekämpfung Infecto Pedicul (*1), ein Läusegift aus der Apotheke, was angeblich Läuse und Nissen abtötet bzw. so schädigt, daß sie sich nicht mehr fortpfanzen können. Wobei ich zumindest bei dem ersten Läusebefall vor 2 Jahren auch mit diesem Gift nach Tagen noch lebende (Baby-) Läuse auf dem Kopf meiner großen Tochter fand. Vielleicht waren die aber wirklich geschädigt, auf jeden Fall waren und sind die Haare extrem lang gewesen, was den Kampf gegen die Läuse nicht grade einfacher macht. Übrigens haben drei von vier Bewohnern in unserer Wohnung extrem lange Haare. Die zur Zeit sehr regelmässig nach neuen Läusen und Läuseeiern abgesucht werden. Mit einem speziellen Läusekamm/Nissenkamm, in dem Laus wie Ei angeblich hängenbleibt. Angeblich schreibe ich deshalb, weil ich bei der Bekämpfung vor zwei Jahren tagelang die Eier mit den Fingern aus den Haaren gezogen habe. Im Kamm blieb da so gut wie nichts hängen! Ich vermutete lange, daß man aus dem Stoff, mit dem die Laus ihre Eier anklebt, sicher einen superwasserfesten Klebstoff entwickeln könnte...
Erwachsene Läuse (Ektoparasit Pediculus humanus capitis) sind 2 bis 3,5 Millimeter große, leben etwa einen Monat und legen etwa 5 Eier pro Tag. Diese kleben sie direkt an die Haarwurzel, womit man sehr gut sehen kann, ob die aufgefundenen Nissen sehr frisch oder doch schon älter sind - je nach dem, wie weit sie von der Kopfhaut entfernt sind. Gefährlich sind nur die durchscheinenden Eier nahe an der Kopfhaut; die auffälligen, weißen Nissen, die mehr als einen Zentimeter von der Kopfhaut entfernt sitzen, sind harmlos, weil leer oder tot. Läuse schlüpfen nach etwa 8 Tagen und sind nach weiteren 10-12 Tagen geschlechtsreif, was bedeutet, die Behandlung mit dem Gift kann man (in hartnäckigen Fällen) nach etwa 8-10 Tagen noch einmal wiederholen. Sofern man beim ersten Mal alle lebenden Läuse erwischt hat, kann man sich so relativ sicher sein, daß zumindest auf dem behandelten Kopf keine weiteren Züchtungen entstehen. Weswegen man natürlich vor erneuter Fremdansteckung auf dem Schulhof oder über das eigene Kinderzimmer noch immer nicht sicher ist. Es ist bei Läusebefall immer sinnvoll und nötig, die Bettwäsche, Handtücher, benutzte Kleidung bei mindestens 40 besser noch 60 Grad zu waschen (ab 40 Grad sterben Nissen wie Läuse), alles gut abzusaugen und alle Stofftiere und alles, was irgendwie Läuse beherbergen kann und nicht in die Waschmaschine darf, in Plastiskäcken für ein paar Wochen in Karanthäne zu geben (unser Balkon ist voll davon...). Läuse können etwa 2 Tage ohne Nahrung auskommen, aus den Eiern wird etwa nach 10 Tagen eine Laus schlüfen (sofern es nicht zu kalt oder zu warm war), rein rechnerisch reichen also 2 Wochen ohne die Lieblingskuscheltiere aus. Alternativ funktioniert zumindest bei manchen, kleineren Gegenständen auch "einfrieren", evtl. befallenes einfach 24 Stunden in die Gefriertruhe legen. Bürsten, Haargummis und ähnliches muss natürlich auch gereinigt werden (auskochen, einfrieren, wegpacken).
Der Kampf gegen Läuse direkt auf dem Kopf kann neben dem bekannten Läusegift auch auf natürlichere Weise geführt werden. Zum einen natürlich (und in jeden Fall!) mit dem Läusekamm und häufigerem Kämmen (Läuse sind extrem schnell und flüchten schnell in den Schatten, wenn man die Haarsträhnen hochnimmt - ausserdem sind die Babys verdammt klein und ziemlich hell). Übrigens hatte ich beim Kämmen immer eine kleine Schale mit Wasser dabei um gefundene Läuse direkt ersäufen zu können - und bei allem anderen, was nicht identifizierbar war, immerhin sicher zu sein, daß es ertrinkt, sofern es eine Laus ist ;) . Weiterhin soll es sinnvoll sein, die Haare mit Essig zu behandeln (Läuse mögen den PH-Wert so gar nicht). Dafür einfach die Haare nach dem Waschen mit purem Haushaltsessig reichlich beträufeln, evtl. noch eine Tüte oder ein Handtuch drüber und schön lange einwirken lassen (30-60 Min.). Danach ausspülen und - wieder - kämmen. Der Essig soll auch helfen die festgeklebten Läuseeier einfacher abzubekommen, diese Erfahrung konnte ich (siehe weiter oben) leider nicht machen.
Kokos,- und Sojaöl helfen auch auf natürliche und sehr einfache Weise: die Läuse ersticken und trocknen dann aus (das Öl verklebt ihre Atemwege). Hier gibt es einige (keineswegs günstige) Produkte auf dem Markt: Shampoo und Umgebungsspray. Das Shampoo lässt man einfach 60 Minuten auf den Haaren und wiederholt die Anwendung alle paar Tage. Erscheint mir zumindest sinnvoller als der regelmässige Einsatz von Giften, gegen die Reisistenzen entwickelt werden können.
Hitze mögen Läuse auch nicht, ab 40 Grad sterben sie ab. Deswegen gibt es auch noch den alternativen aber umstrittenen Ansatz, Läuse mit Trockenhauben den Garaus zu machen. Einfach 20-60 Minuten unter der möglichst heißen Haube sitzen bleiben, grade kleinere Kinder werden dies natürlich nicht problemlos mitmachen. Und wie bei allen Läusevernichtungsmethoden muss auch diese hier möglichst wiederholt werden und in den Tagen und Wochen nach dem Befall immer wieder nachgeschaut werden, ob nicht doch etwas überlebt hat.
Ich hoffe hier in Kürze wieder mit dem ständigen Kämmen aufhören zu können. Und das meine jetzt befallene Tochter nicht die gleichen Probleme bekommt wie meine Grosse vor zwei Jahren; da hat mindestens eine Klassenkameradin und Freundin überaus bescheuert reagiert und die anderen hübsch mit aufgestachelt (es ist nicht grad angenehm den ersten Tag wieder in die Schule zu dürfen, natürlich mit dem Läusefrei-Attest, und Kinder schreiend vor einem weglaufen... )
*1: Die Zeitschrift Öko-Test hat es in einem Produktvergleich im März 2006 Infecto Pedicul zwar als am besten wirksam empfohlen, allerdings nur mit der Note ausreichend, denn die Ökotester äußerten Bedenken wegen der giftigen Wirkung auch auf Warmblüter wie den Menschen. Quelle: Wikipedia.de

Wenigstens ein bisschen Urlaub fern unseres Balkons haben wir uns verdient. Und so verschwanden wir für fünf Tage im Weserbergland, das kleine Auto vollgeladen mit zwei Zelten, einem Mini-Campingkocher und dem wichtigsten an Kleidung und Unterhaltungsmaterialien. Die selbstgesetzte Beschränkung auf nur zwei Bücher fiel meiner grossen Tocher ungefähr so schwer wie mir selbst. Zum Glück passte das kleine Gummiboot zum Schluß und entgegen aller Befürchtungen doch noch ins Auto, es wurde von uns allen recht häufig auf dem relativ grossen Doktorsee in Rinteln benutzt. Stühle oder Tische passten natürlich nicht mit in den Tigra, der eher mit einem Köfferchenraum als denn dann einem richtigen Kofferraum daherkommt. Für fünf Tage war das aber kein Problem, gefrühstückt haben wir die meisten Morgende an einem Pickniktisch direkt am See, den Rest der Mahlzeiten aßen wir eben auf dem Boden sitzend oder - welch Luxus - in einem Restaurant.

Die
Erlebniswelt Steinbergen haben wir besichtigt, in diesem ehemaligen Teilbereich des noch aktiven Steinbruches konnte man neben allerlei Wissenswertem (so man denn Interesse daran hat) über Steine, Steinbrüche und ähnlichem kleine Mineralien, "Edelsteine", Gold und echte, ca. 18 tausend Jahre alte Haifischzähne ausbuddeln und mitnehmen. Und ganz oben auf dem Berg angekommen hatte man eine wunderbare Aussicht von einer metallenen Aussichtsplattform - die für meine Begriffe eindeutig viel zu hoch oben war ;)

Das Schloß in Bückeburg war auch einen Vormittagsausflug wert, ebenso wie der Klippenturm in Rinteln (den wir natürlich an einem Montag besichtigen mussten, an dem das kleine Cafe am Turm Ruhetag hat...). Ansonsten haben wir gefaulenzt, in dem etwas arg algigen See gebadet, sind mit dem Gummiboot gepaddelt und haben die Nächte etwas unruhig auf dem unbequemen Unterlagen verbracht. Ich glaube, für harte Isomatten bin ich langsam doch zu alt... Außerdem dauerte das Kaffeekochen morgens auf dem kleinen Minikocher eindeutig zu lange!

Mit dem Wetter haben wir dafür offenbar viel Glück gehabt. Bei der Ankunft war es noch etwas kühl, die ersten zwei Nächte beinahe Ar...kalt, wärmte es sich auf, bis an die 30 Grad am Sonntag/Montag auf. Bei der Abfahrt am Dienstag war die Sonne schon wieder weg und ein grosses Regengebiet zog auf. Aber es hat gewartet bis wir alles Gepäck und uns selbst im Auto verstaut hatten, bevor es mit dem Regen begann. Wenn Engel reisen... ;)

Seit November letzten Jahres arbeite ich nur noch halbtags. Das liegt vor allem daran, daß mein Arbeitgeber, das Land Niedersachsen, exessiven Stellenabbau betrifft. Vorher war ich immerhin 3/4 beschäftigt, vovon wir immerhin - im Gegensatz zu Heute - halbwegs leben konnten. Seit mein befristeter 1/4-Vertrag im November ausgelaufen ist, hangel ich mich finanziell an der Hartz4-Grenze durchs Leben. Mein Auto muß durch den TVÜ (und vor allem vorher ein wenig restaur... ähm... repariert werden), meine lütte Tochter hat kein Fahrrad und von soetwas wie einem (zahmen) Rechnerupdate oder irgendwelchen anderen Extras brauch ich gar nicht erst träumen. Das Geld reicht für Miete, Nebenkosten und Essen sowie Kleidung, sofern wir nicht allzu anspruchsvoll sind. Was wir nicht sind...
Alles in Allem ein unbefriedigender Zustand, den ich vor allem deshalb bislang nicht geändert habe, weil mein Chef mir die Hoffnung auf baldige Mehrbeschäftigung gemacht hat. Irgendwann Anfang des Jahres schon. Allerdings ohne einen Termin, das dauert eben. Ist mir klar. Ich kenne die Stellenpolitik und überhaupt die Mühlen öffentlicher Verwaltung. Wenigstens ein bisschen. Bin ich doch wirklich schon 8 Jahre in diesem Job, in diesem Landesamt. (weiha!)
Eigentlich arbeite ich sogar gerne dort. Falls man überhaupt gerne arbeitet. Von all meinen bisherigen Jobs ist das der Beste. Meine Kollegen und Vorgetzte sind durchaus in Ordnung, der Arbeitsbereich ist immerhin etwas, was mir bedingt Spaß macht. Auch wenn ich nach einigen Jahren automatisierter Softwareverteilung auch ganz langsam ein wenig die Nase voll davon habe. Andere Arbeitsgebiete gibts aber zur Zeit nicht, was auch daran liegt, daß ich nur so wenige Stunden in der Woche arbeiten "darf". Aber auch, weil es keinen Nachfolger für meinen Arbeitsbereich gibt. Somit denke ich, werde ich auf lange Sicht (sofern ich dort bleibe) den gleichen Schmarrn machen und sollte ich irgendwann wieder mehr als jetzt arbeiten dürfen - vielleicht sogar ganztags - würde ich höchstens noch nebenbei ein paar andere Aufgaben dazubekommen. Würde, wenn und aber...
Fakt ist: es gibt keine Stelle. Weiterhin nicht, noch immer nicht. Dafür kann ich bald wahrscheinlich und wieder befristet 1/4 mehr arbeiten, also wieder 3/4. Wahrscheinlich schreib ich nur, weil ich den Vertrag noch nicht unterschrieben hab. Den bekomme ich aber, das ist die Vertretung einer Kollegin, die kinderbedingt ihre Vollzeitstelle nicht ausnutzt und die ich schon seit Anbeginn meiner Zeiten dort vertrete. Rein stellentechnisch zumindest. Pausiert hat diese Vertretung nur weil man nach deutschem Arbeitsrecht nicht länger als 5 Jahre (am Stück) befristet tätig sein darf.
Wieder befristet, wieder nur 3/4. Passt mir ehrlich gesagt gar nicht! Das ist nicht ganz Not gegen Elend - aber mit meinem Hintern ein Stückchen höher komm ich so auch nicht. Dafür habe ich mehr Zeit - für Kinder und Haushalt. Schon klar. Aber die Kinder sind langsam in einem Alter, in dem sie auch ohne mich auskommen können, zumindest stundenweise. Und ich habe ganz langsam die Nase voll davon, mir alles verkneifen zu müssen! Geiz ist gar nicht geil, wenn er eine Form des Überlebens darstellt...
Ich hätt mal gern wieder Urlaub... *seufz* Und eine grössere Wohnung mit einem eigenen (Schlaf-)Zimmer! Mit einer Tür! (fast schon unverschämt, oder? ;) ). Und ganz viele andere Dinge, bei denen ich grad in den letzten Monaten öfter mal gedacht habe: "naja, bald kann ich mir sowas ja vielleicht leisten." Pustekuchen...
Vermuitlich bin ich ganz schrecklich undankbar... Der Job, den ich habe, ist ja okay. Nur halt zu wenig. Dafür hab ich viel Zeit für mich. So viel, daß ich zur Zeit tatsächlich etwas ähnliches wie Langeweile verspüre; ich weiß zeitweise einfach nix mit mir anzufangen! Ich möchte nicht schreiben "ich hab zuviel Zeit", man kann eigentlich sowieso nie zuviel davon haben, zumal man sowieso immer gleichviel Zeit hat ;) Aber bei dem Projekt "Mehrarbeit gegen Geldsorgen" würde ich schon gerne mitmachen. Und das bitte mehr als jetzt und auch mehr als in den letzten Jahren! Nebem dem finanziellen und der Zeit gibt es da sowieso noch einen weiteren Faktor, der für eine Vollzeitstelle spricht: als Teilzeitkraft wird man nie voll akzeptiert, läuft immer irgendwie nebenher, kriegt vieles gar nicht erst mit. Dafür wird man auch aus vielem rausgehalten, was durchaus auch ein Vorteil sein kann. Aber mir wäre es anders grad lieber (ich hoffe, daß ist nicht nur so wie mit dem Gras - nicht DAS Gras! ;) - auf der anderen Wiese...).
Allerdings möchte ich eigentlich gar nicht auf Jobsuche gehen. Wobei... ein Teil von mir möchte das durchaus. Endlich mal was anderes, was neues und nicht für den Rest meines Lebens die gleiche Routine, die gleichen Leute, der gleiche Weg, ....
Ich weiß auch nicht... *seufz* Ich les jetzt erstmal meine Mails, da sind vorhin 3 Jobangebote angekommen...
Pünktlich zum Frühlingsanfang melden wir aus Hannover Schneematsch auf Dauerregen. Teilweise zentimeterhoch lag der Schmadder heute morgen auf Gehsteigen und Straßen, dementsprechend war dann auch das Durchkommen auf Letzteren. Wie gut, daß die CeBit gestern schon vorbei war, heute hätte es das totale Anfahrtschaos gegeben. So waren es aber nur die weitestgehend schneeunerprobten Hannoveraner, die das zweite Mal in diesem Winter mit Schnee auf den Straßen zu kämpfen hatten.
Ich kämpfte mit Schnee auf Radwegen, vor allem aber mit Matsch und Wasser UND gleich mehreren umgefallen bzw. angebrochen Bäumen. Gab es letzte nacht Sturm oder war es das Gewicht vom Schneematsch? An einer Stelle lag ein Baum wirklich komplett quer über dem Radweg, hätte ich ein wenig mehr morgendlich geträumt an der Stelle, wäre ich voll reingebrettert. So bin ich drumrum und hab, wie sicherlich viele andere vor mir, versucht, ihn da wegzuschaffen. Blöderweise war er nicht ganz abgebrochen, weder in die eine, noch in die andere Richtung liess er sich wegbewegen. Und ich hab ja schon viel mit in meinem Rucksack, aber keine Säge.
Auf der Arbeit angekommen hab ich den diesjährigen Minusrekord der Radstrecke notiert und mich komplett umgezogen. Ich bin durch die eigentlich dichte Regenhose durchgeweicht: Shirt, Jacke, Handschuhe waren ebenso nass wie Schuhe, Socken und ein teil meines Rucksackinhaltes (eigentlich auch wasserfest).
Und draußen regnet es. Noch immer. Seit ich aufgestanden bin. Und es sieht nicht so aus, als würde es heute irgendwann nochmal wieder aufhören... Der Schnee bzw. Schneematsch ist noch immer da. Und die armen Osterglocken am Straßenrand lassen ihre Köpfe hängen und sehen total erforen und elend aus *seufz*

wir waren heut vanessas geburtstag im "universum" feiern, einem "wisschenschftspark" in bremen. insgesamt 7 kids und wir 2 erwachsene. plus ela, auch erwachsen, die in bremen zu uns stieß. es war eigentlich relativ entspannend, also es sind keine grösseren katastrophen passiert, ich hab keine kinder verloren, sie haben sich nirgends weh getan und wir alle hatten sichtlich spaß im universum. bahn und zug fahren war ein bisschen zusatz-abenteuer. die straßenbahnen in bremen sind ja ganz anders als unsere, das fanden sie interessant, haben die ganze zeit verglichen. auch bremen sieht so anders aus als hannover. meinten sie.
um halb zehn, eine halbe stunde zu früh, waren die ersten beiden kinder schon hier. viertel nach zehn das letzte. wir sind gleich los und waren 20 minuten zu früh am hannoverschen bahnhof, also voll im zeitplan ;)
fahrkarte besorgen, bahnsteig finden, warten... die kiddies waren reichlich aufgeregt, vor allem darlene, wie ich fand. als der zug endlich kam, reinspurten und plätze suchen. wir hatten 2 vierersitze und ein 2er dahinter. es wurde gepicknickt und zu meinem erstaunen wurden schon jetzt berge an nahrungsmitteln vertilgt. wir hatten 30 minifrikadellen, 20 muffins, paprika, tomaten, miniwürstchen, halbe, trockene brötchen, chips und rosinenschnecken dabei. die besucherkinder brachten auch gepackte rucksäcke mit, bis auf ein mädchen zumindest, die in ihrem täschchen nicht allzuviel drin gehabt haben konnnte. gehungert hat aber niemand, zumal ich auf dem rückweg vom bäcker im bremer bahnhof noch brötchen spendiert habe. ohne die wäre es vielleicht doch noch eng geworden, zumindest ich hatte tierisch hunger. und durst. und die füsse taten mir weh. was bin ich doch froh, daß ich jetzt auf meinem sofa kuschel und die beine hochlegen kann beim schreiben ;).
in bremen fanden wir, unter anderem auch dank darlenes erinnerung, problemlos die straßenbahn, die netterweise dann auch gleich kam. reinprummeln und nach und nach plätze für alle finden, wir fuhren fast raus aus der stadt. an der haltestelle gabs wegweiser zum universum, elas auto parkte direkt daneben auf dem parkplatz vom universum. zwei minuten fußmarsch und wir waren da.

im "wissenschaftspark" war es erstmal etwas voll, grad in den ersten bereichen. weiter hinten wurde es leerer, die menschen verteilten sich in den vielen winkeln in diesem "universum". die großen mädels sind fast gemeinsam alleine losgezogen in die erlebniswelt "welt". die nachbildung einer gebärmutter in einer riesigen dimension, ganz dunkel, mit rötlichen lichtern, dem geräusch eines lauten herzschlages, faszinierend! direkt danach "wer bin ich" und die kinder standen vor den einzelnen punkten und verglichen haarfarben, augenfarben, fingerabdrücke, ohrläppchen und die nasenform mit vorgegebenen beispielen, kreuzten ihre merkmale auf einer tafel an und gaben dieses hinterher in einem computer ein. als ergebnis erhielten sie den vergleich mit all den anderen, inzwischen über 600.000 besuchern, die dies hier getan haben. und eine zahl, wie häufig ihre kombination schon dabei war. vanessa war glaub ich am wenigsten vertreten, etwa 100 mal schon, eines der mädchen hatte einen wert um die 800.
wir blieben nicht zusammen, hatten eine uhrzeit vereinbart, zu der wir uns unten im cafe wiedertreffen wollten. trotzdem stiessen wir häufig aufeinander und ich hab haufenweise fotos geschossen. meine inzwischen gar nicht mehr ganz so neue camera lieferte hierbei akzeptable schnappschüsse, von denen einige ziemlich gut, die meisten dem anlaß entsprechend und nur wenige völlig daneben waren (und zuhause gleich gelöscht wurden). statt süßigkeitentütchen oder soetwas gabs zum abschied eine kopie der fotos, 166 MB, etwa 150 stück. wobei die mädels beim warten am bahnhof selber ziemlich viele davon geschossen haben. einzelfotos von sich, gruppenbilder. fotografieren spielen weils sonst zu langweilig ist. digitalfotografie sei dank ;).
die ameisenfarm im universum war spannend anzusehen, die habenda sogar einen richtigen friedhof. und schleppen die ganze zeit irgendwas durch durchsichtige röhren. liess sich leider schlecht fotografieren, dafür gut ansehen.
in den dunkelraum wollten die mädchen. marko und ich gingen mit. darlene und ela haben es schon vorher versucht, darlene ist aber nach 5 schritten wieder raus *g*. wir waren tapferer, sind ganz durch, sogar den langen weg. es ist verwirrend und beängstigend, so gar nichts mehr zu sehen. der weg führte durch den nachbau einer wohnung, badezimmer, küche, und zum schluss durch einen kleinen kriechgang. zwei unserer mädels haben uns im labyrinth wiedergefunden, sie haben irgendwie die orientierung verloren. was aber auch gut verständlich ist, ich war froh, mich irgendwie selbst da durchzutasten, ohne die linke wand zu verlieren, ein arm vor dem kopf zu haben, meinen vordermann nicht zu verlieren und ohne irgendwo gegenzurennen - und seien es nur die anderen, die sich da durchtasteten. auf dem monitor draußen sah das auch sehr spektakulär aus, durch die nachtsichtkameras leute straucheln zu sehen.
den rest der zeit haben wir mit dem vielen "spielzeug" rumgespielt. wasser, sand, eis, magneten, wellen, nebel... es ist wirklich spassig dort, notfalls bestimmt auch ohne kinder ;)
viel zu schnell war es 17 uhr und wir mussten aufbrechen. eine weitere freundin kam noch ganz kurz und zusammen gingen wir zum auto bzw. der straßenbahnhaltestelle. in elas kofferraum befand sich ein versorgungspunkt und wir sammelten frische getränke ein. die mädels drehten etwas durch, als endlich die straßenbahn kam, war ich froh, als wir alle drin waren und es weiter ging. im bremer bahnhof haben wir den armen bäckerverkäufer "belästigt" und oben am bahnsteig beim warten fotografiert. ein mann saß da neben uns, relativ unbewegt von dem trubel um ihn herum. als er aufstand weil sein zug grad einlief, gab er mir seine visitenkarte und sagte, er wäre reporter vom stern und ob ich auch von ihm ein foto machen und zumailen konnte. ich war etwas baff und fragte nochmal nach. aber er wollte wirklich genau dies, ein foto von sich, hier und jetzt, bevor er in den zug steigt. ok, dachte ich, und machte es. verwirrt hat mich dieser mensch trotzdem etwas...

die kinder verwirrte dann ein anderer. etwas abseits an einen pfeiler gelehnt, auf einem koffer sitzend und mit einer kapuze tief über den kopf gezogen, saß dort "der kleine hunger". also der mann, der einen offenbar gut bekannten werbespot von müllermilch gedreht hat. eigentlich ein fernsehkoch, ralf zacherl. die mädels kriegten sich gar nicht wieder ein, als sie ihn erkannten und zogen mich da mit hin. nutzte nur nix weil ich weder den koch noch die werbung kannte und natürlich auch keine wildfremden menschen auf bahnhöfen belästigen möchte, noch weniger, wenn dieser sich ziemlich abseits hinter einem pfeiler beinahe schon versteckt hatte und mit einer kapuzenjacke maskiert. die mädchen sind immer wieder da hin, gemeinsam und schrecklich kichernd. als dann sein zug einlief und er aufstand, hat marina sich ein herz gefasst und ihn gefragt, ob er der ist, für den sie ihn halten. ja, er wäre es, sagte er, und stieg in den zug. sie haben gekreischt und sind ihn aussen am zug suchen gegangen, haben vor seinem fenster perfekte mini-groupies gespielt. ich glaube, oder besser hoffe, sowas passiet dem menschen nicht öfter *lach*.
"der kleine hunger" war die sensation für die mädchen. ein echter "prominenter"! eine werbefigur? fernsehkoch? ist man damit schon prominent? als nächstes wollten sie im zug yvonne catterfeld treffen, beschlossen sie, diese war aber (glücklicherweise) nicht aufzutreiben.
im zug der rückfahrt hatten wir nur einen der 4erplätze und saßen somit etwas zerrissen. die erste viertelstunde waren wir aber sowieso mit essen beschäftigt und dementsprechend ruhig. dananch taten mir die mitreisenden manchmal schon ein wenig leid... also... die kinder haben nicht rumgetobt oder geschrien aber trotzdem ziemlichen trubel gemacht... die anfangs neben uns sitzenden waren zum glück aber wohl schwerhörig *g*
nun sind die besucherkinder sind samt ihren foto-cds abgeholt, meine kiddies schlafen schon und ich wohl auch bald. zumindest fühle ich mich danach. war genug aufregung für heute. und ich kann die ganzen, vielen stunden und kilometer nicht mal in meinem trainingsplan eintragen *g*