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No worries - WIMA-Rally 2015 in Australien

Geschrieben von Nina • Donnerstag, 31. Dezember 2015 • Kategorie: Urlaub
No worries
bei der
WIMA-Rally 2015 in Australien




Anfangs war es nur ein Spaß zwischen Katja und mir gewesen, zusammen zur WIMA-Rally nach Australien zu reisen. Die WIMA ist eine weltweite Vereinigung motorradfahrender Frauen. Diese treffen sich zur WIMA-Rally einmal im Jahr irgendwo auf der Welt. In diesem Jahr sollte es nach Australien gehen. Wer hat noch nie von diesem fernen Kontinent und seiner exotischen Tierwelt geträumt? Und der Gedanke, dort zusätzlich mit Frauen aus der ganzen Welt Motorrad fahren zu können, wirkte ebenso verlockend wie angenehm verrückt.

Und so fühlte ich mich dann auch - etwas verrückt - als wir tatsächlich die Flüge buchten. Es folgten Monate voller Vorfreude und Reiseplanung, ich las Bücher und Blogs über das Land und versuchte, jedes wichtige Detail im Vorfeld zu klären. Wir mieteten ein kleines Wohnmobil mit dem wir zwei Wochen lang von Melbourne nach Sydney und wieder zurück fahren wollten. Anschließen sollte eine Woche WIMA-Rally mit zwei Leihmotorrädern.

Motorräder abholen

Melbourne, Montag den 19. Oktober 2015

An einem sonnigen Montagmorgen erreichten wir Garners, unseren Motorradverleih in Melbourne. Vor der Tür warteten, synchron in einer Reihe aufgestellt, viele Maschinen auf die Frauen, die sie reserviert hatten. Drum herum wuselten diese aus den unterschiedlichsten Ländern, bepackt mit riesigen Rollkoffern und Reisetaschen. Vor dem Tresen hatten sich zwei Schlangen für die Motorradausleihe gebildet. Zwei Garners-Mitarbeiter bereiteten Verträge vor und belasteten Kreditkarten bis aufs Äußerste. Drei oder vier weitere Mitarbeiter waren emsig damit beschäftigt, Leihkleidung herauszugeben, Motorräder zu erklären, hinauszuschieben, anzumachen, Koffer und Navigationsgeräte zu montieren oder mal wieder zu zeigen, wo sich die Toilette befand.

Nervös wartete ich darauf, an die Reihe zu kommen. Ob alles geklappt hat mit der Reservierung und Bezahlung? Der Verleiher wollte, um Verzögerungen am Verleihtag zu vermeiden, den Mietbetrag plus Kaution ein paar Tage vorher von der Kreditkarte einziehen. Bei größeren Beträgen von anderen Kontinenten reagieren Banken – zu recht – gern etwas panisch und wollen sich diese gegebenenfalls telefonisch bestätigen lassen. Bei einer Zeitverschiebung von 10 Stunden nicht unbedingt ein leichtes Unterfangen.


Endlich waren wir an der Reihe. Mein Name stand auf der Liste der Reservierungen (puh!) und die füllige Frau hinter dem Tresen hakte mich und meine reservierte Ducati Monster ab. Ich unterschrieb das Kleingedruckte und bekam das Kartenterminal herüberschoben. Ups, doch erst jetzt bezahlen? Mit PIN??? Erwähnte ich schon, dass ich meine Kreditkarte fast nie benutze und wenn kaufe ich damit nur online ein? Die PIN nutzte ich noch nie und da Garners im Vorfeld schon abbuchen wollte, hatte ich nicht erwartet, dies zu müssen.

Mit klopfendem Herzen tippte ich die vier Ziffern, die trotz Aufregung noch im Gedächtnis verfügbar waren und hoffte, dass es funktioniert. Mein Hirn ratterte die möglichen Alternativszenarien durch, fand aber keine. So viel Geld, 700 Euro Verleih plus 1600 Euro Kaution, würde ich nicht mal einfach so von meiner EC-Karte abholen können.

APPROVED vermeldete das kleine Bezahlterminal mitten in meine aufkeimende Panik und der Stein, der mir in diesem Moment vom Herzen fiel, dürfte bis Deutschland zu hören gewesen sein.

No worries, wie der Australier gerne bei jeder Gelegenheit zu sagen pflegt. Alles wird gut!

Nun war Katja mit den Verleihformalitäten an der Reihe. Leider war die von ihr gebuchte Hornet kürzlich verunfallt, so musste sie wohl oder übel mit einer Fazer vorlieb nehmen. Alternativen waren nicht vorhanden, Garners war restlos ausgebucht.

Katjas Karte vermeldete ebenfalls ein erleichterndes „OK“ und nun warteten wir, bis einer der Angestellten Zeit fand, uns mit unseren Fahrzeugen bekannt zu machen. Ich trank einen der in Australien fast unvermeidlichen, grausamen Instantkaffees und beobachtete das Treiben um uns herum. Katja lieh sich derweil einen Helm, welcher in ihrer kleinen Größe aber erst nach leichter Panik bei ihr und längerem Suchen durch den Garners Mitarbeiter aus den staubigen Tiefen des Lagers gezogen wurde. Ich war froh, meinen eigenen Helm und meine eigene Kleidung dabei zu haben. Die Frauen, die sich Leihkleidung mieteten, waren nicht unbedingt zufrieden damit – die Klamotten stanken erbärmlich.


Nach einer halben Ewigkeit hatten wir unsere Maschinen samt großer Packtasche erhalten und erklärt bekommen, das Gepäck umgeladen und verzurrt und alles für die WIMA-Woche überflüssige bei Garners zwischengelagert. Ein netter Mann schob meine Monster aus dem Laden bis runter auf die Straße.


Auf nach Phillip Island

Ursprünglich wollte ich uns aus der 5 Millionen Einwohner Großstadt hinaus nach Phillip Island, dem Ort des WIMA-Treffens an der Südküste Australiens, navigieren. Wie Zuhause hatte ich dafür meinen kleinen Magnet-Tankrucksack mit Navi-Fenster dabei. Was ich dabei nicht bedachte war der Umstand, dass meine süße, kleine, wunderschön blubbernde Ducati einen PLASTIKTANK hat! Katjas Fazer hatte einen Metalltank, und so musste sie uns nun wohl oder übel mit dem für sie fremden GPS-Gerät aus der Stadt hinaus führen.

Wie gut, dass wir schon zwei Wochen australisches Linksverkehrstraining hinter uns hatten und wussten, dass die Australier nette und rücksichtsvolle Autofahrer sind. Mit den ungewohnten Maschinen samt Beladung, den fremden Kupplungs- und Bremspunkten kämpfend, holperten wir die ersten Kilometer durch den Melbourner Berufsverkehr, bis das Fahren langsam zur Gewohnheit wurde.

Nach einer halben Stunde machten wir eine Rast. Ich war schweißgebadet, was nicht nur an den Temperaturen und dem ungewohnten Fahrzeug lag, sondern obendrein daran, dass die Monster bei langsamer Fahrt und warmem Wetter unangenehm heiß im Bereich der Fahrerbeine wird.

Im Oktober ist in Australien Frühling, was hier, im recht gemäßigten Klima im Süden Australiens Temperaturen von minimal etwa 8 Grad nachts und irgendwas zwischen 15 und 30 Grad tagsüber bedeutet. Heute hatten wir Sonnenschein bei 25 Grad. Und die Dusche lag noch in weiter Ferne…

Die etwa 150 km bis zum Veranstaltungsort der WIMA, dem Shearing Shed auf Phillip Island, waren, nachdem sich der erste Fahrstress gelegt hatte, eher langweilig. Anfangs drei- bis vierspurig wurde die Straße später schmaler und führte über plattes, grünes Land und durch kleine, unscheinbare Örtchen. Ohne den Linksverkehr und die häufig großen SUVs, die das Straßenbild hier prägen, hätten wir genauso an einem beliebigen anderen Ort sein können, gäbe es da nicht am Straßenrand viel zu häufig Kadaver von Tieren, die ich lieber lebendig sehen möchte. Kängurus, Wombats und anderes Getier in unterschiedlichsten Verwesungstadien sind keine gute Werbung für dieses Land.

Kurz bevor wir das Meer und Phillip Island erreichten, wurde die Landschaft wunderschön. Es gab eine Anhöhe, von der aus wir einen weiten Blick über das Meer auf die Insel und die geschwungene Brücke hatten, die das Festland mit ihr verband. Ich konnte ich mich gar nicht entscheiden, ob der Anblick nach rechts oder nach links schöner war und freute mich, die nächste Woche auf diesem schönen Stück Erde bleiben zu können.

Phillip Island ist eine etwa 100 qm große Insel und gehört zu den meistbesuchten Attraktionen Australiens. Hier findet man neben einer wundervollen Steilküste auf engstem Raum Pinguine, Robben und Koalas. Außerdem gibt es die „Phillip Island Circuit“ Rennstrecke. Kurz vor dem WIMA-Treffen hatte dort die MotoGP stattgefunden, bei der einige von den WIMA-Frauen mitgeholfen haben.


Das Shearing Shed

Die Einfahrt vom Shearing Shed hätten wir beinahe verpasst und mit einer gewissen Restunsicherheit (später hatte jemand draußen eine WIMA-Flagge angebracht) schlichen wir den Schotterweg hinauf, ängstlich beäugt von ein paar ungewohnt aussehenden Gänsen Am Ende des Weges parkten Motorräder und ein Pappschild wies uns den Weg zur WIMA-Anmeldung, wir waren richtig!

Es gab ein großes Gebäude, in dem sich in einem rustikalen Raum Restaurant und Bar befanden, sowie eine Menge Frauen in lila WIMA-Shirts. Eine große, runde Frau mit einem breiten Lächeln nahm uns in Empfang. Wir standen auf der Gästeliste, was mich – geborener Pessimist – mal wieder beruhigte. Mit einer gefüllten Begrüßungstasche (lila), All-Inklusive-Armbändchen (lila), Namensumhängeschildchen (lila) sowie Wima-Shirts (natürlich in lila) folgten wir Carol aus Neuseeland zur Besichtigung der Örtlichkeiten. Sie zeigte uns das Gästehaus mit einem 20 Bett Zimmer. Es waren noch jede Menge davon frei und es sah aus, wie ich mir Kinderheime aus den frühen Jahren des letzten Jahrhunderts vorstelle. Ein großer, düsterer Raum voller Betten, nicht viel mehr. Kurz stellte ich mir den Trubel vor, wenn hier so viele Frauen herumlaufen, morgens zu früh, abends zu spät und die womöglich alle schnarchen? Ne, das gefiel uns nicht.

Die Alternative war ein Bett in einem der beiden 9-Bett-Container. Dort standen 4 Etagenbetten sowie ein einzelnes unter einem Fenster, dazu noch ein Tischchen samt Stuhl. Und schon waren die Container voll, ohne das noch Frauen, ihr Gepäck sowie Motorradsachen drin wären. Egal, besser als der 20 Betten Raum! Die unteren Etagenbetten waren schon belegt, das Einzelbett nahm sich Katja, also blieb mir nur die Kletterpartie ohne Leiter über das Metallgestell hinauf auf eines der oberen Betten.

Die Matratze war arg weich und durchgelegen. Die nächsten 6 Nächte schlief ich halb auf dem Lattenrost im durch das Metallbett perfekt übertragenen Vibrieren des Schnarchens der unten Schlafenden. Ich wünschte mir in den nächsten Tagen häufig, dass ich mein Zelt doch noch irgendwie in meine Reisetasche hineinbekommen hätte...

Die Mehrfach-Steckdosenleiste auf dem Tisch verhieß Strom für Handy, GPS und ähnliches, was mich Technikfreak sofort begeistert alle möglichen Akkus aufladen ließ. Im Laufe der nächsten Tage gab es um die Steckerplätze kleinere Grabenkämpfe.

Draußen brummten Motorräder. Ein Geräusch, was uns die nächsten Tage nicht wieder loslassen würde. Genau wie das vielsprachige Geschnatter aus allen Ecken und Enden vom Shearing Shed. Letzteres bestand neben dem Restaurant mit Bar aus einem Toilettenhäuschen mit Duschen und einer Handvoll weiterer Container, in denen wir im Vorfeld ein Bett in einem 2- oder 4-Bett-Containerabschnitt hätte buchen können. Weiterhin gab es einen großen Parkplatz, der sich nach und nach mit Motorrädern und Wohnmobilen füllte, sowie einen Sportplatz mit einem einsamen Igluzelt und dem schon erwähnten Gästehaus mit dem 20-Betten-Raum. Dies alles wurde umrahmt von Blumenbeeten und -kübeln und dekorativ aufgestelltem, rostigen Metallschrott aus vergangenen Farmerzeiten, sowie einem kleinen Gärtchen mit Teich, der in der Dunkelheit stimmungsvoll beleuchtet wurde.

Auf dem Veranstaltungsplan war für den ersten Abend ein Welcome-Dinner angekündigt. Allerdings, wie bei allen Programmpunkten, ohne Uhrzeit und nicht nur wir versuchten nicht nur bei diesem Programmpunkt erst mal erfolglos herauszufinden, wann es denn nun losgehen würde. Aber hier bemerkte der straff organisierte Deutsche deutliche Unterschiede zum australischen Wesen. „No worries, no problem, no drama“. Man ist hier entspannter. Weswegen der Programmpunkt einer Rally auch gar nicht erst vorhanden war.

Manch einem ging dieses „australische“ gegen den Strich und hin und wieder hätte ich es ebenfalls schön gefunden, Termine nicht immer per Nachfragen oder stille Post zu erfahren. Aber ein bisschen ansteckend ist diese Gelassenheit schon und ein bisschen fehlt mir derartiges durchaus in meinem Wesen. Außerdem waren wir zum Spaß hier!

Welcome-Dinner

Die Tische am Abend waren zum Welcome-Dinner mit Länderfahnen eingedeckt, die Wände mit ebensolchen dekoriert und die Bedienung servierte uns erstklassiges Essen. Die Freundlichkeit der Mitarbeiter schwankte hingegen stark, was ich deutlich zu spüren bekam, als ich ungewollt einen Teller mit Fisch vor die Nase geworfen bekam mit den englischen Worten, dass irgendwer auch Fisch essen müsse. Ähm, das mag ja sein, aber ich HASSE Fisch. Und tauschte dankbar mit einem netten Hamburger gegen Rinderfilet. Das Essen war erstklassig!

Nach dem Essen folgten die offizielle Begrüßung und die Ländervorstellungen. Wir waren ungefähr 80 Frauen aus 13 Nationen, wobei zu meiner Verblüffung relativ viele Frauen aus Japan – samt eines Anstandsmannes – dabei waren. Außerdem einige Frauen aus Estland (dort findet das WIMA-Treffen in 2 Jahren statt) und sogar eine aus den USA und eine aus Indien, die zur Zeit gar keine WIMA-Gruppe haben, aber vielleicht wieder eine gründen wollen.

Wir saßen an diesem Abend noch lange zusammen, bis ich mich leise in den dunklen Container schlich und zu meinem Bett durchtastete. Vorsichtig kletterte ich über das Metallgestell hoch um die unten Schlafende nicht zu wecken. Beim Einschlafen stellte ich verwirrt fest, dass ich an diesem Morgen noch im Camper aufgewacht war, mit dem Katja und ich zwei Wochen durch Australien gereist sind, und seit dem eine unglaubliche Menge an Eindrücken von Garners bis Phillip Island erlebt und Menschen vom beinahe gesamten Erdball kennengelernt habe.


Die erste Ausfahrt


Ich schlief schlecht ein, schlecht durch und verließ schon vor 7 Uhr meine durchgelegene Matratze. Frühstück gab es erst ab halb acht was meinen unterversorgten Koffeeinspiegel jammern ließ. Als es endlich so weit war, musste ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass es statt echtem Kaffee nur heißes Wasser mit Instantkaffee gab. IEHGITT! Fast wäre ich so weit gewesen, anstelle meines geliebten Morgenkaffees Tee zu trinken, aber so tief wollte ich dann doch nicht sinken. Ich brachte meinen Koffeeinpegel widerwillig mit mehreren Zucker-Instantkaffee-Milchmischung auf ein Mindestmaß und freute mich nun jeden Morgen auf die Ausfahrten, bei denen ich irgendwo richtig guten Kaffee kaufen würde.

Das Frühstück in Buffetform war nicht mein Fall. Labberiger Bacon, wabbeliges Rührei, heiße, manchmal überbackene, Tomatenscheiben, manchmal noch Pilze oder Schlimmeres. Dazu Butterpäckchen, Margarinepäckchen, Marmeladenpäckchen, Cornflakespäckchen, Weißbrot und Toaster. Ich war froh für die ersten Tage noch Reste meines Müslis dabei zu haben.

Nach dem Frühstück trafen uns zur ersten Ausfahrt. Grinsend bemerkte ich im Wust der brummenden Motoren eine kleine Australierin die mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Kindern angereist war, und ihr jüngeres schnell noch, für die Ausfahrt bereits angezogen, auf das Motorrad gelehnt, stillte. Wenn Frauen Motorrad fahren … :)

Meine Monster sprang artig an, aber nachdem ich sie kurz noch mal ausmachen musste, zickte sie herum. Nach diversen Anlassversuchen lief sie zwar wieder, kommentierte ihre Unwilligkeit dafür über ein gelbes Warnlicht. Da sie sonst ordnungsgemäß zu funktionieren schien, bemühte ich mich, die Lampe zu ignorieren und überlegte nur angestrengt, wo ich die Visitenkarte des Verleihers hingesteckt hatte. Die brauchte ich zum Glück nicht, nach dem nächsten Anlassen war das Warnlicht wieder aus.

Das erste Ziel dieser Ausfahrt war ein botanischer Garten. Wenn Frauen Motorrad fahren? Aber gut, es versprach immerhin Kaffee und eine Motorradausfahrt. Letztere war für meine Begriffe jedoch arg konfus. Es ging damit los, dass ein kleiner Teil der Gruppe vorne weg fuhr, der Rest den Hof des Shearing Shed nicht verlassen konnte, weil eine der Maschinen nicht starten wollte. Wir anderen warteten selbstverständlich, und als der Bock endlich lief, waren die ortskundigen Vorausfahrenden verschwunden. Wir fuhren hinterher, bogen an der ersten Kreuzung in die einzig logische Richtung und hofften an jeder Kreuzung, dass die führende Gruppe unser Fehlen bemerken und auf uns warten würde. Wir hatten die Insel längst verlassen, als endlich eine Gruppe Motorräder am Seitenstreifen sichtbar wurden. Weiter ging es nun in der ganzen Gruppe von mehr als 20 Motorrädern.

Vor mir fuhr eine lange Weile eine der Australierinnen, die mich mit einer gefährlich im Fahrtwind flatternden Stoff-Umhängetasche verwirrte. Ebenso wie das permanente, grundlose Überholen in der Gruppe sowie das Nichteinhalten der Geschwindigkeitsbegrenzung. In Australien ist zu schnelles Fahren extrem kostspielig, trotzdem fuhren wir, um den Anschluss nicht zu verlieren, bis zu 20 km/h über den erlaubten maximal 100 km/h.

Mir hat am botanischen Garten der Kaffee am besten gefallen. Ansonsten bin ich an Blumen nur wenig interessiert und war dank der kurzen, schlechten Nacht ziemlich müde. Nach den Blumen besichtigten wir einen einem Show-Bauernhof auf Phillip Island, wo wir zusehen konnten, wie ein armes Schaf geschoren wurde, ein Pferd streicheln und Bauernhoftiere angucken konnten.


Ländervorstellungen

Den letzten Programmpunkt der heutigen Ausfahrten, das Schokoladenmuseum, ließen Katja und ich weg. Stattdessen trafen wir uns am Shearing Shed mit den anderen deutschen Frauen um eine „Performance“ für den Abend zu üben. Wir malten eine große Deutschlandkarte auf Butterbrotpapier und jede der Frauen wollte – untermalt von textlich leicht modifizierten Lied „Was wollen wir trinken, sieben Tage lang“ - zeigen, aus welchem Teil Deutschlands sie komme.

Fokje, die einzige Teilnehmerin aus den Niederlanden, wurde kurzerhand von uns Deutschen immigriert, was obendrein gut zu dem Lied passte; es stammt von einer niederländischen Musikgruppe.

Die Ländervorstellungen am Abend erwies sich als ziemlich lustig. Die Japanerinnen begeisterten, bunt gekleidet und geschminkt, mit einem von einer Videoleinwand begleitetem, ungemein trashigen Tanz. Das Ganze schien von knallbunten Monstern mit Flatulenzen zu handeln, zumindest meinte ich, derartiges anhand des Videos verstanden zu haben. Sehr komisch!

Die Schweizerinnen sangen und tanzten in rosa Schlafanzughosen eine seltsam-interessante Choreografie, Neuseeland sang ein Volkslied, Finnland eine Art Kinderlied mit Bewegungsspiel. Dann kamen die beiden Damen aus Großbritannien auf die Bühne und erzählten so wundervoll detailreich die Geschichte einer Reise zusammen mit der Schweizerin, bei der sie auf einer kleinen Insel in einem seltsamen Frauencamp landeten. Ich sag nur: Dienstags! Das hatte durchaus Bühnenformat, ich lachte Tränen! Schweden trug den Sieg davon mit einem Kinderspiel, bei der das Publikum die Zunge gegen die Unterlippe drücken und eine englische Geschichte nachsprechen mit Gesten nachspielen sollte. Das schien Spaß zu machen, wie die Grimassenfotos nicht nur auf meiner Kamera beweisen.

Ich verschwand gegen halb elf Uhr nach draußen in einen seltsam warmen Sturm, der leider einen Wetterwechsel ankündigte. Whatsappte mit Zuhause, fotografierte den stimmungsvoll beleuchteten Garten und genoss die Stille sowie die zahlreichen Sterne am Himmel. Suchte diesen und einige andere Abende erfolglos nach den Geocaches vor dem Shearing Shed und fand weder diese noch die versprochenen, gefährlichen australischen Schlangen und Spinnen und leider auch sonst keine der nachtaktiven tierischen Landesbewohner.


Regenausfahrt zum Zoo

Am nächsten Morgen regnete es. Geplant war eine lange Tour nach Healesville in einen Zoo. Wer konnte, zog Regenkombis oder die leucht-orangen Jacken und Hosen der MotoGP über. Ich zog einfach so ziemlich alles, was ich an Kleidung dabei hatte, unter meiner weitestgehend regendichten Textilkombi – und fror bei 18 Grad und Regen trotzdem schon nach kurzer Zeit. Ich vermisste meine dicken Handschuhe, die Zuhause geblieben waren. In einem kurzen Anfall von Optimismus hatte ich beim Packen Ausfahrten bei derartigen Wetterbedingungen für ausgeschlossen gehalten.

Trotz des Wetters fuhren die meisten Frauen die Tour, die uns 2-3 Stunden durch den immer stärker werdenden Regen führte. Ich war froh um das ABS meiner Maschine und noch mehr darüber, dass niemandem etwas passierte. Die Strecke war zeitweise recht reizvoll, hübsch und kurvig, aber Moira, die Australische WIMA-Vorsitzende hatte uns schon am Vorabend vor den schlechten Straßen gewarnt. Schlechte, nasse Straßen auf Leihmotorrädern ist eine Kombination, die ich nicht so oft haben möchte und sie wurde noch davon übertroffen, dass sich der rechte Spiegel an meiner Ducati Monster löste. Irgendwann später an diesem Tag widmete sich eine Delegation bestehend aus einem hilfsbereiten Australier, Claudia und mehreren Umstehenden diesem Problem. Ich fand Bordwerkzeug unterm Sitz meines Motorrades, darin sogar den passenden Inbusschlüssel und zack … hatte Claudia meinen Spiegel in der Hand. Ratlosigkeit machte sich auf unseren Gesichtern breit und es wurde über ein kaputtes Gewinde sinniert, bis irgendjemand die Eingebung hatte, dass Motorradspiegel rechts gerne mal ein Linksgewinde haben (damit sie sich im Falle eines Sturzes in Löserichtung nach innen lösen und nicht das Gewinde überdreht wird). Nun war ich wieder ein bisschen schlauer und hatte vor allem wieder Sicht nach hinten; soweit ich auf der Monster diese haben könnte – die Spiegel empfand ich als störend klein und immer an der falschen Stelle. Dieser und der Wärmestau am Bein bei langsamen warmen Fahrten ist aber das Einzige, was ich an meinem liebenswerten, leuchtend roten Leihmotorrad bemängeln könnte. Wir zwei hatten viel Spaß auf den paar tausend gemeinsamen Kilometern, und ich bemerkte immer häufiger verwirrt, dass ich vergaß, gar nicht auf meiner eigenen Maschine zu sitzen - sondern auf einer, bei der ich im Unfallfall eine hohe Kaution bezahlen müsste.

Die Gruppenfahrt wirkte heute organisierter, war weniger schnell und wir Frauen sollten „Abbiegehilfen“ sein. An jeder Kreuzung, an der es nicht geradeaus ging, sollte die Frau, die direkt hinter der Führenden fuhr, stehen bleiben und die Gruppe in die richtige Richtung leiten.

Im Zoo wärmten uns erst mal an Kaffee, bevor wir feucht-fröstelnd durch die hier präsentierte, australische Tierwelt wanderten. Arme Koalas hatten sich im Regen schlafend auf ihren kleinen Bäumchen zusammengekauert und auch sonst wirkten die nassen Tiere ähnlich erbärmlich, wie ich mich in diesem Moment fühlte.

Dafür gefiel mir das Haus mit der Krankenstation. Hier sahen wir eine Frau mit einem Wombatbaby auf dem Arm. Es kommen viele Koalas, Kängurus und Wombats auf Australiens Straßen zu Tode, manch eines trägt aber noch lebende Babys in seinem Beutel, Joeys genannt. Tierschützer überprüfen regelmäßig die Kadaver und derartige Waisen werden von Freiwilligen aufgezogen.

Dies hätte mich innerlich etwas mehr wärmen können, wenn die Dingos paar Gehege weiter nicht mit Kängurufleisch gefüttert worden wären.

Wirklich gut gefiel mir die Vogelshow, bei der ich ein paar tolle Fotos von den dressierten Flugtieren machen konnte. Netterweise kam hier sogar ein wenig Sonne heraus, die uns ein klein wenig wärmte und trocknete.

Es gab außer uns irritierend viele Deutsche in dem Zoo. Schon am Eingang trafen wir auf eine Gruppe deutscher Jugendlicher. Australien scheint voller deutschsprachiger Menschen zu sein. Urlauber, Work-and-Travel-Leute, Ausgewanderte, sogar eine deutsche Schulklasse traf ich auf dem Flughafen.

Auf der regenfreien aber trotzdem bitterkalten Rückfahrt stürzte eine der Frauen beim Anfahren an einer Kreuzung in mitten einer kleinen Steigung. Ihr passierte nix, ihrer alten, blauen BMW passierte nix, aber der Pulk von Motorrädern verstopfte erst mal die Straße und es dauerte ein paar Versuche, bis ihre Maschine wieder ansprang. Die Autos dahinter warteten geduldig und stumm. Diese Gelassenheit wünsche ich mir für den Straßenverkehr in Deutschland.

Weiter ging es zu einem All-you-can-eat-Fleischbuffet und im Anschluss wir bei einsetzender Dunkelheit die letzten 40 Kilometer zurück zum Shearing Shed. Nachts zu fahren ist in Australien nicht ratsam, es gibt zu viele große, nachtaktive Tiere, wie die Tierleichen am Straßenrand leider eindrucksvoll beweisen. Somit fuhren wir immer langsamer, je dunkler es wurde und sahen tatsächlich Kängurus am Straßenrand stehen. Dank geliehener dicker und trockener Handschuhe war mir auf diesem Stückchen Fahrt immerhin weniger kalt als noch am Nachmittag!

Die Abendunterhaltung wurde im Gastraum von Elisabeths Gesang- und Gitarrenspiel untermalt, während Teile von uns, im Barbereich dicht an den Kamin gedrängt die Wärme genossen. An diesem waren diverse feuchte Schuhe, Handschuhe und Motoradkleidungsstücke zum Trocknen drapiert. Heizungen sind in diesem Land fast unbekannt, weil meistens unnötig.

Die Japanerinnen verteilten Origamizettelchen und falteten selbst die grazilsten Blumen und Tiere daraus, während wir Europäer nur abstürzende Flieger zustande brachten. Irgendwann schlief eine der Japanerinnen im Sitzen mit einem Origamizettel in der Hand ein. Sie wurde auch von den vielen auf sie gerichteten Handyblitzlichtern nicht wieder wach. Ein kleines Nickerchen später war sie aber wieder voll dabei und sang lauthals mit bei „Dancing Queen „.


Koalapark und Phillip Island


Auf dem offiziellen Programmzettel stand für heute, Donnerstag, eine selbstbestimmte Fahrt in den Wilson Promontory Nationalpark. Später sollte ein Barbecue im Shearing Shed folgen und anschließend könnten wir die Attraktion von Phillip Island bestaunen: die Pinguinparade.

Der Wilson Promontory Nationalpark ist wunderschön, zusammen mit den anderen beiden Tagesprogrammen wäre die weite Tour dorthin jedoch Hetzerei geworden. Des Weiteren waren wir wie auch die Motorradklamotten vom Vortag noch kalt und feucht. Katja und ich beschlossen, auf Phillip Island zu bleiben und zusammen mit zwei süddeutschen Frauen den örtlichen Koalapark und die Insel zu besichtigen. Immerhin etwas Motorradfahren! Bis zum Koalapark waren das erst mal aber nur ein paar hundert Meter. Eine ähnlich lange Strecke legten wir innen zu Fuß auf Holzstegen zurück um den einen und anderen niedlichen und superniedlichen, dösenden Koala auf den Eukalyptusbäumen zu fotografieren. Als Bonus gab es noch viele Vögel, darunter die in Australien überall in Massen vorkommenden Papageien und einige Kängurus, die im abgezäunten Bereich des Parks lebten.

Einen Kaffee später starteten wir zu der Inselrundfahrt über die gradlinig angelegten Straßen, welche die sehrrechteckigen Felder und Besiedelungen abgrenzen, vorbei an der MotoGP Rennstecke, wo heute leider nur Autos im Kreis fuhren, durch das kleine Städtchen Cowes, bis hin zur Südwestspitze der Insel, The Nobbies. Wetterbedingt verzichteten wir hier auf die Wanderung über den hölzernen Weg, der der um diesen Küstenzipfel erbaut worden ist und sahen den Seevögeln lieber aus dem warmen Innen eines Cafés zu. Weiter draußen auf dem Meer fuhr ein Touristenboot an Australiens größter Seerobbenkolonie vorbei, die sich vom Land aus leider nur mit einem guten Fernglas bewundern lässt.

Kalt war es, kaum 15 Grad, stürmisch mit Nieselregen. Trotzdem hielten wir auf der Inselrundfahrt überall an, wo es hübsch zu sein schien, fuhren keine 40 km und brauchten einen halben Tag dafür. Schön war es gewesen, hatte nach salzigem Meer, dem hier immer gegenwärtigen Eukalyptus und Frühlingsblumen gerochen! Ich litt allerdings leider auch im australischen Frühling an Heuschnupfen...


Die Pinguinparade

Im Shearing Shed wärmten wir uns am Kamin auf und bekamen ein wundervolles Barbecue. Anschließend wurden wir in zwei Busse gestopft und - untermalt von vielsprachigem Geplapper - zur Pinguinparade gefahren. Hier standen bereits mehr als ein Dutzend Reisebusse auf dem Parkplatz, der locker das Dreifache fassen konnte. Eine Menschenparade schob sich durch den Eingang des Gebäudes, an den Touristenshops vorbei, wieder ins Freie und runter zum Strand. Dort gab es Sitztribünen für ein paar hundert Menschen, große Scheinwerfer erhellten den Strand vor uns. Fotografieren war mit Rücksicht auf die kleinen Pinguine verboten und die Einhaltung dieses Verbotes wurde streng überwacht.

Und da saßen wir Motorradfrauen nun in dem kalten Wind, die meisten von uns in der winddichten, dicken Motorradkleidung, bis zur Nase in Schals und auf dem Kopf Mützen und Kapuzen: Es dämmerte. Draußen auf den Wellen sahen wir kleine dunkle Schatten. Die Pinguine? Und einen großen, dunklen Schatten. Der Feind, eine Robbe? Am Himmel kreischten viele Möwen, wir Menschen waren nicht die einzigen, die auf das Erscheinen der hier lebenden Pinguine warteten. Und dann kam endlich der erste. Aber nicht wie erwartet um vom Wasser aus um in schützender Dunkelheit sein Ei an Land zu bebrüten – der kleine Rebell kam vom Land und ging ins Wasser! Vielleicht hatte er aber auch nur das OK gegeben, dass am Land alles klar war, weil kurz danach die ersten zwei, drei, vier, und dann immer mehr Pinguine am Strand landeten, sich zu einer Gruppe sammelten und - leicht vornüber gebeugt - vorsichtig in Richtung Land watschelten. Nach dieser Gruppe folgte bald die nächste und so ging es viele hundert Pinguine lang. Ab und an erschrecke sich eine dieser Gruppen, was immer damit begann, dass einzelne Pinguine zurück rasten und dann die ganze Gruppe geschlossen zurück ins sichere Wasser stürmte. Meistens trödelte noch ein einzelner Pinguin hinterher. Süß! :)

Als wir später vom Strand zurück zum Bus gingen, sahen wir die Pinguine auf den Dünen herumstolpern. Es roch dort oben nicht nur nach salzigem Meer sondern ein wenig fischig. Einige der Pinguine hatten hübsche gezimmerte Häuschen, in denen sie brüten konnten und damit sie die Wege der Touristen kreuzen konnten, gab es mancherorts Unterführungen unter dem Menschensteg. An anderen Stellen wurden wir Fußgänger gestoppt und der kreuzende Pinguinverkehr watschelte mit seinen winzigen Beinchen an uns vorbei.

Auch unser Bus musste auf dem Rückweg halten, als eine Gruppe Pinguine vorbei wollte. Die Ranger vom Pinguincenter sorgen hier als Pinguinlotsen für die Sicherheit der kleinen Seevögel. Trotzdem stehen Warnschilder am Parkplatz. Man möge vor dem Losfahren bitte unter dem Fahrzeug nachschauen, ob nicht einer der Pinguine dort Schutz gesucht habe.


Wilson Promontory

Das offizielle WIMA-Programm hatte heute einen freien Tag verkündet. Wir wollten zu viert die Tour fahren, für die uns am Vortag die Zeit zu knapp gewesen war – zum Wilson Promontory Nationalpark. Katja und ich sind am Anfang unseres nun fast drei Wochen andauernden Australienurlaubes bereits dort gewesen und dieser südlichste Punkt von Australiens Festland ist einer der schönsten Orte, die ich je habe besuchen dürfen. Blaues Meer, kleine weiße Strände an malerischen Buchten, ein kleiner, brauner Fluss, Berge, Felsen, Eukalyptuswälder und abends knuddelige Wombats!

Es wurde für mich die schönste Ausfahrt dieser WIMA. Die etwa 120 km lange Route führte an der malerischen Küste entlang und später im Nationalpark bekamen wir kurvigem Asphalt mit atemberaubender Aussicht, dem Geruch von Eukalyptuswäldern garniert mit allerschönstem Sonnenwetter und wieder etwas freundlicheren Temperaturen. Dazu der herrlichste Ausblick auf Meer, Inseln und Strand. Immer wieder hielten wir für Fotos - zu schön war der Anblick, der sich leider häufig nicht mit einer Kamera einfangen lässt.

In Tidal River, dem Zentrum des Nationalparks, teilten wir Pommes und Burger mit den süßen, aber frechen, roten Papageien um anschließend Sonne und Meer am Strand zu genießen.

Viel zu rasch verging die Zeit und nach einer wunderschönen Rückfahrt bei der ich im Kurvenrausch vollkommen vergaß, dass ich auf einem Leihmotorrad sitze, erreichten wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit Phillip Island. Abendessen gab es für uns vier in Cowes bei einem Chinesen – um dort die wohl komplizierteste Bestellung meines Lebens aufzugeben. Ich vertrage bestimmte Lebensmittel nicht, zwei von uns wollten veganes Essen und die alte chinesische Bedienung sprach nur sehr schlechtes Englisch. Lecker war es trotzdem und viel besser, als die schlichte Plastikdeko und das trübe Aquarium mit den träge dümpelnden Fischen vermuten ließ.

Später saßen wir noch lange im Shearing Shed, tranken teures Bier (8 Australische Dollar die Flasche) oder herein geschmuggelten Wein. Die Bedienung hatte bereits private Weinflaschen konfisziert. Verständlich, mitgebrachte Getränke sind hier natürlich nicht erlaubt. Des Weiteren konsumierten wir dem Wirt zu wenig, der sich mit uns mehr Umsatz erhofft hatte. Aber bei den horrenden Preisen ist das allerdings kein Wunder! Und die Bar machte meistens zu, lange bevor der harte Kern zu Bett gehen wollte.


Parade


Nach dem Frühstück am Samstag schmückten wir die Motorräder für die Parade und trafen wir uns für das obligatorische Gruppenfoto.

Anschließend schmorten wir in voller Motorradmontur im eigenen Saft bei den inzwischen sommerlichen Temperaturen. Endlich ging es los. In Doppelreihen fuhren wir hupend und winkend einige Runden durch Cowes, der kleinen Stadt auf Phillip Island.

Am Wegesrand standen immer wieder Fotografen aus unseren Reihen zusammen mit vielen anderen, neugierigen Menschen. Bis hierhin hatte es mir Spaß gemacht, aber dann bog der Tross in Richtung Brücke und damit zum Festland ab.

Ich erwähnte bereits, dass Kommunikation keine der Stärken der Australierinnen zu sein schien? Ich war nicht die Einzige, die keine Ahnung hatte, was uns bei der Parade erwartet. Mein Tank war fast leer und der Flurfunk hatte mehrfach „halbes Stündchen in der Nähe kreisen“ ergeben. Somit bin ich nicht vorher zum Tanken gefahren, was ich nun bereute und der Tankstelle, an der ich gerade eben vorbeigefahren war, im Rückspiegel sehnsüchtig hinterher blickte. Der Mann vom Verleiher hatte gesagt, wenn das Tanklämpchen angeht, habe ich noch 50 km, „then walking“. Mir blieben noch etwa 30-40 km. Wie weit würden wir fahren?

Inzwischen hatten wir Phillip Island verlassen und fuhren bei 80-100 km/h auf Motorrädern mit angetüddelten Fahnen ins Ungewisse. Ich erwartete ständig, dass irgendwem die Deko vom Bike riss und einen anderen Verkehrsteilnehmer ins Verderben riss.

Es ging nicht anders, ich musste tanken! Katja auch. An einer Tankstelle setzten wir den Blinker und winkten die restliche Meute an uns vorbei, die knatternd aus unserem Blickfeld verschwand. Dafür bekam meine Ducati endlich frisches Benzin – und der Tankwart sowie eine andere Kundin ihre Neugierde gestillt, die erst sich und dann uns fragten, was die viele Frauen auf geschmückten Motorrädern hier machen würden.

Katja und ich fanden später tatsächlich die anderen Motorräder, nur wenige hundert Meter entfernt in einer Seitenstraße, wieder. Es ging nun in einen „Club“. Von derartigen Örtlichkeiten hatte ich bereits gehört, meist gäbe es hervorragendes Essen, allerdings nur für Mitglieder. Das könnte elitär wirken, aber es gibt kostenlosen Tagesmitgliedschaften, die wir jetzt unterschrieben. Ein dunkler Gang mit dickem Teppich führte zu einem Flur, von dem vier oder fünf Gastronomieräume abgingen. Wir setzten uns in einen der Räume zu den beiden Süddeutschen Frauen an einen Tisch. Die Speisekarte, die Preise und der seltsame Ort sagte uns vieren nicht zu und so verließen wir nur Minuten später den Club um lieber Sonne und Meer am Strand zu genießen. Wetterbedingt aber weitestgehend in Motorradklamotten.

Das Farewell-Dinner am Abend war – wie jedes Essen im Shearing Shed - fantastisch! Bei der anschließenden Verlosung gewann ich aber mal wieder nur an der Erfahrung, dass ich bei Verlosungen meist nichts gewinne.

Die Natur tröstete mich und präsentierte dafür zum Abschied einen wundervollen und beinahe schon zu kitschigen Sonnenuntergang.




Abschied

Der Abfahrtstag war gekommen. Ich war früh wach und genoss den Anblick einer wunderschönen im Nebel aufgehenden Sonne. Anschließend würgte ich das letzte Mal den Instantkaffee herunter. Den werde ich nicht vermissen!

Die nächsten Stunden sah man Frauen viel Gepäck auf ihre Maschinen schnallen und hörte die Geräusche abfahrender Motorräder.

Wo man hinschaute, Verabschiedungsszenen. Es wurde geraucht, gewartet, geredet, umarmt, es wurden Karten gefaltet, Routen gesucht, Navis programmiert. Um uns herum nerven die penetranten, australischen Fliegen in der Hitze dieses Tages.

Als wir am späten Vormittag endlich los fuhren, war es bereits ziemlich warm. Wir hatten viel Zeit für unsere letzte Tour mit den Leihmotorrädern zurück nach Melbourne. Unser Flug ging erst am nächsten Abend und der Motorradverleiher hatte als Rückgabezeitpunkt „irgendwann bis Mitternacht“ angegeben. Na so spät muss es dann wohl doch nicht sein.

Wir erkundeten auf der Weiterfahrt die Landzunge westlich von Phillip Island. Dem hier plötzlich zunehmenden Motorradverkehr nach zu urteilen, ist das eine der Hausstrecken der Melbourner. Wundert mich nicht, bei den tollen, kurvigen Straßen mit Wäldern und Hügeln, Steilküsten und Meer. Leider war es heute sehr stürmisch, was meine Fahrweise mit einem vollgeladenen Motorrad recht vorsichtig werden ließ.

Immer am Meer entlang führte unsere Strecke. Wo genau Melbourne anfängt, weiß ich nicht. Aber kurz hinter Mornington, wo wir eine traumhaft schöne, kurvige, kleine Küstenstraße direkt an der Steilküste befuhren und wo hunderte winziger, bunter Häuschen am malerischen weißen Sandstrand standen, war plötzlich alles großstädtisch und hässlich. Bahnschienen, Industriegebiete, durchgehende Bebauung, vierspurige Straßen. Die Riesenstadt hatte uns wieder.

Aber wir waren nicht mehr die, die vor einer Woche mit stotternden Motoren hier losgefahren sind. Und noch viel weniger waren wir die, die vor drei Wochen mit dem Flugzeug in Melbourne gelandet sind. Wir schwammen wie Einheimische mit vollgepackten Leihmotorrädern durch den vielspurigen Linksverkehr, wechselten selbstbewusst die Fahrspuren, wohl wissend, dass die Autofahrer uns gemeinsam wechseln lassen würden. Von Nervosität war bei mir nichts mehr zu spüren, was sicher auch daran lag, dass die kleine, brummelige Ducati Monster perfekt unter meinen Hintern passt. Äußerst ungern gab ich sie bei dem Motorradhändler wieder ab. Der, als wir gegen 17 Uhr offensichtlich als letzte der WIMA-Truppe endlich dort ankamen, längst Feierabend gemacht hatte. Ein Zettel an der Tür verriet uns die Telefonnummer eines jungen Mannes im Nachbarhaus. Wir tauschten die Motorradschlüssel gegen unser vor einer Woche bei Garners abgestelltes Gepäck ich warf noch einen letzten Blick auf das Monsterchen, dann ging es ins Hotel. Duschen und den letzten Abend in Melbourne, den letzten Tag „down under“ genießen.

Schön ist es hier gewesen. Drei Wochen Australien voller kleiner Abenteuer. Kängurus, Koalas und Wombats, unglaubliche Landschaften und so viele Menschen und Eindrücke. Ich werde noch lange brauchen, bis ich all dies – und meine Fotos und Texte – sortiert habe.

Danke liebe WIMA-Organisatoren, dass ihr uns mit dieser Rally dazu gebracht habt, diese einmalige Reise auf uns zu nehmen! Danke für diese unvergesslichen Erinnerungen!





Geocaching Mysteries lösen - Kapitel 5.4 - Browser-Spielereien

Geschrieben von Nina • Sonntag, 15. November 2015 • Kategorie: Mysteries lösen
Geocaching Mysteries lösen

Kapitel 5.4 - Browser-Spielereien

Für manche Mysteries lohnt es sich, etwas Wissen rund um das Internet, Browser und Scripte gesammelt zu haben.

Bei der Suche nach der Koordinate ist ja oft schon ein Blick in den Quelltext des Geocache-Listings und das grobe Verstehen, was hier typischer Inhalt ist und was vielleicht zum Rätsel gehören könnte, nützlich. Auch die Beachtung der Dateinamen (z.B. von eingebundenen Bildern, dem Hintergrundbild) bzw. dem Ort, wo sie im Internet abgelegt worden sind, kann ein Hinweis oder auch schon die Lösung sein. Und so manches Mal bastelt ein Mystery-Owner eine eigene Webseite und hat dort dann ziemlich viele Möglichkeiten, dem Rätselnden den Weg zur Lösung zu versperren. Einige davon versuche ich hier mal zu erklären.

Dein Internetbrowser verrät einem interessierten Webserver eine große Menge an Informationen. Das liegt jetzt mal nicht an irgendwelchem Überwachungswahn sondern schlicht an der Technik, mit der ein Webserver dem Browser die Internetseiten präsentiert und diese dem Nutzer dargestellt werden.

Einen kleiner Überblick, was so alles preisgegeben wird, kann man sich zum Beispiel hier verschaffen: http://www.perlmania.de/browsercheck/ und http://www.hashemian.com/whoami/

Proxys und IP-Bereiche

Der Internetprovider, z.B. Telekom oder Vodafone, weist - vereinfacht ausgedrückt - jedem Nutzer eine eindeutige Nummer zu, die IP-Adresse. Je nach Art des Internetzuganges ist es immer die gleiche oder ändert sich, dann meist täglich. IP-Adressen bestehen aus vier Zahlenbereichen von 1 bis 255, die mit Punkten voneinander getrennt sind (z.B.: 80.124.122.122). Man unterscheidet in private und öffentliche Adressen, also welche, die man vielleicht Zuhause in seinem eigenen Netzwerk hat (so man mehrere Rechner miteinander verbinden möchte) und die, die einem der Provider fürs Surfen im Internet erteilt. Es gibt eine weltweite Vergabestelle für öffentliche Adressen und so etwas wie "Adressbücher", wo man für jede Adresse nachschauen kann, zu welchem Provider, als zu welchem Land diese gehört . Auf die Art und Weise kann (muss!) Youtube zum Beispiel sicherstellen, dass in Deutschland nicht Gema-lizensierte Songs nicht von Computern mit deutschen IP-Adressen abgespielt werden. Da gibt es statt den Songs dann immer dieses traurige "Die GEMA ist schuld"-Youtube-Bildchen.

Ebendies können auch technisch versierte Mystery-Besitzer tun; also prüfen, aus welchem Land jemand die Webseite ansurft und zur Verschärfung der Mystery-Schwierigkeit zum Beispiel mal deutsche Surfer auszusperren. Es muss jetzt aber niemand ins Ausland reisen, nur um ein solches Rätsel zu lösen. Es reicht, wenn man einen Proxy benutzt. Ein Proxy ist so eine Art Vermittler, über den man die betreffende Seite aufruft. Diese sieht dann nur noch die IP-Adresse des Proxys und nicht mehr die von euch.

Dies funktioniert, wenn man sich einen funktionierenden Proxyserver sucht (google spuckt diverse Seiten aus, die Proxylisten anbieten) und in den Netzwerkeinstellungen eintragt. Bei Windows 8 und 10 reicht es, in der Kacheloberfläche Netzwerkproxy einzugeben, schon landet ihr in dem passenden Menü. Bei Windows-7 Start > Systemsteuerung und wählen dann in der Kategorie „Netzwerk und Internet“ die Rubrik „Internetoptionen“, bei Windows XP Start > Einstellungen > Systemsteuerung > Internetoptionen. Bei anderen Betriebssystemen weiß ich es gerade nicht aus dem Kopf.

Nutzer von Firefox und Chrome können hierfür auch Add-ons benutzen, mit denen sich die Proxy komfortabel über das Browsermenü ein- und ausschalten lassen. Manche bieten auch gleich Proxylisten zur Auswahl mit an. Ich werde hier aber keine Empfehlung abgeben können (eben sowenig wie bei den Proxylisten), weil die Auswahl überaus undurchsichtig ist und sich häufig ändert. Auch ist das Surfen über Proxys nicht wirklich schön, meist sind sie, wenn sie überhaupt funktionieren, sehr langsam. Da hilft nur mehrere durchprobieren. Aber was tut man nicht alles für ein schönes Rätsel? ;)

Übrigens kann der Besitzer des Proxy-Servers euren Webverkehr mitlesen und mitschreiben. Bedenkt dies, wenn ihr über einen Proxy surft und zum Beispiel Logindaten eingebt!

HTTP Headers (User-Agent, Referer and Accept-Language)

Das hier spuckte - unter anderem - eine der obigen Seiten über mich und meinen Browser aus.

HTTP_USER_AGENT: Mozilla/5.0 (Windows NT 6.3; WOW64; rv:42.0) Gecko/20100101 Firefox/42.0
HTTP_ACCEPT: text/html,application/xhtml+xml,application/xml;q=0.9,*/*;q=0.8
HTTP_ACCEPT_LANGUAGE: de-DE,de;q=0.8,en;
HTTP_REFERER: https://www.google.de

Der Webserver, auf dem diese Seite liegt, weiß also mit welchem Browser (User-Agent) ich surfe, welche Sprache ich spreche und von welcher Webseite ich gekommen bin (referer). Diese typischen HTTP-Headerwerte lassen sich ändern, am Einfachsten wieder über entsprechende Add-ons für Firefox und Chrome.

Und wem das hier zu abgefahren vorkommt, ich hatte durchaus schon verschiedene Mysteries, wo ich Fantasiesprachen als Accept-Language setzen und nicht existente Browser als User-Agent vorgeben musste. Oder auch Webseiten das Setzen von Cookies verbieten (gibts ebenfalls Add-ons gegen, kann man aber auch in den eigenen Browsereinstellungen einschalten). Und mehrere Mysteries verlangten von mir zur Lösung, dass ich Javascript deaktiviere. Da ich sowieso mit einem Scriptblocker surfe, erforderte dies für mich nur einen Klick. Theoretisch. Praktisch musste ich erst mal auf die Idee kommen, dass der Owner eben dies hier von mir fordert.

Genau wie bei den Mysteries, bei denen eine ominöse URL bzw. eine Zeichenkette vorhanden ist, die mit www.xn-- beginnt. Hier handelt es sich um Webadressen, die nicht in Unicode geschrieben werden (also mit international festgelegten Standardzeichen), sondern spezielle Buchstaben enthalten, z.B. Ä, Ü und Ö , welche mit französischen, schwedischen oder auch chinesischen "Sonderzeichen" (siehe Wikipedia). Um sie auf jedem Browser darstellen zu können, werden diese Webadressen umgewandelt und in dem Format mit "xn--" am Anfang dargestellt. Das Internet gibt uns dankenswerterweise Konverter an die Hand, mit denen wir dies rückgängig machen und lesen können.

Hin und wieder nutze ich zur detaillierten Untersuchung betreffender Webseiten das Firefox-Addon Firebug (für andere Webbrowser gibt es ähnliches). Eigentlich zur Fehlersuche beim Webseitenprogrammieren gemacht, kann man hiermit alle Elemente einer Webseite besser dargestellt untersuchen und bei dem einen und anderen Mystery musste ich tatsächlich schon über diesen Weg Teile des HTML-Codes verändern um ans Ziel zu kommen. Das zu erklären würde hier aber viel zu weit führen (und wohl auch viel zu sehr spoilern?), so überlasse ich es euch, im entsprechenden Fall tiefer in diese Materie einzutauchen.

Das war's erst mal von mir mit den eher noch leicht zu verdauenden Details zu diesem Thema. Ich hoffe, ich war einigermaßen verständlich und der eine oder die andere hat auch wirklich bis zum Ende mitgelesen.

Viel Spaß beim Rätseln und bis zum nächsten Artikel

Nina

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Tauchen im Kreidesee Hemmoor

Geschrieben von Nina • Montag, 21. September 2015 • Kategorie: privates
In Hemmoor, einem Ort irgendwo im Dreieck Hamburg-Cuxhaven-Bremerhaven, gibt es Deutschlands vermutlich schönsten Tauchspot in der Grube eines ehemaligen Kreideabbaus. Dieser Ort ist unter Tauchern so beliebt, weil er häufig eine hervorragende Sicht unter Wasser bietet und weil es hier auch wirklich viel zu sehen gibt. Neben den technischen Gerätschaften, die nach dem Schließen des Kreideabbaus im See verblieben sind, wurden hier kleine Flugzeuge, Laster, Autos, Wohnwagen, Boote und sogar ein recht gigantischer Plastikhai zur Belustigung der Taucher versenkt.

Ich bin zwei Tage dort gewesen. Endlich mal!

Mitte September und damit in der Nebensaison ist der Trubel dort erträglich, der unter Wasser nur für schlechte Sicht durch aufgewirbelte Sedimente sorgt und auch an der Oberfläche nerven kann.

Kalt ist der 60 Meter tiefe See, einer der tiefsten Tauchseen Deutschlands, immer. Wir hatten grob 17 Grad Wassertemperatur in den oberen Bereichen, was nicht wesentlich weniger als die Außentemperatur gewesen ist. Weiter unten wurde es merklich kälter.

Dank Regen und Sturm war die Sicht unter Wasser allerdings leider nicht mal im Ansatz so fantastisch, wie sie in dem kalkhaltigen und daher pflanzenarmen Wasser sein kann. Spannung, Spaß und Abenteuer bot sich uns trotzdem. Sogar obwohl ich wegen einer Knieverletzung etwas bewegungseingeschränkt gewesen bin und daher von den fünf möglichen Taucheinstiegen nur den ersten nehmen konnte, bei dem keine Treppe und kein steiler Hang, sondern nur die ehemalige Straße mit sanftem Gefälle in den See hineinführt. Dieser Einstieg ist sogar rollstuhltauglich und damit eine absolute Besonderheit in deutschen Tauchgewässern. Die ehemalige Bergwerksstraße geht dann unter Wasser weiter und es ist schon etwas merkwürdig beim Tauchen einer Straße in die Tiefe zu folgen. Dafür macht es den Abstieg recht einfach, da man sanft tiefer geht und den Grund immer in gleicher Entfernung zu sich haben kann.

Bevor wir dies ausprobieren konnten, mussten wir uns aber erstmal in die Ausrüstung prummeln, was immer ebenso zeitaufwendig wie anstrengend ist. Da wir einen Wohnwagen auf dem zur Tauchbasis gehörenden Campingplatz gemietet hatten, konnten wir dies immerhin bequem im Vorzelt erledigen. Taucherflaschen und die schweren Jackets sowie das Taucherblei fuhren wir mit meinem unter der Belastung quietschenden Handwagen zum Wasser, wo ich den schweren Teil meiner Ausrüstung wegen der Knieprobleme erst im Wasser anzog. Dummerweise ging der Reißverschluss meines Halbtrockenanzuges nicht richtig zu, statt dessen verharrte der Verschluss im Zustand nicht-ganz-zu und liess sich nicht vor und nicht zurück bewegen. Kurz fürchtete ich, nur noch mit einer Schere wieder aus der Neoprenpelle zu kommen, da beugte er sich doch der Gewalt und bewegte sich wieder etwas. Ganz schließen lassen wollte er sich trotzdem nicht und so hatte ich beim ersten Tauchgang ungewohnt viel kaltes Wasser in meinem Anzug.

Sehr vorsichtig begann ich dann diesen ersten Tauchgang, da ich nicht wusste, wie mein Knie die Flossenbewegungen verkraftet und ob ich mit der Bewegungsschwäche überhaupt navigieren kann. Allerdings ging dies unerwartet gut, teilweise zwar einbeinig und langsamer als gewohnt, aber ich hatte nie das Gefühl, hilflos zu sein. Dafür funktionierte der Druckausgleich bei mir erstmal gar nicht. Bisschen erkältet? Vielleicht bin ich aber auch nur zu lange nicht tauchen gewesen?! Bei den späteren Tauchgängen ging dies wesentlich besser und ich fühlte mich da, weil ich wusste, dass ich mich ausreichend bewegen kann, auch sicherer. Nachdem der Reißverschluss mit einem 10-Euro-Fettstift gangbar gemacht worden war (Labello hätte es für 1/5 des Preises sicher ebensogut getan, hatte ich aber nicht dabei), war mir später auch nicht mehr so furchtbar kalt.

Zumindest nicht in den oberen Bereichen. Ab 12-15 Meter hatten wir eine Sprungschicht im Wasser, ab der es aprupt Eiswasser wurde. Aber in diesem See man muss ja gar nicht unbedingt immer in die Tiefe, es findet sich auch genug sehenswertes in den oberen Bereichen. Wobei wir nur wenig Lebewesen zu Gesicht bekamen, und von den wenigen waren die meisten Taucher. Ein Lachs, oder war es doch eine Regenbogenforelle?, erfreute uns beim ersten Tauchgang, später waren es nur noch winzige Schwarmfischchen, die in dem kargen Pflanzenbewuchs Schutz suchten.

Relativ nah des Einstieges sollte es freischwebend ein gelbes Flugzeug geben, was wir zwei Tauchgänge lang vergeblich suchten. Kein Wunder, dies liegt inzwischen 20 Meter tief am Grund. Und ich fürchtete schon, komplett unfähig in der Navigation bzw. dem Lesen der Seekarte zu sein.

Statt des Flugzeuges fanden wir irgendwann den Hai. Ebenfalls und tatsächlich frei schwebend vor dunkelblau-schwarzem Hintergrund materialisierte er sich aus der Dunkelheit. Woher die Filmmelodie just in diesem Moment kam, ist mir nicht ganz klar, aber dieses aufgerissene Haimaul vor dem dunklen Nichts sorgte trotz all meines Wissens um sein Plastikwesen in mir für nur schwer unterdrückbare Fluchtreflexe.

Ansonsten hatten wir noch eine Menge überaus friedlicher Reste der ehemaligen Kreideabbauanlagen und tote Baumreste, die sich in Richtung Seeoberfläche streckten.

Und natürlich die Abbruchkante. Ein Schild aus der Zeit, als der See noch keiner war, warnte uns davor und auch wenn es irrationale Ängste sind, die einem vor einem Abgrund unter Wasser warnen wollen, in dem man ja sowieso relativ schwerelos umherpaddelt, so brauchte ich zwei Anläufe um mich der Kante zu nähern und an ihr vorsichtig heruntergucken zu können. Man sah einen Hang, der sich in der Dunkelheit verläuft. Ein Fisch überquerte diese Kante vor meinen Augen ganz einfach und offensichtlich furchtlos, und das sogar ohne abzustürzen! ;)

Ich komme bestimmt noch einige Male wieder hier her. Wenn es dem Knie besser geht. Und vielleicht auch etwas länger, weil diese beiden Tauchtage doch rasant schnell vorrüber waren.


Geocaching Mysteries lösen - 4.3 Tastaturen

Geschrieben von Nina • Montag, 3. August 2015 • Kategorie: Mysteries lösen
Geocaching Mysteries lösen

Kapitel 4.3 - Tastaturen

Manchmal hat man als Rätsel ein Zahlen- oder Zeichensalat vor sich, der sich mit Hilfe von Tastaturen in Klartext übersetzten lässt.



Tastaturverschiebungen und -Position

Eine Variante der Tastaturverschiebungen funktioniert üblicherweise mit einer Standard-QWERZ-Tastatur - also die, die wir üblicherweise in Deutschland unter den Fingern haben. Wobei dies keine zwingende Notwendigkeit ist, die hier beschriebenen Verfahren funktionieren mit anderen, standardisierten Tastaturen ebenfalls mehr oder minder eindeutig - ich hoffe nur, dass der Owner in so einem Fall auch einen entsprechenden Hinweis angebracht hat...

Bei den rechts-links-oben-unten-Verschiebungen nimmt man zum Verschlüsseln nicht den Buchstaben, den man eigentlich nutzen will, sondern den rechts oder links daneben, oder den darüber oder darunter liegenden, manchmal auch gemischt. So zu verschlüsseln funktioniert allerdings nur so mäßig gut, weil manche Nachbartasten ja keine Buchstaben mehr sind. Daran lässt sich diese Tastaturverschiebung dann aber wenigstens recht gut erkennen.

„Sommersonne“ wird einen Staben nach rechts verschoben zur „dp,,rtdpmmr“, nach links zur ainnweaobbw, nach unten vermutlich etwa zu „w9jj34w9hh3“ (da die Tasten leicht schräg übereinander liegen, gibt’s hier immer noch Ratespielraum).

Man kann auch die „Lage“ der Taste, die man dem Ratenden verraten möchte, über ihrer Position beschreiben. So eine Tastatur hat ja normalerweise oben eine Zeile mit Ziffern (und Sonderzeichen), und darunter drei mit Buchstaben. So ließe sich also mit Zeile 4, Taste 8 - von links gezählt - also z.B. mit 4/8, ein N „verschlüsseln“.

Ähnlich verhält es sich, wenn man die 10-Finger-Tipptechnik als „Verschlüsselung“ benutzt und nur verrät, welcher Finger jetzt gerade am Tippen ist. Möglicherweise noch mit der Angabe der Zeile, die er bedient. „rz4“ wäre rechter Zeigefinger, vierte Zeile. Also wieder das „N“ (oder das "M", der Zeigefinger bedient hier beide Tasten) „rm2“ das „i“, … Wohl dem, der im Adlersuchsystem tippt aber trotzdem weiß, welche Taste von welchem Finger bedient werden soll. ;)


Sonderzeichen und Shift


Habe ich einen Wust von Zeichen vor mir, die keineswegs zufällig aus diesen hier bestehen: !“§$%&/()=, dann hilft es, bei der Tastatur mal auf die Reihe mit den Ziffern zu schauen – da hat ein Schlaukopf einfach die Shift-Taste gedrückt und Ziffern monoalphabetisch mit den auf ihnen liegenden Shift-Sonderzeichen „verschlüsselt“. Selbiges gibts übrigens - etwas schwieriger - gern auch mit der amerikanischen Tastatur.

Malen von Zahlen / Nummernblock
(siehe auch Kapitel 3.4 )

Schaut man sich die „Matrix“ des Ziffernblockes mal an, kann man mit diesem Ziffern oder Buchstaben „beschreiben“. 1-4-7-5-3-6-9 ergäbe, wenn man sich diese Ziffern in der Reihenfolge auf dem Ziffernblock anschaut und nachmalt, ein N . 9-8-7-4-5-6-3-2-1 eine fünf...

Vanity

Vanity - siehe auch Kapitel 4.1 - bezieht sich nicht mehr auf die Computer, sondern auf die Telefontastatur, bei der ja zu jeder Ziffer auch Buchstaben zugeordnet sind. Das ergibt einen Code, der aus Ziffern besteht, die sich häufig wiederholen und in denen die 1 normalerweise NICHT vorkommt!

Das war es hier erstmal von mir. Wenn ihr weitere Ideen oder Fragen habt, könnt ihr sie einfach in die Kommentare schreiben. Ich freue mich über so beinahe jedes Feedback, was ich zu meinen Beiträgen hier bekomme!

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Farin Urlaub Racing Team 2015 - Hannover

Geschrieben von Nina • Donnerstag, 28. Mai 2015 • Kategorie: privates
Ich mag den großen, blonden Ärztefrontmann auch solo schon sehr lange und erinnere mich gern an spätabendliche Laufrunden vor sicherlich schon fast 10 Jahren mit "ihm" auf den Ohren.

Also wurde es gestern endlich mal Zeit, ihn live zu bewundern. Eineinhalb Stunden vor Konzertbeginn waren wir an der Stadionsporthalle, wo sich eine lange, ordentliche, deutsche Schlange gebildet hatte, die aber recht schnell voran kroch. Vor uns junge Leute, die mit einem Versprengten telefonierten („Wo bleibst du denn? Wir haben dein Bier und deine Karten hier!“). Das Bier wollten sie verschenken, weil sie es ja nicht mit reinnehmen konnten, aber niemand wollte das Krombacher *grins*.

Neben den schlangeführenden Metallgittern standen Tüten und Boxen zum Pfand sammeln. Dazugehörig abgerissene Gestalten beider Geschlechter und verschiedener Nationalitäten, die das Pfand den Leuten möglichst gleich direkt aus der Hand nahmen. Einer hatte – psychologisch sehr klug – einen Einkaufswagen an den Anfang des Metallgitters gestellt. Dies funktioniert in Deutschland hervorragend, die Leute sortierten artig ihren Glasmüll dort hinein. Lotgerecht nebeneinander gelegt und nach Flaschenarten und -marken gegliedert!

Am Einlass wurde ich von einer Person abgetastet, bei der ich mir der Zugehörigkeit des weiblichen Geschlechts nicht unbedingt sicher war. Es war eine unangenehme Prozedur, eher einem Verbrecher als einem Konzertbesucher würdig (ich kann mich nicht erinnern, bei so etwas einmal so grob betastet worden zu sein). Sogar die Mini-Täschlein meiner kleinen Leder-Bauchtasche musste ich öffnen. *kopfschüttel* Kamera, Springmesser und Alkoholika hätte ich trotzdem wie immer zwischen den Brüsten, im Hosengurt vorm Bauch oder den Socken hereinschmuggeln können... lächerliche Kacke!

Endlich unten im Innenraum angekommen war ich froh, dass es doch noch nicht so voll war. Die meisten Wartenden saßen vor der Bühne am Boden, wir so grob in der 6.-7. Menschenreihe, leicht links der Mitte. Dass es bei einem derartigen Konzert nicht klug ist, ganz mittig zu stehen, bestätigte sich später, als sich gefühlt zweihundert Menschen über die Massen nach vorne tragen ließen. Die natürlich immer genau mittig von den Ordnern in Empfang genommen zu wurden. Ach, die grimmig schauenden Herren vom Sicherheitsdienst stehen da gar nicht um die Bühne zu bewachen, die stehen da, um das angeschwemmte Publikum auf den Arm zu nehmen? *hihi* Einer von diesen Wächtern konnte trotz unbewegt in die Menge starrendem Gesicht seine Musikliebe aber nur schwer unterdrücken und zappelte ein wenig im Takt herum, als Farin später musizierte.

Aber erstmal hieß es warten. Was viele dazu brachte, aufs Smartphone zu starren und drauf rum zu wischen und zu tippen. Was hat man eigentlich früher in den Zeiten ohne Smartphone mit derartigen Wartezeiten gemacht? Vermutlich geredet, was der Typ neben mir leider auch zur Genüge tat. Nun weiß ich alles, was ich nie über den bevorstehenden Junggesellenabschied seines Kumpels wissen wollte, und einiges mehr, was zum Glück später mit der Musik aus meinem Hirn wieder herausgeschwemmt worden ist. Generell erschien mir das Publikum im Durchschnitt jünger als ich. Dafür verwirrenderweise aber auch dicker! Mag sein, dass subjektive Wahrnehmung hierbei eine entscheidende Rolle spielt, aber die "alten" Ärztefans sind eher nicht das Durchschnittspublikum von Farin. Möglicherweise gehen die aber auch schon lange nicht mehr auf Konzerte, weil sie mit dem Abbezahlen ihrer Einbauküche in ihrem Eigenheim ausreichend beschäftigt sind?

Ich bekam eingeschlafene Beine vom Sitzen auf dem Boden (ich bin zu alt für diese Scheiße), trank Bier und Cola aus 2-Euro-Farin-Urlaub-Plastikbechern (die ich später trotz Anbinden in meinem Jackenärmel leider verlor und mich nach Konzertende noch einmal für einen 2-Euro-Farin-umzingeltvonIdioten-Becher-mit-4,50-Euro-Colafüllung anstellen musste )..

30 Minuten vor Konzertbeginn weckten Bassgeräusche hinter dem Vorhang die Massen, worauf ein Lemming-Effekt einsetzt. Die Leute, die seit einer Stunde friedlich wartend am Boden saßen, erwarteten wohl einen Frühstart der Band, standen plötzlich auf und begannen nach vorne zu drängeln. Da bleibt einem kaum was anderes übrig als mit zu machen, sonst ist man platt oder weg...

Vor mir standen nun natürlich wie immer große Menschen. Trotzdem war ich nur wenige Meter von der Bühne entfernt und auch die Mauer aus großen Menschen hatte immer mal wieder Lücken im Sichtbereich. Kurzärmlig im Gedränge gab es schon vor der Bühnenshow immens viel Körperkontakt, und ich stellte wieder einmal fest, dass ich den in so einer Situation lieber mit Frauen als mit Männern habe. Vielleicht einfach, weil sie weicher sind und besser riechen? Noch roch es aber normal, unauffällig, nach Shampoo, Deo und Bier, später kam dann Schweiß in vielen Geruchsrichtungen hinzu. Aber kein Zigarettenrauch! Was bin ich froh, heute nicht auch noch gegen die Sucht anzukämpfen bei den inzwischen üblichen Nichtraucherkonzerten...

Punkt 20 Uhr ging's los. Ist das noch Punkrock? Ich glaube nicht...

Auf der Bühne neben Farin eine hübsche Gitarristin, eine noch hübschere Bassistin und die Schlagzeugerin, von dessen optischem Reizen man sich erst gegen Ende des Konzertes überzeugen konnte, weil sie bis dahin hinter ihrem Instrument fast unsichtbar gewesen ist. Weiterhin vier Sängerinnen und vier Bläser.

Es folgte Musik. Zwei Stunden und 20 Minuten lang. Zuviel vom neuen Album, was ich nicht so gern mag, aber auch ausreichend schönes aus den Alten. Ich war bis auf wenige Zeilen bei allem textsicher (ein paar Exoten hab ich in den letzten Tagen noch geübt *g*), und ich war damit bei Weitem nicht die Einzige! Das ganze Publikum, zumindest aber der Bereich, den ich überblicken und bedingt hören konnte, sang mit. Und tanzte. Und hüpfte. Und schubste. Und ich mitten drin...

Anfangs hatte ich bei diesen Massenbewegungen, bei denen einem nichts anderes übrig bleibt, als mitzuschwimmen und besser nicht zu stolpern, Angst. Normalerweise bin ich etwas weiter hinten, außen, wo mich derartiges nur am Rande berührt und eher belustigt betrachtet als denn dann gefühlt wird. Nicht bei diesem Konzert! Anfangs schwappte es nur im Mittelpunkt der Bühne und die wenigen Meter, die ich von diesem entfernt war reichten, um mich sicher zu fühlen. Aber irgendwann wurde auch von der anderen Seite geschubst und geschoben, zurückgeschoben und gehüpft und ich hatte Spaß, ein Teil dieser unkontrollierten Masse zu sein! Den Schweiß der anderen auf dem eigenen Shirt, nicht nur die eigenen Haare im Gesicht, im engen Körperkontakt zu allen Seiten, mithüpfend, wenn die anderen es tun, weil man beinahe physikalisch mit hochgezogen wird, zur Seite hüpfend, tanzend, drängelnd, zurück geschubst werden. Verwirrenderweise war dies alles nur selten schmerzhaft und obwohl ich mir gänzlich unbekannte Menschen permanent an allen möglichen Stellen anfassen musste, überhaupt nicht unangenehm! Und als besonderer Bonus kam ich durch dieses Schwarmverhalten immer weiter nach vorne!!! Die zweite Hälfte des Konzertes genoss ich in zweiter bzw. dritter Reihe mit einem sagenhaften Blick auf die Bühne :).

GEIL! :)

Als besonderen Nebeneffekt dieser Sing-, Tanz- und Schreitherpaieeinheit bin ich in Kürze immunisiert gegen den Großteil aller aktuell grassierenden Infekte. ;)

Farin spielte mit uns, ließ die viertausendfünfhundert Zuschauer springen, wenn er hüpf sagte, ließ uns seine Musik mit Gesten untermalen und trank zwischendurch Tee aus einem Keramikbecher. Was mich zu der Aussage: „Farin, ich will ein Tee von Dir“ brachte, die ich – leider? zum Glück? – nur für die um mich herumstehenden formulierte und nicht laut brüllte.

Einzig ein einzelner, furchtbar schlecht und dafür umso laut Mitsingender, dessen Körperkontakt (und Alkoholpegel) das normale Maß weit überschritt, nervte. Der eine und andere Besucher verkrümelte sich dafür nach den ersten Massebewegungen zügig nach hinten. So auch die beiden recht maskulin wirkende Frauen in weißen Anzügen, die schon optisch sehr deplatziert in der meist schwarzgekleideten Masse wirkten. Viel älter, viel bewegungsloser und ab und an beinahe fassungslos starrten sie zur Bühne. Mir ging es dabei ganz anders, ich war einfach ein Teil dieses Schwarms und hatte daran unerwartet erfreulich sehr viel Spaß!

Ich will nochmal!!!!

(und während ich dies alles schreibe, singt er noch immer in meinem Kopf davon, daß er sein Herz verloren und von Idioten umzingelt ist :) ).

Geocaching Mysteries lösen - 3.4 Malen von Zahlen

Geschrieben von Nina • Sonntag, 3. Mai 2015 • Kategorie: Mysteries lösen
Geocaching Mysteries lösen

Kapitel 3.4 - Malen von Zahlen

Im Grunde suchen wir bei den Mysteries ja doch immer nur das eine: die Ziffern bzw. Zahlen, die uns die GPS-Koordinaten verraten. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass sich im Laufe der Zeit eine schier unglaubliche Anzahl von Varianten entwickelt hat, um Zahlen darzustellen. Dieser Blogbeitrag handelt von einer in meinen Augen sehr hübschen Variation davon. Der, in der man diese "malen" muss.

Dies zu umschreiben kann auf vielfältige Weise geschehen. Man könnte zum Beispiel die Eckpunkte einer Ziffer angeben, dazu noch die Reihenfolge wie diese verbunden werden müssen. Beispielsweise in dem man Orte (Bahnhöfe, Haltestellen etc.) oder Koordinaten im Listing erwähnt, die z.B. bei Google-Earth eingegeben und per "Lineal" (aus der Ikonenleiste von Google-Earth) verbunden werden können.



Genauso hübsch lassen sich mancherorts Straßen verwenden, sofern die Siedlungen ein entsprechend geradliniges Straßenmuster aufweist.

Irgendwo in diesem Blog erwähnte ich schon einmal die "RLOU-Verschlüsselung". Rechts-Links-Oben-Unten sind die Anweisungen, nachdem der Rätsellöser seinen Stift auf einem Stück Papier bewegen soll. Rechts, Unten, Links, Unten, Rechts ergäbe so verschlüsselt eine "2". Natürlich muss es nicht RLOU sein, RLUD (right, left, up, down) könnte die englische Form sein. Möglich ist aber jede andere, meist aus vier Variablen bestehend. Nimmt man noch die Diagonalen dazu, könnten es auch sechs oder acht sein (schräg links hoch, rechts runter etc.).

Ähnlich lassen sich Ziffern über die beim Geocachen häufig benutzte 7-Segmentanzeige "malen".

Quelle: Wikipedia

Häufig werden wirklich die typischen 7-Segment-Buchstaben benutzt, wobei A-B-C-D-G zum Beispiel eine 3 ergäbe. Aber auch hier könnten die sieben Variablen natürlich anders benamt oder binär in einem 7-Bit-System dargestellt. Die 3 von eben wäre 7-Bit-binär eine 1111001 (benutzte Segmente bekommen eine 1, unbenutzte die 0).

7 ist die Mindestanzahl, die es braucht, lesbare Segmentzeichen zu malen. Es gibt auch weitere Segmentanzeigen, die mit mehr Segmenten und dadurch auch diagonalen Strichen hübschere Buchstaben und Ziffern malen können.

Auch schon einmal hier im Blog erwähnt wurde das Malen mit Hilfe von einer Tabellenkalkulation bzw. einer Buchstaben/Ziffern Matrix. So ein Tabellenblatt ist ja normalerweise aufgebaut in Ziffern an der linken Seite (Zeile) und Buchstaben oben (Spalte). Stößt der Rätselnde nun auf eine Reihe von Kombinationen aus einem Buchstaben und einer Ziffer, könnte es helfen, diese Zellen in einer derartigen Matrix auszumalen und zuzuschauen, wie sich aus dem Nichts die gewünschte Information hervorkristallisiert.

Das seltsame Kryptogramm B2,B3,B4,B5,B6,B7,B8,C3,D4,E5,F6,G7,H2,H3,H4,H5,H6,H7,H8 entpuppt sich abgemalt simpel als Buchstabe "N":



Auch über den Ziffernblock der Tatstatur bzw. eine Telefontastatur lassen sich Zahlen / Buchstaben "malen".



So ist 1,5,7,8,9 ebenso wie 1,2,3,5,7 und "PEKA" (Vanity, also die Buchstaben, die auf der Telefontastatur synonym für die Ziffern benutzt werden können) nichts anders als die so gemalte Ziffer "7".

Ein großer, wirr wirkender Block mit Zeichen (meist nur zwei verschiedene) kann ebenfalls "gemalte" Ziffern oder Buchstaben erhalten. Hierfür muss man ihn nur in einen Editor (z.B.: Notepad++) packen und "zusammenschieben" (das Programmfenster in der Breite verkleinern bis die vom Ersteller des Rätsels benutzte Zeilenbreite erreicht ist). Beispielsweise ergibt sich hieraus ein freundlicher Morgengruß. In meinem Firefox kann ich das Fenster übrigens nicht klein genug schieben, um etwas lesen zu können.

Mein absoluter Mystery-Liebling aus meinen Anfangszeiten des Mystery-Lösens ist die "Plottersprache". Stiftplotter malen ja wortwörtlich Buchstaben, Ziffern oder eben Bilder. Damit sie dies können, müssen sie angesteuert werden, also genau wissen, wo auf dem Papier der Stift gesenkt und in welche Richtung der Stift geschoben werden muss, also malt. Dies ergibt eine Art "Sprache", die dem RLOU von oben nicht unähnlich ist. Nur das es meist noch ein "Pen up" und "Pen down" gibt und je nach Variation eine absolute oder relative Angabe der Malkoordinate geben kann. Schaut man sich ein Blatt Papier an, kann man jeden beliebigen Punkt auf diesem über eine gedachte X- und Y-Koordinate bezeichnen. Man muss sich nur vorher klarmachen, wie groß das Raster ist. Im Falle des Plotters, wie viele Pixel er malen kann. Dann kann man beispielsweise ein 120/60 als 120 Pixel vom obersten, linken Punkt des Blattes nach rechts und 60 Pixel von eben da nach unten verstehen. Senkt sich hier der Stift und malt nun 20 nach rechts, 20 nach unten, 20 nach links, 20 nach unten und 20 wiederum nach rechts, haben wir wieder eine gemalte "2". Alternativ kann eben dies auch über 120/60, 140/60, 140/80, 120/80, 120/100, 140/100 erreicht werden. Also jeweils die Papier-Koordinate, zu der sich der Stift bewegen soll.

So etwas kann der Mystery-Owner in natürlicher Sprache oder auch in einem echten oder ausgedachten Computerdialekt im Listing verstecken. Wer auf derartiges stößt, kann sich gerne mal in HP-GL, den quasi-Standard der Plottersprachen einlesen. Hierzu gibt auch Software, mit der man aus einem Programmlisting in HP-GL am Bildschirm "plotten" kann. Sehr schön ist auch die uralten Programmiersprache "Logo". "pu" steht hier für pen up, "pd" für pen down, "fd" bewegt den stift nach vorn, "bk" nach hinten, "rt" und "lt" drehen den Stift und damit den "Blickwinkel" um einen Winkel nach rechts oder links. Somit ist die Malrichtung hierbei relativ, also nicht von einem bestimmten Punkt ausgehend rechts-links-oben-unten, sondern man "dreht" das Papier (oder besser den Malblickwinkel) um seine Achse, also den angegebenen Winkel, und malt von dort aus weiter.

Viel Spaß beim "malen" ;)

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Geocaching Mysteries lösen - 6.3 Vigenère entschlüsseln

Geschrieben von Nina • Freitag, 13. März 2015 • Kategorie: Mysteries lösen
Geocaching Mysteries lösen

Kapitel 6.3 Vigenère entschlüsseln

Der französische Diplomat und Kryptograph Blaise de Vigenère entwickelte im 16. Jahrhundert eine für lange Zeiten unknackbare, polyalphabetische Verschlüsselung. Im Gegensatz zur monoalphabetischen bedient sie sich nicht eines einzelnen Schlüsselalphabetes, dem man mit Hilfe von Häufigkeitsanalysen schnell auf die Schliche kommt, sondern er benutzte für jeden Buchstaben des zu verschlüsselnden Textes ein eigenes. Hierfür verschob er das Alphabet um jeweils eine bestimmte Zahl (wie Ceasar um 3 und Rot13 um 13 Buchstaben verschiebt). Der hierfür verwendeter Verschiebeschlüssel ist dann das Schlüsselwort, mit dem der Kryptotext im Anschluss wieder entschlüsselt werden kann.

Am anschaulichsten lässt sich dieses Verfahren mit dem Vigenère -Quadrat verdeutlichen, welches alle 25 möglichen Verschiebungen darstellt:


Der erste Buchstabe des Klartextes "Scheibenwelt" - (R.I.P. Sir Terry Pratchett!) - ist ein S (obere gelbe Zeile im Bild) und wird mit dem ersten Buchstaben des Schlüssels "Terry", also dem T, verschlüsselt (gelbe, linke Spalte im Bild), also das Alphabet um 19 Buchstaben verschoben (A=0) und landet auf dem L. Der zweite Buchstabe ist ein C und wird mit dem Schlüsselbuchstaben E zu einem G, ...

Häufigkeitsanalysen laufen nun ins Leere, da die einzelnen Buchstaben jeweils nicht mehr mit dem gleichen ersetzt werden. Aber sicher ist die Vigenère-Verschlüsselung trotzdem nicht. Je kürzer der Schlüssel und je länger der Klartext ist, um so einfacher wird es, den Code zu brechen. Da ein normaler Text, egal in welcher Sprache, bestimmte sich wiederholende Buchstabenfolgen hat (Bi- und Trigramme, siehe zum Beispiel hier), steigt mit der Länge des Klartextes die Wahrscheinlichkeit, dass derartige Buchstabenfolgen mit den gleichen Schlüsselbuchstaben verschlüsselt wurden und sich der Kryptotext ähnelt. Hat man so eine Wiederholung von Bi- oder Trigrammen entdeckt, kann man daraus die Schlüssellänge ermittelt (ein Teiler der Entfernung zwischen den gleichen Buchstabenfolgen). Und nun mit dem Wissen um die Länge des Schlüsselwortes den Kryptotext Stück für Stück verschieben. Dieser Ansatz wurde einem seiner Entdecker nach Kasiski-Test getauft (Kasiski-Online-Tool).

Noch etwas theoretischer ist der Friedman-Test, dessen Algorithmus mit Wahrscheinlichkeiten, dass zwei zufällige Buchstaben gleich sind, Größenordnung der Schlüssellänge zu berechnen versucht.

Ebenfalls mit der Wahrscheinlichkeit arbeitet die Korrelationsfunktion. Zählt man die Buchstaben im Kryptotext und vergleicht sie mit der Buchstabenhäufigkeit der normalen Sprache, lässt sich mit einem genügend langen Text die Verschiebung anzeigen. Die Korrelationsfunktion besitzt bei der Verschiebung ein Maximum, bei der sich die zu vergleichenden Verteilungen am besten decken. Womit sich auch die Schlüssellänge bei genügend langen Texten gut ablesen lässt.

Praktisch untersuchen kann man dies z.B. hier (Dank Java-Sicherheitseinstellungen könnte es einfacher sein, das Script herunterzuladen und lokal zu starten. Das Java-Script stammt nicht von mir, daher auf eigene Gefahr. ). Wenn ihr mögt, startet dieses Script und gebt oben folgenden Geheimtext ein:

Rensi ssm Evoimzk nek cvoisdlxtx. Zforzkeouuhko Mxmwmhxm lklmdr nixrix Ttf jüb ebmix Pxbldaz. Keocadvvivg. Nodxq Xkg brx novg ileg fixan rs oigdv. Ydxq mct wzw xuk ais mbq wy, wxhp oigd qoigdv lebcix svgakrsdr Uamyix smzixdbf zyn ehrus tm qsr onvlebqixnm?

Es erscheint im unteren Fenster ein Balkendiagramm. Interessant für die Schlüssellänge sind jetzt die längeren Balken, die sich mit einem gemeinsamen Teiler wiederholen. Im Beispiel wirkt die 5 sehr aufdringlich, da sich bei 5, 10, 15, 20 u.s.w. die höchsten Balken zeigen. Klicken wir nun auf den Balken mit der 5, setzen also testweise die Schlüssellänge auf 5, können wir mit den fünf "Strichen" unter "Schlüssel bestimmen" passende Buchstaben "raten".

Es erscheint ein neues Balkendiagramm mit möglichen Schlüsselbuchstaben, die zu dieser Schlüsselstelle passen. Sticht einer davon besonders durch seine Länge heraus, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um den gesuchten handelt, besonders groß. Klicken wir nun auf das wahrscheinliche "K", erscheint im rechten Fenster unter dem Geheimtext an jeder fünften Stelle eine Entschlüsselung auf "K". Sieht erst mal nach normalen, deutschen Buchstaben aus, also weiter. Beim zweiten Schlüsselbuchstabe ist das "A" am wahrscheinlichsten, beim 3. das "T". Jetzt lässt sich der Klartext fast schon erraten. Der Schlüssel aber auch. Und auch wenn das Tool Leer- und Satzzeichen unterschlägt, lässt sich nun lesen, dass ich diesen Blogbeitrag an einem Freitag, den 13. geschrieben habe.

Fertig für alle Geocaching-Vigenère -Rätsel? Naja, eigentlich noch nicht ganz, es gibt noch mehr hübsche Lösungsansätze. Ist das Schlüsselwort ein echtes Wort aus dem Wörterbuch, lässt sich die n-gramm-Analyse anwenden, die unter anderem auch bei Cryptoool-online implementiert ist. Hier wird mit wahrscheinlichen Bi- oder Trigrammen am Wortanfang gearbeitet, mit denen man Rückschlüsse auf den Schlüssel ziehen kann, in dem man wahrscheinliche Buchstabenkombinationen im Klartext findet.

Ähnlich aber weniger theoretisch funktionieren die Ansätze, bei denen man Teile des Schlüssels oder des Klartextes zu glauben kennt. Dabei ist es egal, welchen der beiden Ansätze man nutzen kann - man legt in jedem Fall das zu erwartende Wort/Wortteil (Nord, Ost, Cache, suchen, zweiundfuenfzig, der GC-Code oder der Ownername) über den Kryptotext und verschiebt um die jeweiligen Buchstaben vorwärts und rückwärts im Alphabet. Wer möchte und fähig dazu ist, kann das sicher schnell in Excel nachprogrammieren. Es ist aber dank Internet gar nicht nötig. f00l.de, nik kaanan und viele andere haben uns mit ihren Scripten diese Arbeit schon erleichtert. Wer sich weniger Mühe geben möchte, kann es auch mit einem Klick erst mal bei smurfoncrack probieren. Oder bei crypt-online, wo es auch Häufigkeits- und n-gramm-Analysen sowie ein Autokorrelationstool gibt. Ein simples aber manchmal auch funktionierendes Cracktool bietet die geocachingtoolbox an .

Übrigens hat der Herr Vigenère eine Verbesserung dieser Methode entwickelt, die aber nie dessen Bekanntheit erlangte, obwohl sie wesentlich sicherer gegen Analysen wie die hier beschriebenen ist. Die Autokey-Verschlüsselung arbeitet ebenfalls mit einem Schlüsselwort und damit wie der hier beschriebenen Vigenère -Schlüssel, aber am Ende des Schlüssels wird für die Ver- und Entschlüsselung der Klartext angehängt. Somit ist die Schlüssellänge so lang wie der Kryptotext und wesentlich schwieriger zu knacken.

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Newsletter für neue Beiträge

Geschrieben von Nina • Dienstag, 24. Februar 2015 • Kategorie: Mysteries lösen
Wenn Du gerne über neue Blogbeiträge von mir informiert werden möchtest, aber die vorhandenen RSS-Feeds nicht nutzen willst, kannst Du nun einen Newsletter abonnieren. Hierfür reicht es, eine Mail mit dem Betreff subscribe an die Mailadresse ninas_schmierblog-request@freelists.org zu senden oder sich hier einzutragen: http://www.freelists.org/list/ninas_schmierblog. Rechts neben diesem Artikel in dem Kasten "Newsletter" gibt es diese Mailadresse und den Link noch einmal.

Du bekommst dann eine Mail, die einfach zurückgeschickt oder dem Anklicken eines Links bestätigt werden muss. Das verdankt ihr der deutschen Rechtsprechung, die dieses "double opt in"-Verfahren für Newsletter verlangt.

Und keine Sorge, ich verschicke auf diesem Wege keine Werbung, SPAM oder ähnlich nerviges. Einzig den Hinweis zu neuen Artikeln auf meinem Blog.

Viel Spaß damit

Nina

Was bleibt?

Geschrieben von Nina • Donnerstag, 12. Februar 2015 • Kategorie: privates

Es war noch früh am morgen aber an dem Hauseingang standen schon Möbel zur Abholung bereit. Holzwände von Schränken und Regalen, die offensichtlich gewaltsam zerlegt worden waren. Demnach war das hier kein Umzug sondern eine Entrümpelung. Der weiße Transporter vorn an der Straße bewies diese Annahme mit seinem Aufdruck, der um schnelle, kostengünstige und wertberücksichtigende Wohnungsentleerungen warb.

Mein Blick glitt die Fenster des Hauses entlang. Um welche Wohnung geht es wohl hier? Rechts unten war Licht, aber es hingen auch Gardinen am Fenster. Eher ein gutes Zeichen. Gardinen waren allerdings auch an allen anderen Stockwerken. Ich hörte eine Tür im Treppenhaus zufallen und schaute auf die Treppenhausfenster um zu sehen, aus welcher Etage nun vielleicht Arbeiter kamen. Doch aus der beleuchteten Wohnung unten rechts. Dort, wo immer eine alte Frau am Fenster gestanden hat, um zusammen mit ihrem vereinsamten Wellensittich die Leute zu beobachten, die den schmalen Waschbetonpfad neben den Hauseingängen und der Garagenwand entlanggingen. Jeden Abend gegen 18 Uhr wurde das Vogelfenster durch eine Jalousie geschlossen. Jetzt war diese geöffnet und der Käfig verschwunden. Eine Deckenlampe aus braunem Glas beleuchtete das ansonsten bereits leergeräumte Zimmer, dessen Inhalt nun auf dem Gehsteig vorm Transporter stand. Korbstühle, Rattankörbe und ein gesticktes Reiterbild in einem massiven Eichenrahmen. Eine Kommode. Ein Vogelhäuschen auf drei Beinen, dass sicherlich in ihrem kleinen Garten gestanden hat.

Ein großer, blonder und ein kleiner, dunkelhaariger Entrümpler schoben unberührt Möbelleichenteile in Richtung Transporter. Das bleibt von einem Leben übrig, wenn man gegangen ist? Müll, der von Fremden zerlegt und abtransportiert wird?

Ist die alte Frau wirklich gestorben oder nur ins Altersheim umgezogen? Und was ist mit ihrem nun noch einsameren Vogel passiert?

Ich habe sie doch gerade noch, vielleicht letztes oder vorletztes Wochenende, vorne an der Straße stehen sehen!

Ein bisschen hat sie mich immer an meine Oma erinnert, die viele Jahre lang Geschichten aus ihrer Nachbarschaft erzählte, immer mit den Worten „Ich stand grad' zufällig am Fenster,...“

Bis sie eines Tages nicht mehr am Fenster stehen konnte.

Das Leben ist sicher nicht immer nur schön. Aber das es einmal enden wird, und nichts von einem bleibt, außer die Erinnerung in den Menschen, die einen gekannt haben, darüber möchte ich auch nicht allzu lange nachdenken.

Geocaching Mysteries lösen - 8.6. Geocaching.com-spezifische Rätsel

Geschrieben von Nina • Donnerstag, 15. Januar 2015 • Kategorie: Mysteries lösen
Geocaching Mysteries lösen

Kapitel - 8.6. Geocaching.com-spezifische Rätsel

Was liegt näher für die Erstellung eines Mystery-Rätsels Geocaching.com zu nutzen? Möglichkeiten gibt es hier einige. Man könnte zum Beispiel auf Caches, Profile, Logeinträge oder auf geocaching.com hoch geladene Bilder verweisen, über die man die Koordinaten erhält oder zusammensetzen kann.

Listing / GC-Code

Als erstes wäre bei Cachelistings wohl der GC-Code zu nennen. Also dieser 6-7 Zeichen lange und mit GC beginnende Code, über den jeder Cache eindeutig zu benennen ist.

Hierzu lohnt es sich zu wissen, dass Groundspeak seine Caches seit Anbeginn durchnummeriert hat und diese laufende Nummer in den GC-Code umwandelt. Ganz am Anfang war das nur der Hexadezimalwert der laufenden Nummer, der ein GC vorangestellt worden ist. 2003 reichte dieser Wertebereich nicht mehr aus und man nutzte fortan ein eigenes Zahlensystem. Im Prinzip ein Stellenwertsystem mit der Basis 31, nur das nicht das Alphabet bis zum 21. Buchstaben genommen wurde, sondern das komplette mit Ausnahme einzelner Buchstaben. Es fehlen I, L, O, S und U, angeblich um zu vermeiden, dass Schimpfwörter als GC-Code möglich sind. Bis 2006 reichte dies sechsstellig, seitdem ist der GC-Code siebenstellig.

Die Umrechnung in und aus diesem Groundspeak-eigenen Base-31 kann man zum Beispiel online bei fizzymagic oder über die Handy-App GCC erledigen.

Mein Cache mit dem GC-Code GC5DWQB hat die laufende Nummer 4620439.

Ruft man ein Cache-Listing auf geocaching.com zum Beispiel nur mit Angabe des GC-Codes über den URL-Verkürzer http://coord.info auf und schaut nun auf die URL, auf die der Browser weitergeleitet worden ist, steht dort wesentlich mehr als nur der GC-Code.

Mein Cache http://coord.info/GC5DWQB wird weitergeleitet auf http://www.geocaching.com/geocache/GC5DWQB_duzzels-nutzlose-suche?guid=11f1e948-cfa1-48a5-bf12-44aac0177f7b .

Das Listing heißt auf den Groundspeakseiten offensichtlich "GC-Code plus Cachename" (ist auch gleich viel suchmaschinenfreundlicher) und hat hinten eine Guid dran gehängt. Guid bedeutet "Globally Unique Identifier" und ist eine global (mehr oder minder) eindeutige Zahl. Jedes Listing bei Groundspeak bekommt eine solche Guid, genau wie jeder Logeintrag, jedes hoch geladene Bild und jedes Benutzerprofil. Diese Guids kann man als Mystery-Owner nicht beeinflussen, aber man kann die darin verwendeten Zeichen natürlich irgendwie verwurschteln und vom Rätselnden eine Koordinate draus erstellen lassen.

So eine ID wie hier (genauer geschrieben handelt es sich bei der von Groundspeak benutzten um eine UUID random 4 http://de.wikipedia.org/wiki/Universally_Unique_Identifier ) ist immer aus dem gleichen Muster aufgebaut und besteht aus fünf Gruppen mit Hexadezimalwerten im Format XXXXXXXX-XXXX-XXXX-XXXX-XXXXXXXXXXXX , wobei jedes X für ein Zeichen aus dem Hexadezimalsystem steht ( Ziffern 0-9 und Buchstaben a bis f).

Wandelt man die obigen Hexadezimalwerte aus der Duzzel-Listing-guid um, bekommt man einen Schwung Dezimalzahlen, von denen zumindest die mittleren beinahe schon als Koordinate durchgehen könnten:

11f1e948 = 301066568
cfa1 = 53153
48a5 = 18597
bf12 = 48914
44aac0177f7b = 75500157894523

Trickreiche Owner können natürlich noch irgend geartete Rechenoperationen in ihr Rätsel einbinden.

Profile

Genau wie das Listing und sein GC-Code erhalten auch die Benutzerprofile bei geocaching.com eine laufende Nummer und werden über das „GC-Base-31“ in eine Art Profil-Code (analog zum GC-Code) umgewandelt. Netterweise würde der URL-Verkürzer http://coord.info diese mit einem PR vorne dran zu dem richtigen Profil verlinken. Dummerweise ist es gar nicht so einfach herauszufinden, welchen Code bzw. welche laufende Nummer ein Benutzerprofil denn nun hat.

Klicke ich zum Beispiel auf mein Benutzerprofil, erhalte ich folgenden Link mit einer Guid:

http://www.geocaching.com/profile/?guid=749fe082-37c5-4439-8855-431c6dba5e77

Möglicherweise hängt sogar noch eine weitere Guid hier hinten dran; je nach dem, von wo aus ich auf das Profil gelangt bin. Diese eindeutige ID bringt aber weder die laufende Nummer noch den Profil-Code zu tage. Schaut man sich nun allerdings den Link "See the Forum Posts for This User" auf der Hauptseite irgendeines Benutzerprofils an, hat diese ganz am Ende die laufende Registrierungsnummer! Mein Account war offensichtlich der 2.892.759 geocaching.com Account (ich fühle mich, als hätte ich einige Jahre zu spät mit diesem Hobby angefangen!). Wandele ich diese laufende Nummer nun über die obigen Links in den GC-base-31 um und füge statt GC PR vorne dran, habe ich die Profil-ID PR3hwyq, die ich über http://coord.info/PR3hwyq tatsächlich nutzen und mich auf mein Profil verweisen lassen kann.

Travel-Bugs

Travelbugs sind ja von jeher gern genutzte Objekte für die „Vemystifizierung“ gewesen. Auch sie haben eine laufende Nummer, z.B.: 1880999, die sich über „GC-Base-31“ in einen TR-Code umwandeln und über den URL-Verkürzer als http://coord.info/TB2EY4A als http://www.geocaching.com/track/details.aspx?id=1880999 aufrufen lässt.

Bei der Suche nach der Mystery-Lösung lohnt es sich sowieso oft, nach den TBs des Owners bzw. den zuallererst eingeloggten TBs im Listing zu gucken.

Logeinträge, Bilder, Waypoints und Attribute

Da jeder Logeintrag eine eigene Guid hat (z.B.: http://www.geocaching.com/seek/log.aspx?LUID=6b1d5e5f-7c4b-4bd8-a93d-da8c13707534 ), kann man natürlich auch im Rätsel irgendwo diese vergraben und den Rätselnden damit auf einen Logeintrag stupsen, der für die Rätsellösung nötige Informationen enthält. Ebenso verhält es sich mit Bildern, die man bei geocaching.com hoch laden kann (z.B.: http://imgcdn.geocaching.com/cache/large/e6395a95-f788-4572-bf60-089835130a05.jpg). Seit einigen Tagen lagert Groundspeak diese offensichtlich bei cloudfront.net aus, da die Links aus den Listings automatisch dahin umgeleitet werden (https://d1u1p2xjjiahg3.cloudfront.net/e6395a95-f788-4572-bf60-089835130a05_l.jpg).

Auch Waypoints haben eine eigene Guid, z.B.: http://www.geocaching.com/seek/wpt.aspx?WID=17625587-748c-4673-bfee-f94a3a686f71 .

Und zuletzt noch ein Hinweis auf die Attribute, die man auch hervorragend für einen Mystery nutzen kann. Der Owner kann sie ja selber auswählen. Nimmt er zum Beispiel 10 Stück und nutzt im Listing die Begriffe dieser Attribute, lassen sich darüber Zahlen generieren.

Außerdem haben auch die Attribute IDs. Die kann man zum Beispiel in der GPX-Datei eines Caches sehen, der sie eingebunden hat. Oder ihr geht, sofern ihr schon einen eigenen Cache veröffentlicht habt, in den Bereich, in dem die Attribute editiert werden können und schaut mal in den Quelltext. 17 sind zum Beispiel die Schlangen, 32 das Fahrrad, 1 ist der Hund, 3 das Kletterseil.

Und zu guter Letzt gibt es ja auch noch die Smilieys, die man einem Log hinzufügen kann und dessen Reihenfolge (oder der Buchstabenwortwert der Bezeichnungen oder die Ziffern, die sich unterhalb der Sonderzeichen befinden, aus denen man den Smileycode generiert) gerne mal für einen Smiley-Cache genutzt werden.

Wesentlich ausführlicher als ich es tat, hat sich "West468" auf seinem Blog mit den Geheimnissen rund um die GC-Seite auseinandergesetzt: GC: Klug suchen nach Geocaching-Seiten.

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Mysteries-Lösen-Blog als PDF-Download

Geschrieben von Nina • Mittwoch, 24. Dezember 2014 • Kategorie: Mysteries lösen
Geocaching Mysteries lösen

Das Mysteries-Lösen-Blog als PDF-Download

Mein Weihnachtsgeschenk an euch: das Mysteries-Lösen-Blog als PDF-Download.
(Stand 23.12.2014)

Viel Spaß damit und schöne Weihnachten euch allen da draußen!

Nina

Nachtrag vom 1.1.2015: Das PDF hat schon 300 Downloads innerhalb von nur einer Woche! Wow! :)

Nachtrag vom 20.1.2015: Und nach weniger als einem Monat gab es bereits 1.000 (einTAUSEND!) Downloads! Danke! :)

Platz für Neues

Geschrieben von Nina • Mittwoch, 26. November 2014 • Kategorie: Geschichten rund ums Dosensuchen
In letzter Zeit bin ich häufiger mal über relativ junge aber schon wieder archivierte Caches gestolpert, die mit den Worten "Hier ist jetzt Platz für Neues" ins digitale Nirwana geschubst worden sind. Und das einzig und allein aus diesem Grund! Wenn sich die Örtlichkeit verändert hat oder die Dose mehrfach verschwunden ist, der Owner keine Lust mehr hat oder weggezogen ist, oder inzwischen sein Listing, die Dose und alles drumherum als doof und minderwertig erachtet - da versteh ich Archivierungen. Aber aufwändige Listings, Rätsel und Dosen zu erstellen, um das Ding nach einem Jahr wegzuwerfen?

Kann man natürlich machen, ist aber kacke. Finde ich zumindest.

In einem Cacherprofil las ich die Worte "Platz für Neues" ebenfalls. Samt der Aufforderung, es ihm gleichzutun.

Ja aber... warum?

Um noch schneller noch mehr Punkte auf die eigene Statistik zu bekommen, ohne sich weit dafür bewegen zu müssen? Das erscheint mir in Hannover relativ sinnfrei, gibt es hier doch sowieso so viele Caches, daß es für die allermeisten, halbwegs normal lebenden und arbeitenden Menschen unmöglich sein wird, diese alle zu loggen.

Bei zweien der Archivierten las ich noch heraus, daß alle, die dem Owner wichtig gewesen wären, nun geloggt hätten.

Achso... Ja dann?!

Dann ist ein Cache gar nicht für die Allgemeinheit der Cacher gemacht? Von denen würden in einer größeren Stadt ja immer mal wieder welche vorbekommen. Reichen die Logeinträge der Unbekannten als Würdigung für das Auslegen und Erhalten eines Caches nicht aus? (Zugegeben, bei vielen Kurz- und Einheits-(Handy-)logs, selbst für aufwändigste Caches, könnte man fast ein wenig diesem Gedanken verfallen).

Oder ist Geocaching jetzt so schnelllebig geworden, daß man sich schon sputen muss, einen dieser Fast-Log-Cache zu erhaschen? Dann sollte man wohl Besten gar keine Rätsel im Voraus lösen, wenn man nicht die Zeit hat, baldigst seinen Nick in das Logbuch zu stempeln? (Seinen Nick, das Datum und vielleicht noch 2-3 nette Worte per Hand zu schreiben, dauert ja auch zu lange).

Und im Gegenzug gibt es ganze Platzhalter-Cacheserien, die auch nach Monaten und Jahren noch immer nur hingeworfene Filmdosen mit einem Listing sind, in dem auf 'was ganz grosses, tolles, was hier entstehen wird', hinweisen.

Kann man sich jetz' drüber aufregen, muss man aber eigentlich auch nicht.

In diesem Sinne: Happy Caching. Gern auch an steinalten Dinosauriercaches aus der Zeit, als man wirklich noch weit für einen solchen fahren musste.

Geocaching Mysteries lösen - Kapitel 2.1 Geocachingspezifische Kryptoanalyse

Geschrieben von Nina • Sonntag, 12. Oktober 2014 • Kategorie: Mysteries lösen
Geocaching Mysteries lösen

Kapitel 2.2 Geocachingspezifische Kryptoanalyse

Oder auch: Und was mache ich jetzt hiermit???

Ihr hab das Rätsel gefunden und steht nun verwirrt vor einem Berg aus Zahlen, Buchstaben, Bildern, Zeichen oder ähnlichem?

Dagegen hilft vielleicht dieser Versuch strukturiert darzustellen, was das Gefundene sein könnte. Bitte nehmt es mir nicht übel, wenn ich nicht jeden Begriff mit einem Link hinterlege. Oft gibt es gar nicht DIE Seite, die weiterhilft. Aber oft hilft zumindest schon das Stichwort, um auf den richtigen Weg zu gelangen.

Als erstes solltet ihr analysieren, was ihr habt. Buchstaben? Zahlen? Nur bestimmte? Wie viele? Gibt es Gruppierungen? Eine Zweierteilung für Nord und Ost? Entspricht die Anzahl von Ziffern, Zahlen oder Gruppen der üblichen Anzahl von Zeichen einer Koordinate (2 mal 5 oder 13-21 Zeichen, je nach Schreibweise)? Könnten es ausgeschriebene Zahlworte ergeben (4-6 Zeichen lang)? Könnte der Anfang z.B. N52 sein? Bzw. N und E, wenn sich die beiden Koordinatenteile eindeutig identifizieren lassen. Suchst Du überhaupt Koordinaten? Oder eine Peilung? Etwas ganz anderes?

Funktioniert "reverse Engeneering"? Also zu gucken, welche Koordinate aus dem Verschlüsselten in etwa herauskommen müsste und mit dem Code zu vergleichen.

Hilft alles noch nicht? Dann einmal gegenchecken:

a) Chiffriert mit Passwort:
Ihr habt einen offensichtlich chiffrierten Text und vielleicht sogar ein Passwort, wisst aber nicht, womit es entschlüsselt werden kann? Hier eine Liste von gebräuchlichen Chiffrierungen, die ein Passwort benutzen:

- ADFG(V)X (Chiffre enthält nur genau diese Buchstaben bzw. 5 bzw. 6 unterschiedliche)
- Alberti (Zwei Schlüsselworte!)
- AMSCO (Schlüssel besteht nur aus Ziffern!)
- Autokey
- Beaufort-Chiffre
- Bifid-Chiffre
- Four-Square-Chiffre (Zwei Schlüssel!)
- Gronsfeld-Chiffre (Schlüssel besteht aus Ziffern!)
- Kamasutra
- Larrabee-Chiffre
- Polybius (ergibt zweistellige Zahlenketten)
- Nihilisten (Erweiterung von Polybius)
- Playfair
- Porta-Chiffre
- Transposition
- Vigenere (wird am Häufigsten verwendet)

b) binär
Ihr habt etwas gefunden, was zwei (manchmal 3 fürs Leerzeichen) verschiedene Zustände hat? 0 und 1. Da oder nicht da. Weiß oder schwarz. Zwei verschiedene Bilder. Farben. Töne, etc. Meine Seite über Binärcodes hilft euch hoffentlich weiter.

c) 7-Segment-Anzeige
Ihr habt Zahlen von 1-7 oder Buchstaben von a bis g? Oder doch zumindest so viele Zahlen oder Buchstaben, also sieben verschiedene Zustände? Diese sind in Blöcke aufgeteilt, wobei kein Block länger als sieben Zeichen ist und kein Zeichen im Block doppelt vorkommt? Die Minimalgrösse eines Blocks beträgt zwei verschiedene Zeichen? Dann ist es die 7-Segmentanzeige, wie z.b. auf digitalen Uhren. Die Zahlen von null bis neun als 7-Segmentblock: abcdef bc abdeg abcdg bcfg acdfg acdefg abc (oder abcf) abcdefg abcdfg

d) Rechts-Links-Oben-Unten
Ähnlich wie 7-Segment malt diese Variante letztlich auch Zeichen. Setzt im Geiste einen Stift auf ein Papier und lasst ihn von diesem Ausgangspunkt ohne ihn abzusetzen in die jeweilige Richtung rechts, links, oben oder unten malen. Natürlich könnten die vier Buchstaben RLOU anders heißen. Aber es wären vier verschiedene. Und die Mindestanzahl eines Blocks ist wieder zwei! Die maximale etwa acht (+/- 1, je nach Zeichenschreibeart). Wiederholungen sind möglich, aber selten.

e) das Periodensystem
Ihr habt Zahlen bis 118? Oder Buchstaben, die keinem Wort und keiner üblichen Verschlüsselung anzugehören scheinen? Möglicherweise vor allem Buchstaben wie h, he, li, be, b, c, n, o, f? Oder Blöcke von maximal zwei Buchstaben? Dann schaut mal auf das Periodensystem!

f) Code-Sonne
Ihr habt Dreiergruppen von maximal vier verschiedenen Buchstaben? Dann schaut euch mal die genetische Code-Sonne an.

g) Zahlen und Zahlensysteme
Ihr habt Zahlen von 0-9 und Buchstaben bis f? Dann ist es das Hexadezimalsystem. Die Buchstaben gehen weiter als bis f? Oder die Zahlen nicht mal bis 9? Dann könnte es ein anderes Zahlensystem sein. Üblich ist binär (0 und 1), oktal (bis 8), hexadezimal (16) und das Duodezimalsystem (12). Aber alles andere ist ebenfalls möglich. Einfach mal mit einem Umrechner spielen. So lässt sich sogar ganzer Text in Zahlen umwandeln. Das Wort Nina in als "Basis 32" ergibt z.B. die Dezimalzahl: 1097254.
- Habt ihr einen Mix aus großen und kleinen Buchstaben, Zahlen und +/-Zeichen, also: A-Z, a-z, 0-9, + / , so dürfte ein Base64-Umrechner weiterhelfen.
- Ihr habt Zahlen von 1-26? Dann sind es vermutlich einfach nur die Buchstabenwerte des Alphabets.
- Habt Ihr Zahlen so etwa ab ca. 50 bis 120? Dann schaut mal auf eine Ascii-Tabelle. N wie Nord ist übrigens 78, E für Ost 69.
- Ihr habt zweistellige Zahlen, die ausschließlich aus den Ziffern 1-5 bestehen? Polybius oder Klopfcode?
- Die Zahlen sind von 2-9, ggf. 0 und kommen oft doppelt und dreifach vor? Vanity bzw. Handytastatur!
- Apropos Handy: Ihr habt eine Zahlenreihe, die einfach keine Koordinate ergeben will? Vielleicht ist es eine Telefonnummer? Oder ein anderes Koordinatensystem?

h) Buchstaben

- Ihr hab die Buchstaben I, V, X, L, C, D vor euch liegen? Das sind Römische Zahlen.
- Ihr hab die Buchstaben m, p und f gefunden? Dann ist es Kenny-Speak.
- Jede Menge A und B? Siehe Binär, das ist die Bacon-Chiffre.
- Buchstabensuppe? Mit relativ normaler Buchstabenhäufigkeit? Ist es ein Anagramm? Oder eine Buchstabenverschiebung wie der Lattenzaun oder Transpositionsverfahren?
- nur 5 bzw. 6 verschiedene Buchstaben? ADFG(V)X!

i) Weiteres

- Zahlen und Buchstaben gemixt, die auf nix obiges zu passen scheinen? Vielleicht sind es GC-Codes oder Nummern von Trackables?
- Zahlen und Buchstaben gemixt, immer eine Zahl und ein Buchstabe? Vielleicht eine Matrix? Füllt mal ein Tabellenkalkulationsblatt an den jeweiligen Positionen mit einem X.
- Zahlen und/oder Buchstaben und/oder Sonderzeichen? Leet-Speek?

Du hast immer noch keine Ahnung? Wirf es einer Suchmaschine vor!

Und lies hier den Rest vom Blog ;).

(to be continued...)




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Geocaching Mysteries lösen - Inhaltsverzeichnis

Geschrieben von Nina • Sonntag, 12. Oktober 2014 • Kategorie: Mysteries lösen
Geocaching Mysteries lösen


Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 - Einleitung
Kapitel 2 - Analysen von Listing, Rätsel und Codes
2.1 Listinganalyse
2.2 Geocachingspezifische Kryptoanalyse
Kapitel 3 - Zahlen, Zahlen, Zahlen,...
3.1 : Einleitung, Fremdsprachen und das Zahlensystem der Maya
3.2: Binär-, Oktal- und Hexadezimalzahlen
3.3: Binärcodes
3.4: Malen von Zahlen
Kapitel 4 - Sprache und Schrift
4.1 : Sprache und Schrift - Teil 1
4.2 : Sprache und Schrift - Teil 2
4.3 : Tastaturen
Kapitel 5 - Dateianalyse: Bilder - Musik - Video - Browser
5.1 : Einleitung und optisches Verstecken
5.2 : Technische Bilderverstecke
5.3 : Musikdateianalyse
5.4 : Browser-Spielereien
Kapitel 6 - Verschlüsselungen
6.1.1: Monoalphabetische Substitution
6.1.2: Geheimtexte manuell entschlüsseln
6.2 : Enigma (Maschinelle, polyalphabetische Substitution)<
6.3: Vigenère entschlüsseln
Kapitel 7 - Logikrätsel
Kapitel 8 - Weiteres
8.1 : Barcodes, Strichcodes, Datamatrix
8.2 : Noten und Notenverschlüsselungen
8.3 : Farben
8.4 : Steganographie
8.5 : Esoterische Programmiersprachen
8.6 : Geocaching.com-spezifische Rätsel
Kapitel 9 - Tools und Links
Kapitel 9.1 : Codelisten und Links
Kapitel 9.2 : Geocaching-Tools für Zuhause und Unterwegs

Geocaching Mysteries lösen - Kapitel 9.1 - Codelisten und Links

Geschrieben von Nina • Samstag, 11. Oktober 2014 • Kategorie: Mysteries lösen
Geocaching Mysteries lösen

Kapitel 9 - Links und Codelisten
(zuletzt aktualisiert: 13. März 2015)

Hier findet sich ein Abriss meiner Lesezeichen, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Über Hinweise auf weitere Links wäre ich sehr dankbar!

Codelisten
Bergziege OWL
Codelisten Geocaching-Franken.de
MyGeotools/
Code-Knacker (Codes, Symbolen und Kurzzeichen)

Chiffrierungen
cryptool-online Chiffren, Kodierungen, Kryptoanalyse - die Besten der Besten, Sir!
Kryptographiespielplatz
Secret Code Breaker


Decodierungssammlungen, Ciphertools, diverse Umwandler
netteleuthe.de verschiedene Geocachingtypische Umwandler
Happy Security diverse eher klassische Verschlüsselungen
rumkin.com Cipher Tools
cacheblogger.de decrypter
Mystery-Master riesige Sammlung GC-typischer Verschlüsselung
Multi Dec Univerelle Sammlung an Tools zur Konvertierung/Codierung
cachebrett.de converter
http://www.yellowpipe.com/
easycalculation sehr viele Umwandler und Umrechner
thematrixer.net Binäre Umwandler
paulschou.net Binäre Umwandler <- TOP
ascii to hex und mehr
dasumo.com Binäre Umwandler
patshaping.de Base64
mobilefish.com Passworthashes erzeugen
manuelles chiffrieren
Häufigkeitsanalyse
Baudot automatisch in allen Spielarten
cryptii konvertiert in diverses, von Baudot bis Navajo
Stefan Beyer Morsecode auch ohne Trenner entschlüsseln

Vigenère
Automatic Vigenere Decoder knackt Vigenère in 6 Sprachen
Java-Script zum manuellen knacken
f00l.de Vigenère analysieren und knacken
Vigenère plaintext attack
geocachingtoolbox

Buchstaben-in-Ziffern:
rentfort.de buchstaben-in-zahlen-umwandeln
oliver-rahe.de buchstaben in zahlen umwandeln
nummerologie quersumme-berrechnen.php inkl. Römisch

Rot
rot13.com
ROT-Irgendwas
DecodeRot (alle Varianten auf einen Blick!)
harald.ist.org Codeknacker für Buchstaben-Verschiebe-Codes
Rot13 / Rot 47

Bilderanalysen online
regex Online Exif-Viewer mit Thumbnail-Anzeige
metapicz Exif und mehr
img-ops weiterführende Links zur Bilderanalyse und Veränderung
http://fotoforensics.com

Zahlensysteme umrechnen
mahoplus Umrechner für Zahlensysteme
www.welt-zeit-uhr.de zahlensysteme/
convertworld.com /
arndt-bruenner Zahlensysteme.htm

Anagramme
http://anagramme.spieleck.de/app/neu?0
http://wordsmith.org/anagram/index.html
http://www.buchstabensalat-knacken.de/
http://www.sibiller.de/anagramme/

Farben
widerstand-farbcode-rechner-
Farbcodes von Widerständen
www.bader-frankfurt.de - Widerstandscode
geocaching-sued.de farbcodes
Farbenrechner
RAL Farbtabelle

Fibanocci
Fibonacci - Fingerzahlen
Fibonacci Zahlenreihe

Bildersuchmaschinen
www.tineye.com DIE Bildersuche
http://www.revimg.net/
googles Bildersuche

Koordinaten, Umrechnung und mehr
cache-test-dummies koordinatenumrechnung
http://www.gpsvisualizer.com/map_input konvertieren, Kreisabstände
Wegpunktprojektion
http://www.mygeoposition.com/
Deine Berge - umfangreicher, sehr guter KO-Umrechner
zwanziger (Wegpunktprojektion, KO konvertieren)
Kartesische und Polarkoordinatenkonvertierer

Maps und Umrechner
Flopps wirklich tolle Karte
gpso
twcc (Umwandlung sehr vieler Koordinatensysteme)
maptools (konvertieren, Radius)


Barcode Online Decoder

http://www.onlinebarcodereader.com/
http://zxing.org/w/decode.jspx

MHD5/SHA1 Hashes
web-max.ca
http://md5cracker.org/
http://www.md5.cz/

Schriften
omniglot.com
Science Fiction Schriften
Alte Schriften

Leet-Key
leet-key/ Firefox-Plugin
robertecker leet-converter


Enigma
sternenhimmelstuermer
enigmaco.de
cryptomuseum
rijmenants Enigmasim Der m.E. beste Enigmasimulator

Nonogrammlöser
teall.info/nonogram/
griddler.co.uk Solve
comp auto nonogram

Hieroglyphen
Gardiner-Liste
philognosie.net


esotherische Programmiersprachen
http://esolangs.org/wiki/Language_list
http://www.dangermouse.net/esoteric/
splitbrain.org (ook/Brainfuck)


Töne
DTMF Töne
Frequenzbelegung der Telefontastatur

Steganographie-Tools
stegano.net (JPG, PNG)
Carmouflage (eher nicht mehr aktuell, läuft in der kostenlosenWindows-Version nur bis Windows XP)
steghide (Bild- und Audio-Dateien)
Grafik-Key (BMP)
steganog (BMP)
Openstego
OpenPuff (Bilder, Audio, Video, Flash)
Outguess (JPG)
data-stash
silent eye
GpgSX 0.67b
Stealth Files 4.0 (diverse Dateitypen EXE-, DLL-, OCX-, COM-, JPG-, GIF-, ART-, MP3-, AVI-, WAV-, DOC-, BMP- und WMF-Dateien )
PGE - Pretty Good Envelope
mp3stego
Snow - versteckt Daten in ASCII-Text, genauer in dessen Leerzeichen
spammimic verschlüsselt Text in etwas, was wie Spam aussieht
MP3Stegz


Orte und Länder
Autobahnatlas
Bahnhofsnummern
Flughafencodes
Länderkennzeichen nach ISO 3166-1

Sonstiges
Gauß-Weber-Telegrafen
Ogham
Astrologische Symbole
Waldläuferzeichen
Blowfish
7-Segment-Anzeige
Farbumrechungen
ICD-Code (Krankheiten)
Verkehrszeichen
Genetischer Code
Diverse Maßeinheiten umrechnen
HTTP-Fehlermeldungen
Die Zahl PI inklusive Suchfunktion
Primzahlen
Gleichungslöser
http://codeconverter.onlinetoolkit.org/
rexswain - Analyse des http-Datenstrom
Emulator für diverse Programmiersprachen
ICD-Code, Krankheiten

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