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Geocaching Mysteries lösen - Kapitel 3 - Zahlen, Zahlen, Zahlen (3) - Binärcodes

Geschrieben von Nina • Freitag, 4. Januar 2013 • Kategorie: Mysteries lösen
Geocaching Mysteries lösen

Kapitel 3.3 Binärcodes - Überschrift

Beim Mysterieenträtseln begegnem einem ziemlich häufig Nullen und Eisen. Oder etwas, was verschlüsselt auf zwei Zustände heruntergebrochen werden kann: zwei verschiedene Farben oder Töne, etwas ist wahr oder falsch, etwas ist da oder weg, lang oder kurz. Oder zum Beispiel GroSsBucHstaben, wo sie nich hingehören (GroSsBucHstaben könnte, wenn das Großgeschriebene die 1 symbolisiert, die Binärzahl 100101001000000 ergeben).

Und dann steht man vor den Nullen und Einsen, die keineswegs immer nur Dualzahlen sein müssen. Das Beispiel oben ergäbe immerhin eine 19008, was da, wo ich wohne, eine schlüssige Nordkoordinate ergibt- wenn man sich vorn noch ein 52° herandenkt und nach der 19 einen Punkt setzt. Die Verschlüsselung kann aber auch an einem anderen Binär-Code erfolgt sein, als dem der Dualzahlen. Ich bemühe mich hier, einige der üblicheren Binärcodes vorzustellen.

Hilfreich bei der Suche nach dem passenden Binärcode, ist die Länge der Binärzahl. Ist sie 5 Stellen lang, oder durch 5 teilbar, könnte sie Baudot bzw. Baudot -Murray-Code sein (ITA-1 und ITA-2, bzw. CCITT-2) . Dieser stammt aus der Zeit der Telegraphie und ist im Original geteilt in einen Bereich mit 2 Bits und einen mit 3 Bits. Hiermit lassen sich Zahlen und Buchstaben, sowie einige Sonderzeichen darstellen, Häufig finden sich in den Listings derartiger Caches Bilder von Lochstreifen, die Baudot-Code darstellen. Die größte Schwierigkeit hier ist es, herauszufinden, von welcher Seite des Lochstreifens gelesen wird und welcher Baudot/ITA benutzt worden ist.

Nicht so richtig Nullen und Einsen, sondern As und Bs benutzte der Herr Bacon für seine Bacon-Chiffre . Er hat einfach jedem Buchstaben im Alphabet einen fünfstelligen Code, bestehend aus den beiden Buchstaben A und B, zugewiesen. Das Wort Mysterie in Bacon-Chiffre lautet demnach: ababb babba baaab baaba aabaa baaaa babba
Diese Codierung kann durchaus unauffällig im Text versteckt sein. Man könnte, auch wenn es etwas Mühe kostet, einen Text zusammenschreiben, bei dem die vorhandenen Buchstaben A und B Bacons Chiffre ergeben. Oder wieder die Groß- und kLeinSchReibUNG benutzen, und den GROSSGESCHRIEBENEN Buchstaben zum Beispiel das A zuweisen, den kleinen das B. Die Buchstaben könnten auch teilweise fett oder kursiv geschrieben werden, um die zwei Zustände, hier a oder b darzustellen. Möglichkeiten gibt es genug, und Mysterie-Owner auch trickreich genug, fast unendlich viele davon zu erfinden ;) .

ASCII ist wohl der bekannteste Vertreter der binär-Codes, von den Dualzahlen mal abgesehen. Die "American Standard Code for Information Interchange" ist eine 7-Bit-Zeichenkodierung, die schon 1963 als Standard veröffentlich wurde. Sie kann 128 Zeichen darstellen (das latainische Alphabet, arabische Ziffern, einige Satzzeichen) und wird von einer unzähligen Masse von Geräten und Programmen verstanden und untersützt. Das überzählige achte Bit (ein Ascii-Zeichen wird üblicherweise in einem Byte gespeichert, hätte also Platz für acht Bits) wird entweder als Prüfziffer missbraucht, oder um Länderspezifische ASCII-Zeichensätze darzustellen. Die deutschen Umlaute zum Beispiel. Mit dem ASCII-Zeichensatz kann man hervorragend Caches verschlüsseln, zumal man ihn nicht nur direkt in binär, sondern auch in HEX oder Oktal darstellen kann.

BCD (Binary Coded Decimal ) ist ein weiterer, bekannter Binär-Code. Es gibt ihn als 4- und als 6-Bit-Code. Der 4er ist ein 8-4-2-1-Code. Also ein nummerischer Code, dessen Wertigkeit dem bekannten Dualsystem entspricht. Es lassen sich Ziffern von 0-9 darstellen. Theoretisch könnte man 16 statt 10 Dezimalzahlen mit einem derartigen "Halbbyte" darstellen, mn hat sich aber drauf geeinigt, dass man derartiges per BCD nicht tut. Ein Byte sind ja 8 Bits, also 8 Stellen, der 4-Bit-BCD-Code ist somit ein halbes Byte lang. Man nennt dieses Halbbyte auch Nibble. Diesem bin ich bei einem Cache in freier Wildbahn tatsächlich auch schon begegnet.

BCD gibt es auch als 6-Bit-Code . Dieser kann neben Ziffern auch Buchstaben und einige Sonderzeichen darstellen.

Der BCD-Zählcode ist 10 Bits lang, wobei jedes Bit die Wertigkeit 1 im Dezimalsystem hat. Man bekommt die gesuchte Zahl durch plumpes addieren der Einsen. Dieses simple addieren der Einsen, anstatt kompliziert nach Codierungen zu suchen, ist etwas, was man beim Mystery-Entschlüsseln auch mal probieren könnte.

Selten aber möglich ist auch der 1-aus-n-Code, bei dem es 10 bits gibt, von denen 9 immer 0 sind und die 1 als Zähler dient. Steht sie auf der 7. Position von rechts (0001000000 ), steht sie für eine dezimale 6, steht sie auf der 2. Position von rechts (0000000010), ist sie Eins wert, ganz rechts (0000000001) ist es eine dezimale Null.

Weitere 4-Bit-Sonderformen: der Aiken-Code, bei dem die vierte Stelle von links nicht 8 wert ist, wie bei 4-Bit-BCD, sondern 2. Es ist also ein 2-4-2-1-Code. Oder der Gray-Code http://de.wikipedia.org/wiki/Gray-Code, den es auch als 2-Bit, 3-Bit, 4-Bit, 5-Bit und 6-Bit-Code gibt. Er zeichnet sich dadurch aus, das benachbarte Codewörter sich nur in einer einzigen dualen Ziffer unterscheiden und ist entwickelt worden, um Ablesefehler zu minimieren.

Braille, die Blindenschrift mit den kleinen Punkten, ist ebenfalls binär, also hat zwei Zustände. Es gibt 'nen Hubbel oder es gibt keinen Hubbel. Hiermit haben mich schon mehrere Mysteries geärgert, weil ich viel zu spät und von all den Computercodierungen geblendet auf das im Format 3-hoch-2-breit geguckt hab um an das Braille-System zu denken.

Morse ist auch ein Kandidat, der eigentlich nicht so wirklich und dann wieder doch binären Codes. Es gibt zwei Zustände, nur heißen die bei Morse eigentlich lang und kurz, Punkt und Strich. Prinzipiell ist es hier aber das gleiche, irgendwo finden wir die binäre Verschlüsselung und der Schlüssel hierzu könnte das Morsealphabet sein. Allerdings hat Morse einen gravierenden Nachteil, der beim Erkennen helfen könnte: die einzelnen Zeichen sind unterschiedlich lang. Häufig benutzte Buchstaben, wie zum Beispiel das E haben kurze Morsezeichen (ein . ), lange Morsezeichen haben fünf Striche und Punkte. Um Morse sicher übersetzen zu können, benögtigt die verschlüsselte Botschaft Leerzeichen zwischen den einzelnen Zeichen. Ziffern hingegen sind bei Morse immer fünf Morsezeichen lang und dank ihres symmetrischen Aufbaus sogar relativ leicht zu erlernen.





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Geocaching Mysteries lösen - Kapitel 8.1 Barcodes - Strichcodes - Balkencodes - Datamatrix

Geschrieben von Nina • Dienstag, 1. Januar 2013 • Kategorie: Mysteries lösen
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Kapitel 8.1 - Barcodes

Strichcodes kennen wir alle. Schon seit einigen Jahrzehnten prangen die Balkencodes auf allen Waren um an der piependen Kasse zu verraten, zu welcher Ware sie gehören. Mit der Verbreitung von Smartphones bekamen wir mit den quadratischen, schwarz-weißen Data-Matrix-Kästchen einen weiteren Barcode in unserem Alltag, der inzwischen allerorts auf Werbetafeln und in Zeitungen weiterführende Links und Informationen verspricht (aber dieses Versprechen aber leider oft nicht einlöst - meist verpassen die Ersteller dieser Codes es, mehr als nur einen simplen Link zu hinterlegen).

Neben diesen beiden bekannten Barcode-Varianten gibt es noch eine Fülle weiterer, vor denen natürlich auch die technikgebeisterten Cacher nicht halt machen um ihre Informationen möglichst menschenunlesbar anzubringen. Wirklich verschlüsselt sind diese Inhalte aber nicht, nur braucht man in aller Regel eine passende Software auf Smartphone oder PC um den Strichinformationen menschenlesbare zu entlocken. Natürlich geht dies meist auch mit Hirn und Wissen, wenn man nur weiß, wie ein bestimmter Strichcode aufgebaut ist und welchen man grade zu entschlüsseln versucht. Die Codeliste, aus der Code 39 aufgebaut ist, kann man bei Wikipedia - Code 39 bewundern. Diesen gibts auch als ttf-Schriftart.

Hat man das weltweite Netz zur Verfügung, erschlägt es einen beinahe mit dem Angebot von Webseite, um zumindest die Standardcodes zu übersetzen. Wird es etwas komplizierter, der Code schlechter lesbar, nutze ich gern die Software bcTester. Unterwegs hab ich die Erfahrung gemacht, daß mehrere Barcodeleser im Smartphone die bessere Wahl sind. Mehrere Smartphones die Beste. Im schlimmsten Fall kann man das Gefundene auch abfotografieren und mit einem weiteren Gerät - hoffentlich - lesen und entschlüsseln.

Entstanden sind Barcodes aus der Anforderung, maschinenlesbare und möglichst eindeutige Informationen anbringen zu können. Aus diesem Grund enthalten die bekannten EAN-Warencodes Prüfsummen, eine Fehllesung ist somit fast ausgeschlossen. Ansonsten enthält dieser Code nur Ziffern, dargestellt in unterschiedlich breiten Strichen und Lücken. Andere Codes können auch Ascii-Zeichen oder erweiterte Zeichensätze darstellen. Am meisten Inhalt bekommt man in die zweidimensionalen Codes, die Datamatrixen.

Hier eine kleine und keineswegs vollständige Übersicht bekannterer Barcodes:

"EAN - Nummerischer Code 0-9, Striche und Lücken enthalten Information, 8 oder 13 Zeichen "


Code 39: Alphanumerischer Code, 0 - 9, 26 Buchstaben, 7 Sonderzeichen. Jedes Zeichen besteht aus 9 Elementen (5 Strichen und 4 Lücken, 3 breit, 6 schmal).


Code 128: voller ASCII-Zeichensatz mit Hilfe von 3 Zeichensätzen, die über ein Startzeichen gewählt werden. Besteht aus 11 Zeichen, aufgeteilt in 3 Striche und 3 Lücken.


Code 2/5 Interleaved: Nummerischer Code 0-9, besteht aus breiten und schmalen Strichen und Lücken.


Deutsche Post Identcode: Nummerischer Code, 0-9, 12 Zeichen lang, Prüfziffer.


Code Postnet: Code des US Post Office, nummerischer Code, 0-9 darstellbar. Prüfsumme, Start und Stoppzeichen.


Code Royalmail: enthält Ziffern 0-9 und 26 lateinischen Buchstaben. Code "kix" sieht diesem hier sehr ähnlich.


Zielcode: wird von der Deutschen Post benutzt.


Code PDF417: Stapelcode mit starker Fehlerkorrektur. Besteht aus einzelnen Elementen, den "Codewörtern", welche aus je 17 Modulen aufgeteilt in 4 Striche und 4 Lücken bestehen.


Codablock: gestapelter Code39/128. Jede Zeile hat einen Zeilenindikator (gleicher Start) und Prüfsumme.


Datamatrix: variable, rechteckige Grösse zwischen 10x10 und 144x144 Zeichen. Enthält den erweiterten Asciicode. Waagerechte und senkrechte Umrandung beschreibt eine Ecke zur Orientierung des Lesegerätes.


QR-Code: Markierung in 3 von 4 Ecken zur Orientierung des Lesegerätes. Große Fehlertoleranz. Ascii-Zeichen.


Aztec: Ziffern und Buchstaben, kreisförmig um den Mittelpunkt angeordnet.


Maxicode: sechseckige Zeichen um runden Mittelpunkt. enthält bis zu 93 alphanummerische oder 138 nummerische Zeichen. Große Fehlertoleranz. Ähnlich beetag-Code.


Microsoft Tag: einziger farbiger Code, kann sehr verschiedenartig aussehen, auch in Bilder integrierbar. Closed Code, generieren und lesen nur über von Microsoft bereitgestellte Wege http://tag.microsoft.com/home.aspx.


Weitere Microsoft-Tag Beispiele


Weitere Codebeispiele:
http://www.logicalconcepts.eu/wDeutsch/autoid/barcodetypen/index.html?navid=21
http://www.activebarcode.de/codes/


Wer gerne selber Barcodes unter Windows erstellen möchte, dem kann ich (Stand: Erstellung dieses Blogbeitrages) den Zint Barcode Generator empfehlen. Simpel, selbsterklärend und erstellt über 50 verschiedene Barcodes.

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Geocaching Mysteries lösen - Kapitel 3 - Zahlen, Zahlen, Zahlen (2) - Binär-, Oktal- und Hexadezimalzahlen

Geschrieben von Nina • Dienstag, 18. Dezember 2012 • Kategorie: Mysteries lösen
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Kapitel 3 - Zahlen, Zahlen, Zahlen (2)

Teil 2: Binär-, Oktal- und Hexadezimalzahlen

"Es gibt 10 Sorten von Menschen. Die, die Binärcode verstehen und die, die es nicht verstehen."

Ein anderes, wesentlich bekanntere Stellenwertsystem ist das Binärsystem. Ein Stellenwertsystem mit der Basis zwei. Es gibt nur zwei Zustände, Null und Eins, an oder aus, Punkt oder Strich, da oder weg, wahr oder falsch. Computer arbeiten so, weil Schaltkreise so arbeiten. Weil Strom nur diese beiden Zustände annehmen kann. Er ist da oder er ist weg.

Das gibt grad beim Verschlüsseln von Botschaften immens viele Möglichkeiten, die oft binär (also auf zwei Zuständen beruhen), aber nicht unbedingt im Dualsystem (also mit Null und Eins) geschrieben sind. Sehr vieles kann zwei Zustände haben. Groß- und Kleinbuchstaben zum Beispiel. Striche und Punkte (auch völlig "unbinäres", wie z.B. Morse). Etwas kann wahr oder falsch sein, zum Beispiel im Text versteckt. Was diese Form des Zahlenversteckens zu den mit am Häufigsten, aber auch mit am kreativsten genutzten Geocaching-Verschlüsselungsarten macht.

Die Dechiffrierung von Dualzahlen, also Binärcode aus Null und Eins, ist sehr einfach. Dualzahlen werden hintereinander weg geschrieben. Die erste Stelle ganz rechts zählt 2^0, also eins (in unserem Dezimalsystem) , sofern sie mit einer 1 (Strom da) besetzt worden ist. Steht dort eine 0 zählt sie auch Null, also nix. Die nächste Stelle, links neben der ersten, hat den Wert 2^1, also zwei. Ist sie mit einer 0 besetzt, hat sie den Wert Null, ist sie mit einer 1 besetzt, besitzt sie - dezimal - den Wert zwei. Weiter geht es mit der dritten Stelle (2^2), einer, also vier, dann kommt die acht (2^3) , und so geht es dann immer so weiter:

Dualsystem

Derartige Dualzahlen lassen sich zwar leicht in unser gewohntes Dezimalsystem übertragen, zumindest bis zu einer gewissen Länge auch im Kopf, haben aber den Nachteil, daß sie extrem lang werden können. Eine in der Form dargestellte Koordinate, beispielsweise 52 45 123, einfach als große Zahl zusammengeschrieben, hat in Nullen und Einsen ausgedrückt schon eine beeindruckende Länge:

10100000000100011000011

Aus diesem Grund ist man im Bereich der Datenverarbeitung auf die Hexadezimaldarstellung gekommen. Hexa = aus dem griechischen für die 6, dezimal aus dem Latainischen für 10. Also ein gemischtes Stellenwertsystem auf der Basis 16, wobei neben den Ziffern von 0 bis 9 auch die Buchstaben A bis F benutzt werden. Man zählt hier ganz normal mit den Dezimalziffern bis 9 und nutzt dann, wenn es im Dezimalsystem einen Sprung auf die nächste Stellenwertebene (zehn) gibt, statt diesen die Buchstaben. A (hexadezimal) ist somit eine 10 (dezimal), F eine 15. Erst bei der 16 gibt es einen Sprung auf die zweite "Dimension", eine zweite Stelle, nur das diese nicht zehn wert ist, wie in unserem Dezimalsystem, sondern eben 16.

Dualsystem und Hexadezimalsystem

So weit, so klar? Auswendig lernen muss man das aber natürlich nicht, es gibt diverse Umwandelungstools im Internet und sogar der sonst eher verpönte Windows-Taschenrechner schafft die Umrechung von Hex/Dual/Dezimal und sogar Oktal in der Programmieransicht (im Taschenrechnermenü unter Ansicht → Programmierer). Ja, jetzt hab ich mich als Windowsnutzer geoutet, aber ich bin mir sicher, andere Betriebssysteme haben ähnliche Taschenrechner dabei. Oder Smartphones die Apps.

Die eben erwähnte Oktaldarstellung ist ein weiteres Stellenwertsystem, diesmal zur Basis 8. Es wird von 0 bis 7 gezählt, dann folgt ein Stellenwertsprung auf die 10, die dezimal acht wert ist!

Oktalsystem, Dualsystem, Hexadezimalsystem, Dezimalsystem


Zusammenfassung :
- Findet sich in einem Rätsel 0+1 oder eine irgentgeartete "binäre", zweistufige Darstellung? Vielleicht Binärcode?
- Codes, die Ziffern von 0-9 und Buchstaben von A-F beinhalten, könnten hexadezimal verschlüsselt sein.
- Zahlen, die nur Ziffern von 0-7 enthalten, "riechen" stark nach oktal...


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Geocaching Mysteries lösen - Kapitel 3 - Zahlen, Zahlen, Zahlen (1) - Einleitung, Fremdsprachen und das Zahlensystem der Maya

Geschrieben von Nina • Dienstag, 11. Dezember 2012 • Kategorie: Mysteries lösen
Geocaching Mysteries lösen

Kapitel 3 - Zahlen, Zahlen, Zahlen,...

Teil 1: Einleitung, Fremdsprachen und das Zahlensystem der Maya

Zahlen ist in aller Regel ja das, wonach wir suchen. Koordinaten. Ein Pärchen, Nord und Ost. Manchmal auch eine Peilung, wobei man hier dann noch einen Punkt braucht, von dem aus gepeilt werden muss. Gern die Koordinate, an der das Listing platziert wurde.

Ist eine Koordinate versteckt, dann entweder in Gänze und der bei uns üblichen Grad-Dezimalminutenschreibweise (z.B. N 52° 12.345 E 009°59.876). Oder als Teilmenge davon, also nur die letzten 3 Ziffern von Nord und Ost (wobei dann, wenn es nich anders angegeben worden ist, die Listingkoordinate die fehlenden Koordinatenteile beinhaltet), oder gern auch die letzten 5 Ziffern.

Wer die Rätselnden verwirren möchte, nutzt auch gerne andere Koordinatenformate, z.B. die Dezimaldarstellung. Wodurch aus dem obigen Beispiel nun diese Schreibweise werden würde: 52.20575 9.997933. In Grad, Minuten und Sekunden ausgedrückt: N52° 12' 20.7" E9° 59' 52.56" . Taugt prima zur Verwirrung, wenn der geübte Mysterylöser seinen Blickwinkel zu sehr auf die vermeindliche Koordinate in üblicher Schreibweise eingestellt hat. Umrechner zu den Koordinatenformaten hierzu finden sich im Internet und in nahezu jeder grösseren Geocaching-App für unterwegs.

Soviel zu dem, was wir suchen. Jetzt dazu, wie wir es finden können. Die Kapitel hierzu werden sich zwangsläufig ständig überschneiden, also bitte nicht wundern. Somit beginnt dieser Bereich mit einem Thema, was hervorragend auch in den Bereich der "Sprache und Schrift" gepasst hätte:

Zahlen lassen sich schön verstecken, in dem man sie in fremden Sprachen darstellt. One, two, three werden wir ja alle noch frei übersetzt bekommen, aber was ist mit aon, dà, trì oder môt, hai, ba? Glücklicherweise gibt es ja Suchmaschinen, die uns aus solchen Schwierigkeiten heraushelfen. Gemeiner wird es da schon, wenn der Owner sich die Mühe gemacht hat, und seine eigene Zählsprache entwickelt hat. Sofern diese nur aus den ersten 10 Ziffern besteht, hat man oft noch eine gewisse Chance, alleine über Logik, die Koordinate, wo ungefähr die Dose liegen müsste und Ausschlußverfahren weiter zu kommen. Siehe auch, später mal hier im Blog, im Bereich der Logik- und Symbolrätsel.

Es ist hilfreich den Gedanken im Hinterkopf behalten, daß ein Mystery-Fragezeichen nur 2-3 Km von seinem Versteck (oder dem Startpunkt des Caches) liegen darf. Der gesuchte Ort also die gesuchte Koordinate lässt so schon mal ein wenig einkreisen.

Neben den Ziffern können natürlich auch 10er, 100er oder 1.000er Zahlworte in Fremdsprachen benutzt werden. Diese finden sich oft schon nicht mehr ganz so einfach über Wikipedia und co und erfordern im schlimmsten Fall etwas Kombinationsgabe. Herauszufinden in welcher Sprache man sich befindet und wie dort größer 10 gezählt wird. Oft ist es ja wie im Deutschen, wo der Aufbau der Zahlwörter sich auf eine logische Art ähnelt (zumindest hinter der zwölf, übrigens ein Überbleibsel aus der Zeit, als das Dezimalsystem nicht die einzige Zählweise war und man sich gerne Zählsystemen bis 12, bis zum Dutzend bediente. ). Zwanzig, einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreißig, einunddreißig, zweiunddreißig. Auch ein Ausländer, der der Deutschen Sprache nicht mächtig ist, wird hier die Ähnlichkeiten erkennen und möglicherweise Schlußfolgern können, daß zweiundfünfzig in lateinischen Zahlen eben 52 ist. caoga bedeutet fünfzig auf irisch, femti im norwegischen, cinqante bei den Franzosen und in allen romanischen Sprachen sehr ähnlich. Die 3 zum Beispiel ist egal ob nun dree, drie, tre, tri, thrie, tres oder trais geschrieben, in fast allen bei Wikipedia aufgeführten Beispielen für Zahlwörter (http://de.wikipedia.org/wiki/Zahlen_in_unterschiedlichen_Sprachen) leicht zu identifizieren.

Was aber, wenn wir die reinen Zahlen und Zahlenwörter verlassen, wie wir sie kennen und uns in andere Stellenwertsysteme begeben. Wenn wir nicht mehr wie in unserem Dezimalsystem bis 10 Zählen, was hervorragend mit der Anzahl unserer Finger harmoniert, sondern bis zwanzig, wie im Vigesimalsystem . Eine bei Cachern häufig benutzte Variante davon sind die Maya-Ziffern:

Urheber: Bryan Derksen Lizenz: GFDL

Vielleicht zählten die Maya mit Fingern und Zehen. Auf jeden Fall teilten sie in vier Blöcke zu je fünf Ziffern, wobei ein Punkt 1 zählt und ein Strich 5. Alles war hübsch sortiert, die Striche, also die 5er unten, die Punkte, also die Einer oben. So kommt man prima bis 19. Alle Zahlen, die höher waren, wurden einfach höher, also oben drüber über die Zahlenblöcke bis 19 geschrieben. Sowas nennt man Stellenwertsystem, wobei der zweite Block von unten mit 20 multipliziert wird, der darüber dann mit 400, dann kommt 8000, …

Das Maya Zahlensystem

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Geocaching Mysteries lösen - Kapitel 2 - Listinganalyse

Geschrieben von Nina • Sonntag, 9. Dezember 2012 • Kategorie: Mysteries lösen
Geocaching Mysteries lösen

Kapitel 2 - Listinganalyse

Womit fängt man an, wenn man einen Myterie lösen möchte? Natürlich mit dem Listing und seiner Anaylse. Daher hier nun kurz, wie und womit man beginnen kann, wenn der Ansatz des Rätsels nicht sofort erkennbar ist.

1. Der Titel. Klingt trivial, aber sehr oft ist dieser ein mehr als nur dezenter Hinweis auf die Art, wie man an die Lösung kommen kann. Manchmal direkt, manchmal verschlüsselt (dazu später mehr), manchmal als Anagramm (es gibt viele, mal mehr und mal weniger nützliche Anagramm-Generatoren im Internet). Manchmal muss man den Titel erstmal einer Suchmaschine vor die Füße werfen, um seinen tieferen Sinn zu verstehen.

2. Der Listingtext. Wenn es überhaupt einen gibt. Wie oft hab ich erst beim zweiten, dritten oder vierzehnten Mal lesen die hier schwarz auf weiß aufgeschriebenen Hinweise überhaupt erst als solche wahrgenommen. Häufig ist aber auch mit weißer Schrift auf weißem Grund Text zwischen dem sichtbaren Listingtext verborgen. Dies kann man sichtbar machen, in dem man den gesamten Text markiert (meist mit strg-A). Detaillierte Worte zur Analyse von Text folgen später im Kapitel "Sprache und Schrift" .

3. Bilder. Gibt es welche im Listing? Oder der Image-Gallery? Gibt es ein Hintergrundbild? Sind hinter den sichtbaren Bildern weitere/andere verlinkt (zeigt der Browser vielleicht unten in der Info-Zeile an, sonst sieht man es im Quelltext, siehe weiter unten in diesem Blogbeitrag). Ist der Bildername ein sprechender, oder nur das Zahlen-Buchstaben-Kuddelmuddel, was z.B. geocaching.com benutzt, wenn man dort die Bilder hochlädt? Unterscheiden sich optisch ähnliche Bilder? Liegen die Bilder auf einem anderen Webspace? Kann man hier über den Webbrowser in das Verzeichnis oder ein weiter oben liegendes gucken? Hätte jemand zum Beispiel dieses Bild im Listing verwendet:
http://www.justchaos.de/img/7grad/IMG_2392.JPG
würde ich schauen, ob ich unter
http://www.justchaos.de/img/7grad/
oder http://www.justchaos.de/img/
oder eben http://www.justchaos.de/
etwas hilfreiches zu sehen bekomme. Hilft dies alles nicht, müssen die Bilder möglicherweise näher analysiert werden, hierzu später mehr im Kapitel "Bilderanalyse".

Sehr hilfreich sind Bildersuchmaschinen wie z.B. http://tineye.com/ oder die Google-Bildersuche. Werft diesen mal die im Cache verlinkten Bilder vor und schaut, ob sie diese kennen und mit welchen Schlagworten oder Informationen diese verbunden sind.

4. Hint. Gibt es einen? Nutzt er auch? Oder ist er nur ein Findehelfer für draußen? Bei der Gelegenheit: ich würde mir wünschen, daß alle Hints auch wirklich welche wären. Dies ist kein Zwangsfeld für Fülltext, man bekommt den Cache auch freigeschaltet, wenn man keinen angibt. Der leider viel zu häufig benutzte Blödsinn ("hier ist nix", "wer das liest ist doof", …) ist nervig, sinnlos und schon seit etwa einer Millionen Mal Verwendung auch nicht mal mehr ein bisschen witzig.

5.Der Quelltext. Selbst ohne tiefgreifende html-Kenntnisse kann man hier leicht verborgene Hinweise, versteckte Links, unbeachtete Tooltips (der Text, der erschienen kann, wen man mit der Maus über einen Link fährt), oder das Ziel der nervigen kleinen Mouseovers (wenn man mit der Maus über ein Bild fahren muss um an einem bestimmten, winzigen Punkt einen Link zu bekommen) erkennen.

Am Beispiel des Firefox und einem geocaching.com-Listing: Markiere den Text zwischen den Notes und dem Hint, klicke mit der rechten Maustaste darauf und wähle "View Selection Source" ("Auswahlquelltext anzeigen"). Es öffnet sich ein weiteres Fenster, in dem Quelltext blau markiert ist. Findet sich hier etwas ungewöhnliches? Links zum Beispiel beginnen mit < a href=" und enthalten den physikalischen Link sowie den Linktext. Sehen beide aus, wie eine URL, unterscheiden sich aber, sollte man mal beide besuchen.

Bilder beginnen mit < img src=" ) . Innerhalb dieser spitzen Klammern könnte hinter "alt = " versteckter Text " etwas verborgen worden sein, was aber, je nach Browser, auch schon im Listing sichtbar sein könnte.

Text, der nicht auf der Webseite angezeigt werden soll, kann wie folgt auskommentiert werden < ! -- hier ist der "Geheimtext" -- ! > .

Ich musste bei den HTML-Code-Beispielen leider zusätzliche Leerzeichen einfügen, sonst hätte das Blog diese als html-Code interpretiert und nicht hier als Text dargestellt.


6. Die Waypoints. Wer guckt schon auf die Waypoints? Diese können durchaus interessant sein. Haben sie einen Beschreibungstext? Liegen die Koordinaten in der Nähe des Myteriepunktes? Wenn sie komplett woanders sind, könnte es vielleicht schon reichen, nur die Minuten der Koordinaten (die letzten 3 Ziffern von Nord und Ost) mit denen des Mystery-Fragezeichens zu vertauschen? Ich habe auch schon Caches gesehen, bei denen es eine wahre Flut von Waypoints gab, die dann, geschickt miteinander verbunden, ein X auf der Karte gemalt haben oder einen Text bzw. Ziffern auf einer Karte ergaben.

7. Der GC-Code. Bei Geocaching.com haben die Caches eindeutige Namen, die mit GC anfangen. Das, was dahinter folgt, ist zwar vom Cacheowner nicht zu beinflussen, aber nutzen kann er es natürlich trotzdem. Möglicherweise als Schlüssel um eine andere Information im Listing zu verbergen? Oder simpel als Passwort für ein verschlüsseltes Archiv oder eine Webseite?

8. Das Legedatum: Stimmt es ungefähr mit dem Veröffentlichungsdatum überein? Wenn nicht, ist es ein recht deutlicher Hinweis, daß hier eine Information verborgen worden ist. Aber auch sonst kann man über das Datum etwas verschlüsseln, sei es als Passwort, oder weil man z.B. die Zahl des Tages (Monat, Jahr) nehmen, und mit der Ziffer die Worte (Absatz, Zeile, Wort, Buchstabe, …) im Text abzählen muss.

9. Der Geochecker: Gibt es einen irgendgearteten Geochecker? Dann versäumt nicht, diesen mal anzucklicken. Möglicherweise verbirgt sich hier noch ein weiterer Hinweis.

10. Trackables: Wird zum Finden des Caches vielleicht ein Travelbug/Coin benötigt? Schaut mal in die Liste der "View past Trackables" - ist hier als erstes vom Owner ein TB/Coin hinterlegt und gleich wieder herausgenommen worden? Stimmt die Liste der Cachefinder "zufällig" mit denen überein, die diesen Trackable "discovert" haben? Dann beginnt hier die Jagd ;)

11. Codelexikon: Sind Informationen im Listing, ihr könnt sie aber nicht zuordnen? Dann legt mal ein Codelexikon (z.B. von www.geocaching-franken.de ) daneben und schaut, an welcher Stelle euch vielleicht ein Licht aufgeht.

12. Weiteres: Es nutzt alles nix? Dann werft einer Suchmaschine den Cache und all seine Informationen vor die Füße. Vergesst nicht, dem Owner etwas hinterherzustalken, auf seine Profilseite zu gucken, ggf. weiteren Links zu folgen. Seine Mailadresse, hat er eine Homepage? Oder gar eine informative Facebookseite? Passen eure Gedankengänge überhaupt zur Difficult-Wertung? Allzu häufig übersieht man ja das Naheliegendste und stochert unnötig in der Tiefe.

Und als letzter Tipp auf dieser Seite: fehlt vielleicht der klassische Satz, daß die Mysterykoordinate frei gewählt worden ist und nichts zur Sache tut? Dann liegt die gesuchte Koordinate vielleicht genau da, wo auch das Fragezeichen plaziert worden ist?

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Geocaching Mysteries lösen - Kapitel 1 - Einleitung

Geschrieben von Nina • Sonntag, 9. Dezember 2012 • Kategorie: Mysteries lösen
Geocaching Mysteries lösen

Geocaching Mysterys lösen
Einleitung - Warum schreib ich dies?

Ich mag Geocachen. Eines der Dinge, die mir hierbei am Besten gefallen, sind die Mysteries. Also Caches, bei denen man zum Finden einer GPS-Koordinate - sei es die Dose selbst oder eine Station eines Multis, also eines Mehrstationencaches - erst einmal ein Rätsel lösen muss. Manche dieser Rätsel folgen bestimmten wiederkehrenden Mustern. Vieles ist zwar unterschiedlich verpackt, ähnelt sich in den Grundzügen dann irgendwann aber doch. Seien es die Verschlüsselungen (z.B. Binär oder Morse) oder die Techniken, in Bildern oder Musikdateien weitere Informationen zu verbergen. Jeder, der einen derartigen Mystery selber lösen will, muss erstmal herausfinden, wie so etwas funktioniert und was überhaupt alles möglich sein kann. Und Jeder, der so etwas schon einmal gehört, gelesen oder angewandt hat, muss sich in der betreffenden Momenten auch wieder daran erinnern.

Für derartige Situationen und Personen hab ich diese Blogrubrik angefangen und werde sie im Lauf der Zeit immer wieder erweitern.

Ihr findet diese Blogiedee verwerflich? Ein Mysterylösungsblog für all die Abschreiber, Mysterykoordinatentauscher, Telefonjokernutzer und ähnliches Gesocks? Ihr müsst ja noch immer alles selber lösen und findet dieses Geschriebene daher furchtbar unfair? Nein, das ist es gar nicht, fast gar nicht. Alles was hier so steht, findet sich auch im Netz auf diversen Foren, Blogs, bei Twitter, Facebook und über diverse Suchmaschinen, und wird spätestens auf Events wie die berühmten Panini-Bilder getauscht. Übrigens genau wie man häufig auch detailierte Lösungsansätze zu speziellen Caches findet. Oder auch gleich die Final-Koordinaten.

Ich werde hier mit Sicherheit keine einzelnen Caches und deren Lösungswege beschreiben. Und auch mit dem Wissen und der Nutzung der hier erklärten Ideen und Strategien ist das Lösen eines Mysterys noch immer Hand- und vor allem Kopfarbeit. Man muss die Mysteryidee selber verstehen und umsetzen, die Rätsel sind häufig ineinander verschachtelt, man muss die Koordinaten erkennen, wenn sie vor einem liegen. Und man muss, wie bei allem im Leben, viel üben. Eine Menge abstruser Gedanken verfolgen, wobei die Lösung oft viel einfacher ist, als die eigenen Gedanken. Viele Mysteries lassen sich sowieso nicht in ein Lösungsschema pressen, jeder einzelne Cacheowner hat andere, teils wirre, teils geniale, oft einmalige Ideen, auf welche Art man Koordinaten, Hinweise oder Text verstecken kann. Und bei vielen Mysteries ist der Lösungsweg sowieso klar und es erfordert nur etwas Mühe, ihn zu erarbeiten. Durch Webrecherche, durch das zeitraubende Ausfüllen bestimmter Matritzen, durch das Lösen von Logikrätseln, für die es kein Online-Lösetool im großen, bösen Internet zu geben scheint. Oder durch das Finden eines anderen Caches oder Travelbugs.

Somit darf nun jeder, der hoffte, nach der Lektüre dieses Blogs jeden Mystery mit wenigen Klicks von der Karte putzen zu können, enttäuscht die Webseite schließen. Nur weil man weiß, wie ein Sudoku funktioniert, ist man noch lange nicht in der Lage, ein solches auch zu lösen. Von einem schnellen Lösen noch gar nicht geschrieben.

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Weiter mit Kapitel 2 - Die Listinganalyse


Gladdy

Geschrieben von Nina • Samstag, 10. November 2012 • Kategorie: privates
Einfach nur zwei schöne Fotos von meiner ganz besonderen Katze Gladdy. Sie hat geschnurrt bei der Fotosession und sich wohlig auf der Box gewälzt. Und das nur, weil ich mit der Kamera dort stand und mit ihr gesprochen hab. Dieses Tier liebt Aufmerksamkeit. Und Futter ;) .




Projekt X - Eine Radtour durch Deutschland

Geschrieben von Nina • Montag, 30. Juli 2012 • Kategorie: privates
Man sollte sich seine Träume erfüllen!

"Solange man noch kann", erweiterte der Pessimist in mir diese Aussage und wies mich irgendwann im Frühjahr darauf hin, dass ich bald mal wieder Geburtstag hätte. Auch noch einer, bei dem sich die vordere Stelle der Altersangabe hässlich verändert. Höchste Zeit endlich mal, wie schon so lange gewünscht, mit dem Fahrrad durch Deutschland zu radeln!

Gesagt, geplant, getan. Sieben Tage, 617 Kilometer, von Hannover bis nach Bad Ems. Mit dem Mountainbike und einem Einrad-Fahrradanhänger. Einfach nur so. Weil ich so etwas schon immer mal wollte. Weil ich gerne Rad fahre. Weil ich immer schon mal testen wollte, wie weit ich mit dieser Art der Fortbewegung wohl komme. Zumal wenn ich mich noch mit Gepäck belade. Und wie lange ich wohl brauchen werde, um das geliebte Fahrradfahren endlich mal satt zu haben.

Nun, beides dürfte ich geschafft habe. Meine körperlichen Grenzen habe ich an zwei der sechs Fahrtage definitiv erreicht und nach dem Ende der Tour hatte ich über Wochen keinen gesteigerten Bedarf empfunden, meinen malträtierten Hintern für längere Strecken auf einen Fahrradsattel zu hieven.

Die Streckenplanung hatte ich im Vorfeld mit der Freeware "Tyre" erledigt. Die hierbei erzeugten Tagesstrecken (ca 80-130 km pro Tag) auf mein GPS-Gerät übertragen, welches während der Fahrt an meinem Fahrradlenker steckte. Die Übernachtungen hatte ich weitestgehend in Jugendherbergen gebucht, nur zu meinem Geburtstag schlief ich umständebedingt in einer Ferienwohnung und die allerletzte Nacht hab ich mir in Ermangelung eines Jugendherbergsplatzes ein recht teures Hotelzimmer gegönnt.


Ein paar Tage vor meinem runden Geburtstag mitten im Mai ging es los. Mit etwa 15 Kilo Gepäck im Hänger. Nur das Nötigste! Kurze Wechselradkleidung (gewaschen wurde diese abends in der Dusche), lange Radkleidung für kalte Tage, Regensachen, "Zivilkleidung" für die Abende, ein möglichst sparsam gepackter "Kulturbeutel" (angebrochene Shampoo und Duschgelpackungen, fast leere Zahnpasta ). Außerdem dabei: etwas Technik wie Ladegeräte für Lampe und Handy, Ersatzakkus fürs GPS und die Kamera, etwas Fahrradwerkzeug und Ersatzschläuche für die meisten Eventualitäten. Und natürlich Essen und Trinken.

Für die erste Etappe hatte ich mir eine kleinere Strecke gewählt, etwa 80 km, kaum bergig. Und doch war gleich die erste Teilstrecke eine der schlimmsten. Gegenwind in Windstärke 4-5. Und das bei strahlendem Sonnenschein, der recht bald einen seltsamen Kontrast zu meiner Stimmung bildete. Ich kam gegen den Wind und mit dem Hänger kaum vorwärts. Nach nur 90 Minuten hatte ich schon das erste Mal die Schnauze von dieser Form von "Urlaub" voll. Mein Körper brauchte die erste Pause, ich fühlte mich schlaff, zittrig, kaputt, alle, und das JETZT SCHON! Nach gerade mal 30 Kilometern! Von mehr als 600! "Das schaff ich nie!" So dachte ich wenigstens einige Minuten, bis mich ein paar Pommes, Salat, Kaffee und etwas zuckerhaltige Limonade eines schottischen Fastfood-Tempels wieder etwas aufrichteten.

Der Rest dieses Tourtages wurde nicht unbedingt leichter aber doch noch besser und natürlich kam ich an diesem, wie an allen folgenden Tagen am geplanten Ziel an. Immer pünktlich genug um noch einzuchecken, meist so früh, dass ich nach einem Abendessen noch etwas von der Gegend sehen konnte. Wobei ich mit zunehmender Tourdauer immer weniger Interesse, Kraft und Lust hier zu verspürte.

Bei meinen Tagestouren sammelte ich den einen und anderen Geocache ein, hatte meine Zwischenziele oft auf gutbewertete oder interessante Caches gelegt, welche die sich schnell und ohne Ausrüstung bzw. Kletterei auch finden lassen. So waren dann viele meiner kleinen (und sowieso notwendigen) Pausen auch noch von sehenswerten Orten, spannenden LostPlaces oder witzigen Dosensuchen geschmückt. Ansonsten blieb mir bei 6-8 Stunden Fahrzeit täglich leider wenig Zeit um mir die Sehenswürdigkeiten und Städte näher anzuschauen. Aber das war auch nicht primäres Ziel meiner Radtour gewesen.

Die Einsamkeit während der vielen Stunden auf dem Fahrradsattel empfand ich als sehr angenehm. Kein "muss", außer dem Ankommen, niemand, dem ich zuhören, niemand, mit dem ich sprechen muss. Endlich mal kein permanent klingelndes Telefon! Nur ich, mein Rad, meine schmerzenden Muskeln, der permanente Hunger (aß ich zu wenig, bekam ich sehr hässliche Kopfschmerzen!) und der immerwährende Durst. Wenn mir zu langweilig wurde, hörte ich Musik oder Hörbücher. Ganz besonders gefallen hat mir Harpe Kerkeling "Jakobsweg", der mir einen ganzen, langen, sonnigen Fahrradtag sehr bildreich und lustig von seiner "Tour" erzählt hat.

Meine Nächte waren meist zu kurz. Ich stand früh auf um möglichst ohne zusätzlichen Zeitdruck fahren zu können. Ich schlief allerdings auch häufig eher schlecht. Teils sicher der Anstrengungen wegen, teils einfach weil die Betten schlecht waren oder die Nebengeräusche störten. Auf der optisch sehr eindrucksvollen Wewelsburg bekam ich kaum ein Auge zu, da die einzigen anderen Gäste, eine Klasse Jugendlicher, die ganze Nacht hindurch lärmten - und diese genau neben meinem Zimmer untergebracht waren. Und als ob das noch nicht schlimm genug gewesen wäre, gab es dann morgens im Frühstücksraum ein munteres Liedchen dieser Klasse, natürlich im Kanon. Dieses Erlebnis hatte ich gleich in zwei Jugendherbergen und so ist der Kanon und die Tatsache, dass Jugendherbergen offensichtlich fast immer ganz oben auf einem Berg abgestellt werden, das, was ich nun am meisten mit Jugendherbergen in Verbindung bringe.

Eindrucksvoll war auch die Nacht in der Oerlinghausener Jugendherberge. Nach einem langen, heißen Fahrradtag hatte ich mich hier den zwangsläufigen Schlußspurt-Berg hoch gekämpft, wünschte mir nichts mehr als eine Dusche, etwas zu essen (ganz egal was! Aber davon viel!) und ganz viel Schlaf, und stand vor verschlossenen Türen. An diesen ein Zettel mit einer Handynummer. Verwirrt rief ich an und eine fröhliche Frauenstimmer erzählte mir, sie sei auf dem Weg nach oben. Ich wäre hier in dieser Nacht der einzige Gast. Durfte mein Rad samt Anhänger im Flur parken, bekam einen Schlüssel für die Eingangstür und fühlte mich wie in Stephen Kings "Shining". Immerhin war diese Nacht sehr ruhig, ich schlief trotzdem schlecht. Und wie jeden Abend begann mein Körper beim Einschlafen zu frieren. Das Energiedefizit. So viel konnte ich gar nicht essen, wie ich verbrannt hatte.

An jedem Tourtag, egal wie lang und schön er gewesen war, fühlten sich die letzten 10-20 km furchtbar an. Mein Körper wollte nicht mehr, der Kopf auch nicht, die Muskeln taten bei jeder Tretbewegung, der Hintern sowieso, die Hände wollten sich nicht mehr auf den Lenker stützen und mein ganzes Denken zielte nur noch auf diesen einen Punkt: das Tagesziel. Endlich anzukommen. Für diesen Tag fertig zu werden. Ich suchte händeringend nach Ablenkung und Motivationsmöglichkeiten und zählte irgendwann meine Reststrecke in "15-km-Arbeitsfahrten-Etappen". Schließlich sind diese im Alltag total langweilig und strengen mich gar nicht an. Ob es genutzt hat?

Das Fahren mit einem Einradanhänger gestaltete sich als angenehm und einfach. Und hatte den Vorteil, dass der motorisierte Verkehr mich wesentlich ernster als Hindernis wahrnahm, als ich das auf normalen Fahrten ohne Hänger erlebe. Meist hielten die Autofahrer artig Abstand und warteten mit dem Überholvorgang auf ausreichend große Lücken. Es gab natürlich auch wenige Ausnahmen, aber auf 600 km Strecke waren das meiner Fahrraderfahrung nach überraschend wenig derartige Gefahrensituationen.

Wann immer es möglich war, benutzte ich Radwege. Häufig war ich aber auf Nebenstraßen unterwegs, auf denen es sowieso keine Alternative zur Fahrbahn gab. Allerdings auch weniger Verkehr, was das Fahren sowieso viel schöner macht. Der schönste Radweg auf meiner Tour war der Lahnradweg. Zumindest die erste Hälfte bei Marburg und Giessen. Er war toll ausgeschildert, führte durch eine sehenswerte Landschaft, blieb angenehm eben, da er dem Flussbett folgte und war nur vielleicht etwas zu bevölkert - an dem sonnigen Himmelfahrtstag, an dem ich ihn benutzte.

Der vierte Tag war mein erster Regentag und der erste, an dem ich ernsthaft über einen Abbruch nachdachte. Ich war schon im Regen gestartet, wie an jedem Tourtag war die gefahrene Strecke schlussendlich 10-20 km länger als geplant, ich war nass, kalt, hungrig, und müde. Irgendwann spielte auch mein Kreislauf nicht mehr mit, mir wurde übel und zu allem Überfluss kam ich in ein heftiges Gewitter mit Hagelschauer. Dankenswerterweise konnte ich mich in einem Bushäuschen unterstellen. Zog mir dort erst mal eine weitere Schicht trockene Kleidung über, zitterte aber weiterhin und blickte sehnsüchtig auf das gegenüberliegende Haus in der Hoffnung, da würden liebe Menschen wohnen, die mich hereinbitten, mir einen Kaffee anbieten und bei denen ich mich etwas aufwärmen könnte. Menschen gab es dort. Aber denen war ich frierendes Häufchen Elend in der Bushaltestelle offensichtlich vollkommen egal. Ich begann über ein Taxi nachzudenken, was mich die letzten 20 KM zu meiner Unterkunft fahren könnte. Oder gleich einen kompletten Abbruch der Tour - ein Anruf, und man würde mich abholen! So war es als Notfallszenario abgesprochen. Allerdings wäre das ja aufgeben. Versagen! Nein, so was hatte ich überhaupt nicht eingeplant *kopfschüttel*. Also weiter.... Mit "Zaubertrank" in Form von Cola. Die wirkt fantastisch in solchen Momenten, der Zuckerspiegel steigt, mir war sofort etwas weniger übel. Zusätzlich hatte ich das große Glück, dass die Straße die letzten 20 km leicht bergab verlief und so rollte ich im Schneckentempo meinem Tagesziel entgegen. Dort kam mein Rad und ich schlammig und nass und ich völlig erledigt an. Ab unter die warme Dusche, dann erst mal ins Bett. Psychisch und körperlich total am Ende. Es dauerte sehr lange, bis ich überhaupt die Kraft fand, mir etwas zu essen aus meinem Gepäck herauszusuchen.

Der folgende Tag war mein Geburtstag und ein sportlicher Ruhetag. Ich hatte Gelegenheit meine körpereigenen Kohlehydratspeicher nicht nur an meinem Geburtstagskuchen aufzufüllen und meine Muskeln konnten sich ein wenig regenerieren. Sollte ich eine derartige Tour noch einmal planen, werde ich nie mehr als zwei, maximal drei Tage am Stück fahren und dann meinen Körper einen zur Erholung geben.

Nach dem Ruhetag folgten die beiden anstrengendsten Tage. Sowohl von der Kilometerzahl als auch den zu leistenden Höhenmetern her. Bergfahren mit Hänger ist unglaublich anstrengend, ich bin sehr oft abgestiegen und habe mein Gespann kraftsparend hochgeschoben um dann an den starken Gefällstrecken auch noch abbremsen zu müssen. Der vor zwei Tagen noch hochgelobte Lahnradweg wurde immer schlechter, war überhaupt nicht mehr flach und verschwand zwischendurch vollkommen. Statt dessen wurde der Radfahrer auf eine der wenigen, vielbefahren, engen Straßen iin der zerklüfteten Schiefergebirgsgegend gelotst. Optisch durchaus reizvoll, aber ich war inzwischen weniger an den Landschaften interessiert, als denn dann daran, möglichst bald diese letzten zwei harten Etappen hinter mich zu bringen.

Die letzte Übernachtung hatte ich in einem Hotel gebucht (was - natürlich - ebenfalls auf einem Berg lag), da die Jugendherbergen des Brückentages Himmelfahrt wegen ausgebucht waren. Damit hatte ich ungewohnt großen Luxus. Dazu ein Abendessen, mit Blumen (!) dekoriert, welchse mir von einem übereifrigen Kellner serviert wurde. Nach einer fantastischen Nacht in dem guten Hotelbett bekam ich ein himmlisches Frühstück mit einer Kanne Kaffe, einer Zeitung und glutenfreiem Brot. Endlich mal keine Reiskekse...

So startete ich ausgeruht und satt in den letzten Tag, schnallte meine gelbe Reisetasche wieder in den Hänger, füllte meine drei Trinkflaschen auf und packte mir noch einen Hotelapfel in den Rucksack. Muskeln und Hintern muckten wie immer am Start, gaben aber schnell auf, weil ich sie sowieso nicht beachtete. Nach einigen Kilometern Fahrt begann es leicht zu nieseln. Ich rang mit mir, ob es sich lohnt, wegen dem bisschen Feuchtigkeit anzuhalten, den Hänger nach den Regensachen abzusuchen und sie anzuziehen, aber das Wetter half bei der Entscheidungsfindung. Der Regen wurde stärker. Und hielt die ganzen, letzten einhundert Kilometer an. Von der Helmmütze bis zu den Überschuhen war ich mit einer wasserabweisender Schicht bedeckt, die aber nach kurzer Zeit ihre Aufgabe nicht mehr zuverlässig erfüllte. Ich wurde immer feuchter, kälter und genervter. Irgendwann gab mein Tacho den Wassermassen wegen auf, das GPS war aber glücklicherweise ausreichend wasserfest. Irgendwann am späten Nachmittag saß in ich zitternd in einer Tankstelle in Bad Ems. Vor mir ein XXL-Kaffee mit vier (!) Portionen Zucker, weiterhin Marzipan, Gummibärchen und eine zuckerhaltige Limonade. Bis hierhin und nicht weiter! Ich rief meinen "Besenwagen" an. Der wollte mich, so war es von vornherein geplant gewesen, in Lahnstein einsammeln. Nun musste er mir noch ganze 8 km weiter entgegenkommen. Leider ein eher hässliches Ende dieser tollen Tour!

617 km in sieben Tagen.

Ich werde es wieder tun!
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Twitter?

Geschrieben von Nina • Dienstag, 15. November 2011 • Kategorie: informelle Selbstbestimmung
Vor kurzem wurde versucht, mir den Dienst "Twitter" schmackhaft zu machen. Tatsächlich war die Argumentation so stichhaltig, daß ich mir entgegen meiner Abneigung testweise einen Account zugelegt habe. Zwei Wochen nach Start dieses Experiment stelle ich fest:

Ich brauch das nicht!

Im Bereich von Nachrichten und Informationen (so etwas wie haz.de, heise.de, netzpolitik.de, piratenpartei, udo vetter etc.) ersetzt mir Twitter zwar den RSS-Feed und die Newsletter, dafür muss ich einem einzelnen Dienst gegenüber offenlegen, was mich so alles interessiert. Mag ich gar nicht! Nicht mal mit einem mehr oder minder anonymen Pseudonym.

Für Informationen zum Geocaching (aus der Ecke kam das "schmackhaft machen") sind die abonnierbaren Listen und Accounts zwar zwar ganz interessant (neue Caches, deaktivierte, archivierte, sogar wer welche gefunden hat), aber hier habe ich mit einem Premium-Account auf der Geocaching-Webseite und Mailbenachrichtigungen andere Möglichkeiten, die sich auch wesentlich feiner steuern lassen. Der Rest ist Informationsrauschen, was manchmal ein leichtes Interesse bei mir weckt, für das mir meine Zeit dauerhaft aber zu schade ist.

Im Bereich des "Sozialen Netzwerkes" finde ich es zwar spannend zu sehen, wer da mit wem intensiv herumzwitschert, allerdings ist mein eigenes Kommunikationsverhalten offensichtlich nicht twitterkompatibel. Ich weiß nicht, warum es irgendeine größere Masse da draußen interessieren oder gar belustigen sollte, das z.B.: mein Kater in meine Schuhe gekotzt hat (dieses Beispiel stammt von obiger Bekannter, die es sehr lustig gefunden hat, dies von einer ihrer Follower zu lesen). Und ich werde auch bestimmt nicht in die Welt herausschreien, das ich mich jetzt grade im Fitnesstudio oder im Bahnhof Kassel befinde (weil es bis auf sehr wenige Menschen, die es dann sowieso schon wissen, auch niemanden interessieren wird!). Außerdem mag ich es gar nicht, dass meine Privatsphäre genau auf eine Filtermöglichkeit zu beschränken ist: Follower. Erlaube ich jemandem, mir zu "folgen", sieht der/die-jenige alles von mir. Wem ich folge, wer mir folgt, also alles was mich interessiert und alle die mich interessieren und dazu noch all mein Geschriebenes.

Da ist mir persönliche Kommunikation (gern auch übers Netz, gern per Mail, ICQ o.äh.) dann doch wesentlich lieber. Und wenn es an einen größeren Kreis gehen soll, dann in einem themen- und damit auch benutzergruppenbezogenen Forum. Aber doch nicht per Gießkanne auf alle da draußen. Und wie immer im Web: im Zweifel gespeichert für alle Zeiten. Bei einem einzelnen Anbieter!

Weiterhin ist mir die Twitterseite auch noch viel zu unkomfortabel. Ich kann zum gezielteren Lesen zwar Follower-Listen anlegen, das aber nur über eine Klickorgie und ich sehe nicht mal vor dem zweifachen Klicken, ob ein Account schon in einer Liste eingetütet ist oder nicht. Den einzelnen Unterhaltungsfäden zu folgen ist über die reine Twitterseite auch ein echter Krampf. Möglicherweise gibt es dafür ja Clients, die es besser können. Aber so tief möchte ich hier dann wohl doch nicht einsteigen. Ich hab jetzt schon genug von der nur sehr marginal sinnvollen Informationsüberflutung.

Und wie man hier deutlich liest, mag ich mich auch nicht auf 160 Zeichen beschränken müssen. ;)

Letztendlich hat mir mein Selbstversuch bestätigt, was ich schon seit Jahren von Twitter denke. Irgendwie brauch ich das nicht und mir erschließt sich der wahnsinnige "Hype" nur ganz am Rande...

Wie therapiert man Höhenangst?

Geschrieben von Nina • Montag, 10. Oktober 2011 • Kategorie: sportliches
Wie jede andere Angst auch, man stellt sich ihr. Etwas Therapie für mich war schon sehr häufig der Besuch der verschiedenen Kletterparks und Seilgärten gewesen. Gut angeseilt hatte die Angst fast keine Kontrolle über mich, auch wenn sie durchaus vorhanden war und leise wimmerte. Nun hatte ich noch eine weitere Motivation den Kampf gegen rationale Ängste mit irrationalen Ausprägungen aufzunehmen: ich wollte auch endlich (Geocaching-) Dosen aus Bäumen und anderen höher oder auch tiefer gelegenen Örtlichkeiten pflücken können!

Da traf es sich sehr gut, daß ich im September kurzfristig zwei Plätze in einem Seilkletterkurs beim Erlebnis-Projekt.de ergattern konnte. Samstag den Einsteigerkurs, Sonntag den Fortgeschrittenenteil. Anfangs war ich ja etwas skeptisch, ob ein Aneinanderreihen der beiden Kurse nicht etwas zu anstrengend werden würde, und natürlich hatte ich damit absolut recht (was mir der anschließend tagelang anhaltende Muskelkater bewiesen hat), allerdings war es trotzdem genau das Richtige, weil das am Samstag gelernte am Sonntag unter prüfenden Blicken gleich wiederholt werden konnte und sich somit wesentlich besser festigte. Übrigens hat sich das Gelernte so gut gefestigt, daß ich heute, Wochen später, noch immer die Worte und die Stimme von dem Trainer im Ohr habe und ähnlich penetrant wie er es bei uns tat, meinen Kindern die Seilzugangstechnikhandgriffe beigebracht habe.

Beim Samstagskurs, dem Einsteigerteil, waren wir zu sechst, Marko und ich sowie vier befreundete Cacher (drei Männer, eine Frau), die einfach mal in die T5-Klettertechnik reinschnuppern wollten. Im Gegensatz zu uns war bei ihnen erst mal kein weiteres Kursinteresse und auch kein gesteigertes Kaufinteresse an Seiltechnikzuberhör vorhanden. Was für uns den Vorteil hatte, daß wir den Fortgeschrittenenkurs am Folgetag "allein" zu zweit machen konnten.

Vor Kursbeginn war ich schon extrem nervös. Beim Autofahren brachte jeder Kilometer Näherung an das Ziel eine Steigerung meiner Atemnot und dem zerdrückenden Gefühl im Magen, der Übelkeit und dem Wunsch, schon wieder ein Klo zu suchen. Dabei habe ICH den Kurs gewollt! Und ich weiß und wusste, daß ich gut angeseilt in aller Regel nur wenig Angst habe. Aber ob mein Rücken das durchsteht? Ob ich das durchstehe? Was wenn ich umfalle? Was wenn ich nich mehr kann? Psychisch, körperlich, körperchemisch? Ängste lassen sich prima durch Ängste füttern und wachsen und gedeihen dabei prächtig...

Der Seilkletterkurs mit dem spannenden Namen "Geocaching-T5" fand in einer alten Fabrikhalle in NRW statt. "Ein erlaubter Lost Place!" war mein erster Gedanke als wir das alte Kesselhaus der ehemaligen Textilfabrik betraten. An den Decken hingen Seile, teils längs, teils quer, eine Seilbahn war aufgebaut, ansonsten war wenig Platz im unteren Bereich, aber oben auf dem alten Kessel standen Tische, Bänke, Kaffeemaschinen und Regale. Hier war unsere "Zentrale". Hier hatten wir nun erstmal eine zweistündige Einweisung, ein Kennenlernen, etwas Theorie. Und Kaffee! Meine Müdigkeit freute sich sehr über diesen, meine angespannten Nerven und die hyperaktive Blase nicht so.

Andy, der Trainer, ist ein ziemlich grosser, etwas zerknitterter, leicht angegrauter Ruhrpöttler. Ein menschenoffener, kommunikativer Mensch, der sehr gern redet. "Lehrer" ist tatsächlich ein guter Job für ihn (gelernter Erzieher und gelernter Polizist).

Unser "Drillinspector Andy" redete nun erstmal stundenlang. Über die Kletterhalle, seine Projekte, über sich, Jobs, Kinder, achja, und über Seilzugangstechniken. Wir würden nämlich gar nicht klettern, sagte er. Jaja, .... Dann gab es noch eine Vorstellungsrunde von uns. Ich war bei meiner Vorstellung sehr ehrlich, also sprach davon, daß ich viel Höhenangst habe, angeseilt diese meist unter Kontrolle ist und das ich diesen Kurs u.a. als Therapie betrachte.

Dann gab es eine Einweisung in den Gurt. Ich wollte eigentlich lieber raus, meine Blase entleeren (was eher schwierig war, weil es kein Klo gab. Aber Gebüsch und hey, wir sind doch Cacher unter uns *g*), wollte aber nix verpassen und schon gar nich als erste zum Klo (Mädchen!). Worauf ich plötzlich Vorführpuppe wurde. Diese Vorführung irgendwann aber wegen extremer Nervosität gepaart mit einer übervollen Kaffeeblase unterbrechen musste und meine Pinkelpause das andere Mädel gleich dazu brachte mit rauszugehen. Danach war ich wieder Anziehpuppe, ließ mich von Andy in den Gurt zwängen und erklären. Den Gurt, nicht mich! ;)

Danach bekamen alle anderen auch einen Gurt und einen Helm und wir gingen runter an die Seile. Andy erklärte die Technik. Er sagte, man solle die Geräte immer auf die gleiche Weise festhalten und benutzen, weil man sich nur so eine wirklich sicherer und richtige Handhabung aneignet, die auch in Paniksituationen noch funktioniert. Inzwischen war ich zwar immer noch nervös, aber nicht mehr so schlimm wie noch einige Stunden zuvor. Ich bemühte mich alles richtig zu machen und war viel zu sehr mit der Technik beschäftigt um mir ernsthaft Sorgen darüber zu machen, daß ich auf dem Boden aufschlagen könnte, wenn ich jetzt an einem, nein zwei 11 mm Seilen hochsteige.

Das erste Mal am Seil hoch war psychisch recht entspannt - ich war als eine der ersten oben, nachdem ich noch kurz versuchte, höhenangstbedingte Spezialregeln durchzusetzen:"Müssen wir wirklich bis nach ganz oben?" "SAGTE ICH GANZ HOCH???") Ok, dann gibt’s wohl kein Kneifen, dann ganz hoch....

Oben angekommen schaute runter und dachte: "hmm... das ist hoch!" Es waren bestimmt wahnsinnige 3-4 Meter *g* Angst war nicht da und der Gurt war tatsächlich ein bisschen bequem. Bis eben war mir noch sehr kalt gewesen (Nervosität!), nun wurde mir langsam warm, später meist sogar viel zu heiß.

Die nächsten Stunden spielten wir einbauen, ausbauen, hochgehen, runtergehen. Mal an der einen, mal an der anderen Seilstrecke. Mal am runden Schornstein, mal an der Wand gegenüber, die auf das Podest führte. Dort mussten wir hoch und uns ausbauen, nachdem wir uns vorher in die Sicherungsleine oben eingebaut hatten. Dann wieder einbauen und und wieder nach unten abseilen. Beim ersten Mal dieses über die Kante abseilen hatte ich vorher noch Sorge vor der Angst, die mich sicher fressen würde, wenn ich über die Kante trete. Dabei war es nichts schlimmes, eher lustig. Ich hatte volles Vertrauen in die Technik! Doppelt gesichert...

Wir spielten - nach einer Mittagspause - den Rest des Tages weiter ein- und ausbauen, Seilwechseln, Partner-Check. Irgendwann war das andere Mädel körperlich fertig und wollte nicht mehr. Ich war bedingt fertig, arg verschwitzt, aber ich wollte weitermachen, auch wenn das immer gleiche rauf und runter dann doch mal langweilig wurde! Für Knotenkunde blieb am Ende des Tages leider keine Zeit mehr. Im Abschlussgespräch erwähnte Andy noch, was man seiner Meinung nach an Ausrüstung brauchen würde. Seine Rechnung war höher als meine, sogar als meine pessimistische. Wobei ich auch nie von doppelten Sicherungen und Sicherungssystemen ausgegangen bin, die hier in diesem Kurs - gehalten von Industriekletterern - Arbeitsstandard und bei näherer Betrachtung auch sinnvoll sind.

Dann musste Andy weg, er hatte abends einen Auftrag und wir hatten endlich Feierabend! Inzwischen war es weit nach 17 Uhr, wir hatten den Kurs um 1,5 Stunden überzogen! Ich war hungrig, müde, fertig, wollte nur noch essen (viel essen!) und schlafen!

Nach einer traumlosen Nacht voll tiefstem Schlaf ging der Drill weiter, im Fortgeschrittenenkurs. Diesmal nur wir zwei und Andy natürlich.. Wenn man nur noch zu zweit lernt, bekommt man auch mehr Aufmerksamkeit ab, was nicht immer gut ist. Wir haben viel Kritik abbekommen ( leider oft auch berechtigt!).

Eine der Aufgaben nach dem Warmklettern (rein, rauf, raus, rein, runter, raus, rein, … und immer den Arm unter die Lockersling! Das Seil nich zwischen die Beine! Wie fasst man in Hannover einen Stift an?), sollten wir ein Seil an einem Stahlträger einbauen. Andy schmiss uns einen Haufen Kram vor die Füße (Seile, Bandschlingen, Karabiner aber auch sowas wie eine Schwimmnudel, Metallstäbe, Holzlatten) und meinte, wir sollten damit nun ein Seil oben am Stahlträger einbauen. Taten wir, wobei wir erst spät merkten, daß 1/3 des Krams einfach nur zur Verwirrung aufgeworfen worden war. Andy saß derweil entspannt in seinem Sitz in einem Gurt am Seil und schaute uns zu. Marko und ich grübelten, testeten und bekamen irgendwie (ich hab die Details echt vergessen) das Seil oben eingebaut. Einer von uns musste an den Seilen hoch und die oben richtig befestigen. Ich tat dies und hatte dabei dabei leichte grössenbedingte Probleme, kam oben nicht gut an den Stahlträger, die Bandschlingen und Karabiner. Ich musste mich an meinem Seil hochzerren, gleichzeitig an dem eigentlich zu weit entfernten Rohr der Wand abstützen. Sehr kraftraubend. Aber ich habs geschafft! Unter den kritischen Augen von Andy..Eigentlich keine schöne Situation, aber ich wollte ja was lernen! Was dann auch gleichzeitig lustig, anstrengend, cool und furchtbar war *g*. Marko meinte hinterher, ich hätte ihm da leid getan, aber ich habs gar nich schlimm gefunden. Es war eine Herausforderung, ich habs geschafft!

Dann durften / mussten wir Seilbahn fahren. Fast problemlos, auch wenn Marko ewig brauchte um drüben anzukommen. Und ich ebensolche Ewigkeiten um mich am Seilbahnende umzubauen. Mir fehlte es immernoch an Länge (genau an der Stelle hatte ich grade die Seile eingebaut, mit denen wir uns nun ablassen wollten) und so musste ich mich erneut hochziehen um mich aus der Zwischensicherung auszubauen. Leider war meine Kraft schon am Vortag quasi alle gewesen und so war es alles arg mühsam. Bis Andy meinte, ich hätte doch eine Trittleiter dabei. Die Handsteigklemme mit Fusschlinge! Jepp, das ging! Total einfach und gut! *puh* (später erfuhr ich, daß an dieser Stelle des Kurses mindestens einer schon mal so versagt hatte, daß ihn jemand retten musste). Wie gut, daß mir das nicht passiert ist.

Die nächste Lektion war "Rettung". Andy rettete einen zufällig anwesenden Bekannten aus dem Seil. Das sah easy aus! Dann waren wir dran. Ich ließ mich zuerst von Marko retten und anschließend rettete ich ihn, auch das war technisch nicht wirklich schwierig! Am Seil hochgehen, ein bisschen höher als die HiLoPe (die hilflose Person). Diese mit den Beinen umgreifen (mit dem polnischen Klammerhaken, den man bei jeder beliebigen Bahnhofsnutte lernen kann *g*), die "Exe" (also ein Stück Bandschlinge mit zwei Karabinern) mit seinem Gurt verbinden, das "Ypsilon-Dingens" (eine Art Seil mit Karabinern) mit seinem Gurt verbinden, dann ihn langsam aus seinem Seilaufstiegsgerät herausfahren und ausbauen und uns zusammen mit meinem Gerät herunterlassen. Unten den Verletzten vorsichtig aufsetzen, keinesfalls legen!

Das Retten war mehr lustig und weniger schwierig und es ist sehr gut zu wissen, daß wir uns notfalls gegenseitig aus dem Baum pflücken können! Wobei es körperlich durchaus anstrengend war. Unten angekommen war ich körperlich dann dermaßen fertig, daß ich mein Seilaufstiegsgerät anstarrte und kurze Zeit nicht wusste, wie man es bedient! (Soviel zu der Lektion es immer gleich zu benutzen, damit man es in jeder Situation sicher benutzen kann!).

Die letzte Aktion, die wir noch hatten, war das "Traversieren". Wir sind gefragt worden, ich wollte es machen. Oben war längs der Halle eine Seilstrecke eingebaut. Da muss man lang und sich an 4-5 Punkten umhängen. Jeweils auf unglaublich dünnen Rohren stehend, aber natürlich auch noch im Seil gesichert. Immer zweifach gesichert! IMMER!

Marko ging zuerst, ich ging als zweites in die Seilstrecke, stand aber lange, seeeeehr lange unschlüssig am Start. Ich war längst total kaputt. Und hier hatte ich dann doch mal wirklich Angst! Und noch mehr als die Angst vor der Höhe und dem Versagen hatte ich Sorge, dass ich es körperlich einfach nicht mehr schaffen könnte. Außerdem war Andy mit Marko beschäftigt, was wenn ich mich falsch ein- bzw. umhänge? Eine dumme und unberechtigte Sorge, klar. Aber es ging mir hier wahrlich nicht mehr gut. Es wirkte so hoch, da oben auf dem Stahlträger - auch wenn ich im Fall eines Absturzes ja gar nicht bis Bodenniveau gefallen wäre, ich wäre auf das höher gelegene Podest geknallt. Mein Angstmechanismus peilte aber den tiefsten Punkt, den Boden an, der aus dieser Perspektive wirklich tief unten zu sein schien. Andy bemerkte mein Zögern, fragte nach und ich antwortete, ich wüsste grad nich, ob ich das hier schaffen könnte. Er meinte, dochdoch, da wäre er sich sicher, das schaffe ich. Auch körperlich? …

Ich weiß nicht, wie lange ich da stand, aber irgendwann war mir das Warten zu doof, ich wusste ja, was ich zu tun hatte, war auch schon längst eingehängt gewesen, ließ endlich los und zog mich rüber zum ersten Umhängepunkt Es war recht einfach, nicht so anstrengend wie befürchtet (ich hing ja entspannt in meinem Gurt, diesmal nur eben in der Waagerechten) und natürlich kam ich prima und ohne ein Rettungsszenario zu inszenieren drüben an. Die Höhenangst hatte ich im Griff, auch wenn es doch ein sehr eigentümliches Gefühl gewesen ist, da oben rumzuhängen bzw. an den Umhängepunkten auf gefühlt streichholzdünnen Rohren herumzustehen. Da ich aber sowieso zu sehr mit der Technik beschäftigt war, hatte ich gar keine Ressourcen für Panik über. Teilweise war es wieder etwas schwieriger mit meinen kurzen Armen und Beinen, letztendlich kam ich aber auf der anderen Seite an. Breit grinsend!

fast fertig!


Ungefähr hier war dann aber bei mir körperlich und psychisch Feierabend. Mir tat alles weh, also alle Muskeln - mein Rücken hat dieses Wochenende erschreckend gut überstanden!

Es gab noch eine Endbesprechung und noch etwas Knotenkunde sowie Seilbahnbautheorie bzw. eine Erklärung, wie man ein Seil unten um eine Brücke herum gebaut bekommt. Andy hat mich gelobt für den schwierigen Anbau der Seile bzw. mir an der Seilbahn und dafür, daß ich mich nicht wie ein "Mädchen" aufgeführt hab *g*.

Den coolen Schornstein haben wir leider nicht beklettert. Ich weiß gar nicht, ob ich ihn geschafft hätte - aber dank dem Regen und der Tatsache, dass wir keine Zeit mehr übrig hatten, ging es leider sowieso nicht. Schade, schade :( (Dann muss ich wohl noch mal da hin fahren ;) ).

Gegen 21 Uhr machten wir uns, mit dem Kofferraum voller frisch gekaufter Kletterutensilien, endlich auf den Heimweg nach Hannover.

Ich hatte anschließend zwei Tage lang einen der schlimmsten Muskelkater meines Lebens!

Als der abgeklungen war machten wir unseren ersten eigenen Baumkletter-Cache. 16 Meter, ein simpler Baum. Alles ging prima :) . Seit dem sind noch 9 weiterer Klettereien in immer grösseren Höhen gefolgt und ich freu mich schon auf den nächsten. Auch wenn ich oben in den Bäumen immernoch ein sehr flaues Gefühl im Magen habe und mich sehr häufig frage, ob es wirklich not tut, was ich da tue. Den Rest der Zeit grinse ich, wenn ich ans Klettern denke, träume davon und freue mich auf den nächste Kick. Morgen vielleicht wieder? ;)

Drillinspektor Andy ist auch Wochen später immer noch in meinem Ohr und ich spreche im Geiste noch immer sein "Gebet" mit der Reihenfolge der Handgriffe, die wir beim Umbau von "hoch" nach "runter" durchführen müssen.

Der Kurs war sein Geld definitiv wert gewesen! Das Wissen, all die kleinen und großen Dinge und das Selbstbewusstsein, das Vertrauen in die Technik und das Vertrauen in mein Wissen - ich weiß, was ich tue, wenn ich mit den technischen Hilfsmitteln Bäume und ähnliches erklimme.... Das war es definitiv wert gewesen!

Spielbericht ArcaniA - Gothic 4

Geschrieben von Nina • Dienstag, 26. Oktober 2010 • Kategorie: Alles
Als eingefleischter Rollenspielfan habe ich die bisherigen drei Gothic-Teile mit sehr viel Vergnügen gespielt und daher lies ich mich auch nicht davon abbringen, die neue Gothic-Version kurz nach ihrer Veröffentlichung zu kaufen. Obwohl es durchaus Gründe gab, diesen Kauf zu überdenken, haben sich doch Jowood (der Inhaber der Rechte an Gothic) und Piranha Bytes (die eigentlichen Macher von Gothic) getrennt und brachten jeweils ein eigenes Rollenspiel heraus. Risen, aus der Schmiede von Piranha Bytes, ist der inoffizielle "echte" Nachfolger von Gothic, auch wenn weder die Welt noch die dort vorhandenen Charaktere mit der bisherigen Gothic-Story verbunden sind. Gothic 4 - Arcania knüpft zwar irgendwie an die bisherigen Gothic-Teile an, dafür fehlt es bei Jowood an handwerklichem Geschick um ein fantasievolles und spannendes Rollenspiel zu entwerfen.

Nach etwa 20 Stunden in Jowoods Gothic 4 - Arcania muss ich leider feststellen, daß ich die 40 Euro hierfür auch besser hätte investieren können...

Optisch wirkt Gothic 4 auf meiner keineswegs topaktuellen Hardware eigentlich ganz nett, läuft (dank dem ersten Patch) halbwegs flüssig, verursacht allerdings recht häufig kleinere Grafikfehler (Münder, die von innen beleuchtet sind, Lichtflecken irgendwo in der Landschaft). Weit entfernte Gegner bewegen sich sehr ruckartig, ebenso die Licht- und Schatteneffekte von der sich bewegenden Sonne. Dafür gibt es stimmungsvolle Tag- und Nachtwechsel und wechselhaftes Wetter mit viel Regen (den wir in einer Quest beenden können). Die Gewitterblitze und das Wasser sehen wirklich toll aus, auch wenn die Brandung etwas sehr häufig an Land schwappt und die Baumwipfel zu schnell (und dazu noch lautlos) im Wind schwanken. Die Landschaften wirken grundsätzlich eher unbelebt und langweilig, für die Einwohner gilt meistens ähnliches. Nur wenige NPCs sind ansprechbar, und diese sehen sich auch noch viel zu oft viel zu ähnlich - Arcania ist bewohnt von Klonen. Dies gilt ebenfalls für die Häuser und Dungeons, die viel zu oft viel zu gleich gebaut worden sind. Die Köpfe der NPCs wirken, als wären sie von zwei verschiedenen Teams erstellt worden. Manche sind voller eindrucksvoller und einzigartiger Details, andere wirken, als hätte man ein paar von Madame Tussauds Wachspuppen nach Arcania gestellt. Die Augen aller NPC sind zu starr um lebendig zu wirken.

Den Dialogen fehlt meist der von Gothic bekannte Witz und Tiefe. Die Auswahlmöglichkeiten beschränken sich sehr oft nur darauf, schneller oder langsamer zum Gesprächsziel zu kommen. Verschiedene Handlungsstränge suchte ich hier bislang fast völlig vergeblich, statt dessen folgt man einer eher gradlinigen Story, für die es sich sehr oft nicht mal lohnt, vom Weg abzukommen und die Ränder der Welt zu erforschen. Belohnt wird man dafür viel zu selten, auch wenn es gleich 4 Quests gibt, für die man das Spiel hindurch Gegenstände sammeln muss. Was dann auch gleich den Großteil aller Quests gut beschreibt: sammle 5 Hirschgeweihe, 6 Bienenstöcke, bring mir Met oder eine Pfeilspitze, trag diesen Brief von A nach B, oder erledige X, worauf du erfährst, daß man für X erstmal Y machen muss, für das man dann aber erst Z zu erledigen ist… es wirkt alles oft ziemlich gleichförmig, vorhersehbar und ohne Tiefe zusammengestrickt.

Selbiges gilt auch für die rollenspieltypischen Fähigkeiten und deren Aufstieg. Mit jedem Stufenaufstieg kann man 3 Punkte auf grade mal 8 Fähigkeiten aufteilen. Drei davon im direkt kämpferischen angesiedelt, zwei Fernkampf/Bogentechnik und drei (in Worten DREI!!! ) verschiedene Zauber (Innos → Feuer, Adanos → Eis und Beliar ->Blitze) kann man erlernen und verbessern. Das war's! Ok, fast. Es gibt noch Spruchrollen, durch die man Tränke bzw. Ausrüstungsgegenstände herzustellen lernt. Die man dann jederzeit und überall bauen und brauen kann. Ohne ein Lagerfeuer zu benötigen um den leckeren Fleischwanzeneintopf zu kochen oder einen Amboss für das Vulkanglasschwert. Das geht immer und einfach auf Knopfdruck ohne eine irgend geartete grafische Zwischensequenz. Diverse andere Spielsequenzen sind dagegen zwar vorhanden aber völlig nutzlos. Die Goblintrommeln, Schweinespieß am Feuer drehen, Alchemietische, Wetzsteine, am Lagerfeuer sitzen, oder überhaupt sitzen oder ins Bett legen. Das geht zwar (falls man diese sinnlosen Funktionen in den Optionen überhaupt einschaltet), bringt aber nix. Schlafen erhöht keinen einzigen Lebens- oder Manapunkt, es ist nur eine grafische Spielerei!

Aber apropos einschalten: in den Optionen sind einige Dinge ein- und ausschaltbar. So kann man sich z.B. die Welt "amerikanisch bunt" oder "europäisch düster" wählen, Schadensanzeigen in den Kämpfen einschalten, nicht-nutzbare Gegenstände effektlos aber benutzbar machen. Sehr schön!

Man hat bei Gothic keine automatische Lebensregeneration, nur wenn man Ausrüstungsgegenstände benutzt, die dieses mitbringen. Oder man nimmt einfach eine Hanfbandage. Nein, nicht essen oder rauchen, nur anlegen (denke ich zumindest. Was der Held damit macht, wenn ich rechts auf die Hanfbandage klicke, wird mir leider nicht gezeigt). Das Icon der Bandage ist eher schlecht gezeichnet, ich dachte erst: "Wofür braucht man hier Klopapier?" *g*. Von diesem, ähm, den Hanfbandagen, liegen überreichlich in dieser Spielwelt (ich hab inzwischen schon weit über 100 eingesammelt), sie kosten auch fast nix, lassen sich aber nur außerhalb eines Kampfes benutzen. Im Kampf kann man jederzeit diverse Dinge vertilgen, die einem etwas Lebensenergie zurückgeben. Vom Apfel über Fleisch bis hin zu Heiltränken und andere Tränke. Kampfverzögerungen entstehen dadurch fast nicht.

Wobei die Super-Tränke im Kampf selten nötig sind. Bislang waren meine Gegner meist recht einfach und das Kampfsystem erklärt sich am einfachsten mit "totklicken", auch wenn sich im Laufe der Zeit einige, wenige Sonderschläge und Kombinationen lernen lassen. Es gibt vier Schwierigkeitsstufen, die sich auch im Spiel jederzeit umschalten lassen (definitiv ein Pluspunkt). Ich spielte - wie eigentlich fast immer - erstmal auf "normal", die dritteschwerste bzw. zweitleichteste Stufe. Nach einigen Stunden Langeweile (Wildschweine ließen sich mit einem stumpfen Holzgegenstand in drei Hieben töten, …) hab ich die Schwierigkeit hochgesetzt auf die zweitschwerste. Nun muss ich manchmal tatsächlich taktisch agieren, dem Gegner ausweichen (geht prima mit einem Hechtsprung) oder mich vor sehr wenigen der harten Kämpfe mit einem passenden Trank dopen. Alternativ kann man einer übermächtigen Gegnerschar auch immer weglaufen, diese folgt einem nur kurze Zeit und dreht an internen Levelgrenzen einfach gelangweilt ab (Bug oder Feature? Solche Gegner schlurfen zurück zu ihrem zugewiesenen Ort und lassen sich auf dem Weg zurück manchmal nicht mehr treffen, man schlägt einfach durch sie hindurch). Gegner kann man auch loswerden, indem man auf einen der erklimmbaren Felsbrocken krabbelt. Meistens geht der Gegner einfach wieder, wenn er mich nicht mehr erreichen können (auch Blutfliegen!). Eigentlich eine gute Funktion, sonst wäre es mal wieder zu einfach, mit Fernwaffen oder Zauber den unten beißenden, grollenden und fauchenden, mich aber nicht erreichenden Gegner langsam zu töten. Immerhin agieren die Gegner allzu gerne intelligent in Gruppen. Es ist oft nicht möglich, nur einen Gegner aus einer Gruppe heraus anzulocken und einzeln zu töten.

Gothic-Fans werden vieles wiedererkennen. Alte Kumpel wie Diego oder Lieblingsgegner wie die Scavenger, Blutfliegen, Wildscheine (hier nicht mehr so bösartig wie im dritten Teil) und sogar Fleischwanzen (bislang hab ich aber kein Fleischwanzenragout-Rezept).

Dies entschädigt aber eingefleischte Fans eher nicht, die sich durch eine eher triste, langweilige Rollenspielwelt schleppen, in der man nicht mal schwimmen oder klettern kann und in der das Bestehlen der NPCs keinerlei negative Effekte hat. In der die wenigen Teleporter immer nur zwei Orte miteinander verbinden, wobei es eh nur wenig Gründe gibt, noch einmal in die schon abgegrasten Gebiete zurück zu kehren. In der man viel zu selten für ausdauerndes Eckenabsuchen oder der Gebrauch von Fähigkeiten belohnt wird. In dem die meisten Charaktere farb- und gesichtslos bleiben, viel zu oft geklont sind und in dem der Schwierigkeitsgrad auch auf "hart" oft doch eher lächerlich wirkt.

Immerhin ist das Spiel bis auf ein paar grafische Probleme erstaunlich bugfrei. Ich hatte noch keinen Absturz, die Quests waren bislang alle lösbar und sogar die Ladezeiten sind erstaunlich kurz. Allerdings muss man den kurz nach der Veröffentlichung erschienen Hotfix einspielen, sonst ist Gothic 4 auch auf Hochleistungsrechnern unglaublich träge.

Arcania verwendet Securom als Kopierschutz und benötigt einen Internetzugang zur Aktivierung.

Ich kauf mir als nächstes Risen und schaue mal, ob mir das besser gefällt.

Ich schule um! Auf Hightech-Taschendieb!

Geschrieben von Nina • Freitag, 2. Juli 2010 • Kategorie: Alles
Ich werde jetzt Hightech-Taschendieb!!! Einfach eine ausreichend fette Antenne in den Rucksack und überall lustig 20 Euro abbuchen! Immerhin ist das Geldkartensystem nicht so ausgelegt, daß man Belege bekommen oder gegen Abbuchungen auf der Geldkarte Einspruch einlegen kann.

QUOTE:

Ab Mitte 2011 werden die Chips auf den 45 Millionen Bankkarten der Sparkassen-Kunden außerdem nach und nach mit NFC-Technik für kontaktloses Bezahlen ausgestattet. Das soll den Zahlvorgang für kleine Beträge beschleunigen, da die Eingabe einer PIN oder das Unterschreiben eines Belegs entfällt. Für das Auslesen der Daten darf die Karte höchstens 10 Zentimeter vom Terminal entfernt sein, und jede Transaktion ist auf 20 Euro begrenzt.


http://www.heise.de/newsticker/meldung/Sparkassen-tragen-den-Magnetstreifen-zu-Grabe-1031718.html

Wer bitte denkt sich sowas aus???


Velo Challange - mein erstes (Jedermann-) Rennen

Geschrieben von Nina • Sonntag, 27. Juni 2010 • Kategorie: sportliches
Nina Velo
Heute war die Velo Challange, das erste Jedermannrennen in Hannover. Führte genau über meine "Haus- und Hofstrecke" zweimal durch das Dörfchen (STADT!), in dem ich jetzt wohne und genau über meine klassische Trainingstrecke zwischen Hannover und dem Deister (ein kleiner Höhenzug). Es gab eine große (110 km) und eine kleine (60 km) Runde. Die große ging zweimal über den Deister, ich hab es vorgezogen meine erste Rennsituation besser auf der kleinen Runde zu bestreiten. Ich musste mir für das Rennen sogar noch ein neues Rad kaufen, mein altes hat einen Triathlonlenker, die sind für Rennen (außer Triathlons) nicht zugelassen. Aber ein neues Rad zu kaufen hatte ich sowieso früher oder später vorgehabt, da kam mir die Velo nur grade recht.

Der Start des Rennens war in der Stadt am Maschsee. Gestern waren dort schon viele Buden aufgebaut, Verkaufsstände für Räder, Kleidung und ein winziger AOK-Stand, wo jedem Interessierten einen Sattelüberzug mit dem AOK-Schriftzug geschenkt wurde - den aber niemand haben wollte. Das durschnittliche Publikum war ja nich so der Sattelüberzugbenutzer ;) .

Gestern konnten wir Fahrer schon unsere Startunterlagen abholen und bekamen einen roten Sack mit der Startnummer, dem Transponder für die Zeitmessung, einer Trinkflasche und ein bisschen Schnökerkram.

Der Start für die kleine Runde war heute morgen um 9 Uhr, bis 8:45 Uhr sollten alle Fahrer da sein. Ich war es etwa schon um 8:20 Uhr, und bereits die Anfahrt war recht spannend. An jeder Kreuzung stand Polizei für die in Kürze nötigen Sperrungen, überall waren Beschilderungen und die Straße am Maschsee war schon komplett für den Verkehr gesperrt, wodurch man auf der breiten Straße und über rote Ampeln fahren konnten. Der Polizist an der einen Kreuzung musste ziemlich grinsen, als ich meiner mich zum Rennen begleitenden Tochter sagte, daß sie jetz mal nich drauf achten sollte, was wir gleich tun werden, also bei Rot über die Ampel fahren und das auch noch, wenn da die Polizei neben steht *g*.

Vor dem Start der Velo Challange
Beim Start angekommen, stellte ich mich in die schon leicht gefüllte Masse Rennräder und Fahrer. Es war schon ein Bekannter mit seinem Arbeitskollegen da, und so warteten wir gemeinsam. Und warteten, und warteten und warteten. Es wurde langsam heißer. Die Reihen füllten sich. Lauter Rennräder, neue, alte, teure, nich so teure, ältere Stahlrenner aber auch relativ viele normale Räder, Trekkingräder, Mountain Bikes und sogar ein Mountain-Bike-Tandem standen da. Genauso gemischt war das Teilnehmerfeld, von jungen, schlanken, athletischen Fahrern in Team-Trikots über normalo-Rennradfahrern wie ich es bin bis hin zu relativ stark übergewichtigen und/oder recht alten Fahrern war alles dabei. Frauen auch, wie viele kann ich schwer schätzen, wir waren stark unterrepräsentiert, aber es gab schon einige Frauen in dem Bereich, den ich einsehen konnte.

Start Velo Challange
Dann war es endlich 9 Uhr, seit 10 Minuten schielte ich schon zu den Dixi-Klos rüber, die ich vielleicht doch vorher noch mal hätte nutzen sollen. Ausserdem wurde es langsam unangenehm heiß. Countdown und Startschuß für den ersten Block, zwei Minuten später startete der zweite, also meiner. Es rollte alles langsam los (die Zeitaufnahme startete dank der Technik beim Durchfahren des Start-Ziel-Bogens) und ein hunderfaches "Klicken" ertönte, als alle (fast alle) ihre Schuhe in ihre Pedale einklickten. Meine größte Sorge, ein Massensturz am Massenstart, hat sich zum Glück nicht bewahrheitet, zumindest in dem Bereich, den ich sehen konnte. Die ersten vier Kilometer ging es mehr oder minder geradeaus, eine Verkehrsinsel mit einem wild winkenden und pfeiffenden Ordner war die erste Schikane, die wir alle sicher umfahren konnten. Das Tempo erhöhte sich langsam, dann die erste, richtige Kurve, 90 Grad mit anschließender Brücke und 500 Meter extrem schlechte Wegstrecke. Das Fahrerfeld war noch sehr eng, Schlaglöchern ausweichen war nicht möglich, also grade drüber mit 30 km/h. Mein armes Rad!

Die nächsten Kilometer zog sich das Feld immer weiter auseinander und ich habe gefühlte tausend Radfahrer überholt. Ein geiles Gefühl! Die meisten schnelleren Fahrer waren wohl entweder gleich vorne gestartet (vermutlich waren die Startblöcke nach der Selbsteinschätzung der Fahrer geteilt, ich also in dem langsameren) oder sind die große Runde gefahren. Oft überholt wurde ich in der Anfangsphase nicht.

Die Strecke selber kannte ich ja sehr gut, bin sie in der letzten Woche noch zwei Mal abgefahren, hab mir alle Schlaglöcher und Hindernisse eingeprägt, das war aber meist gar nicht nötig gewesen. Die Fahrenden gaben die gewohnten Handzeichen, niemand fuhr aggressiv oder rücksichtslos, es ging alles sehr gesittet zu. Und das Fahren hat einfach unglaublich viel Spaß gemacht. Bei strahlendem Sonnenschein, leichtem Wind, an den Straßenrändern überall Zuschauer, die einen anfeuerten, riefen, pfiffen, winkten. Man fühlte sich fast wie bei einem "richtigen Radrennen". :D

Der coolste Zuschauer fuhr draußen auf dem Gehweg auf seinem Rollentrainer und feuerte uns "entgegenkommende" an *g*

Zwei Autofahrer sind auf meinen 60 km ins Fahrerfeld gekommen, das ist wohl unvermeidlich, auch wenn wirklich jede kleinste Seitenstraße an der Rennstrecke abgesperrt war. Vor parkende Autos, die mit ihren Besitzern dann einfach mal losfahren, ist man aber trotzdem nicht geschütz, und so hatte ich zwei nicht sehr witzige Streckenabschnitte mit dazwischenfahrende Autos. Es dauerte bei beiden Fahrern ein bisschen, bis diese begriffen, daß nicht WIR ihre Straße belegen, sondern SIE unsere Rennstrecke. Der erste hielt dann irgendwann links in einem Ort, nachdem ein Ordner ihn angeschrien hat. Grade an der Stelle parke aber rechts auch ein Auto, so daß sich das Fahrerfeld, hier noch relativ kompakt, dazwischen durch drängeln musste. Der zweite Fahrer, fast am Schluß, fuhr etwa einen Kilometer zwischen uns, hatte wohl schon verstanden, daß er da besser mal weg fährt, hatte nur keine Chance gehabt, sich und sein Auto zu entfernen und so hatte ich das unwahrscheinliche Pech, genau hinter der Blechkiste durch einen Kreisel zu müssen. Eh eine der haarigeren Momente, dann noch das bremsende Auto vorne vor... Nach dem Kreisel "parkte" es besser mal in einer Bushaltestelle...

Ich hab lange Zeit Windschattenspringen gemacht und mich so immer weiter nach vorne vorgearbeitet (wo nun ganz vorne war, konnte ich die ganzen 60 km nicht sehen, es waren immernoch jede Menge Fahrer vor mir). Grüppchen für Grüppchen arbeitete ich mich weiter. Mal fuhr ich vorne, zog ein paar hinter mir mit, manchmal liess ich mich in diese Gruppe zurückfallen, um irgendwann doch wieder durchzustarten und vorbei zu ziehen. Ab etwa Kilometer 20 begegnete ich einer Frau in einem blauen Trikot, die den Rest der Tour mal vor, mal hinter mir war. Ebenso zwei Spanier, die sich beim Fahren miteinander unterhielten (wenn man beim Fahren noch lustige Liedchen pfeiffen kann, ist man m.E. zu langsam unterwegs :D ). Ein paar Andere sah ich auch immer mal wieder, verlor sie, überholte sie wieder, ...

Am einzigen Hügelchen, dem Gehrdener Berg, gab es oben einen Verpflegungsposten. Halten und Picknick machen wollte ich heute aber mal nich ;), hab dafür den angebotenen Becher mit... verwässertem Apfelsaft?... gern im Vorbeirollen entgegen genommen. Allerdings stellte ich danach fest, daß trinken grad gar nicht möglich war, das Hügelchen war schon ein bisschen anstrengend gewesen, ich war etwas am keuchen und ohne Atemluft geht trinken nun mal (bei dem Babyalter entwachsenen) Menschen nicht. Es ging nun wieder bergab, anderthalbhändig mit dem Becher in der einen Hand, diese auf dem Lenker. Die Abfahrt recht rasant, dazu ein paar geschwindigkeitsbeschränkende Bodenschwellen, Schlaglöcher und mein ergattertes Getränk befand sich weitestgehend auf meiner Hose. Gut, es war sehr warm, ein wenig Abkühlung war auch ganz nett.

Unten angekommen hatte sich Puls und Muskeln wieder beruhigt und ich noch immer mehr als genug Kraft für die letzten 20 km. Einige Zeit fuhr ich erst allein, dann vorne vor einer grösseren Gruppe und gegen den (leichten) Wind. Als das nicht mehr ging, ich mich in die Gruppe wieder einfädelte, war es mir eigentlich zu langsam. Uns so mehr freute ich mich, als uns von hinten, etwa 6 km vor dem Ziel, eine große und schnelle Gruppe überholte. Mindestens zwanzig-dreißig Fahrer surrten an uns vorbei (das Geräsuch von vielen Rennradreifen auf dem Asphalt ist unbeschreiblich cool!), ich fädelte mich dort mit ein und es ging sehr viel schneller Richtung Ziel. Die schlechte Wegstrecke vom Anfang war mit weniger Fahrern besser zu bewältigen und an der 90 Grad Kurve, etwa 4 km vor dem Ziel, war ich plötzlich wieder ganz vorne. Schulterzuckend gab ich Gas und die anderen fädelten sich hinter mir ein, bis etwa 1-2 km vor dem Ziel. Dann überholten mich etwa fünf aus der Gruppe wieder und ein paar hundert Meter vor dem orangen Zielbogen gab es dann den zwangsläufigen Endspurt. Ich stellte fest, daß ich noch immer Kraft habe, trat ebenso in die Pedale wie die um mich herum fahrenden Männer und *schwups*, schon war ich wahnsinnig breit grinsend im Ziel!

Breit grinsende Zieleinfahrt
Dieser Endspurt, die Zieleinfahrt war Adrenalin pur, war einfach nur - sorry - GEIL! Ich brauchte sehr lange, um das Grinsen wieder aus meinem Gesicht zu bekommen und dachte, nein denke (!) nur: DAS will ich bald nochmal!

An den Zelten der Organisation hingen kurze Zeit später schon die ersten Listen mit Zeiten und Platzierungen. Ich stellte verwundert aber auch stolz fest, daß ich die 35. der Frauen bin und die 14. der Frauen meiner Altersklasse 30-40 (!). Wie viele Frauen die 60er Runde gefahren sind, und die wievielte von allen ich denn bin, weiß ich noch nicht, die Ziellisten sind noch nicht online. Etwa 600 Fahrer waren es wohl auf der kleinen Runde, etwa 2000 insgesamt.

Ich brauchte 1h 47' für die 58 km, 32,52 km/h . Meine bisherige Bestleistung! Okok, ganz viel Windschatten und sonst optimale Bedingungen, aber trotzdem, eine für mich wirklich gute Leistung. Und ich bin noch nicht mal richtig fertig, hätte durchaus noch etwas mehr Kraft investieren können. Das nächste Mal! Wann ist das nächste Jedermannrennen??? ;)

Frühmorgendlicher Maximalpuls

Geschrieben von Nina • Mittwoch, 23. Juni 2010 • Kategorie: sportliches
Ich fahre eben mit meinem Rad zur Arbeit, auf der Schierholzstraße in Hannover, mit fröhlichen 30-32 km/h. Kommt von hinten ein Hupen angefahren. Nich mal kurz ein Frusthupen, dass kennt Frau ja schon, ein ca. 20 sekündiges Hupen. Mit dem Hupen überholt mich ein älterer Golf, am Steuer eine Frau (ich möchte meinen so 25-30 Jahre alt) , schreit in ihrem Blechkasten bei geschlossenen Fenstern zu mir rüber. Sogar ohne die leise Musik in meinem einen Kopfhörer hätte ich sie nich verstehen können, aber das war auch nicht nötig, den Inhalt solcher Beschimpfungen kenn ich ja schon. Meist spiel ich bloss "lächeln und winken" und fahre weiter. Hier war dies etwas schwierig, Madam setzte ihr Auto vor mich und bremste. Wenigstens keine Vollbremssung, wenigstens hatte ich ne Chance, auch zu bremsen, tat ich auch leicht und überholte sie. Warum sollte ich auch stehen bleiben??

Sie kurbelte ihr Fenster runter, ich brüllte sie nur im vorbeifahren an: "Hier IST nicht mal ein Radweg!!!". Das hat sie aber offensichtlich nicht einsehen wollen. An der Stelle gibt es einen relativ breiten Fußweg, der auch optisch einen abgetrennten Bereich hat, den man als unbedarfter Fahrradhasser sicher gern mal als Radweg bezeichnen würde - nur fehlt diesem Weg das blaue Schild mit dem weißen Hollandrad, was ihn zu einem benutzungspflichtigen Radweg macht!

Nein, ich möchte nicht mein Leben wegen Besserwisserei aufs Spiel setzen, ich fahre an dieser Stelle manchmal sogar über den Fußweg, der wie ein Radweg aussieht, aber das kommt immer drauf an, wie schnell ich grad unterwegs bin. Im 25 km/h Bummeltempo stört der schlechtere Fußweg nich, heute war ich schneller unterwegs und kam auch noch aus einer Richtung, das die Straße nich nur das strassenverkehrsrechtlich Richtige war, sondern auch das Logischere.

Wie auch immer, die Frau überholte mich wieder, offensichtlich wutentbrannt, und drängte mich beim Überholen nach rechts, fuhr also deutlich langsam an mir vorbei und kam mit ihrem Auto immer weiter nach rechts, da wo ich war, wo neben mir der Bordstein war, an dieser Stelle auch noch ein Geländer, was Fahrbahn von Fußweg trennt. Ich bremste, sie fuhr weg. Meine Pulsuhr piepte warnend, mein Puls war bei 190 angekommen.. Ich brüllte ihr noch hinterher, dass ich sie anzeige. Und eben dies halte ich auch weiterhin - sogar in Ermangelung von Zeugen - für richtig.

So ein Verhalten ist lebensgefährlich! Wer nicht in der Lage ist, seine Aggressionen unter Kontrolle zu halten und statt dessen seine gefühlte Übermacht wegen Rechthaberei an schwächeren Verkehrsteilnehmern auslässt (völlig unabhängig davon, dass ihre vermeintliche Rechthaberei auch noch falsch war - ich durfte völlig frei jeglichen Schuldgefühls auf der Straße fahren), dem gehört der Führerschein und das Auto weggenommen!!!

Und falls das nicht geht, weil eben Aussage gegen Aussage steht, dann möge sie wenigstens zukünftig solche Aktionen unterlassen!

Wo ist mein Baldrian?

Die Tränenburg

Geschrieben von Nina • Sonntag, 20. Juni 2010 • Kategorie: Rund um Hannover
Tränenburg
Tränenburg
Hier wo heute ein unansehnliches Parkplatz neben einem Verlagsgebäude, dem medizinsichen Dienst der Krankenkassen und einem mehrstöckigen Wohnkomplex sind, stand einmal eine überaus hübsch anzusehende Villa, die Villa Willmer - im Volksmund auch Tränenburg genannt..

Friedrich Willmer, der Bauherr, war ein recht wohlhabender, allerdings angeblich leicht cholerischer Ziegeleibesitzer, dessen Ausbeuterei von Arbeitern und Lieferanten wohl dazu führte, dass diese seiner schloßähnlichen Villa den Beinahmen "Tränenburg" gaben.

Gebaut wurde diese zwischen 1884 und 1886 von Karl Börgemann (einem Schüler von Conrad Hase). Die Villa hatte 75 Zimmer und wurde von einem ca. 10.000 m² großen Park umgeben. Um von dem Lärm seiner eigenen Ziegelei nicht gestört zu werden, hatte Friedrich Willmer die Villa am äußersten Zipfel seines Grundstückes, dem Rittergut Döhren II (später Rittergut Waldhausen) bauen lassen.

Leider war das goldene Zeitalter der Ziegeleien irgendwann vorbei, spätestens zur Zeit des zweiten Weltkrieges geriet die Ziegelei in finanzielle Schwierigkeiten. Der Bauherr, Friedrich Willmer, war schon 1908 gestorben. Sein Sohn und Erbe Gustav Willmer starb 1940 und vererbte Villa und Gründstück an seine 3 Töchter, die ihr Erbe Stück für Stück veräußerten.

Im Krieg ist das Obergeschoß der Villa zerstört worden und lange Zeit diente die leerstehende Tränenburg Obdachlosen als Unterkunft. 1970 wurde die Villa an eine Baugesellschaft verkauft, die an dieser Stelle ein mehrgeschossiges Appartementhaus bauen wollte. Der Protest der Hannoveraner gegen den Abriss dieses wirklich besonderen Baudenkmales wurde zwar gehört, nur nutze er nichts. Zu dieser Zeit gab es in Niedersachsen noch keine Denkmalsschutzgesetze. Dem damaligen Stadtbaurat Rudolf Hillebrecht ist es vermutlich zu verdanken, dass alle Versuche, auch von dem neuen Besitzer, einen Abriss der Tränenburg zu verhindern, gescheitert sind. In letzter Instanz wurde sogar angeboten, der Stadt Hannover die Villa zu schenken, sofern dafür im hinteren Teil des Grundsückes das geplante Appartementhaus gebaut werden dürfe. Der Stadtbaurat hatte wohl andere Ziele (nur welche?) und so rückten im August 1971 die Bagger an, die in wenigen Tagen Villa und Inhalt dem Erdboden gleich machten.

Als besondere Pointe konnte das an dieser Stelle geplante Haus aufgrund finanzieller Schwierigkeiten der Baugesellschaft (wohl auch durch die einjährige Verzögerung zwischen Kauf und Abriss der Tränenburg) nicht mehr gebaut werden. Statt dessen ist hier nun ein Parkplatz!!!

Trauriger geht’s kaum, schade um die schöne Tränenburg!

Weitere Informationen sowie viele Innen- und Außenaufnahmen der Tränenburg finden sich in dem Buch "Hannover - Wiederaufbau und Zerstörung von Friedrich Lindau", welches wenigstens zur Zeit als Onlinekopie bei Google einsehbar ist: Direktlink zu Google Books


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