Anfang Dezember war ich mit meiner Tochter in der Stadtbibliothek und habe dabei in Buch über
Döhren mitgenommen. Döhren ist seit 1907 Stadtteil von Hannover und seit 2001 mein Wohnort. Es liegt am südwestlichen Ende von Hannover. Wie sehr die Straßennamen und der ganze Ort von seiner Geschichte geprägt ist, war mir bis zum Lesen des Buches (1000 Jahre Döhren, 983 - 1983) nicht bewußt gewesen. Es machte mir aber schon immer viel Spaß in der Geschichte zu wühlen und so tue ich dies jetzt auch hier im Blog.
Der älteste Beleg, nach dem auch die 1000-Jahr-Feier 1983 gefeiert wurde, stammt aus der Zeit zwischen 983 und 993 n. Chr. . Damals hatte Döhren aber noch die Bezeichnung Thurnithi, was übersetzt so viel heißen dürfte wie Platz oder Stelle für "ithi" und Dornstrauch oder Dornbusch für "Thurn". Somit wohne ich am Platz mit den Dornenbüschen, von denen es in früheren Zeiten sehr viele gegeben haben muß. Ein paar davon gibt es noch immer, zum Beispiel in der Leinemasch; wenn man die Leine an der Leinewehr überquert und gradeaus dem Johan Duve weg folgt. Von Thurnithi wandelte sich der Name über Thornithe (1153) und Dornede (1311), Dornde (1351), Dornden und Dornten (1494), Dorne und Dörne (1535) bis hin zum Döhren, was 1651 erstmals in alten Dokumenten Erwähnung fand.

Döhren war lange Zeit mit dem Nachbardörfern Wülfel und Laatzen verbunden, zusammen bildeten sie das
"Kleine Freie". Die eher armen Bewohner dieser Dörfer haben sich einen Teil ihrer Freiheit gegenüber Adel, Kirche, Klöstern und Landherrschaft bewahren können und hatten lange Zeit ihr Land als freies Eigentum. Ihre besonderen Rechte wurde ihnen erst um 1830 - 1840 vom damaligen Königreich Hannover genommen. Zu diesen Rechten gehörte beispielsweise die Freiheit, ihren Grundbesitz zu verkaufen, ohne Konzession Handel zu betreiben, Bier brauen zu dürfen und das freie Jagdrecht. Neben dem Kleinen Freien gab es lange Zeit auch das "Große Freie", was die Dörfer Ilten, Bilm, Ahlten, Höver, Anderten, Lehrte, Sehnde, Gretenberg, Rethmar, Evern, Dolgen, Haimar, Harber und Kl. Lopcke umschloß.
1907 wurde Döhren dann ebenso wie Wülfel zu Hannover eingemeidet, Laatzen ist eine eigene Stadt geworden.
Wenig erinnert uns heute noch an die Zeit, als Döhren ein Bauerndorf war. Am Lindenhof zumindest aber steht aber noch ein altes Herrenhaus:
Die St. Petri Kirche
Eine Kirche hat es in Döhren wahrscheinlich schon vor 1000 Jahren gegeben, so war Döhren seit ca. 1030 eine eigene Kirchengemeinde. Eine Erwähnung der Kirche findet sich aber erst 1267, und damit ist
St. Petri vermutlich die älteste Kirchengemeinde im hannoverschen Stadtgebiet. Von der Kirche selbst ist der Sandsteinsockel am ältesten, er stammt vermutlich aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Die Grundmauern der Kirche sind 1710 erbaut worden, 1782 wurden diese erhöht und 1891/92 mit einem Querschiff versehen. Bei den Bombenangriffen im 2. Weltkrieg wurde die St. Petri Kirche fast vollkommen zerstört, nur der Turm blieb, ebenfalls beschädigt, stehen. Aber bereits 1949 konnte die neue St. Petri Kirche eingeweiht werden.
Weitere Einträge zur Geschichte Döhrens:
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Döhrener Turm
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Die alte Mühle und das Leinewehr
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Die Woll-Wäscherei und Kämmerei
Quelle: soweit nicht anders angegeben, stammen Details und Jahresangaben sowie die beiden Karten aus dem Buch "1000 Jahre Döhren, 983 - 1983" aus dem Hoffmann und Kaune Verlag.