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Geocaching Mysteries lösen - 3.4 Malen von Zahlen

Geschrieben von Nina • Sonntag, 3. Mai 2015 • Kategorie: Mysteries lösen
Geocaching Mysteries lösen

Kapitel 3.4 - Malen von Zahlen

Im Grunde suchen wir bei den Mysteries ja doch immer nur das eine: die Ziffern bzw. Zahlen, die uns die GPS-Koordinaten verraten. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass sich im Laufe der Zeit eine schier unglaubliche Anzahl von Varianten entwickelt hat, um Zahlen darzustellen. Dieser Blogbeitrag handelt von einer in meinen Augen sehr hübschen Variation davon. Der, in der man diese "malen" muss.

Dies zu umschreiben kann auf vielfältige Weise geschehen. Man könnte zum Beispiel die Eckpunkte einer Ziffer angeben, dazu noch die Reihenfolge wie diese verbunden werden müssen. Beispielsweise in dem man Orte (Bahnhöfe, Haltestellen etc.) oder Koordinaten im Listing erwähnt, die z.B. bei Google-Earth eingegeben und per "Lineal" (aus der Ikonenleiste von Google-Earth) verbunden werden können.



Genauso hübsch lassen sich mancherorts Straßen verwenden, sofern die Siedlungen ein entsprechend geradliniges Straßenmuster aufweist.

Irgendwo in diesem Blog erwähnte ich schon einmal die "RLOU-Verschlüsselung". Rechts-Links-Oben-Unten sind die Anweisungen, nachdem der Rätsellöser seinen Stift auf einem Stück Papier bewegen soll. Rechts, Unten, Links, Unten, Rechts ergäbe so verschlüsselt eine "2". Natürlich muss es nicht RLOU sein, RLUD (right, left, up, down) könnte die englische Form sein. Möglich ist aber jede andere, meist aus vier Variablen bestehend. Nimmt man noch die Diagonalen dazu, könnten es auch sechs oder acht sein (schräg links hoch, rechts runter etc.).

Ähnlich lassen sich Ziffern über die beim Geocachen häufig benutzte 7-Segmentanzeige "malen".

Quelle: Wikipedia

Häufig werden wirklich die typischen 7-Segment-Buchstaben benutzt, wobei A-B-C-D-G zum Beispiel eine 3 ergäbe. Aber auch hier könnten die sieben Variablen natürlich anders benamt oder binär in einem 7-Bit-System dargestellt. Die 3 von eben wäre 7-Bit-binär eine 1111001 (benutzte Segmente bekommen eine 1, unbenutzte die 0).

7 ist die Mindestanzahl, die es braucht, lesbare Segmentzeichen zu malen. Es gibt auch weitere Segmentanzeigen, die mit mehr Segmenten und dadurch auch diagonalen Strichen hübschere Buchstaben und Ziffern malen können.

Auch schon einmal hier im Blog erwähnt wurde das Malen mit Hilfe von einer Tabellenkalkulation bzw. einer Buchstaben/Ziffern Matrix. So ein Tabellenblatt ist ja normalerweise aufgebaut in Ziffern an der linken Seite (Zeile) und Buchstaben oben (Spalte). Stößt der Rätselnde nun auf eine Reihe von Kombinationen aus einem Buchstaben und einer Ziffer, könnte es helfen, diese Zellen in einer derartigen Matrix auszumalen und zuzuschauen, wie sich aus dem Nichts die gewünschte Information hervorkristallisiert.

Das seltsame Kryptogramm B2,B3,B4,B5,B6,B7,B8,C3,D4,E5,F6,G7,H2,H3,H4,H5,H6,H7,H8 entpuppt sich abgemalt simpel als Buchstabe "N":



Auch über den Ziffernblock der Tatstatur bzw. eine Telefontastatur lassen sich Zahlen / Buchstaben "malen".



So ist 1,5,7,8,9 ebenso wie 1,2,3,5,7 und "PEKA" (Vanity, also die Buchstaben, die auf der Telefontastatur synonym für die Ziffern benutzt werden können) nichts anders als die so gemalte Ziffer "7".

Ein großer, wirr wirkender Block mit Zeichen (meist nur zwei verschiedene) kann ebenfalls "gemalte" Ziffern oder Buchstaben erhalten. Hierfür muss man ihn nur in einen Editor (z.B.: Notepad++) packen und "zusammenschieben" (das Programmfenster in der Breite verkleinern bis die vom Ersteller des Rätsels benutzte Zeilenbreite erreicht ist). Beispielsweise ergibt sich hieraus ein freundlicher Morgengruß. In meinem Firefox kann ich das Fenster übrigens nicht klein genug schieben, um etwas lesen zu können.

Mein absoluter Mystery-Liebling aus meinen Anfangszeiten des Mystery-Lösens ist die "Plottersprache". Stiftplotter malen ja wortwörtlich Buchstaben, Ziffern oder eben Bilder. Damit sie dies können, müssen sie angesteuert werden, also genau wissen, wo auf dem Papier der Stift gesenkt und in welche Richtung der Stift geschoben werden muss, also malt. Dies ergibt eine Art "Sprache", die dem RLOU von oben nicht unähnlich ist. Nur das es meist noch ein "Pen up" und "Pen down" gibt und je nach Variation eine absolute oder relative Angabe der Malkoordinate geben kann. Schaut man sich ein Blatt Papier an, kann man jeden beliebigen Punkt auf diesem über eine gedachte X- und Y-Koordinate bezeichnen. Man muss sich nur vorher klarmachen, wie groß das Raster ist. Im Falle des Plotters, wie viele Pixel er malen kann. Dann kann man beispielsweise ein 120/60 als 120 Pixel vom obersten, linken Punkt des Blattes nach rechts und 60 Pixel von eben da nach unten verstehen. Senkt sich hier der Stift und malt nun 20 nach rechts, 20 nach unten, 20 nach links, 20 nach unten und 20 wiederum nach rechts, haben wir wieder eine gemalte "2". Alternativ kann eben dies auch über 120/60, 140/60, 140/80, 120/80, 120/100, 140/100 erreicht werden. Also jeweils die Papier-Koordinate, zu der sich der Stift bewegen soll.

So etwas kann der Mystery-Owner in natürlicher Sprache oder auch in einem echten oder ausgedachten Computerdialekt im Listing verstecken. Wer auf derartiges stößt, kann sich gerne mal in HP-GL, den quasi-Standard der Plottersprachen einlesen. Hierzu gibt auch Software, mit der man aus einem Programmlisting in HP-GL am Bildschirm "plotten" kann. Sehr schön ist auch die uralten Programmiersprache "Logo". "pu" steht hier für pen up, "pd" für pen down, "fd" bewegt den stift nach vorn, "bk" nach hinten, "rt" und "lt" drehen den Stift und damit den "Blickwinkel" um einen Winkel nach rechts oder links. Somit ist die Malrichtung hierbei relativ, also nicht von einem bestimmten Punkt ausgehend rechts-links-oben-unten, sondern man "dreht" das Papier (oder besser den Malblickwinkel) um seine Achse, also den angegebenen Winkel, und malt von dort aus weiter.

Viel Spaß beim "malen" ;)

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Geocaching Mysteries lösen - Kapitel 3 - Zahlen, Zahlen, Zahlen (2) - Binär-, Oktal- und Hexadezimalzahlen

Geschrieben von Nina • Dienstag, 18. Dezember 2012 • Kategorie: Mysteries lösen
Geocaching Mysteries lösen

Kapitel 3 - Zahlen, Zahlen, Zahlen (2)

Teil 2: Binär-, Oktal- und Hexadezimalzahlen

"Es gibt 10 Sorten von Menschen. Die, die Binärcode verstehen und die, die es nicht verstehen."

Ein anderes, wesentlich bekanntere Stellenwertsystem ist das Binärsystem. Ein Stellenwertsystem mit der Basis zwei. Es gibt nur zwei Zustände, Null und Eins, an oder aus, Punkt oder Strich, da oder weg, wahr oder falsch. Computer arbeiten so, weil Schaltkreise so arbeiten. Weil Strom nur diese beiden Zustände annehmen kann. Er ist da oder er ist weg.

Das gibt gerade beim Verschlüsseln von Botschaften immens viele Möglichkeiten, die oft binär (also auf zwei Zuständen beruhen), aber nicht unbedingt im Dualsystem (also mit Null und Eins) geschrieben sind. Sehr vieles kann zwei Zustände haben. Groß- und Kleinbuchstaben zum Beispiel. Striche und Punkte (auch völlig "unbinäres", wie z.B. Morse). Etwas kann wahr oder falsch sein, zum Beispiel im Text versteckt. Was die binäre des Koordinatenversteckens zu den mit am Häufigsten, aber auch mit am kreativsten genutzten Geocaching-Verschlüsselungsarten macht.

Die Dechiffrierung von Dualzahlen, also Binärcode aus Null und Eins, ist sehr einfach. Dualzahlen werden hintereinander weg geschrieben. Die erste Stelle ganz rechts zählt 2^0, also eins (in unserem Dezimalsystem) , sofern sie mit einer 1 (Strom da) besetzt worden ist. Steht dort eine 0 zählt sie auch Null, also nix. Die nächste Stelle, links neben der ersten, hat den Wert 2^1, also zwei. Ist sie mit einer 0 besetzt, hat sie den Wert Null, ist sie mit einer 1 besetzt, besitzt sie - dezimal - den Wert zwei. Weiter geht es mit der dritten Stelle (2^2), einer, also vier, dann kommt die acht (2^3) , und so geht es dann immer so weiter:

Dualsystem

Derartige Dualzahlen lassen sich zwar leicht in unser gewohntes Dezimalsystem übertragen (zumindest bis zu einer gewissen Länge auch im Kopf), haben aber den Nachteil, dass sie extrem lang werden können. Eine in der Form dargestellte Koordinate, beispielsweise 52 45 123, einfach als große Zahl zusammengeschrieben, hat in Nullen und Einsen ausgedrückt schon eine beeindruckende Länge:

10100000000100011000011

Aus diesem Grund ist man im Bereich der Datenverarbeitung auf die Hexadezimaldarstellung gekommen. Hexa = aus dem griechischen für die 6, dezimal aus dem Lateinischen für 10. Also ein gemischtes Stellenwertsystem auf der Basis 16, wobei neben den Ziffern von 0 bis 9 auch die Buchstaben A bis F benutzt werden. Man zählt hier ganz normal mit den Dezimalziffern bis 9 und nutzt dann, wenn es im Dezimalsystem einen Sprung auf die nächste Stellenwertebene (zehn) gibt, statt diesen die Buchstaben. A (hexadezimal) ist somit eine 10 (dezimal), F eine 15. Erst bei der 16 gibt es einen Sprung auf die zweite "Dimension", eine zweite Stelle, nur das diese nicht zehn wert ist, wie in unserem Dezimalsystem, sondern eben 16.

Dualsystem und Hexadezimalsystem

So weit, so klar? Auswendig lernen muss man das aber natürlich nicht, es gibt diverse Umwandlungstools im Internet und sogar der sonst eher verpönte Windows-Taschenrechner schafft die Umrechnung von Hex/Dual/Dezimal und sogar Oktal in der Programmieransicht (im Taschenrechnermenü unter Ansicht -> Programmierer). Ja, jetzt hab ich mich als Windowsnutzer geoutet, aber ich bin mir sicher, andere Betriebssysteme haben ähnliche Taschenrechner dabei. Und Smartphones passende Apps.

Die eben erwähnte Oktaldarstellung ist ein weiteres Stellenwertsystem, diesmal zur Basis 8. Es wird von 0 bis 7 gezählt, dann folgt ein Stellenwertsprung auf die 10, die dezimal acht wert ist!

Oktalsystem, Dualsystem, Hexadezimalsystem, Dezimalsystem


Zusammenfassung :
- Findet sich in einem Rätsel 0+1 oder eine irgend geartete "binäre", zweistufige Darstellung? Vielleicht Binärcode?
- Codes, die Ziffern von 0-9 und Buchstaben von A-F beinhalten, könnten hexadezimal verschlüsselt sein.
- Zahlen, die nur Ziffern von 0-7 enthalten, "riechen" stark nach oktal...


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