Am Wochenende wollten wir mit den Rädern ins Schwimmbad und als wir alle vor der Tür uns in die Sättel schwingen wollten musste ich feststellen, daß ausser mir niemand einen Fahrradhelm aufhatte. Wenigstens meiner eigenen Brut gegenüber musste ich da dann doch mal laut werden, machen Helme ja im Falle eines Unfalls durchaus viel Sinn (ja, ich kenne die Gegenargumente! Die Diskussion erinnert mich ein wenig an die Gurtpflicht oder das Handyverbot beim Autofahren. Dessen Sinnhaftigkeit wird inzwischen nur noch selten angezweifelt). Natürlich find ich selbst einen Helm weder sonderlich hübsch noch wirklich praktisch. Aber sinnvoll! Und man gewöhnt sich wahrlich schnell dran. Ohne fühl ich mich schon lange ziemlich nackt auf dem Kopf. Also... zumindest sofern ich auf dem Rad sitze!
Passend dazu musste ich mich grad etwas aufregen über diese
"Modekolumne" . Hallo? Was soll den der Helme-sind-hässlich-und-Mode-geht-immer-vor-allem-anderen-Grundton dieses Artikels? Ist die Autorin so doof? Fährt sie Motorrad auch nich mit Helm, weil der ja bekanntermassen blöd aussieht und ausserdem die Frisur kaputt macht? Geht die eigene Sicherheit nich vor der Optik? Sollte sich im allgemeinen Stadtbild nicht langsam der helmtragende Radfaherer soweit eingebürgert haben, daß man auf solche dummen Texte verzichten kann? Selbst wenn ihr Kopf gerne auf dem nächsten Bordstein zermatscht werden kann, warum hackt sie auf anderen Leuten herum, die Helme tragen damit ihnen sowas nicht passiert? Und warum ist ein rosa Helm mit selbst aufgeklepten Sternchen (ieks) hübscher als ein ganz normaler? Braucht man etwa verschiedene Helme um sie der jeweiligen Kleidungsfarbe anzupassen?
Ich mein, von mir aus kann doch jeder fahren, wie er mag. Mit und ohne Helm, von mir aus auch mit einer dicken Strickmütze (hörte ich mal als Ausrede keinen Helm zu nutzen - dämpft aber ja auch den Aufprall) oder ganz ohne Haare. Das ist mir echt egal. Bei meinen eigenen Kindern natürlich nicht. Aber sonst. Aber grade darum find ich die "Modekolumne" dermaßen daneben. Man mache sich mit Helmen zum Gespött? Ja gehts noch??? ...
Wobei mir grad noch ein Rennradfahrer in den Sinn kommt, der allen Ernstes einen pferdeschwanztauglichen Fahrradhelm für seine Freundin suchte. Sie sträubte sich dermaßen gegen einen Helm, daß ihre Standardfrisur als Ausrede herhalten musste. Als ob man sich nich für die Fahrt die Haare weiter unten zusammenbinden könnte. Wobei ich natürlich nicht weiß, ob sie sich nur so gegen den Helm gesträubt hat, um nich mit ihrem Partner fahrradfahren zu müssen... ;)
Die Diskussion um die Einführung von Internetsperren geht weiter. Nachdem die
Online-Petition gegen die Sperrungen in Rekordzeit die benötigten 50.000 Unterschriften erreicht hat (und inzwischen bei fast 80.000 angekommen ist - bis zum 16.6. ist ein Mitzeichnen noch möglich), hört man aus den unterschiedlichsten Lagern die unterschiedlichsten Meinungen. Eine
"Versachlichung der Diskussion" forderte unlängst Christoph Meinel, Direktor des Hasso-Plattner-Instituts und zog einen nicht ganz sachlich treffenden Vergleich zu den Printmedien:
"Interessanterweise hat bei gedruckten Medien die Öffentlichkeit längst akzeptiert, dass Strafbares dort nicht veröffentlicht werden darf und versteht das nicht als Angriff auf die Meinungsfreiheit.".
Nichts anderes fordern die Sperrgegner (
siehe auch hier), nämlich die Abschaltung der Webseiten, auf denen verbotenes Material liegt . Die Befürworter klingen aber immer öfter so, als wäre man automatisch für die Verbreitung von Kinderpornographie (und anderen abscheulichen Internetinhalten), nur weil man gegen eine nahezu sinnlose und mit großen Nebenwirkungen behaftete Symbolpolitik mit "Stoppschildern" ist. Wer nicht für die Sperren ist, muss dagegen, also ein "Pädokrimineller" sein. Wer kein Apfel ist, muss eine Birne sein.
Ingo Wellenreuther (CDU/CSU) bei der 1. Lesung zum Sperrgesetz im Bundestag:
“Wer gegen eine Handlungspflicht der Internetprovider ist, hat die moralischen Wertmaßstäbe verloren oder weiß nicht, worum es geht.”
Ich fürchte viel mehr, Herr Wellenreuther hat nicht ganz verstanden wie sinnlos es ist, verbotene Internetinhalte online und unberührt zu lassen und nur für einen kleinen Teil der Weltbevölkerung ein Stoppschild davorzustellen. Ständig wird gebetsmühlenartig der Satz wiederholt, das Internet wäre "kein rechtsfreier Raum". Das ist es auch nicht, das war es auch nie! Man kann sehr wohl die Inhaber der Webseiten ausfindig machen oder doch zumindest die Serverinhaber, die dann die betreffenden Webseiten abschalten. Und das Argument, die Angebote lägen in Ländern, in denen Kinderpornographie legal wäre, ist unhaltbar, wie
Florian Walther sowie
Mogis (ein Verein von Missbrauchsopfer, der gegen die Internetsperren kämpft, siehe auch
hier) beweisen. Die meisten Webseiten, die auf den ungewollt veröffentlichten Sperrlisten auftauchen, stehen in den USA, Australien, Niederlande und Deutschland. Und da soll eine rechtliche Handhabe nicht möglich sein? Statt dessen wird in den Ländern, die bereits Sperren einsetzen, nichts getan ausser der symbolischen Handlung des Eintrages einer Seite auf der Sperrliste. Dies hat
Carechild kürzlich bewiesen, als sie 20 wahllos ausgesuchte Internetseiten der dänischen Sperrliste über die Provider der Internetangebote zu sperren versuchten. Bei 16 ist ihnen das innerhalb von Stunden gelungen, für die vier weiteren wurde glaubhaft versichert, daß sich kein kinderpornographisches Material auf den Servern befand.
Die Tagesschau berichtete am 8. Mai relativ ausführlich über die Online-Petition und über die Kritikpunkte, die seitens der Sperrgegner vorgebracht wurden. Unter anderem zeigte sie ein Interview mit Franziska Heine, welche die Petition eingebracht hat. Danach hatte unser Wirtschaftsminister, Herr Guttenberg, einen Interviewbeitrag, der allerdings - wie so oft in dieser Diskussion - mit keinem Wort auf die Kritikpunkte, die Argumente und die Ängste der Gegner einging. Statt dessen zeigte sich Herr Guttenberg nur "betroffen":
Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt, die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben.
Da fühle ich mich als Bürger und Wähler schon leicht verschaukelt (um jetzt nicht auch unsachlich Schimpfwörter zu benutzen). Hat er zugehört? Hat er die Kritiker und ihre Argumente verstanden? Oder ist ihm das ganze Thema grundsätzlich völlig egal und er nutzt nur die emotionale Entrüstung, die das Wort Kinderpornographie auslöst, um in der Tagesschau zitiert zu werden? Zumal er keineswegs objektiv ist und nur für "sein" Wirtschaftsministerium hier kämpft. Tatsächlich ist seine Frau, Stephanie Freifrau zu Guttenberg Vorsitzende des Vereins "
Innocence in Danger", der gegen Missbrauch und sexueller Ausbeutung von Kindern insbesondere im und über die neuen Medien kämpft. Hübsch drüber zu lesen auch
hier.
Völlig unbeeindruckt von dem Erfolg der Online-Petition zeigte sich, aber das ist man ja schon gewöhnt, auch Frau von der Leyen:
"Eine zivilisierte Gesellschaft, einschließlich der Internetgemeinschaft, die Kinderpornographie ernsthaft ächtet, darf auch im Internet nicht tolerieren, dass jeder diese Bilder und Videos vergewaltigter Kinder ungehindert anklicken kann"
Sie gibt sich wie immer viel Mühe, beim Zuhörer möglichst farbige Bilder im Kopf entstehen zu lassen um durchzusetzten, was sie grad haben will. Marius Baumann hat auf
www.readers-edition.de diesen Mechanismus kürzlich sehr gut zusammengefasst:
Das Vorgehen der Familienministerin entspricht wie zu Wahlkampfzeiten üblich jenem der Boulevard-Presse: ein emotional hochgradig besetztes Thema, zudem sich so ziemlich jeder normale Bürger eindeutig positionieren dürfte wird mit unbewiesenen Behauptungen akut zugespitzt, um sodann vereinfachte Lösungen vorzulegen, die weder das benannte Problem grundsätzlich berühren noch irgendeinen Rest Respekt gegenüber der Intelligenz der Empfänger der Botschaft – hier den Wählern – gegenüber erkennen lassen. Im Unterschied zur Boulevardpresse verfügen Politiker jedoch leider über die Mittel, rein populistisch motivierte, sachlich unwirksame Forderungen tatsächlich in die Gesetzgebung zu überführen.
Und unbewiesen sind die Argumente aus dem Familienministerium und der mitkämpfenden Koalitionskollegen tatsächlich, wie man zum Beispiel auf
Heise, in der
Zeit oder auf
netzpolitik.org und
odem.org gut nachlesen kann.
Gerne wird seitens der Befürworter immer wieder auf das immer auf das Vorbild der anderen europäischen Länder hingewiesen.
Hartmut Schauerte (CDU), der Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, während der 1. Lesung zum Sperrgesetz (wer sie verpasst hat, bitte
hier klicken).
In vielen Ländern ist es längst gängige Praxis, dass die Internetzugangsvermittler Sperrmaßnahmen vornehmen. Diese Länder wurden schon oft genannt: Norwegen, Dänemark, Schweden, Finnland, Italien, die Schweiz, Neuseeland, Großbritannien, Südkorea, Kanada und Taiwan. Mir ist nicht bekannt, dass es in diesen Ländern Diskussionen darüber gibt. Im Gegenteil: Die Sperrmaßnahmen sind gesellschaftlich akzeptiert."
Liest man im BMWI keine Zeitungen? Informiert man sich dort nicht, bevor man unbewiesene Argumente in eine Bundestagsdebatte wirft?
Nicht alles, was hinkt, taugt auch als Vergleich: nur weil es andere Länder mit - angeblich erfolgreichen (siehe weiter unten) - Sperren gibt, bedeutet das nicht, daß Deutschland hier nicht gleich einen draufsetzen muss: in keinem anderen europäischen Land werden die Zugriffe auf die Stoppseiten mitgeloggt und gegebenenfalls für eine Strafverfolgung benutzt (genau dies ist aber für die deutschen Sperrlisten geplant, wovon auch der zufällige und ungewollte Zugriff auf Sperrseiten betroffen ist). In Norwegen, wo nur ein Teil der Provider die Sperrlisten benutzt, ist es möglich, sich seitens des Providers einen
ungefilterten DNS-Server zuteilen zu lassen. In Schweden wurde versucht Pirate Bay auf die Sperrliste zu setzen (ein Torrent-Tracker, also eine Seite, die soetwas wie Links zu einer Tauschbörse auflistet und sich mehr und mehr auch um Anonymisierungsdienste engagiert). Nach vier Jahren Erfahrung mit Internetsperren kam die schwedische Polizei zu dem
Fazit: „Unsere Sperrmaßnahmen tragen leider nicht dazu bei, die Produktion von Webpornografie zu vermindern.“ Dänemark sperrt auf seiner Liste Pirate Bay. In den Niederlanden setzt nur ein Provider auf Sperren, die anderen haben es abgelehnt Sperrlisten ohne demokratische Kontrollen einzuführen. Und die Liste der Schweizer Sperrfilter wurde dem deutschen Rechtsanwalt Udo Vetter
zum Kauf angeboten. In Großbritanien gibt es seit fünf Jahren Sperren, prominentestes Opfer war hier wohl
Wikipedia wegen dem Bild von einem 30 Jahre alten Plattencover der Scorpions. Dieser Fall ist ein schönes Beispiel für die fehlgeschlagene Sperrungen: anstatt das beanstandete Bild zu sperren (was sich tausendfach im Internet findet, sei es auf den Scorpionsseiten selber, auf Amazon oder den vielen Fanseiten), wurde der Wikipedia-Artikel gesperrt; das Bild selbst war weiterhin abrufbar (dank der Berichtertattung wurde es das natürlich auch). In Finnland wurde der Sperrgegner "Matti Nikki" auf die Liste gesetzt. Die Begründung lautete: er würde Links zu kinderpornographischen Seiten verbreiten. Was auch stimmt, Matti Nikki hat die URLs der finnischen Sperrliste untersucht und veröffentlicht. Aber obwohl ihm hier ja ein schweres Verbrechen vorgeworfen wird (was lt. Aussage von Matti Nikki in Finnland kein Verbrechen ist) wurde auch nach über einem Jahr keine Anklage gegen ihn erhoben und auch sein Server, der in Finnand steht, nicht abgeschaltet; gesperrt ist seine Seite aber weiterhin (siehe auch:
lapsiporno.inof,
telepolis ). Die Auswertung der finnischen Sperrliste ergab: 1047 Seiten wurden gesperrt, 9 davon enthielten wirklich kinderpornographisches Material (weniger als 1%). Den Link zu dieser Auswertung habe ich hier bewusst nicht gesetzt, er enthält die kompletten Internetadressen der untersuchten Seiten, also auch die wenigen, die warscheinlich wirklich verbotenes Material enthalten.
Es wird also in den anderen Ländern einfach gesperrt, obwohl die Seiten in Ländern liegen, in denen eine Verfolung möglich wäre. Und es wird keineswegs ausschließlich Kinderpornographie gesperrt. Natürlich gibt es sehr wohl kritische Stimmen, die sich hüben wie drüben mit Sperrungen und deren Sinnhaftigkeit auseinandersetzen.
Problematisch wird das Sperren allerdings sicherlich bei der Definition von Kinderpornographie. Ab wieviel Jahren jemand als Kind gilt und welche Darstellungen (Posenbilder, FKK-Fotos) kinderpornografisch sein sollen, unterscheidet sich von Land zu Land. Und so wurde seitens Renate Gradistanac (SPD) in der Lesung zum Internetsperrengesetz auch bereits gefordert, die Sperren auch auf Jugendanscheinspornographie auszudehnen. Was dank des schwammigen Begriffs der Jugendanscheinspornographie dazu führen könnte, daß nahezu alle pornographischen Inhalte aus dem "deutschen Internet" ausgeblendet werden könnten. Die unterschiedlichen Auslegungen der Kinderpornographie könnten aber erklären, warum in einem Land X eine Seite aus einem Land Y (in dem Strafverfolgung grundsätzlich möglich wäre und in dem Kinderpornographie grundsätzlich verboten ist) auf der Sperrliste ist, sie in dem Land Y aber nicht abgeschaltet werden kann. Solchen Problemen sehe ich aber relativ gelassen entgegen, denn die von Frau von der Leyen viel und gern zitierten "zerrissenen Babys und Kleinkinder" sind in wohl nahezu jedem Land verboten und müssten in jedem Fall entfernt werden können.
Und nun noch ein paar Links zum weiterlesen:
WIKI rund um die Internetsperren
http://www.sueddeutsche.de/panorama/813/465404/text/19/
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,623125,00.html
http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/03/25/die-legende-von-der-kinderpornoindustrie/
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/16/0,3672,7558608,00.html
http://blogaoke.blogspot.com/2009/05/kritikpunkte-demgeplanten-gesetz.html
http://www.spreeblick.com/2009/03/26/einladung-zum-gesprach-kinderpornografie-internetsperren-und-die-rolle-des-staates-in-einer-demokratischen-digitalen-gesellschaft/
http://www.pro-medienmagazin.de/nc/themen/internet/internet-single/datum/11/05/2009/mit-zensur-gegen-kinderpornos/
Weil hier mit dem Killerargument Kinderpornographie, was jegliche Diskussionen nahezu im Keim erstickt, eine Technik etabliert wird, die sehr einfach auch auf Bereich ausserhalb von Kinderpornographie erweitert werden kann. Wenn es erstmal funktioniert und sich alle dran gewöhnt haben, muss man nur auf den nächsten Amoklauf oder Kofferbombenattentat warten und *schwups* haben wir die nächsten Kandidaten auf der Liste. Das Internet ist ja schließlich das "Terrorcamp für Terroristen" (O-Ton Schäuble). Der Düsseldorfer Regierungspräsident Jürgen Büssow forderte schon vor Wochen eine Erweiterung der Filter auf illegale Glückspielseiten (das sind die Seiten, die den Lotterie-Staatsvertrag unterlaufen und somit Steuereinnahmen gefährden). In Norwegen wurde die ursprünglich nur gegen Kipo eingeführte Liste irgendwann gegen politische Gegner genutzt. In Australien testet man grade Filtertechnik, die neben Kinderpornographie gleich noch Webseiten mit Darstellungen sexueller Gewalt, Anleitungen zu Verbrechen, Gewalttaten und Drogengebrauch sowie der Aufruf zu Terrorismus sperren sollen.
Wobei für mich mit am gefährlichsten noch immer die Art ist, wie diese Sperrliste erstellt werden soll. Ohne eine irgendgeartete Kontrolle durch Richter, Politiker, Kontrollkommissionen oder irgendwen kann das BKA zukünftig genau bestimmen, welche Seiten für uns noch genehm sind. Und niemand darf das hinterfragen! Dabei ist doch die Gewaltenteilung ist ein Grundpfeiler der Demokratie!
Zitat aus dem Entwurf eines
Gesetzes zur Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen
Artikel 1 - Änderung des Telemediengesetzes:
Das Bundeskriminalamt ist verpflichtet, Unterlagen vorzuhalten, mit denen der
Nachweis geführt werden kann, dass die in der Sperrliste aufgeführten Einträge zum
Zeitpunkt ihrer Bewertung durch das Bundeskriminalamt die Voraussetzungen nach
Absatz 1 erfüllten. Es erteilt Diensteanbietern im Sinne dieses Gesetzes, die ein
berechtigtes Interesse darlegen, auf Anfrage Auskunft darüber, ob und in welchem
Zeitraum ein Telemedienangebot in der Sperrliste enthalten ist oder war.
Ob und in welchem Zeitraum? Nicht mal 'warum'? Und nur Diensteanbietern mit berechtigtem Interesse? Somit nicht dem surfenden, der plötzlich nicht mehr auf seinen Lieblingsblog kommt und vielleicht nicht mal mehr dem Inhaber des Blogs? Diensteanbieter in diesem Gesetzentwurf waren immer die Provider.
Und das BKA prüft genau einmal? Und dann nie wieder? Was ist mit solchen Fällen wie die durch Hacker verunstaltete Seiten ganz normaler Menschen oder Firmen? (in Skandinavien passiert - hier war ein Zahnarzt noch Monate nach einem solchen, längst besetigten, Angriff auf der Sperrliste).
Und als Krönung behält sich das BKA vor, gegen Leute, die auf der Sperrseite gelandet sind, Ermittlungen aufzunehmen? Die dann beweisen sollen, das sie nur zufällig da gelandet sind? Und das in Zeiten, in denen 3/4 des Mailverkehr SPAM sind, der nur deshalb existieren kann, weil noch immer viel zu viele dumme Menschen auf Spammails klicken? Und jede Menge Menschen auf jeden Link klicken, den irgendwer in irgendwelchen Communities verbreitet? Noch fiesser wirds doch, wenn irgendwelche grosse Seiten (ebay, youtube, ...) oder Mails Bilder von gesperrten Seiten enthalten. Das müssen ja nich mal KiPo-Bilder sein, da reichen 1*1 Pixel grosse Blindgifs. *schwups* Ist man auf der Liste! Dank der kürzlich verschärften Gesetzgebung und der Einführung der "Jugendanscheinspornographie" könnte einem das auch passieren, wenn man auf normalen Pornoseiten unterwegs ist. Es reicht jetzt aus, wenn dem Anschein nach die Akteure unter 18 Jahren sind, um sie Kinderpornographie zu klassifizieren (was vielleicht auch erklärt, warum die Statistiken einen grossen Wachstum in diesem Bereich anzeigen).
Aber wir haben ja nichts zu verbergen! Im Falle einer Hausdurchsuchung, die einem natürlich auch drohen kann, wenn man zukünftig Seiten wie Wikileaks ansurfst (also Seiten, die sich aktiv mit der Presse- und Meinungsfreiheit und damit auch den Filtern und dem Gefilterten beschäftigen, nicht mit der Verbreitung von Abscheulichkeiten), hoffe ich, daß der Betroffene seinen Spam immer gleich löscht - sonst ist die Wahrscheinlichkeit, daß da doch das eine oder andere Bildchen mit eventuell kinderpronographischem Inhalt völlig ohne das Wissen des Rechnerinhabers vor sich hinschlummert, durchaus vorhanden. Aber selbst wenn nichts gefunden wird, den Rechner ist man in so einem Fall mindestens Monate, wenn nicht für immer los. Den guten Ruf auch! Partner, Familie, Nachbarn, Arbeitgeber (so er es erfährt) werden sich sicher ihre eigenen Gedanken zu den Unschuldsbekenntnissen des Durchsuchten machen.
Und das alles für ein Wahlkampfthema? Die Filter sind sinnlos gegen die, die sie umgehen wollen. Das kann jeder Depp, der in der Lage ist, durchs Netz zu surfen! Und das ist sogar Frau von der Leyen klar. Zitat aus einem Interview bei
Radioeins:
"“Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen, wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internetnutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft”
Ihr ist also (hoffentlich, bei dem wirren Satzbau fällt es mir schon schwer, den Inhalt der Worte zu deuten) klar, daß die Filter nicht die erreichen, die solche Dinge sehen wollen. Ihr ist nur nicht klar, daß man kein technisch versierter "Internetnutzer" sein muss, es sind 3-5 Klicks im Betriebssystem oder im Internetrouter um den DNS-Server zu ändern.
Der geplante Filter auf DNS-Ebene ist technisch ungefähr so sinnlos, als wolle man bestimmte Telefonnummern nicht mehr anrufbar machen, indem man die deutschen Telefonbuchanbieter zwingt, die Nummern nicht mehr abzudrucken. In anderen Telefonbüchern stehen die Nummern aber weiterhin drin, sie bleiben natürlich auch anrufbar! Anstatt also den Telefonanschluß zu sperren (analog die Internetseite), den Anschlußinhaber ausfindig zu machen und sofern möglich rechtlich zu belangen, soll nur für denjenigen, der es gar nicht sehen will, der Anschein erweckt werden, es gäbe die Nummer, also die Internetseite, gar nicht. Und damit dann gleich noch der Anschein erweckt werden, als gäbe es solche Seiten, als gäbe es solchen Mißbrauch nicht. Dabei muss man doch dagegen vorgehen, nicht Scheuklappen gegen den Anblick verteilen!
Der Filter ist ausserdem sinnlos, weil er nur normale Webseiten filtert. Der Austausch des Materials aber zu einem großen Teil auf anderem Wege passiert (Mail, Tauschbörsen, FTP, verschlüsselt, per Post, im Usenet,...). Und (gesperrte) Webseiten bzw. Domains schneller zu wechseln sind als Unterwäsche!
Die ganzen Zahlen, die uns hier um die Ohren gehauen werden (400.000 Klicks täglich wollen sie verhindern, ein milliardenschweres Geschäft behindern) sind Luftnummern. Niemand weiß solche Zahlen! Ausser vielleicht die, die sowas wirklich verkaufen. Wie soll ich jemanden ernst nehmen, der mit "Fakten" um sich wirft, deren Grundlage objektiv einfach nicht vorhanden sein kann?
Apropos ernst nehmen. Ständig redet z.B. Frau von der Leyen bei ihren Argumentationen davon, daß der Anteil der Kinderpornographie im Netz immer mehr wird, immer mehr Geld damit verdient wird. Dem widerspricht die aktuelle Studie der Internet Watch Foundation (zuständig für die Filterliste in Grossbritanien). Nach dieser
Studie hat sich im letzten Jahr hat die Anzahl der Websites mit kinderpornografischen Inhalten um 10 Prozent abgenommen. Auch der Anteil gewalttätiger und kommerzieller Kinderpornografie ging leicht zurück. Einzig in der deutschen Kriminalstatistik sind die Fälle gestiegen. Das liegt aber sicher an solch medial ausgeschlachteten Fehlschlägen wie der "Operation Himmel", bei der 12.000 Nutzer verdächtigt wurde, aber kaum ein Fall zur Anklage kam. Siehe:
http://www.lawblog.de/index.php/archives/2008/11/20/aktion-himmel-keine-verurteilungen-aber-ein-erfolg/
http://www.heise.de/newsticker/Operation-Himmel-Koelner-Staatsanwalt-hat-alle-Verfahren-wegen-Kinderpornos-eingestellt--/meldung/102358
Zumal das getauschte Material schon da ist! Der Missbrauch ist schon passiert! Angeblich stammt das meiste Material sowieso aus privater Hand - ist also unentgeldlich entstanden und wird von profitgierigen Verbreitern nur gesammelt und dann verkauft. Auch soll der Anteil an neuem Material gar nicht so groß sein, die meisten sammeln nur das vorhandene, oftmals sehr alte, und versuchen damit Geld zu verdienen. Filter zumindest verhindern rein gar nichts! Außer, daß der zufällige Surfer (alle anderen setzten die Filter-Scheuklappe einfach nich auf) nicht mehr auf solchen Webseiten landen kann. Und zur Krönung auch noch ständig davon geredet wird, daß solche Neigungen ansteckend sind, man "angefixt" wird, wenn man mal aus Versehen auf einer solchen Seite landet. Glaubt das eigentlich wirklich irgendwer, der mal kurz drüber nachdenkt? Dann möge der oder diejenige sich die vielen Studien zu dem Thema anschauen! Das ist ... sorry... mediengerechtes Geseier!
Und bitte, wenn das ganze Thema so brisant ist, daß man dafür demokratische Grundregeln und das Grundgesetz in Teilen ausser Kraft setzt (Zitat des Gesetzentwurfes: Das Grundrecht des Fernmeldegeheimnisses (Artikel 10 des Grundgesetzes) wird durch die Absätze 2, 4 und 5 eingeschränkt.), warum sollen dann nicht alle Internetzugänge filtern? Warum nur die grossen Provider? Warum nicht Unis, Bibliotheken, Behörden? Warum? Weil letzteres Geld kostet! Genau so wie alle präventiven Handlungen gegen den Missbrauch von Kindern und gegen die Auswirkungen des Missbrauchs auf die Kinder! Genau wie Ermittlungen gegen die, die sowas vertreiben oder gar erstellen. Und dieser Ansatz ist der einzige, der GEGEN den Missbrauch und gegen das Geldverdienen hilft. Aber Geld haben wir ja nicht. Also... nicht für bzw. gegen sowas! Ausserdem stehen ja Wahlen vor der Tür. Und mit diesem Thema lässt sich prima Wahlkampf machen. Jeder nickt, weil jeder (der nicht Konsument ist) selbstverständlich gegen den Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen, ganz besonders gegen den sexuellen Mißbrauch ist.
Weitere Links zum Thema:
http://www.heise.de/ct/Die-Argumente-fuer-Kinderporno-Sperren-laufen-ins-Leere--/artikel/135867
http://www.rettet-das-internet.de/kinderporno.htm
http://blogs.hr-online.de/nightline/2009/04/27/warum-es-um-zensur-geht/
Glatteis
Hannovers Straßen- und Wegeverhältnisse sind momentan eher als katastrophal zu bezeichnen. Nachdem es vor einigen Tagen erst schneite, dann taute und dann heftig kalt wurde, ist die Stadt bedeckt von einer zentimeterdicken Eisschicht, in die an weiten Teilen Fußabdrücke und Radspuren mit eingefroren sind.
Die Hauptstraßen sind sofort mit Salz behandelt worden und somit frei, seit gestern werden nun auch die Nebenstraßen mit Salz befahrbarer gemacht. Rad- und Fußwege interessieren die Stadt aber nicht wirklich. Die Fußwege sind in den meisten Fällen Sache des Eigentümers des Hauses, so die offizielle Aussage. Allerdings ist der Einsatz von Salz für die fußwegreinigenden Anwohner ausdrücklich verboten und wird mit Bußgeldern geahndet. Was im Sinne des Umweltschutzes schon in den 90er Jahren des letzten Jahrtausends (Jahrtausend? Das klingt noch immer seltsam) Gesetz wurde und was ich normalerweise auch für gut und richtig halte. Momentan aber nicht. Es sind noch nicht mal die Fußgängerzonen im Innenstadtbereich begehbar, auch dort sind teilweise noch immer grosse, spiegelglatte Eisflächen. Die Stadt selbst hat diese Fußwegreinigungen an Firmen vergeben, die nun offenbar heillos überfordert sind.
Gestern hatte ich meinen ersten Arbeitstag im neuen Jahr und bin in (ich gebs ja zu) grenzenloser Naivität wie beinahe immer mit dem Rad losgefahren. Natürlich hab ich von der Glätte gewusst, aber ich hab auch erwartet, daß wenigstens die Wege an den großen Straßen und die vielbenutzten Wege im Wald bzw. am Maschsee befahrbar sind. Pustekuchen! Die Wege an der Eilenriede sind mit Schildern "kein Winterdienst" für die Stadt aus dem Schneider (und eine einzige Eisfläche). Alle anderen Radwege im Stadtgebient scheinen auch nicht zu interessieren. Zumindest habe ich keinen gefunden, der in irgendeiner Form wenigstens mit Sand oder Splitt behandelt worden wäre. Somit schlitterte ich gestern über spiegelglatte aber stellenweise extrem wellige Eisflächen, teils geräumten oder gestreuten Gehwegbereichen (wobei sich dieser Untergrund alle 5-10 Meter schlagartig änderte, also jedesmal, wenn ein Grundstück endete und damit der Verantwortungsbereich eines Eigentümers) bzw. teilweise auf den wunderbar befahrbaren weil eisfreien Straßen (was im Berufsverkehr bei Dunkelheit und diesen Witterungsverhältnissen überhaupt keinen Spaß macht!).
Maximal 45 Minuten brauche ich normalerweise (mit dem Winterrad) bis zur Arbeit, gestern war es doppelt so lange und auf eine gewisse Weise wesentlich spannender, wenn auch nicht unbedingt spaßiger - obwohl die Fahrt als eine Art Geschicklichkeits- und Koordinationstraining durchgehen könnte.
Heute hab ich meine Abneigung für Öffentliche Verkehrmittel versucht zu unterdrücken und bin mit Bus und Bahn zur Arbeit. Ein Experiment, was ich sicher nur in Notfällen wiederholen werde (das Glatteis ist für mich seit heute Morgen nicht mehr Notfall genug). Es dauert zu lange (60 Minuten), ist zu teuer (5 Euro hin und zurück) viel zu voll und - im Vergleich zu den schönen und ruhigen Momenten selbst auf der spiegelglatten Radstrecke - einfach zu laut und einfach ätzend.
Dann versuch ich es morgen eben doch wieder mit dem Rad. Vielleicht hat die Sonne trotz der Minusgrade ein wenig dafür gesorgt, das manche Eisfläche ein weniger benutzbarer geworden ist.
Mein öffentlicher Frust geht an dieser Stelle an die Stadt Hannover. Sparsamkeit in allen Ehren, aber die Bürger müssen sich wenigstens zu Fuß gefahrlos fortbewegen können. Und falls es dieser Stadt mit dem Umweltschutz wirklich wichtig ist (was Hannover immer betont, man denke alleine an die vielumstrittene Umweltplakette), sollte sie auch dafür sorgen, daß die Radwege benutzbar sind. Niemand erwartet völlige Eisfreiheit, aber wenigstens der Versuch benutzbare Schneisen mit Sand und vielleicht etwas Salz auf den wichtigsten Wegen entlang der Hauptverkehrsstraßen, am Maschsee und in der Eilenriede zu erzeugen, kann doch kaum zuviel verlangt sein. Für die Autofahrer wird ja auch der Weg frei gemacht!
Nachtrag - 9.1.09
Seit gestern ist es den Anwohnern in Hannvoer nun doch erlaubt mit Salz zu streuen. Allerdings ist es fast überall schon ausverkauft.
Und besonders erwähnt gehört noch die AOK auf der Hans-Böckler-Allee in Hannover. Der Fußweg vor diesem Gebäude ist mehrere Meter breit und auch heute noch immer eine einzige Eisfläche. Was haben die vor, die Kundschaft an sich binden? ...
Es scheint ja nahezu "in" zu sein, Internetfilter gegen Kinderpornografie zu fordern. Nun tut dies - nach unserer Familienministerin von der
Leyen - auch Niedesachsens Innenminister Schünemann. Wo Frau von der Leyen aber noch forderte, daß die Provider "bösen" Internetinhalt wegfiltern sollen, ist Schünemann gleich noch zwei Schritte weiter. Die Internetnuzter sollen verpflichtet werden, Filtersoftware einzusetzten, damit sie sich quasi selbst vor der bösen Kinderpornografie schützen:
Quelle: Heise .
Da frag ich mich: ist der Glühwein auf Hannovers Weihnachtsmärkten wirklich so billig oder hat dem Herren noch keiner die Welt respektive das Internet erklärt? Glaubt er wirklich, jemand der Kinderpornos konsumieren möchte, installiert sich einen Filter dagegen bzw. versucht nicht, diesen irgendwie zu umgehen? Und glaubt er wirklich es gibt Filtersoftware für alle erdenklichen Systeme, oder darf man ab dem Tag X dann nur noch mit Windows Vista und IEx ins Internet? Glaubt er wirklich, daß in armen dritte-Welt-Ländern auch nur ein Kind weniger missbraucht wird, wenn hier schwachsinnige weil fast wirkungslose Filter eingesetzt werden? (wirkungslos, weil sich jeder Filtersoftware umgehen lässt, weil jeder, der sowas tauschen will, dies über Verschlüsselung, über eMails, über P2p und ähnliches tun kann, weil jede Kinderporno-Domain, die bekannt wird, sofort durch 10 andere ersetzt wird, ...)
Woher nehmen die Politiker momentan die Frechheit, so einen hahnebüchenen Dummsinn von sich zu geben, nur um in den Medien möglichst häufig zitiert zu werden? Und woher nehmen die Medien die Frechheit, solche Forderungen weiterzureichen ohne den technischen Hintergrund und damit die Nutzlosigkeit zu beleuchten?
Für die Internet-Generation ist nur real, was auch im Web steht. So las ich gestern in einem Artikel über einen Selbstmörder in Amerika, der seinen Selbstmord mit Medikamenten vor laufender Web-Cam durchgeführt hat. Angeblich haben einige hundert Leute zugesehen und es hat Stunden gedauert, bis jemand auf die Idee kam, den Webseitenbetreiber zu verständigen, der dann die Polizei einschalten konnte. Der junge, manisch-depressive Mann war inzwischen längst tot. Seine Familie fordert nun eine Überwachung des Internets, wobei ich dieser immerhin zugestehen muss, daß sie unter Schock steht.
Ganz anders geht es - hoffentlich - unseren Politikern, auch wenn ihre Aussagen oft etwas anderes vermuten lassen. Unsere Familienministerin von der Leyen fordert kürzlich mal wieder eine Internet-Zensur seitens der Provider. Natürlich benutzt sie dafür eines der drei wohlbekannten Schlagwörter, mit denen man zur Zeit beinahe alles plausibel machen kann. Hier: Kinderpornographie. Würde es irgendeinem Kind wirklich helfen, wenn in Deutschland die Provider zur Zensur gezwungen werden, wäre ich vielleicht sogar dafür. Leider ist diese medienwirksame Forderung absolut sinnlos, weil jede in Deutschland gesperrte Seite über ausländische Server erreichbar bleibt. Und jeder, der sich damit beschäftigt, sehr leicht auch in Deutschland Möglichkeiten finden wird, diese Form der Zensur zu umgehen. Zumal die Provider ja nicht den Datenverkehr als solches zensieren können (zumindest noch nicht, zum einen wegen technischer Hürden und zum anderem dem Datenschutzrecht), sondern höchstens den Zugriff auf gemeldete Kinderpornoseiten sperren könnten. Das wird niemanden ernsthaft abschrecken, dann gibt es eben neue Seiten und sowieso den andersartigen Datenaustausch. Ich möchte keineswegs den Eindruck erwecken, als würde ich es gutheissen, das Menschen soetwas überhaupt sehen wollen. Ich möchte in Gedanken auch nicht mal im Ansatz versuchen zu verstehen, was in den Menschen vorgeht, die auf Kinderpornos stehen oder gar herstellen.Aber nicht jede Aussage, die einen auf die Titelseite der Tagespresse bringt, bringt uns auch weiter. Und Zensur ist Zensur, egal wie gutgemeint die Argumente sind. Ist das Mittel geschaffen (was hier auch noch absolut unwirksam ist, das Internet ist nicht deutsch), wird es weiter genutzt werden. Im nächsten Schritt eben gegen andere Seiten, die nicht gefallen. Irgendwann eben auch gegen die, deren Aussagen nicht gefallen. Gründe findet man doch immer.
So machen sich die Politiker dann - passend zum Titel, reali ist nur, was auch im Internet zu sehen ist - eine kuscheligwarme, deutsche Internetwelt?
Wann erklärt denen endlich jemand, wie das Internet funktioniert?
Mein Arbeitsrechner spinnt schon eine ganze Weile (eher Monate als Wochen) Teilweise hängt die Netzwerkverbindung, teilweise der ganze Explorer, beim Runterfahren gibt’s die seltsamsten Fehlerfenster, und alle Reparaturversuche und Aufräumexperimente brachten mich nicht weiter. Also muss ich die Kiste irgendwann mal neu installieren, dachte ich mir, immerhin läuft das System schon einige Jahre und hat in der Zeit schon einiges mitgemacht (das passiert eben, wenn man im Job Softwareverteiler ist und trotz aller virtueller Testmaschinen doch zuviel – mal eben – auf dem eigenen System erledigt). Immerhin muss ich Windows XP zugute halten, das sich die Neuinstallationen im Vergleich zu seinen Vorgängern wirklich in Grenzen halten. Und mir selbst muss ich zugute halten, dass eine Neuinstallation auf der Arbeit dank meiner automatisierten Installationsabläufe gar kein sooo großer Aufwand ist. Zumindest bis zu einem Standardsystem (inkl. Office und co), die persönliche Spezialsoftware muss ebenso wie das Backup der eigenen Dateien und ähnlichem dann noch händisch nachgezogen werden. Trotz alledem ist das eigentlich etwas, was man im Groben in 2 Stunden erledigt haben sollte, die Feinarbeiten kommen dann in den nächsten Wochen immer Mal Stück für Stück.
Soweit die Theorie (in der Theorie sind ja auch Theorie und Praxis gleich…). Praktisch sollte man dies wohl nicht an einem Montagmorgen durchführen…
Ich habe artig ein Backup von den wichtigsten Dingen gemacht (Firmenscript schiebt das auf einen Backupserver) und andere Dateien auf einer anderen Partition zwischengesichert (teilweise sind diese einfach zu groß für das normale Backupverfahren, z.B. meine VMWare-Systeme und ein grösseres TrueCrypt-Archiv). Dann hab ich die Installations-DVD eingelegt und dabei gedacht: „das ist eine gute Gelegenheit, die neue Version zu testen“. Die neue Version ist noch in der Testphase und beruht auf einem anderen Konzept, also einer ganz anderen Grundlage (wird nicht mehr von mir sondern von Dell zusammengestrickt) und fragt, ganz im Gegensatz zu der seit Jahren eingesetzten alten Version, nicht mehr nach, wohin es sich installieren soll. Montagsmüde wie ich war dachte ich natürlich, es grabscht sich einfach die erste Partition – und musste dann mit Entsetzen feststellen, dass es in Wirklichkeit die ganze erste Platte nahm. NA TOLL! Die erste Platte waren zwei Partitionen, auf der zweiten lag das Backup meiner „nicht ganz so wichtigen aber trotzdem wichtigen Dateien“!
Ich dachte ziemlich laut für einen Gedanken ein nicht zitierfähiges Wort und hab über ein anderes System Software gesucht, die meine wegpartitionierten Daten retten kann. Jedes Schreiben auf der Festplatte mit den zu rettenden Dateien kann diese zerstören, also war Vorsicht angesagt (möglichst wenig agieren, möglichst nichts installieren, nicht klicken, nicht surfen, nichts tun, was sich irgendwie vermeiden lässt!).
Meinen ersten Rettungsersuch startete ich ganz naiv mit undelete-plus (
http://www.undelete-plus.com/ ) welches kostenlos ist und dazu noch als Version verfügbar ist, die keine Installation vorrausetzt, also direkt zu starten ist. Ab auf den USB-Stick damit und auf dem zu rettenden System suchen lassen. Leider findet undelete-plus nichts, was sich in gelöschten Partitionen befindet, dafür ist es leicht zu bedienen, kostenlos und funktioniert prima mit Dateien, die aus versehen einfach mal weggelöscht worden sind.
Nächster Versuch: Test Disk (
http://www.cgsecurity.org/wiki/TestDisk) – eine OpenSource Software unter GPL, die u.a. gelöschte Partitionen wiederherstellen kann. Test Disk lässt sich im laufenden System starten (Programm läuft mit einem Kommandozeilenfenster, also im Textsytem), analysierte die Festplatte (in meinem Fall ja die Systemplatte) und fand die beiden gelöschten Partitionen. Nach dem Markieren dieser Partitionen, dem auswählen des Punktes "wiederherstellen" kam der Hinweis, dass ich nun neu starten müsste. Tat ich und hatte tatsächlich meine alte Partition zurück. SAMT ALLEN DATEN! Dachte ich zumindest… Samt aller Daten bis auf das eine Verzeichnis. DAS Verzeichnis, mit dem großen TrueCrypt-Archiv, also einem der Hauptgründe für das Recovery-Szenario. Also weiterprobieren…
Als Nächstes hab ich, weil sich auf der teils geretteten Platte nun kein Betriebssystem installieren und starten lassen wollte und ich nicht durch einen Fehler die weitestgehend wieder vorhandenen Daten verlieren wollte, Knoppix (
www.knoppers.net) von CD gestartet (das ist eine Live-CD, also ein Betriebssystem, was sich ohne Installationen von CD bzw. DVD aus starten lässt). Hiermit konnte ich immerhin die lesbaren und wichtigen Daten auf einen anderen Rechner kopieren. Das eine Verzeichnis blieb aber unbelehrbar. bzw. eigentlich unleerbar, lt. dem "Knoppix-Linux" war es leer. NTFS-undelete, bei Knoppix gleich dabei, fand auf der Platte zwar viele, interessante Dateien zum Wiederherstellen – aber leider nicht die in dem „kaputten“ (leeren) Verzeichnis.
Nächster Versuch: ich hab die betreffende Platte in ein anderes System eingebaut und dieses gestartet. Auch hier war die gelöschte und wiederhergestellte Partition größtenteils lesbar und unversehrt, bis auf das eine, verflixte Verzeichnis! Beim Zugriff auf dieses erschien nun, mit Windows XP als Betriebssystem, eine Fehlermeldung (Zugriff nicht möglich). Bis hierhin hatte ich die Hoffnung, dass es nur ein ACL-Problem (Berechtigungen) wäre, aber auch ACLs liessen sich nicht setzten, dabei war ich mit der Domänenkennung eingeloggt, die bislang grade auf diesem – natürlich für mich sehr wichtigen – Verzeichnis Vollzugriff hatte. Bei dem Versuch über die Windows-Boardmittel den Besitz zu übernehmen, passierte irgendwann gar nichts mehr. Windows selbst schlug klugerweise vor, einen CHKDISK (Check-Disk) laufen zu lassen. Gute Idee, dachte ich, und tat dies. Leider ohne Erfolg.
Ein zweites CHKDISK mit der Option „Fehlerhafte Dateien suchen und wiederherstellen“ lief mehr als zwei Stunden, ich hatte mittlerweile die Geduld verloren und in mein Produktivsystem eine neue Platte eingebaut, das Windows dort mit meinen alten Vollautomatik-DVDs neu installiert. Aber, oh Wunder, CHKDISK hat mich gerettet! Das Verzeichnis ist wieder da, MIT INHALT!!!! Bislang ohne, daß ich irgendwelche Verluste bemerkt hätte! Ich habe fertig!
Dabei hätte ich noch bacula, DataRecovery und ntfsundelete zum Testen gehabt – auch alles Freeware zur Datenrettung und nach Meinung diverser Menschen durchaus gut. Naja, ich legs mir an die Seite, fürs nächste Mal. Werds aber ins eins der automatisch gesicherten Backupverzeichnisse legen, damit der Zugriff beim nächsten Datenverlust einfacher wird… ;)
Manch Einer mag sich jetzt vielleicht fragen, wen dieser Text hier nun interessieren soll? Das weiß ich auch nicht so genau, aber irgendwie musste ich, nachdem ich meine beiden Systeme lahmgelegt hatte, die Zeit herumkriegen, bis sie wieder in nutzbar waren. Und immerhin wäre es ja möglich, dass die Eine oder der Andere mal vor einem ähnlichen Problem steht wie ich heute Morgen und dank dem Orakel google auf diese Zeilen trifft.
Es war am letzten Freitag, 16-17 Uhr, fast alle Kollegen waren längst im wohlverdienten Wochenende, ich saß noch an einem Projekt, was ich fertig machen musste. Gut, "muss" ist immer relativ, ich hätte auch am Montag noch ein bisschen Zeit gehabt aber ich wollte es auch fertig kriegen und als alles nicht so klappte wie es sollte, wurde ich schon leicht unruhig. Oder auch arg genervt. Das Wochenende, deren Beginn sich immer weiter nach hinten verschob, war ein kinderfreies, terminloses. Bis auf Sport, rumhängen, faullenzen, lesen, spielen und erholen stand da nix weiter auf der Tagesordnung. Aber es wurde immer später und ich nicht fertig. Ich kann mich so wunderbar selber unter Druck setzen, völlig unsinnig auch noch. Freitag hab ich das gemacht.
Irgendwann wurde mir leicht übel, küselig, komisch im Kopf. Besonders, wenn ich ihn schnell bewegt hab. Gut, muss ich in meinem Job ja nur selten, ich hab weitergearbeitet und sogar schon, in Erwartung auf den nun aber doch bald kommenden Feierabend, meine Radklamotten samt Pulsuhr angezogen. Plötzlich wurde mir schlecht, richtig schlecht! In Kopf und Körper. Ich hatte das Gefühl als ob ich gleich zusammenklappe. Der Blick auf die Pulsuhr bestätigte dies, der Puls war unvermittelt bei sitzender Tätigkeit von ungefähr 60 auf weit über 100 gestiegen; in mir machte sich zusätzlich Panik breit. Ich war ganz allein im Rechenzentrum, bis Montag kommt da auch niemand mehr vorbei! Einzig im Außenbereich war sicher noch der Kollege da, der sonst auch immer länger bleibt; ich bin zu ihm rüber (ich und irgendwen um Hilfe bitten? Das passiert erst, wenn ich schon fast tod bin. In dem Moment fühlte es sich aber an, als könnte ich es bald mal werden... ). Auf seinem Besucherstuhl war mein Puls bei 160 angekommen, sank dann aber langsam wieder. Die Übelkeit blieb. Und mit ihr die Angst. Vor zwei Wochen hatte ich sowas schon einmal gehabt, abends, liegend auf dem Sofa. Ich lag dort eingekuschelt als mir übel wurde, ich wollte zum Klo gehen, bin aufgestanden, mir wurde schwarz vor Augen und ich habs zum Glück noch wieder bis zum Sofa geschafft, bevor ich bewusstlos wurde. Nur einige Sekunden, dann wurde ich aus diesem unverhofften Schlummer wieder geweckt, aber das Gefühl war widerlich. Bewusstlos zu werden, die Übelkeit vorher, hinterher, das Herzrasen, die Angst... Mein Freund wollte mir seinerzeit einen Arzt rufen, aber ich hab besser drauf verzichtet... Nur weil man einmal umkippt??? Ich hab geschworen, wenn das wiederpassiert, gehe ich zu einem Arzt. Und letzten Freitag, keine 2 Wochen später, konnte ich diesen Schwur dann einlösen. Wenn auch nur ungern...
Mein Freund hat mich von der Arbeit abgeholt, und nach langem hin- und herüberlegen (und insgesamt 3 oder 4 Schübe mit plötzlichem Herzrasen, wenn auch nicht mehr in der Intensität des ersten) sind wir zum ärztlichen Notdienst gefahren. In ein Krankenhaus wollte ich nicht, die hätten mich doch sicher eh nur gleich dabehalten wollen... Genutzt hat das nicht viel, ergab nur einen Umweg und eine "lustige" Fahrt im Krankenwagen; der Doc beim Notdienst hörte sich meine Geschichte an, maß den Blutdruck (viel zu hoch), den Puls (nicht mehr so rasend aber auch zu hoch) und meinte, es wäre wohl angebracht, diese Sache etwas näher zu beleuchten. Auf 'nen Freitag? In ein Krankenhaus? Wo bis Montag ja doch erstmal nix gemacht wird??? Gefiel mir gar nicht, ich hab, wie so viele andere, eine ausgeprägte Krankenhausabneigung und der Gedanke mein kinderfreies Wochenende mit Sport und Spaß gegen Krankenhaus und Langeweile einzutauschen gefiel mir noch viel weniger. Aber der Arzt war ziemlich überzeugend in seinen Argumenten, so hatte ich in Kürze einen Infusion und zwei nette Sanitäter standen mit einer Trage im Flur. Krankenwagen bin ich bislang erst einmal gefahren, irgendwann in der Kindheit. War relativ OK, nur die Aussicht ist etwas mager... ;).
Im Krankenhaus durfte ich meine Geschichte dann erneut erzählen, insgesamt bis heute gefühlte dreihundert Mal. Besorgnis auch bei dieser Ärztin, ich kam ans EKG, Blut abgenommen und durfte erstmal warten... Das Herz hatte sich beruhigt, keine Rasereien, ich war nur irgendwie müde und mir war weiterhin schlecht. Mehr als zwei Stunden später waren die Blutwerte da, alles in Ordnung, auch sonst erstmal nix zu finden,... Frau Doc meinte, es wäre besser wenn ich bliebe, aber bis Montag würde vermutlich nichts gemacht werden, außer mich zu überwachen. Mir gings zwar nicht topfit, aber ich wollte auf keinen Fall bleiben, wenn es gangbare Alternativen gibt. Ich musste das Versprechen geben, nicht alleine zu bleiben und sofort wiederzukommen, wenn es wieder auftritt und am Montag sofort zum Hausarzt zu gehen und mich von dort zum Kardiologen schicken zu lassen - und durfte nach Hause. Aber nicht lange...
Zuhause angekommen hab ich mich mit meinem Blutdruckmessgerät aufs Sofa gelegt, hin und wieder gemessen (je länger ich lag, um so niedriger wurde Puls und Blutdruck, alles fast normal für meine Verhältnisse), ich bekam Abendessen, Tee, ... und plötzlich, nach nicht mal zwei Stunden kam dieses komische Gefühl wieder. So eine Art Kribbeln im ganzen Körper, vor allem Arm und Bein, der Schwindel, das Herzrasen, der Puls stieg - im Liegen! - von 60 auf 120, mein Körper fing an zu zittern (ich schäzte, das war nur die Angst), ich musste dringend zum Klo... Danach hatte ich sitzend einen Blutdruck von weit über 220/135, den Pulswert weiß ich gar nicht mehr... Ich hatte glaub ich noch nicht oft so viel Angst, dieses Gefühl vom Herzen her... Widerlich, schrecklich...
Wir haben uns die Schuhe wieder angezogen und sind die 5-6 KM zum Krankenhaus gefahren, die mir sicher nie wieder so lang vorkommen werden, wie an diesem Abend. Die Notaufname (Doc wie Schwester) meinte nur: "Sie kennen wir doch schon" und "diesmal bleiben sie aber". Jo... mein Bett war sogar noch da, ich bekam wieder ein EKG, einen "frischen" Arzt (die Ärztin von vorhin war schon im Feierabend), durfte nochmal die ganze Geschichte erzählen, wieder waren die Rythmusstörungen natürlich nicht mehr feststellbar (ich wäre mir wie ein Hypochonder vorgekommen, wenn ich nicht einen glaubwürdigen Zeugen vorzuweisen gehabt hätte!). Und bekam eine Ecke in einem 5-Bett-Zimmer der Aufnahmestation. Nur für die eine Nacht, wurde mir versichert, dann würde ich verlegt werden.
Die erste Nacht war schrecklich! Die Türen waren offen, also von unserem Zimmer (ausser mir lag eine schwer gestürzte ältere Dame mit im Zimmer, früh am Morgen kam noch eine 18-jährige Schnapsleiche mit 1,8 Promille dazu), aber auch aus den anderen Zimmern. Gepiepe, Gelaufe, Gerede vom Gang, die Omi musste mitten in der Nacht aufs Klo, besser auf den Stuhl, braucht ein Schmerzmittel, und direkt neben dem Krankenhaus ist das Schützenfest. Das grösste Schützenfest der Welt, jawohl! Demnentsprechend laut war der Rummel auch, "Bumbumbum" gings bis spät in die Nacht. Geschlafen hab ich ganz beschissen, die durchgelegene Matratze machte daran auch nix besser. Dazu hatte ich auch noch wirklich starke Angst davor, daß der Quatsch wieder anfängt, daß mein Herz wieder unvermittelt zu rasen beginnt, das mir wieder so übel wird, es sich anfühlt, als würde ich gleich mal eben beim Sterben zu tode kommen, ... Tat ich aber nicht, sonst könnte ich hier auch kaum schreiben ;)
Lange vor sieben Uhr wurde ich wieder geweckt, es dauerte sehr, sehr lange bis es Frühstück und vor allem Kaffee gab. Bei der Visite gleich zwei bekannte Gesichter, Frau und Herr Doc vom Vorabend, Frau Doc war reichlich erstaunt mich wiederzusehen und meinte, sie hätte im Nachhinein auch starke Zweifel daran gehabt, das es gut gewesen wäre, mich gehen zu lassen. Ich bin ja wie versprochen wiedergekommen, hab ich geantwortet. ;) Rätselraten bei den drei Ärzten was jetzt zu tun ist aber wenigstens das Versprechen, das Wochenende nicht völlig ungenutzt zu lassen und mir ein Langzeit-EKG zu besorgen. Das ist am Wochenende keineswegs üblich, hat aber funktioniert. Mir war immernoch übel, eigentlich den ganzen Samstag, ich bin trotzdem später auf eigenen Beinen neben meinem Bett hergegangen, als dies in die entgültige Station gebracht wurde. Fast das komplette Krankenhauspersonal gehört übrigens positiv erwähnt, die meisten waren wirklich sehr nett und freundlich! Zweibettzimmer, fünfter Stock und tolle Aussicht, bescheidenes Essen (Gemüseintopf! *ieks*), eine nette Zimmernachbarin (zwar mindestens 10 Jahre älter als ich aber wir beide haben dennoch den Altersdurchschnitt der kardiologischen Abteilung stark gesenkt!), Krankenbesuche und besorgte Kinder - bis Montag ist nicht viel passiert. Das Herzrasen kam nicht wieder... Natürlich... trotzdem war ich ziemlich froh, im Krankenhaus zu liegen statt zuhause. Mir war weiterhin teilweise schlecht, komisch, küselig, ich bin mir sicher, viel davon war einfach Angst. Aber es ist doch beruhigend zu wissen, daß wenn es wieder passiert, man wenigstens in fachkundigen Händen ist. OK, relativ zumindest. Ich schätze, fast die meisten Menschen sterben in Krankenhäusern, oder? :D
Montag, ich hatte inwzischen zwei weiter Ärzten und mindestens 3-5 Schwestern mehr oder weniger ausgibig erzählen müssen, warum ich den Rundumservice hier geniessen darf, gab es dann ein Ultraschall von Schilddrüse, Bauch und Niere, eins vom Herzen (Echokardiogram oder ähnlich?), noch ein EKG, dafür durfte ich das Langzeit-EKG endlich abgeben (die blöden Klebeteile haben auch schon voll gejuckt und duschen durfte ich damit auch nicht!), ich hab noch einige Liter Blut spenden müssen, dann die ernüchternde Diagnose: ich bin gesund, topfit, es ist - beinahe - nichts feststellbar! Das Beinahe kam beinahe in letzter Minute, die Detailtests auf mein Schilddrüsenproblem - Hashimoto Dingens. Der eine Wert, auf den üblicherweise getestet wird (TSH) war ganz normal, zwei andere, auf die ich erst später getestet wurde, aber nicht (der eine Wert hat 1000 statt 0-35 ?!), ein Dritter wird noch per Post nachgeliefert, das Ergebnis dauert wohl ein Weilchen.
Drei Ärzte beruhigten mich insofern, als das solche Herzrythmusstörungen eigentlich nix wirklich schlimmes wären, wenn man sonst gesund ist. Gut, mal so umklappen ist nicht prickelnd, aber es hat sich ja beide Male angekündigt. Und es war beide Male nicht unter Belastung sondern eher in Ruhepasen (körperlich, ich arbeite ja mehr mit den Fingern, vor allem dem Zeigefinger der rechten Hand :D). Ein Herzkatheter (?) hab ich erstmal abgelehnt, so furchtbar war es dann doch wieder nicht und ohne ein EKG von der Rythmusstörung macht das auch nur bedingt Sinn (so sagte immerhin einer von drei Ärzten). Nun bekomme ich ein ganz tolles technisches Spielzeug, einen Event-Recorder, der, wenns wieder passiert, von mir ans Herz gelegt wird und die Störung aufzeichnen soll. Übertragen kann ich die Aufzeichnung dann per Telefon oder Internet. Cool 8) . Den bekomme ich aber erst nächste Woche, vorhin bin ich aus dem Krankenhaus wieder entlassen worden und soll morgen sogar wieder arbeiten gehen. Frechheit! Und wo krieg ich mein verlorenes Wochenende wieder? ;) Wirklich gut geht es mir ehrlich gesagt aber nicht. Irgendwie ist mir schlecht, küselig, die ganze Zeit. Ich denke, hoffe, das ist nur die Angst, daß es wieder passiert. Komischerweise ist mein Blutdruck hier Zuhause auch wieder relativ hoch, das war er im Krankenhaus nicht. Aber das Herzrasen ist weg, seit Freitag...
Als vorerst letzte Krönung sagt mein Auto seit heute keinen Mucks mehr (kein Bild, kein Ton, kein Lämpchen, kein Husten, NIX!), aber ich reg mich da jetzt nicht weiter drüber auf. Gut, dann darf ich morgen wohl mit dem Rad zur Arbeit, aber hey, ich bin ja auch gesund... :roll:
Nach Monaten Handgelenksschmerzen (samt "Knackgeräuschen" im selbigen), die immer dann besser wurden, wenn ich Urlaub hatte und immer schlechter wurden, wenn ich arbeiten musste, hab ich mir vor 3 Wochen einen Trackball (Logitech) gekauft. 45 Euro die es wirklich wert waren! Die Schmerzen sind weg, der Mauszeigerbewegungskomfort ist in etwa wie bei einer guten Maus, der "Spieleffekt" an dem Ball ist dafür irgendwie grösser :D. Apropos spielen, das geht damit auch, ich hab mit dem Trackball grad Two Worlds durchgespielt.
So etwas kann ich jedem Menschen mit Handgelenksproblemen nur weiter empfehlen. Wobei ich damit alternative Mäuse im Allgemeinen meine, nicht unbedingt diesen einen Trackball von Logitech. Es gibt tatsächlich so einiges, von einer Art "Joystick", über Trackballs mit Daumen- oder Mittelfinger-Ballführung oder das Pen Tablet (vor Jahren - vor den optischen Mäusen - mein heißgeliebter Favorit).
Am Allerliebsten hätte ich jedoch etwas, was ich noch nirgends zu kaufen gesehen habe: eine Art Handballenauflage an der Tastatur, die mittig einen Trackball integriert hat (ich habs nur mal mit Tasten gesehen, Tasten zur Maussteuerung?). So bräuchte ich meine Hände nicht immer aus der 10-Finger-Tipphaltung nehmen, nur um den Mauszeiger woanders hinzuschubsen (was ja nun manchmal leider nötig ist, auch wenn vieles ohne Maus und mit Shortcuts bzw. Tab o.äh. funktioniert).
Was bei mir nur leidlich funktioniert hat, war das umerziehen auf die linke Hand als Maushand. Geht auch, aber sobald es schnell gehen muss oder stressig wird, klebe die Maus doch schwubbdiwubb wieder an der rechten..
Das erste Mal
Heute war ich in einem Fitness-Studio. Das erste Mal in meinem Leben. Zu Weihnachten hab ich bei einer hannoverschen Zeitung einen Gutschein für eine 10er Karte gewonnen und seit dem schiebe ich die Einlösung von diesem vor mir her... Gut, ich hatte ja auch gesundheitliche Gründe, wollte nicht mit einer Kniebandage verschandelt da hin um dann nur einen Teil der Geräte nutzen können. Vor allem sträubt sich in mir aber immer etwas, wenn es darum geht, Sport vor anderen / mit anderen zu machen. Zu wenig sportliches Selbstbewusstsein...?! Und der Gedanke in einem Fitness-Studio von lauter Leuten begafft zu werden, hat mir gar nicht gefallen. Andererseits hat es mich ja schon sehr gereizt, auch wenn ich vieles auch ohne ein teures Studio mache. Radfahren, laufen, rudern, Krafttraining mit Hanteln und Bändern, Gymnastik und wenn die Zeit es erlaubt (in letzer Zeit viel zu selten :( ) auch noch schwimmen. Alles meistens einmal die Woche, Radfahren beinahe jeden Tag... Und auch wenn ich offensichtlich keinesfalls ein irgendwie genetisch bevorzugter Sportler bin, von einem absoluten Schlaffi hab ich mich weit entfernt.
Und trotzdem, es kostete Überwindung, den Gutschein endlich mal einzulösen (meine Ausreden waren allerdings langsam auch mal alle). Alleine wollte ich (zumindest beim ersten Mal) auch gar nicht, meine Gutscheine kann ich aber auch anderen zur Verfügung stellen. Also nahm ich mir heut Verstärkung, meine frisch gekaufte „Fitness-Studio-Tasche" (*hrhr*) und den Gutschein um mich der Herausforderung zu stellen.
Es war auch gar nicht schlimm! Ganz im Gegenteil, es hat sehr viel Spaß gemacht. 30 Minuten aufwärmen am Crosstrainer, 60 Minuten Krafttraining an sehr vielen Geräten und 30 Minuten laufen zum Abschluß. Meine Arme tun jetzt, 1-2 Stunden danach, schon so weh, daß ich sie kaum aufrecht am Laptop halten kann ;).
Das Publikum war recht gemischt, von Kraftfreaks über „Tussen“ bis zu ein paar älteren Damen und Herren. Beobachtet oder irgendwie gestört fühlte ich mich von niemandem. Und obwohl ich immer dachte, daß grade am Wochenende viele Leute ins Studio gehen, war es überhaupt nicht voll.
Sobald ich mich wieder bewegen kann, geh ich da wieder hin! Wobei ich bezweifele, daß ich allzuoft Gelegenheit haben werde. Arbeit und Familie belegen schon einen nicht unerheblichen Teil meiner Zeit...
Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden:
1: zum Thema Online-Durchsuchungen:
Das Bundesverfassungsgericht hat am 27. Februar 2008 das das nordrhein-westfälische Gesetz zu Online-Durchsuchungen gekippt; es hält ein Ausspähen von Computern aber unter bestimmten Bedingungen für verfassungsgemäß. In der
Entscheidung der Verfassungsrichter betonen diese ein neues Grundrecht zum Schutz digitaler Kommunikation:
„das Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme“.
"Die heimliche Infiltration eines informationstechnischen Systems, mittels derer die Nutzung des Systems überwacht und seine Speichermedien ausgelesen werden können, ist verfassungsrechtlich nur zulässig, wenn tatsächliche Anhaltspunkte einer konkreten Gefahr für ein überragend wichtiges Rechtsgut bestehen.“ Vor die Online-Durchsuchung wurde ein Richtervorbehalt gesetzt .
Damit bekommen die paranoiden Politiker und Kriminaler leider genau das, as lautstark immer gefordert wurde: ein paar wenige Gelegenheiten, bösen "Terroristen" auf die Rechner zu gucken. Vorausgesetzt, es bestehen ausreichende Verdachtsmomente. Allerdings sind die Grenzen sehr eng gesteckt. Wie eng, wird sich in naher und ferner Zukunft noch zeigen. Auch bleibt die größte Schwierigkeit auf Seiten der Technik. Wer wirklich etwas zu verbergen hat, wird dies auch zu sichern wissen (z.B. indem das Internet nur vom Internet-Cafe aus oder mit Live-CD-Betriebssystemen, in die sich kein Trojaner dauerhaft einnisten kann, benutzt wird) . Einen Universal-Bundestrojaner wird es vermutlich niemals geben; sobald dieser irgendwo enttarnt wurde, wird es von Gegenmaßnahmen nur so wimmeln. Zumal es ja auch keine Universal-Sicherheitslücken gibt, mit denen sich so ein Schädling überhaupt einnisten kann. Hier bleibt weiterhin offen, wie sich die Ermittler die technische Umsetzung vorstellen. Das Verschweigen und Ausnutzen grober Sicherheitslücken in den üblichen Betriebssystemen kann kaum im Interesse des Volkes sein, die Zusammenarbeit mit den Herstellern von Betriebssystemen und häufig genutzten Anwendungen erscheint auch eher wie Fiktion. Bleibt noch die Zusammenarbeit mit den Internet-Zugangsprovidern, die – einfach geschrieben – den „Bundestrojaner“ in dem restlichen Datenverkehr des Verdächtigen verstecken. Aber auch dies muss nicht unbedingt von Erfolg gekrönt sein und die Kosten all solcher Versuche einen Rechner zu infizieren, dürften extrem groß sein.
Bleibt mir nur die Hoffnung, dass die technischen Hürden eine Nutzung dieser Möglichkeit einer „heimlichen Hausdurchsuchung“ weitestgehend verhindern. Und das die klassischen Möglichkeiten der Polizeiarbeit, die häufig aus Personalmangel (und damit auch Geldmangel) nicht genutzt wurden, wieder in den Vordergrund all dieser Debatten kommen.
Links zum Weiterlesen:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/104125
http://www.heise.de/newsticker/meldung/104134
Wir leben ja in einem relativ modernen Zeitalter. Eigentlich sogar in dem modernsten, was diese Erde je gesehen hat. Gut, unsere Justizministerin weiß erst seit kurzem was ein Browser ist und viele unserer Abgeordneten können mit neueren Techniken oft eher weniger etwas anfangen. Aber da hat das Volk ja die Hoffnung, daß früher oder später jüngere Politiker/-innen nachwachsen, die Techniken wie zum Beispiel das Internet sowie seine Möglichkeiten und Probleme verstehen.
Um so mehr wundert es mich immer wieder, wenn plötzlich aus den Reihen dieser Politiker eine Technik gefordert wird, die technisch, neuartig und umstritten ist. So ging es mir bei einem der grössten und teuersten Technik-Desaster Deutschlands: Toll Collect und die LKW-Mautbrücken. So dachte ich auch, als die Gesundheitskarte ins Gespräch kam, deren Kosten noch immer nicht absehbar sind, deren Nutzen aber wahrscheinlich die Kosten bei weitem nicht aufwiegen kann. Zahlen müssen wir alle diese Kosten, so oder so. Und die Gefahren großer Datensammlungen hängen wie ein Damoklesschwert (nicht nur) über diesem Projekt. Ich möchte nicht, daß meine komplette Krankenakte an einem einzigen, zentralen Ort abgelegt ist, wo keineswegs sicher ist, daß die Daten wirklich sicher sind; und wo ich auch nicht weiß, wer hier (warum) Zugriff hat, was mit meinen ganz besonders persönlichen und sehr sensiblen Daten geschieht!
Aber ich wollte doch über etwas ganz anderes schreiben... Ich stutze immer wieder wenn ich höre oder lese, daß ganz, ganz dringend
Wahlcomputer eingesetzt werden müssen. Müssen? Warum? Weil's möglich ist? Weil's "hipp" ist? Weil sie
billiger sind als Wahlhelfer? Nein, das behaupten meistens ja nicht einmal die Firmen, die Wahlcomputer verkaufen. Wahlcomputer müssen angeschafft, für jede Wahl neu programmiert werden; sie müssen gewartet werden, sicher gelagert werden, vor Ort aufgestellt und kontrolliert werden, sie müssen regelmäßig ersetzt werden, sie müssen ggf. redundant vorhanden sein um allen Wählern auch wirklich das Wahlrecht gewähren zu können. In Hessen ist bei den Landtagswahlen vom letzten Sonntag in einem der Wahlkreise mit Wahlmaschinen das Gerät defekt gewesen. Ersatz hierfür ist erst etwa eine Stunden nach Öffnung der Wahllokale aufgestellt worden. Bis dahin konnten die Wahlwilligen nicht wählen - wobei ich mich hier allen Ernstes frage, ob es wirklich keinen Ausfallplan für solche Szenarien gibt? Kann man den Wählern für solche Fälle nicht wenigstens die Alternative des Wahlzettels anbieten?
Zurück zu den Kosten: die ersten größeren Wahlen in Amsterdam, die komplett über Nedap-Wahlmaschinen gelaufen sind waren fast
50% teurer als herkömmliche Wahlen. Übrigens ist Holland ebenso wie Irland und sogar Florida beim Einsatz von Wahlcomputern inzwischen zurückgerudert, sie haben diesen die Zulassung wieder entzogen; gewählt wird dort wieder über die guten, alten und bewährten Stimmzettel.
Die Stimmauszählung über Wahlcomputer ist
schneller, sagen die Befürworter und das sollte man eigentlich auch glauben. Bei den Hessener Landtagswahlen vom letzten Sonntag (ich zitiere von http://blogs.hr-online.de/nightline/2008/01/27/hey-obertshausen/ ) war das Ergebnis der Wahlcomputer im Schnitt 6 Minuten schneller als die Handauszählung. Das kann kaum als Killerargument für Wahlcomputer durchgehen!
Dafür sind für mich die Argumente dagegen wesentlich prickelnder. Technik kann IMMER
manipuliert werden. Das ist ganz einfach so, da kann auch keiner gegenargumentieren. "Jaja, aber auch die Stimmzettel können gefälscht werden." ist hier immer das klassische Gegenargument. Allerdings ist dies wesentlich aufwendiger und schwerer zu vertuschen. Stimmzettel sind ja definitiv vorhanden, sie kann man anfassen, weglegen, bei Einsprüchen wieder hervorholen und erneut zählen. Es braucht viel mehr Menschen, die bei der Manipulation mithelfen; die manuelle Stimmenauszählung zum Beispiel passiert immer mindestens zu zweit. Bei Wahlcomputern gibt es aber keinerlei Kontrolle darüber ob Stimmen korrekt registriert und ausgezählt wurden! Es gibt keine Möglichkeit, die abgegebenen Stimmen einfach noch einmal zu zählen. Man muss einfach glauben, daß die Technik funktioniert und nicht manipuliert worden ist. Wie leicht die Wahlmaschinen der Firma Nedap manipulierbar sind, ohne dass die Manipulation für einen Wahlleiter oder Wähler nachvollziehbar wäre, demonstrierte die Gruppe
„Wij vertrouwen stemcomputers niet“ und der Chaos Computer Club (CCC) am 5. Oktober 2006 im
niederländischen Fernsehen. Die hierbei verwendeten und manipulierten Wahlcomputer unterscheiden sich durch die in Deutschland zugelassenen nur durch Kleinigkeiten, die vor allem in den Unterschieden der Wahlsysteme begründet sind.
Aber die Wahlmaschinen sind doch
geprüft, sagen die Befürworter. Geprüft werden diese in Deutschland nur an einem einzigen Bauart-Muster! Manipulationen an den später eingesetzten Geräten sind so natürlich nicht feststellbar. Dafür sind zwar Siegel an den Geräten, leider haben die bisherigen Beobachtungen bei Wahlcomputereinsätzen immer wieder bewiesen, daß die Wahlhelfer hier viel zu oft gar nicht drauf achten. Und fälschbar sind diese Siegel (wie eigentlich alles auf der Welt) natürlich auch.
Und solange der Einsatz von Wahlcomputern so abläuft, wie unlängst in Hessen, braucht man nicht mal Pessimist zu sein, um sie abzulehnen: laut dem
CCC wurde ein Wahlcomputer über Nacht bei einem Parteifunktionär gelagert, die Wahlvorstände und -helfer seien mitunter mit der Inbetriebnahme der Computer ebenso überfordert gewesen, wie Wähler in der Bedienung; die vorgeschriebenen Prozeduren zur Siegelpruefung etc. wurden oft erst nach Hinweis der Wahlbeobachter durchgeführt. Wahlcomputer wären längere Zeit unbeobachtet geblieben, Manipulationen damit leicht möglich gewesen. Und als Krönung des ganzen wurden Wahlbeobachter vom CCC in einigen Gemeinden massiv daran gehindert, die Wahlen zu beobachten. Soviel zur "öffentlichen Wahl".
Wahlen sollen allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim sein (Artikel 38 des Grundgesetzes). Mit Wahlcomputern, die Stimmspeicherung und -auszählung unsichtbar und nicht überprüfbar ins Innere der Geräte verlagern ist dies nicht mehr möglich. Das im Wahlrecht fest verankerte Prinzip der öffentlichen Kontrolle (§§ 10 und 31 BWG) wird damit ausgehebelt, die Überprüfbarkeit des Wahlergebnisses unterlaufen. Das kann nicht im Interesse der Demokratie sein! Aber in wessen Interesse ist der immer wieder laut werdende Ruf nach Wahlcomputern?
Weitere Links zum Thema:
https://berlin.ccc.de/wiki/Wahlcomputer:_Einsatz_in_Deutschland
http://de.wikipedia.org/wiki/Wahlcomputer
ttp://www.ulrichwiesner.de/
http://www.heise.de/newsticker/meldung/102531 CCC beobachtet Einsatz von Wahlcomputern in Hessen
Internettagebücher sind - seien wir doch mal ehrlich - meistens nicht besonders spannend. Welchen Außenstehenden interessiert schon wirklich, was andere Menschen getan haben, erlebt haben, gedacht haben. Eines haben die allermeisten, egal ob gut oder schlecht, aber gemeinsam: sie sind geschrieben. Eine wunderschöne und fast jeden Tag irgendwie wieder amüsante Ausnahme bildet hier "
der Flix", Felix Görmann ein wortwörtlich ausgezeichneter Cartoonist und Comic-Zeichner. Auf seiner Internetseite findet sich jeden Tag ein neues Bild, ein neuer Strip über sein Leben, seine Gedanken, Beziehungen, Freunde. Häufig Nichtigkeiten, die geschrieben wahrscheinlich kaum jemand lesen wollen würde. Vom Flix gezeichnet ist fast jede Episode aus dem Leben vom Flix verflixt (man verzeihe mir dies Wortspiel) sehenswert!
Ich wünschte, ich könnte gut genug zeichnen um ähnliches produzieren zu können. Das ist, um die Nähe zu Flix zu behalten, als würde ich mir (er sich!) wünschen, wie "die Ärzte" Musik machen zu können. ;)
P.S.: Natürlich verkauft der Flix seine Werke auch. Wobei in meinen Augen das gezeichnete Internettagebuch als Marketingstrategie einmalig gut ist. Nachdem ich mich tagelang Stück für Stück durch seine letzten zwei Jahre geklickt habe, bin ich nun bei Amazon am gucken, klicken und kaufen. Natürlich seine Bücher!